Frage im Expertenforum Babypflege an Katrin Simon:

Angst vor Stuhlgang...

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Frage: Angst vor Stuhlgang...

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Hallo Katrin, vielleicht kannst Du mir ja weiterhelfen. Mein Sohn ist am 27.09. zwei Jahre geworden und einen Tag vorher meinte er von ganz allein (ohne Druck und Üben - ich habe da noch gar nicht mit gerechnet) dass er jetzt ohne Windel sein will. Das klappt auch wirklich super. Nur mit dem Stuhlgang klappt gar nicht. Er kneift den Po zusammen und tanzt wie wild um das Töpfchen (oder Toilette) herum, wenn er mal muss. Nach zwei bis drei Tagen wird es dann ganz schlimm: er setzt sich, springt wieder auf und meint "aua". Das Ganze geht dann solange, bis er es absolut nicht mehr halten kann. Dann weint er ganz fürchterlich und findet es einfach nur schrecklich (ich muss es ganz schnell entsorgen). Letzte Woche war ich mit ihm beim KA (nach vier Tagen ohne STuhl). Der meinte es wäre "nur" eine Kopfsache und er müsse es einfach lernen. Ich bekam einen Einlauf für ihn mit und ein paar Ernährungstipps. Nun sind bereits wieder drei Tage vergangen und er tanzt wieder ums Töpfchen. Den Einlauf braucht er nur zu sehen, dann weint er schon. Ich empfinde diese Situation für mich und ganz besonders für meinen Sohn als ganz große Nervenbelastung. Seine ND ist durch diesen Stress (der er sich selber macht) auch ganz schlimm geworden. Hast Du vielleicht einen Tipp, wie ich ihm helfen kann? Danke im voraus LG Daniela


Katrin Simon

Katrin Simon

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Liebe Daniela, oh ja, ich kann Eure Situation und die daraus resultierende Belastung sehr gut verstehen... Schmerzen und Einlauf dürfen nicht sein. Der Teufelskreislauf entsteht leider ganz schnell und muss dringend durchbrochen werden. Dein Kind verkneift sich den Stuhlgang, es bekommt Schmerzen, hat Angst vor dem Absetzen, verkrampft sich noch mehr, der Einlauf gibt Abhilfe, aber- der Darm gewöhnt sich ebenfalls an das Procedere und braucht u.U. bald ständige Nachhilfe. Zudem wird Deinem Kind ein Teil seiner Eigenständigkeit genommen, da man dauernd in einen eigentlich gut funktionierenden Prozess des Sauberwerdens eingreift. Vermutlich hat Dein Sohnemann den Blasendruck sehr gut wahrgenommen und konnte damit umgehen und den Urin gezielt entleeren. Der Druck auf den Darm war Deinem Sohn noch fremd. Das Sauberwerden ist psychologisch gesehen ein Schritt in die eigene Selbstbestimmtheit. Ein Kind lernt im Prozess des Sauberwerdens selbst darüber zu entscheiden, wann es etwas loslassen möchte. Aber- es macht auch ein wenig Angst, weil die damit verbundene Selbständigkeit quasi in die eigene Verantwortung fällt. Daher kann es sehr gut sein, dass Dein Sohn noch ein wenig an seinem "Babydasein" festhalten will und signalisiert, dass er "doch noch nicht so groß ist" und mehr Zuwendung und Zuspruch braucht, als es äusserlich scheint. Damit ist auch zu erklären, dass so manches Kind, welches offensichtlich "trocken" war in kindlichen Krisensituationen wie z.B. Geburt eines Geschwisterkindes, Elternstreit- oder Trennung, Trauersituation, Kindergartentiefs etc., wieder einnässen. Dies ist ganz offensichtlich ein Ruf nach Zuwendung und der Hinweis auf Überforderung. Mein Tipp- ziehe Deinem kleinen wieder eine Windel an, wenn das große Geschäft ansteht und sprecht ab, ob er sich zurückziehen möchte zum "Aa-Machen",ob Du bei ihm bleiben sollst oder Du lässt ihn einfach weiterspielen.... Egal wie, wenn Dein Sohn es dann geschafft haben sollte, dann lobe ihn und seht diese Methode erst einmal als Eure an. Je sicherer und schmerzfreider und selbstverständlicher das Abführen dann gelingt, desto besser kann man in Zukunft dann den Versuch machen die Toilette oder den Topf zu nutzen. Beherzige trotzdem die Ernährungstipps und lasse den kleinen viel Trinken und sich viel bewegen. Damit umgeht Ihr das Risiko einer Verstopfung, die man gut vermeiden kann. Viel Erfolg und bis bald, Eure Katrin


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