Mitglied inaktiv
Hallo, ich hab mal eine Frage zu Op während Stillzeit, vielleicht kann mir jemand weiterhelfen, mein Baby ist7 Monate und ich möchte noch lange weiterstillen wenn das mit uns beiden klappt :-) Allerdings müsste ich die nächste Zeit zur ambulanten OP, nach Fraktur, evtl. Vollnarkose oder Teilanäst. wer kann mir sagen, wie sich das mit dem Stillen verhält, wie lange muss man pausieren, ggf.abpumpen, wegen der Medikation ? Dank und Grüße Lisa
Hallo! Bei einer Lokalanästhesie kannst du sofort stillen nach der OP Bei einer Vollnarkose dann wenn du in der Lage bist das Baby zu halten. Weder eine Stillpause noch abpumpen ist notwendig. Zitat aus Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit Buch Stillzeit, 2006: Empfehlung für die Praxis: Wenn die Mutter nach einer Narkose wieder in der Lage ist, ihr Kind anzulegen, darf sie stillen. Weder die pharmakokinetischen Eigenschaften der im Zusammenhang mit einer Narkose heute verwendeten Mittel noch die klinischen Erfahrungen begründen eine zusätzliche Stillpause. "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann, 7. Auflage 2006: "Lokalanästhetika: Empfehlung für die Praxis: Bei üblicher Anwendung (im Rahmen einer Zahnbehandlung oder anderer Eingriffe) können Lokalanästhetika in der Stillzeit verwendet werden; dies gilt auch für Kombinationen mit Adrenalin. Prilocain sollte gemieden werden, nach dennoch erfolgter Applikation ist jedoch keine Stillpause erforderlich." Lg susa
Also mir wurde von der Anäthesistin gesagt, ich solle einmal abpumpen und die Milch wegschütten, danach ist ganz normal stillen okay. LG platschi
Hallo! da bist du nicht gut beraten worden von der Anästhesistin :-(( Lg susa
Hallo! da bist du nicht gut beraten worden von der Anästhesistin :-(( Dr. Schaefer ist sicher am neuesten Stand und das Buch das er herausgegeben hat ebenfalls Lg susa
Also ich bin selbst Anästhesistin. Regionalanästhesie ist kein Thema. Von der Pharmaindustrie wird bei einer Allegemeinanästhesie je nach Medikamant eine Stillpause von 24 Stunden empfohlen (aber die wollen natürlich auf der ganz sicheren Seite sein.) Wir empfehlen den Frauen wenn sie sicher sein wollen auch einmal abzupumpen und wegzuschütten. Ich persönlich aber, und das sage ich dann auch den Frauen im Gespräch, würde gleich weiterstillen. Die Medikamente gehen zwar zu einem geringen Teil in die Muttermilch über, aber das schadet dem Kind nicht. Von daher kann man nicht von einer schlechter Beratung reden.
hallo Jule! Ich zitiere dir aus dem Fachbuch "Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Schaefer, Spielmann, 7. Auflage 2006: "Lokalanästhetika: Erfahrungen. Lidocain (z.B. Xylocain®) geht selbst bei intravenöser Behandlung von Herzrhythmusstörungen nur in geringer Menge in die Muttermilch über (siehe Kapitel 4.6). Bei insgesamt 27 Patientinnen, die zur Sectio eine Epiduralanästhesie mit durchschnittlich 183 mg Limain und 82 mg Bupivacain erhalten hatten, wurden nach 2, 6 und 12 Stunden Lokalanästhetika und deren Metabolite im Serum und in der Milch nachgewiesen. Im Mittel fanden sich 860 µg/l Lidocain und 90 µg/l Bupivacain in der Milch sowie 140 µg/l des Metaboliten Pipecolylxylidid (PPX) (Ortega 1999). Die M/P-Quotienten betrugen 0,9, 0,4 und 1,3. Es sind nicht mehr als 1 bis höchstens 4 % der per os ohnehin kaum verfügbaren Wirkstoffe als relative Dosis für ein gestilltes Kind zu erwarten. Die beobachteten Kinder zeigten keine Auffälligkeiten. Bei der Applikation von 3,6 - 7,2 ml Lidocain 2 % ohne Adrenalinzusatz im Zusammenhang mit einer zahnärztlichen Therapie fanden sich für Lidocain und seinen Metaboliten Monoethylglycerinxylidid durchschnittlich