ManuelaSoN
Hallo zusammen, ich gehöre leider zu der Kategorie 'Helikopter-Mutter'. Mir ist es bewusst und ich möchte etwas daran ändern. Meine Tochter ist 9 Jahre alt, wird jetzt 10 und es fällt mir wahnsinnig schwer, sie alleine nach draußen zu lassen. Es ist schon eine Überwindung für mich, sie alleine von der Schule nach Hause zu lassen. Es spielen sich unendlich viele Bilder in meinem Kopf ab. Ich versuche es vor meiner Tochter zu verheimlichen / zu verstecken. Aber nunmehr wird es wirklich für mich Zeit sie auch 'loszulassen'. Es ist mir bewusst, fällt mir aber wahnsinnig schwer. Mir ist auch bewusst, wie falsch es ist und dass es nur an mir liegt. Daher meine Frage, welche Tipps oder Ratschläge habt ihr für mich, damit ich entspannter / lockerer an die Situation gehen kann? Es kommt der Frühling und von daher wird mit Sicherheit vermehrt die Frage kommen, kann ich zu einer Freundin? Können wir uns auf dem Spielplatz treffen, usw usw Und ich habe einfach Angst, weil ich nicht weiß, was passieren kann... Ich wäre wirklich dankbar für ein paar Resonanzen oder eigenen Erfahrungen.
Ich weiß nicht, wie stark deine Ängste sind und ob du eventuell Unterstützung von außen brauchst, um mit ihren umgehen zu lernen. Die Angst an sich, dass dem eigenen Kind etwas passiert, ist ja ganz natürlich. Mir hilft es, mir bewusst zu machen, dass man die Kinder ein gutes Stück schützen kann, indem man ihnen die gängigen Verhaltensregeln beibringt. Zum einen Verhalten gegenüber Unbekannten, zum anderen einfache und klare Regeln, in welchem Rahmen sie sich bewegen dürfen, wie lange, in der Gruppe zusammenbleiben usw. Du kannst also aktiv etwas für die Sicherheit deiner Tochter tun. Außerdem deutest du es ja schon an, du schränkst die Entwicklung deiner Tochter mit deinen Ängsten ein und das wird sie auch früher oder später negativ beeinflussen. Wenn du es mit diesen rationalen Argumenten nicht schaffst, loszulassen, dann gibt es vielleicht einen tieferen Grund. Vielleicht ist dir etwas in deinem Leben widerfahren, was eine Angst vor Kontrollverlust auslöst hat? War vielleicht die Schwangerschaft oder Geburt schwierig? Du musst du dich jedenfalls nicht schämen oder dir Vorwürfe machen. Es ist toll, dass du dir deiner Ängste bewusst bist und sie gezielt angehen möchtest.
Liebe JoMiNa, erstmal vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Über die Frage, ob in meiner Kindheit etwas vorgefallen wäre, kann ich verneinen. Ich war (zumindest habe ich es noch so in Erinnerung), eher die Kategorie mega vorsichtig, ängstlich - die kleine graue Maus halt. Erst viel später war ich in der Lage meinen Mund aufzumachen, oder mir "Sachen" zuzutrauen. Da kommt unsere Tocher doch eher ganz nach dem Papa, der widerrum zur Kategorie "Höher-schneller-weiter" gehört :-D. Die Schwangerschaft selbst lief auch ganz gut; allerdings musste sie per Kaiserschnitt geholt werden, weil sich eine Zyste gebildet hatte und ich 3x Blutungen hatte. Da man kein Risiko eingehen wollte und man in dem Zeitrahmen war, um bedenklos einen Kaiserschnitt zu machen. - Aber, ich denke auch nicht, dass dadurch irgendwelche Ängste bei mir ausgelöst wurden. Mhm, wahrscheinlich kann ich nur Schritt für Schritt mit der Situation umzugehen lernen - loszulassen.
