Kathrinchen
Hallo Frau Holtschag, unsere Kleine ist 5 Monate alt. Sie ist schon seit Ende 2ter Monat eine schlechte Tagschläferin. Meistens schafft sie nur 30 Minuten und ist dann schnell wieder müde, vor allem abends. Sie geht in der Regel zwischen 19-20 Uhr ins Bett (Einschlafstillen) Nachts wird sie 2-3 mal wach. Morgens schläft sie meist bis 8 Uhr +/- 30 Minuten. Nach ca 2 Stunden schläft sie 30-35 Minuten (in Mamas Bett, mit Mama nebendran) Mittagschlaf macht sie im Kinderwagen zwischen 30 Min-2 Stunden. Hier wacht sie meistens nach 30 Min auf und entweder bleibt sie wach oder schläft nochmal ein und schafft dann nochmal eine längere Einheit. Ab und zu schläft sie auch durch. Der Wagen muss auch in Bewegung bleiben und wehe man hält an uns spricht mit jemandem, dann wacht sie meist direkt auf. Wenn der Mittagschlaf nur 30 Min ist. Brauchen wir nochmal ein Zwischenschläfchen mit 30 Min. Zwischen 16:30 und 17:30 schläft sie dann nochmal 30 Min im Kinderwagen. Dann ist sie meistens nach 1 Stunde schon wieder echt müde. Braucht dann aber oft lange zum Einschlafen. Wie kommen wir von diesen 30 Minuten weg? Schläft sie evtl morgens zu lange? Vom ständigen Spazierengehen würden wir auch gerne wegkommen. Das ist aber aktuell das einzige wo längere Schläfchen wenigstens ab und zu gelingen. Vielen Dank und liebe Grüße Kathrin
Liebe Kathrinchen, ein paar Dinge laufen doch schon gut. Der Schlaf um 16.30 Uhr und auch die Kinderwagenrunde. Das ist übrigens etwas, was ich erhalten würde. Ansonsten kann ein Baby nicht zu viel schlafen. Ein Gehirn, was noch so viel lernen muss, braucht viel Schlaf, Ruhe und Pausen. Kinder, die zum Einschlafen gestillt werden, oder die auf eine andere Art und Weise stark elterngesteuert einschlafen, schlafen nicht so tief und wachen sehr schnell und sehr leicht wieder auf. Es spricht nichts dagegen, vor dem Schlafen gestillt zu werden, es wäre aber schön, wenn man dann zumindest noch mitbekäme, wenn sich etwas verändert. Auch wir möchten so schlafen, dass wir die Orientierung behalten können. Insgesamt ist es hilfreich, für die Babys in der Interaktion viele Pausen ein zu bauen und immer etwas "langweiliger" zu sein, als man das möchte. Achten Sie hierbei auch auf Signale wie niessen, hüsteln, Schluck auf. Damit kündigt das Baby das Bedürfnis nach einer Pause schon an. Ausserdem möchte auch ein Baby mal mitteilen, was es alles schon erlebt und gelernt hat. Oft sind wir jedoch stark engagiert und haben das Bedürfnis, jedes Unwohlsein frühzeitig abzufangen. Ein Baby, welches meckert, fühlt sich jedoch nicht unwohl, sondern es erzählt von seinen Erlebnissen. Hier braucht es Empathie und Ruhe. Achten Sie mal darauf, wie sie mit den alltäglichn "Mini-Krisen" umgehen und wie schnell Sie die Kleine abfangen. Geben Sie ihr hier etwas mehr Raum und die Möglichkeit, zu "erzählen" und auch mal selber eine Lösung zu entdecken. Zudem möchte ich empfehlen, die Struktur, die Sie beschrieben haben, in unser Schlafprotokoll zu übertragen. Anhand dessen erkennt man dann visuell, in welche Richtung man das Schlafverhalten weiter eintwickeln kann. Ich persönlich gucke immer, dass die Kinder in der ersten Schlafphase am Tag lernen, die "Schlafbrücke" zu schaffen und dort REM- und Tiefschlaf miteinander zu verbinden, so dass das Baby auf ca. 1.5 Stunden am Stück kommt. Ich wünschen Ihnen viel Freude mit der Kleinen und verbleibe mit herzlichen Grüßen, Margit Holtschlag