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Stillmanagement Milchstau

Stillmanagement Milchstau

Vivi86

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Ich liege aktuell mit einer Mastitis und höllischen Schmerzen im Krankenhaus, musste mehrfach punktiert werden und bekomme Antibiotika intravenös. Seit Beginn des Stillens habe ich Probleme an der linken Brust. Die rechte Brust ist relativ unkompliziert, aber links war die Brust schon immer sehr prall. Bereits nach zwei Wochen hatte ich den ersten Milchstau, habe dann auch schon Fieber und Schüttelfrost gehabt, allerdings nur eine Nacht, weshalb ich dachte, es sei noch keine Entzündung. Ich habe dann versucht, mit Hausmitteln wie Quarkwickeln, Kohlblättern sowie Wärme und Kälte zu arbeiten. Das Ganze kam und ging immer wieder. Letztlich wurde es so schlimm, dass ich es verschleppt habe und nun im Krankenhaus bin. Wenn ich die Mastitis gut ausgeheilt habe, möchte ich gerne vorbeugen, dass ich wieder einen Milchstau bekommE.   Mein Problem ist allerdings, dass ich das Gefühl habe, die Dinge nicht richtig zu machen. Erstens hätte ich gerne Tipps von Erfahrenen, wie das mit dem Ausstreichen genau funktionieren soll. Bei mir war es immer so, dass es eher schlimmer wurde, wenn ich versucht habe, die pralle Brust, die bereits einige Knoten hatte, zu massieren. Die Brust wurde dann noch heißer oder die Knoten haben sich weiter verhärtet.   Außerdem würde mich interessieren, wie ihr das im Alltag mit dem Vorbereiten vor dem Stillen und dem Nachbereiten nach dem Stillen managt. Meine Kleine will tagsüber manchmal alle 30 Minuten bis zwei Stunden an die Brust, nachts dann etwa alle vier Stunden. Wenn ich tagsüber die ersten Stillanzeichen von ihr bemerke, zum Beispiel Schmatzen oder Zunge rausstrecken, fange ich an, mich vorzubereiten. Wenn ich dann aber den Wasserkocher anmache, um das Wärmepad hineinzulegen, das fünf Minuten braucht, bis es warm ist, mir das Pad auf die Brust lege, außerdem noch das Stillhütchen vorbereite – denn an der linken Brust nimmt sie nur das Stillhütchen – und die Brust zusätzlich wärme, sind mindestens zehn Minuten vergangen. In der Zeit weint die Kleine schon bitterlich. Genauso ist es nach dem Stillen. Da schläft sie immer gemütlich in meinem Arm ein, und sobald ich wieder aufstehe oder sie ablegen will, weint sie ganz fürchterlich. Das heißt, ich behalte sie normalerweise auf dem Arm und bleibe erst einmal regungslos sitzen. Ich kann also nicht einfach losgehen und mir einen Quarkwickel aus dem Kühlschrank holen oder ein Coolpad vorbereiten. Wenn ich das alles auch noch vor dem Stillen machen müsste, würde ich ja noch länger brauchen. Ich bin völlig überfragt, wie man das alles gut gemanagt bekommt. Habt ihr da Tipps?    


JoMiNa

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Antwort auf Beitrag von Vivi86

Oje du arme, das klingt richtig fies. Und das auch noch über Weihnachten... Mit Mastitis habe ich keine eigenen Erfahrungen, nur mit "einfachem" Milchstau ohne Fieber. Trotzdem ein paar Tipps: - Frag im Krankenhaus nach, ob eine Hebamme oder noch besser Stillberaterin bei dir vorbeischauen kann. Wenn du schon im KH gelandet bist, nutze die Möglichkeit, um individuelle Unterstützung zu bekommen. Und/oder nach dem KH rechtzeitig ambulante Hilfe suchen.  - Wie alt ist dein Baby? Oft wird es mit den Milchstaus mit der Zeit besser, wenn sich die Milchproduktion eingependelt hat. Man kann auch vorbeugend etwas nehmen, hab von Lecithin positives gehört. Am besten du lässt dich da von Hebamme/ Frauenärztin beraten. - Ausstreichen hat bei mir auch nie funktioniert. Das lässt sich schlecht bechreiben, am besten persönlich zeigen lassen, oder du schaust dir online Anleitungen an. Alternativ fand ich eine Massage mit einer Ultraschall-Zahnbürste angenehm (mit der glatten Rückseite, nicht mit den Borsten). - Vorgewärmt habe ich immer mit einem Waschlappen, den ich mit möglichst heißem Wasser aus dem Wasserhahn getränkt habe. Das sollte etwas schneller funktionieren als mit Wasserkocher. - Mit dem Kühlen würde ich entweder einfach warten und es zwischendurch machen. Oder wenn du es direkt nach dem Stillen machen willst, nehme dir zum Stillplatz ein Kühlpad aus dem Kühlschrank mit. (Wichtig: nicht gefroren, nur gekühlt!) Am besten, du besorgst dir mehrere, die du im Kühlschrank lagerst, dann musst du nichts vorbereiten. - Noch ein ganz wichtiger Tipp: Wärmen und Kühlen kann gut unterstützen. Aber noch wichtiger ist, dass du entspannt bist, so dass die Milch gut fließt. Wenn du aber durch das ganze "Management" so in Stress kommst, bringt dir das gar nichts. (Genauso wenn dein Baby deswegen so lange warten muss, dass es sich aufregt und nicht gut trinken kann. Und der Stress des Babys überträgt sich zusätzlich noch auf dich...) Also schau, dass du für dich nur die Tipps umsetzt, dir praktikabel erscheinen. Und nicht dich selbst noch zusätzlich unter Druck setzt, weil du alles richtig machen willst. Manchmal ist weniger mehr 😉  


Lisa32Koln

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Antwort auf Beitrag von Vivi86

Gerade nach einer so schweren Mastitis kann es enorm helfen, beim Abpumpen wirklich maximal schonend zu arbeiten. Ich nutze selbst die Momcozy M9 und sie hat mir in einer ähnlichen Phase sehr geholfen, weil ich damit viel Kontrolle und vor allem Ruhe hatte. Ich konnte die Intensität ganz niedrig einstellen, ohne ruckartige Bewegungen oder dieses aggressive Ziehen, das bei mir sonst sofort wieder Spannungsgefühle ausgelöst hat.