Du kannst am besten selbst einschätzen, ob deine Sorgen noch im Rahmen sind (manche Menschen neigen einfach zu Kopfkino), oder du wirklich darunter leidest und im Alltag stark eingeschränkt bist. Bei mir zum Beispiel hat heute mein Sohn (7,5 Jahre) plötzlich verkündet, dass er alleine einem Freund etwas vorbeibringen will. Die Strecke kennt er zwar gut, ist sie aber noch nie alleine gelaufen, und läuft sonst nur ganz kurze Strecken alleine. Mir war kurz mulmig, ich habe mir das aber nicht anmerken lassen, ihm gesagt, dass ich es ihm zutraue und ihn nochmal an die Ampel erinnert und dass er direkt nach Hause kommen soll. Für Kopfkino hatte ich dann wenig Zeit, weil ich seine kleine Schwester beruhigen musste, die von der Situation ganz verunsichert war 🙈 Ich hab trotzdem mehr als einmal aus dem Fenster geschaut und war froh und stolz auf ihn (und mich), als er wieder zu Hause war. Kleine Schritte finde ich auf jeden Fall empfehlenswert. Ansonsten noch der Tipp, dich darüber mit befreundeten Müttern auszutauschen. Das hilft oft, wenn man sich mit den Sorgen zumindest nicht alleine fühlt. Und dann denk nochmal zurück, welche Freiräume du selbst in der Grundschulzeit hattest, und wie viel du dir damals zugetraut hast. Mit 9-10 Jahren kann man schon einiges selbstständig bewältigen, finde ich.
Hallo! Überlege dir, was genau du brauchst, damit du dich in den Situationen wohler fühlst. Zum Beispiel alleine zu einer Freundin gehen lassen und die Eltern schreiben dir, wenn sie da ist und wenn sie wieder los geht. Oder habt ihr vielleicht eine Telefon-Uhr? Meine Tochter ist gerade 9 geworden und geht nicht alleine zur Schule. Bei uns ist vor der Schule ziemlich viel Trubel mit den Eltern-Taxis und da die Schule in einer Sackgasse liegt, müssen die Autos quasi hin und zurück (also 2 mal) am Schülereingang vorbei, direkt neben dem Schülereingang ist auch die Zufahrt für den Lehrerparkplatz, die leider auch einige Eltern nutzen, um ihre Kinder raus zu lassen. D.h. sie bleiben entweder in der Einfahrt stehen oder fahren auf den Parkplatz drauf und ne Minute später wieder runter. Das blockiert die Einfahrt für die Lehrer und somit ist das wirklich sehr unübersichtlich! ABER: In die Ferienbetreuung traut sie sich alleine zu gehen, weil da viel viel weniger los ist und sie muss auch erst ne halbe Stunde später da sein - da ist der übliche Berufsverkehr auch schon durch. Wir haben sie auch am Samstag vormittag zum Schwimmen angemeldet, da kann sie auch fußläufig hingehen und es ist im Vergleich zu wochentags auch deutlich weniger los. Sie hat ihre Telefon-Uhr dabei und für mich passt es so. Ich neige auch dazu, mir immer viel Sorgen zu machen. Mit jedem kleinen erfolgreiche Schritt merkt aber auch mein Gehirn, dass alles klappt und ich habe weniger Angst. :-) Ich denke, man braucht einfach positive Erfahrungen und dann macht man sich irgendwann weniger Sorgen.
Ätzend die Eltern-Taxis. Die sorgen erst für die gefährliche Situationen auf dem Schulweg, vor denen sie ihre eigenen Kinder bewahren wollen. Ihr Kind zwei Straßen weiter raus zu lassen, wo niemand gefährdet wird, überfordert offenbar deren Gehirnkapazitäten... Könnt Ihr nicht die Schule bzw. die Stadt ansprechen, ob man da morgens für Leute, die keine Anwohner oder Lehrer sind, sperren kann?
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