nur 73,4 µg/l bzw. 66,1 µg/l in der Milch, toxische Wirkungen beim gestillten Kind wurden für unrealistisch gehalten (Giuliani 2001). Eine interpleurale Dauerinfusion von Bupivacain (z.B. Carbostesin®), 25 mg/Stunde, führte zu maximal 0,45 µg/ml in der Muttermilch. Im Serum des Säuglings war die Substanz nicht nachweisbar (Nachweisgrenze < 0,1 µg/ml). Toxische Symptome wurden nicht beobachtet (Übersicht in Spigset 1994). Zu Levobupivacain (Chirocain®), Mepivacain (z.B. Scandicain®), Procain und Ropivacain (Naropin®) liegen keine Daten zur Stillzeit vor. Es ist jedoch anzunehmen, dass diese Substanzen und vor allem solche mit kurzer Halbwertszeit und hoher Plasmaeiweißbindung wie Articain (z.B. Ultracain®) nur sehr geringe Konzentrationen in der Milch erreichen. Der bei Lokalanästhesie übliche Adrenalinzusatz wirkt ohnehin einem Übergang in die Muttermilch entgegen. Prilocain (Xylonest®) wirkt in stärkerem Maße als die anderen Lokalanästhetika als Methämoglobinbildner. Systematische Untersuchungen zur Anwendung in der Stillzeit fehlen auch für die ausschließlich zur Lokaltherapie eingesetzten Substanzen Benzocain (z.B. Anaesthesin® Creme), Chlorethan (z.B. WariActiv® Aerosol), Oxybuprocain (z. B. Thilorbin® Augentropfen) und Tetracain (z.B. Acoin® Lösung), wobei hier nicht mit einer systemischen Resorption größerer Mengen zu rechnen ist. Empfehlung für die Praxis: Bei üblicher Anwendung (im Rahmen einer Zahnbehandlung oder anderer Eingriffe) können Lokalanästhetika in der Stillzeit verwendet werden; dies gilt auch für Kombinationen mit Adrenalin. Prilocain sollte gemieden werden, nach dennoch erfolgter Applikation ist jedoch keine Stillpause erforderlich." lg susa
Herzlichen Dank auch, ich denke, wenn man ganz auf Nummer sicher gehn möchte, kann man wohl mal abpumpen und wegschütten, dahingehend auch die Beratung der Anäst. im KH, aber offensichtlich geht es auch ganz ohne Stillpause. Werde mich mal kundig machen, welche Narkosemittel erforderlich sind und dann vergleichen mit den von euch genannten Präparaten, ob das unbedenklich ist. Prima, Danke. Lisa
Du zitierst aus dem Buch über Lokalanästhetika. Vielleicht habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Nochmal: Eine Regionalanästhesie ist kein Problem und erfordert keine(!) Stillpause. Das andere bezog sich auf die Allgemeinanästhesie. In der Regel werden im Rahmen einer Allgemeinanästhesie Opiode verabreicht. Und bei Opioiden (auch bei den ganz kurz wirksamen) wird von den Pharmafirmen im Beipackzettel sowie in der Fachinformation eine Stillpause von 24 Stunden empfohlen. Wie gesagt, die Pharmafirmen wollen da natürlich auf der ganz sicheren Seite sein, damit man ihnen da nicht an den Karren fahren kann. Was ein Autor in seinem Buch schreibt (als Anästhesistin habe ich übrigens auch dieses Buch zuhause) steht auf einem anderen Blatt. Um es mal zu vergleichen. Es gibt Medikamente, die nicht bei kleinen Kindern zugelassen sind, da das für die Firmen zu kostenitensiv wäre, aber in der Praxis trotzdem verwendet werden. Man muß dann aber die Eltern darüber aufklären, da die Pharmafirma davon abrät. Genauso kann man davon ausgehen, dass z.B. die Opioide in der Muttermilch dem Säugling nicht schaden. Aber man muß der Mutter die gängigen Empfehlungen mitteilen. Und genau das hat der Anästhesist getan. Ich hoffe ich habe mich jetzt verständlicher ausgedrückt. Viele Grüße
mir hatte man damals geraten 48 stunden nicht zu stillen bis alle medikamente aus "dem system" wieder raus sind, habe die zeit dann mit abgepumpter muttermilch und flaschennahrung überbrückt... war kein problem. nicky
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