Babys erster Brei: Warum mit Karotte anfangen?

Mama füttert Kind mit Löffel

© fotolia, Svetlana Fedoseeva

Mit einem halben Jahr ahnt Ihr Baby, dass es neben der Muttermilch kulinarisch noch jede Menge Neues zu entdecken gibt.

Schließlich stecken sich Mama und Papa und die Geschwister täglich beim Essen die unterschiedlichsten Dinge in den Mund. Und das scheint auch zu schmecken. Doch welches Gemüse eignet sich am besten für den Anfang?

Eine gute Wahl ist von jeher Karottenbrei. Die Karotte hat viele Vorteile, die sie als Babys erste Mahlzeit unschlagbar macht: Sie enthält viel Beta-Carotin, eine Vorstufe des wichtigen Vitamin A. Auch allergiegefährdete Babys vertragen in der Regel Karotte gut. Bei Babys, die zu sehr dünnem Stuhlgang neigen, dickt Karotte den Stuhl ein. Doch das Beste aus Babys Sicht: Karotten schmecken süßlich und mild. Das macht sie für Babys unwiderstehlich, denn Babys lieben alles Süße, weil sie den Geschmack von der Muttermilch her kennen.

Karotten sind unwiderstehlich süß

Für den milden und süßlichen Geschmack ist der hohe Gehalt von Zuckerverbindungen ausschlaggebend. Einfacher Zucker wie Traubenzucker ist für die Süße verantwortlich, komplexer aufgebauter Mehrfachzucker ist für die gute Verträglichkeit wichtig. Außerdem haben Karotten nur wenige Kalorien, jedoch einen hohen Anteil an Mineralstoffen, Ballaststoffen und Vitaminen aus den Gruppen B und C. Weil Karotten nährstoffreich und gleichzeitig für das sensible Verdauungssystem von Babys sehr gut verträglich sind, ist dies auch der Grund, warum die Karotte in unserem Kulturraum meistens das erste, feste Lebensmittel ist, das Babys erhalten. Wichtig ist, wenn man Karotte füttert, dem Baby viel zu trinken zu geben, denn Karotten dicken den Stuhlgang ein und können sonst auch mal zu Verstopfung führen.

Einen Nachteil haben Karotten jedoch: Das Beta-Carotin ist ein starker Naturfarbstoff und hinterlässt auf Lätzchen und Stramplern unschöne Flecken. Orangefarbene Möhren enthalten wie Kürbisse oder Süßkartoffeln besonders viel Beta-Carotin. Auch die Gesichtsfarbe des Babys wird sich nach ein paar Tagen Karottenbrei ein bisschen gelb-orange verfärben, genauso wie der Stuhlgang. Der Grund: Der Körper lagert überschüssiges Beta-Cartoin ein, um daraus im Bedarfsfall Vitamin A herzustellen.

Weiße Karotte: es muss nicht orange sein

Doch was kaum jemand weiß: Karotten müssen nicht unbedingt karottenrot sein - sie können auch violett, gelb und weiß sein. Und das nicht erst, seit es moderne Züchtungsverfahren gibt. Ganz im Gegenteil: Violette und weiße Karotten sind viel älter als die bekannte orangefarbene Züchtung.

Auch die Ur-Mutter aller Möhren, die Wilde Möhre (Daucus carota L.) hat eine weiße Wurzel. Die afghanische Wildmöhre ist lilafarben und Karotten aus dem Mittelmeerraum sind ursprünglich gelb. Die Möhre, Karotte, Wurzel oder Gelbe Rübe wie sie auch genannt wird, gehört zu den beliebtesten Gemüsepflanzen im europäischen Raum. Nur die Tomate wird noch häufiger verzehrt. Im 16. -19. Jahrhundert waren weiße und gelbe Karottensorten weit verbreitet. Daher stammt auch noch der im süddeutschen Raum beliebte Name "Gelbe Rübe". Die heute dominierenden orangefarbenen Sorten entstanden erst Ende des 16. Jahrhunderts, wahrscheinlich in den Niederlanden.

In Sachen Babybrei hat die reine weiße Karotte große Vorteile: Bis auf das Beta-Carotin enthalten weiße Karotten viele wichtige Nährstoffe und sind dabei besonders mild im Geschmack. Lästige Flecken gibt es nicht, denn weiße Karotten hinterlassen keine Spuren auf Babys Wäsche.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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