Frage im Expertenforum Babyschlaf an Dr. med. Daniela Dotzauer:

18 Monate - Schlafregression?

Frage: 18 Monate - Schlafregression?

Majaan

Beitrag melden

Hallo! Unser Kleiner (18m) braucht seit exakt dem 1.1. etwa 75min zum Einschlafen. Fast 4 Monate hatten wir ein krass gutes und sehr selbständiges Einschlafen, was mich bis heute erstaunt, da er sonst im ersten Jahr extrem anhänglich war. Wir konnten ihn in sein Bettchen legen und alles was er brauchte, waren Schnuller und Kuscheltier. Dann hat er sich einfach so in den Schlaf gewühlt oder am Kuscheltier herumgezupft, bis die Arme schwer wurden. Klar, es gab auch Abende an denen er uns einmal oder sehr oft zu sich hineingerufen hat und wir nochmal kurz streicheln mussten. Alles in allem aber super entspannt - auch Dank Ihrer Tipps! 😍 Nun geht das aufgrund der Regression gerade gar nicht. Er tobt, er singt, er will ein Buch, er will 100 mal was trinken und nur Quatsch machen. Nach 30-40min nehme ich ihn raus und mit ins Elternbett. Das war sonst immer die Exitstrategie. Aber auch da geht der Quatsch weiter bis er nach weiteren 30-40min endlich einschläft. 😅 Gestern haben wir vornweg Bücher angeschaut und er war relativ ruhig, bis er sich an das Buch mit dem „Traktor! Traktor! Traktooor!“ erinnert hat 🙈 Was können wir Verschiedenes ausprobieren? Ich stelle mich gerade immer halb tot und liege mit ihm Bett und versuche nur so wenig wie möglich zu interagieren. Wie lange kann eine Schlafregression dauern? Manchmal habe ich die Sorge, dass wir ihn gerade sehr an ein Einschlafen mit Körperkontakt gewöhnen und bin mir unsicher, ob es bei einer Phase bleibt. Haben Sie eventuell Rat für uns? Vielen Dank für Ihre großartige Hilfe - DANKE!


Dr. Dotzauer

Dr. Dotzauer

Beitrag melden

Guten Abend, Ich finde es beeindruckend, dass ihr Kind wirklich eigenregulative Strategien (Schnuller& Kuscheltier)hat und diese ihm auch geholfen haben. Was ist passiert? Er ist nur älter geworden und hat sich weiterentwickelt und hat rausgefunden, das Quatsch machen, viel mehr Spaß macht, als keinen Quatsch zu machen. Er gestaltet das Ganze und jetzt an der Stelle, wäre es nötig klar Führung zu übernehmen und weder Quatsch noch Verweigerungsstrategien, lukrativ werden zu lassen.  Mit 18 monaten weiß er schon sehr genau was er will und macht das auch. Sie können sein Verhalten nicht kontrollieren - aber ihr eigenes Verhalten schon.  Was zum Trinken gibt es beim Zähne putzen und nachher nicht mehr - denn 100x trinken wollen ist kein Durst, sondern gelebte "Entscheidungs-Autonomie". Das würde ich an dieser Stelle nicht unterstützen.  Damit er auch zur Schlafenszeit schlafbrereit ist, empfehle ich meine Abend- Routine. - frühes Abendessen, ermöglicht eine darauf folgende ausführliche Spielzeit, an der Stelle darf er bestimmen und Sie haben richtig Spaß miteinander. - gegebenenfalls noch eine Milch oder Wasser beim bettfertig machen und Zähneputzen aber ab dann ist Führung wichtig und zwar so,d ass er die Dinge die anstehen auch will. Also im Team. Dazu gibt es: - Bilderbuch-Zeit (quälend lange), in dem Zimmer, indem das Kind auch schlafen soll, abgedunkelt, Leselicht, auf dem Schoß, Erlebnistheater, er soll das unbedingt wollen und zwar so lange bis er wirklich nah am Schlaf dran ist. Dann Licht aus und Herzenszeit. Ist in diesem Alter ist das sehr schwer, weil Worte noch nicht besonders funktionieren. Daher evt. Fingerspiel, singen und kuscheln. Dann kommt er in sein Bett  (Schnuller und Kuscheltier hat er sowieso im Arm), letzes Lied und Verabschiedung. Sie liegen daneben und bringen ihm bei, dass jetzt nicht mehr interagiert wird. Steht er auf, zeigen Sie ihm dass er sich hinlegen kann, ich würde ihn nicht zur Belohnung rausnehmen, sondern die Zeit investieren, immer wieder "wegschnarchen" (Fakeschlaf), notfalls korrigieren und auch ein bisschen das Gemecker aushalten, gut zureden, zeigen wie hinlegen geht, loben, wieder fakeschlafen (halb tot stellen ist gut)...u.s.w. Also streng genommen ist es keine Regression sondern eine Weiterentwicklung ihres Kindes und mit dieser Entwicklung sollten Sie Schritt halten, also Orientierung geben und nicht die Steuerungsversuche des Kindes positiv verstärken. Wie lange das dauern kann? Solange bis er das Handlungsschema verstanden hat. Manche lernen es schnell, andere nie. Übrigens Körperkontakt ist doch wunderschön, das ist kein Problem zur Herzenszeit, wichtig wäre nur, dass Sie sich vor dem Einschlafen verabschiedet haben, um ihm die Möglichkeit des selbstständigen Einschlafens zu ermöglichen. (Sie liegen ja direkt daneben) Also von der aktiven Kuschelbegleitung, in eine passive schnarchende Schlafbegleitung wechseln. Warum? Weil nachts auch alle passiv schnarchen... Alles Gute Herzliche Grüße Daniela Dotzauer


Bei individuellen Markenempfehlungen von Expert:Innen handelt es sich nicht um finanzierte Werbung, sondern ausschließlich um die jeweilige Empfehlung des Experten/der Expertin. Selbstverständlich stehen weitere Marken anderer Hersteller zur Auswahl.