Emmi2810
Frage an Dr. Dotzauer Guten Morgen Frau Dr. Dotzauer, mein Sohn ist inzwischen 13 Monate alt und seit vielen Monaten haben wir das Problem, dass er bei jedem aufwachen nachts (meist zwischen 3 und 5x die Nacht) unfassbar laut los brüllt. Er wacht auf, setzt sich direkt hin und schreit was das Zeug hält. Es macht mich langsam wirklich fertig ständig mit diesem lauten Schreien aus dem Schlaf gerissen zu werden. Und unsere Nachbarn kommentieren es inzwischen auch. Das Einzige was ihn beruhigt ist die Brust. Wenn man versucht ihn zu Tragen, zu streicheln, zu Singen oder egal was anderes dann eskaliert es noch viel mehr. Uns wurde zur Besserung empfohlen, dass wir das Einschlafstillen auflösen weil er so schreien würde weil er anders aufwacht als er eingeschlafen ist. Das haben wir inzwischen seit längerer Zeit gemacht. Er schläft ohne Brust liegend in seinem Bett ein. An der Situation hat es aber nichts geändert. Er wacht nach wie vor jedesmal lauthals auf. Was können wir noch tun? Ich komme langsam wirklich an meine Grenzen. Vielen Dank und viele Grüße
Liebe Emmi, Montags gehen die Fragen immer an mich, Margit Holtschlag. In der Nacht spiegelt sich der Tag. Der Kleine weint einmal deshalb, weil er die durch das bisherige Einschlafstillen nicht so tief in den Schlaf kommt und zum anderen beim Aufwachen die Orientierung verliert. Eine der Ursachen liegt in der Gestaltung des Tages. Sie ist vermutlich zu intensiv. Achten Sie darauf, wie viel und auf welche Art Sie dem Kleinen Dinge erklären und reflektieren Sie, wie oft Sie eingreifen, wenn sich für ihn ein kleines "Problem" auftut oder ob Sie ihm auch die Chance geben, selber eine Lösung zu finden. Dazu benötigt dieser kleine, unreife Mensch mindestens 5 Minuten. Entschleunigen Sie den Tag, seien Sie selber etwas "langweiliger" und vermeiden Sie ab 17.00 Uhr jede Form von Action und Stimulation. Lieber etwas Langweiliges lesen, etwas herumtragen oder massieren. Auch eine Runde im Kinderwagen am späten Nachmittag und danach Langeweile könnten helfen. Beim Einschlafen achten Sie darauf, dass der Kleine mitbekommt, wann Sie gehen. Ich drücke die Kinder immer noch einmal und verabschiede mich so. Es kann sein, dass Ihr Thema so komplex ist, dass auch eine persönliche Beratung hilfreich wäre. Wenn man merkt, dass eine Grenze erreicht ist, sollte man gut auf sich hören und den Mut haben, das auch im Umfeld zu sagen. Nur so kann man auch Hilfe bekommen. Ich wünsche Ihnen viel Freude mit dem Kleinen und stehe für eine weiterführende Beratung gerne zur Verfügung, Margit Holtschlag