Frage im Expertenforum Babyschlaf an Mechthild Hoehl:

Einschlafprobleme & unterschiedliches Verhalten bei Mutter/Vater

Frage: Einschlafprobleme & unterschiedliches Verhalten bei Mutter/Vater

FabianT

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Meine Partnerin und ich haben aktuell bei der Einschlafbegleitung unseres Sohnes (14,5 Monate) die Situation, dass wir ganz unterschiedliche Erfahrungen machen. Und es bei mir (Vater) echt tough ist. Dabei ist “durchschlafen” per se nicht das Problem, er schafft es durchaus mehrere Schlaffenster zu verknüpfen. Meistens klappt das bei den ersten 1-3 Fenstern nicht unbedingt, aber es gibt auch Nächte, da wacht er einmal zur Flasche (gegen 1 Uhr) und einmal gegen 4:30 Uhr mit großem Geschrei auf (persönlich vermute ich Alpträume). Es ist eher das initiale Einschlafen, welches bei der Mutter ganz anders abläuft, als bei mir (Vater). Aktuell habe ich keine Chance ihn anders als auf dem Arm zum Schlafen zu bringen. Auch im Kinderzimmer, wenn ich ihn ins Bett absetze und daneben lege, schreit er aus vollem Leibe. Während er sich bei der Mutter ruhig im Bett oder außerhalb beschäftigt, bis er dann einschläft, sitzt er bei mir nur schreiend im Bett ohne sich nur ansatzweise zu beruhigen. Tatsächlich hatte ich letzte Woche (KW 21) auch eine Nacht, in der der Prozess ziemlich ruhig, ohne Geschrei, über fast zwei Stunden hingezogen hat, und auch er sich mit sich im Zimmer beschäftigt hat, während im Bett “schlafend” lag.  Er ist immer satt und müde, hat eine frische Windel und es ist auch immer Zeit fürs Bett. In der Trage draußen (da waren wir schon mal, sowohl im Trage-Dilemma, als auch häufiger raus zu müssen) oder auch auf dem Arm im hellem Wohnzimmer kommt er dann auch zur Ruhe. Wie gesagt, manchmal schläft er dann quasi bis zur Flasche (ca. 1 Uhr) oder wacht eben zwei- bis dreimal 35-45min auf. Sobald jemand bei ihm liegt, ist es dann meistens ruhig bzw. die Verknüpfung der Schlaffenster klappt besser. In der Regel, wenn er anfänglich aufwacht, kann auch ich mich dann wieder dazulegen und er schläft ein, aber teilweise muss ich ihn auch dann wieder hochnehmen und tragen. Anmerkungen: - er wird gerade in die Kita von mir (Vater) eingewöhnt und ist in der vierten Woche, Ende dieser Woche (KW22) soll der erste Mittagsschlaf in der Kita stattfinden. - Mittagsschlaf ist per se Problem, ich hole ihn aus der Kita ab, trage ihn im Zimmer und er ist weg. Im Zweifel einmal kurz runter ins Wohnzimmer, “um zu schauen ob noch alles da ist”, und dann wieder hoch. - Wenn die Mutter weg ist, also nicht im Haus hat es in der Vergangenheit besser geklappt. Aktuell zieht sie sich ins Schlafzimmer zurück, damit ich “freie Bahn” habe. - In der Vergangenheit hat das ins Bett bringen bei mir schon gut geklappt. Bin gespannt auf Erfahrungen, Tipps und Ratschläge. Vielen Dank!


M. Hoehl

M. Hoehl

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Hallo Fabian, zunächst einmal dürfen Sie sich daran erfreuen, dass Ihr Kind schon gute Strategien hat, im Nachtschlaf mehrere Schlafphasen zu verküpfen. Dass Kinder Unterschiede zwischen verschiedenen Bezugspersonen machen, ist nicht nur beim Thema Schlafen häufig zu beobachten und es wird Ihnen in der Erziehungsreise mit Ihrem Kind immer mal wieder begegnen. Das liegt daran, dass Ihr Kind schon begriffen hat, dass Sie unterschiedliche Menschen sind und auch unterschiedlich reagieren. Beim Thema Schlaf sind beispielsweise die Eltern selbst in der Einschlafsituation unterschiedlich ruhig und entspannt, je entspannter die Eltern in die Situation hinein gehen, umso leichter gelingt es in der Regel auch. Vielleicht möchte ein  berufstätiges Elternteil, manchmal auch unbewusst, in Schlafsituationen noch ein wenig mehr Engagement zeigen, um die Abwesenheit am Tage auszugleichen. Das Tragen können allein kräftemäßig die Väter häufig länger durchhalten, als die Mütter, auch das beobachten die Kinder und reagieren entsprechend darauf. Sie werden auch die Beobachtung machen,   dass Ihr Kind in der Kita schnell andere Schlafgewohnheiten entwickelt, als zu Hause, weil auch die Erzieherinnen anders reagieren als die Eltern. Da diese meist sehr viel Erfahrungswissen mitbringen, können Sie sich erklären lassen, wie es in der Kita bei Ihrem Kind gut klappt und versuchen diese Rituale dann auch zu Hause übernehmen. Kleiner Tipp: Wenn es bei Ihnen irgendwann mit dem Tragen nicht mehr angenehm ist, gehen Sie auf ein "Bettkanten"-Ritual über. Setzen Sie sich auf die Bettkante, machen dort mit Ihrem Kind ein Beruhigungsritual zum "Herunterfahren" (Buch schauen, Streicheln, ...), legen dann das Kind neben sich, geben ihm noch ein wenig Kontakt und bleiben ansonsten aber ruhig und langweilig. In der Regel klappt das in diesem Alter recht gut. Liebe Grüße, Mechthild Hoehl


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