Ich möchte diesen Beitrag schreiben, um über eine Erfahrung zu berichten, von der ich ehrlich gesagt dachte, dass sie so gar nicht möglich ist. Ich hatte mich im Vorfeld viel mit dem Thema Saugverwirrung beschäftigt und mich dabei auch auf Studien verlassen. Umso überraschter war ich, als ich nun selbst eine ganz andere Erfahrung gemacht habe. Schon bei meinem ersten Kind hatte ich große Angst vor einer Saugverwirrung. Deshalb habe ich mit dem Schnuller bis zur achten Lebenswoche gewartet, damals allerdings schon mit ziemlich großen Bauchschmerzen. Flasche hat er nur zwei- bis dreimal in seinem gesamten Leben bekommen, und zwar mit abgepumpter Muttermilch. Er hatte damit keinerlei Probleme und hat anschließend immer problemlos weiter an der Brust getrunken. Ich hatte mich damals auch eingelesen, ob ein Schnuller überhaupt eine Saugverwirrung auslösen kann. Schließlich kommt aus einem Schnuller keine Milch heraus. Die Studien, die ich dazu gefunden hatte, habe ich so verstanden, dass Frauen, deren Babys einen Schnuller bekommen, nicht kürzer stillen als Frauen, die keinen Schnuller verwenden. Daraus hatte ich für mich geschlossen, dass ein Schnuller offenbar kein relevantes Risiko für eine Saugverwirrung darstellt. Bei Flaschen war mir das Risiko hingegen immer bewusst. Bei meinem zweiten Kind hatte ich trotzdem wieder Bedenken und habe diesmal bis zur sechsten oder siebten Lebenswoche gewartet, bevor ich den Schnuller eingeführt habe. Vor allem nachts habe ich ihn dann verwendet, damit sie weiterschläft. Schon in der ersten Nacht ist mir aufgefallen, dass sie irgendwie anders an der Brust trinkt. Ich hatte nicht mehr das gewohnte starke Vakuumgefühl. Zunächst dachte ich allerdings, dass ich mir das nur einbilde, weil ich ohnehin so große Angst vor einer Saugverwirrung hatte. Ich habe den Schnuller deshalb erst einmal wieder weggelassen. Ein paar Tage später habe ich es erneut versucht und wieder dasselbe beobachtet: Sie saugte deutlich schwächer, der Sog war viel geringer und sie wurde an der Brust zunehmend unruhiger. Da sie zuvor immer wieder mit Bauchschmerzen zu kämpfen hatte, habe ich zunächst vermutet, dass es vielleicht daran liegt. Die Bauchschmerzen waren eigentlich schon vorbei, aber ich wollte nicht vorschnell den Schnuller verantwortlich machen und habe deshalb noch ein bis zwei Tage abgewartet. Leider wurde es tatsächlich immer schlimmer. Irgendwann hat sie es teilweise nicht einmal mehr geschafft, meinen Milchspendereflex auszulösen, obwohl ich einen sehr starken Milchspendereflex habe. Ich spürte einfach nicht mehr den gewohnten kräftigen Sog. Und genau das hatte ich unter Saugverwirrung bisher nicht verstanden: Ich dachte immer, dass sich eine Saugverwirrung hauptsächlich dadurch äußert, dass das Baby an der Brust unruhig wird oder die Brust ablehnt. Dass ein Baby durch den Schnuller offenbar auch die eigentliche Saugtechnik verändern bzw. verlernen kann, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Eine Flasche hat sie übrigens kein einziges Mal bekommen. Deshalb bin ich inzwischen sehr überzeugt davon, dass der Schnuller bei uns der Auslöser war. Besonders erschrocken bin ich, als ihre Windeln zunehmend weniger nass waren. Als sie schließlich über drei Stunden keine nasse Windel hatte, bekam ich richtig Panik. Den Schnuller hatte ich zu diesem Zeitpunkt bereits seit der vorherigen Nacht komplett weggelassen. Und tatsächlich: Nach etwa zwei Tagen ohne Schnuller hatte sie wieder zur Brust zurückgefunden. Sie saugt inzwischen wieder kräftig, löst meinen Milchspendereflex aus und trinkt wie ein Weltmeister. Ich bin unglaublich erleichtert und froh, dass sich das so schnell wieder gebessert hat. Warum schreibe ich das alles? Weil ich vorab selbst nach Erfahrungsberichten gesucht habe und tatsächlich nur einen einzigen Forumsbeitrag gefunden habe, in dem eine andere Mutter genau dasselbe beschrieben hat: dass ihr Baby durch den Schnuller offenbar seine Saugtechnik an der Brust verändert hat. Ich möchte deshalb meine Erfahrung teilen, damit andere Mütter, die danach suchen, vielleicht auf diesen Beitrag stoßen. Mir ist bewusst, dass das nicht bei jedem Baby passieren muss und dass meine persönliche Erfahrung keine wissenschaftliche Studie ersetzt. Aber ich möchte trotzdem darauf aufmerksam machen, dass es offenbar auch durch einen Schnuller zu Problemen mit der Saugtechnik an der Brust kommen kann. Vielleicht nicht auf dieselbe Weise wie bei einer Flasche, aber das Risiko scheint durchaus zu bestehen.
Antwort auf Beitrag von sefis
Ja, es kann viel passieren. Kann aber auch alles gut gehen. Mir haben die bösen Brusthütchen geholfen, damit das Kind die Brust bekommen konnte, mir halfen Fläschchen in Phasen, in denen das Kind nicht satt wurde und mir half der Schnuller-sehr früh. Und all das ohne Saugverwirrung. Das wäre dann meine Erfahrung zu dem Thema.
Antwort auf Beitrag von TatsächlichLiebe
Brusthütchen habe ich bei meinem Sohn am Anfang auch benutzt. Bei meinem ersten Kind war es ansonsten ja auch völlig problemlos mit dem Schnuller und der gelegentlichen Flasche. Mir war es einfach wichtig, von meiner Erfahrung mit meinem zweiten Kind zu berichten, weil mich solche Aussagen, dass Saugverwirrung durch einen Schnuller ein Mythos sei, selbst verunsichert haben. Ich habe dadurch tatsächlich gedacht, ich bilde mir das alles nur ein, obwohl ich immer wieder dieselben Veränderungen beim Trinken beobachtet habe. Wenn ich ein drittes Kind bekommen würde, würde ich wahrscheinlich trotzdem wieder einen Schnuller geben. Wenn man mögliche Probleme frühzeitig erkennt, kann man schließlich auch frühzeitig intervenieren, bevor es wirklich kritisch wird. Dafür muss man aber überhaupt erst wissen, dass ein Zusammenhang zwischen Schnullern bzw. künstlichen Saugern und Problemen mit der Saugtechnik an der Brust bestehen kann. Genau deshalb finde ich es wichtig, auch über solche Erfahrungen zu sprechen.
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