Jutta1989
Hallo zusammen, Mein Sohn 4,5 Jahre ist in den Kingergarten gut integriert und hat viele Freunde. Laut Erziehern wird er auch aktiv als Spielkamerad gesucht. Bei uns zuhause ist oft besuch. Da wird gespielt, gelacht und Blödsinn gemacht. Sobald wir woanders sind taut er aber oftmals gar nicht auf. Wir sind bei seinen Freunden, aus dem Kindergarten, die auch immer bei uns sind. Er sitzt 2-3h nur auf meinem Schoß. Ich kann kaum alleine aufs Klo gehen. Teilweise spielt er gar nicht mit seinen Freunden, traut sich nicht die Spielsachen anzufassen. Auch nicht, wenn wir versuchen mit zu spielen. Ich hab gar keine Lust mehr mit ihm woanders hin zu gehen, aber denke auch das müssen wir machen, es gehört dazu. Ich würde ja verstehen, wenn er etwas Anlauf braucht. Aber nach 2,3h geht man langsam nach Hause und hat nichts gespielt. Auf dem Spielplatz kein Problem. Das problem ist nur, wenn wir bei anderen daheim sind. Ich hab auch Angst, dass er bald von anderen nicht mehr eingeladen wird. Ist ja langweilig wenn einer kommt, der nicht mit einem spielt. Habt ihr eine Idee wie ich ihn unterstützen kann? Mich stresst es zwischenzeitlich sehr. Spreche auch oft vorher mit ihm. Erkläre ihm, dass die anderen bei uns ja mit seinen Sachen spielen darf und er dort mit deren. Heute war mir zwischenzeitlich so warm - waren bei seiner freundin -, dass ich ihm gesagt habe, er kann gerne neben mir sitzen, aber auf meinem schoß ist es mir zu warm. Er konnte nicht mal auf einem eigenen Stuhl sitzen. Er steht dann neben mir und hält meine Hand. Die beiden Kinder sind seit fast 3 Jahren befreundet. Wir waren aber erst das 2. Mal dort. Sonst treffen wir uns immer draußen.
Nicht böse sein, aber für mich hört es sich so an, als ob er von deiner Erwartungshaltung gehemmt wird. Warum besprichst du schon vorher, was du von ihm erwartest? Ihr geht auf Besuch und gut ist - auch während des Besuches würde ich ihn nicht besonders beachten und vor allem nicht auf dem Schoß sitzen lassen, oder mich ich Spiel der Kinder mischen. Wie ich darauf komme? Im Kindergarten bist du nicht dabei - und es funktioniert. Daheim, wenn ihr Besuch habt, bist du wahrscheinlich mit anderen Dingen beschäftigt (Kaffee kochen, auf- oder abdecken, quatschen etc). - und es funktioniert auch da. Aber wenn ihr zur Besuch seid, bist du wahrscheinlich total angespannt und hast die Erwartungshaltung "er muss jetzt Spass haben, er muss jetzt funktionieren" - und das spürt er und ist entsprechend gehemmt. Auch wenn es schwerfällt: beachte ihm beim nächsten Mal gar nicht. Geht ins Haus / Garten / Wohnung und "lasse ihn links liegen" - keine Moderation, was er doch jetzt tun kann, kein willst du nicht mit xy spielen etc Setze dich hin und quatsche mit den Erwachsenen, er kann neben! dir sitzen und nicht beachtet werden, oder sich beschäftigen. Alles ohne Kommentar von dir!
Das mit dem Links liegen lassen haben wir tatsächlich auch schon versucht. Aber er sitzt dann die komplette Zeit bei mir. Er weicht mir nicht von der Seite. In 2er Konstellationen ist das andere Kind dann natürlich traurig und will mit seinen Eltern spielen. Und zum Thema nicht auf den Schoß lassen: hatten wir vor kurzem beim Grillen. Mein Mann und ich wollten in Ruhe essen und haben ihn während dem grillen nicht auf den schoß gelassen. Er stand dann eine geschlagene Stunde bei mir am Stuhl oder hat sich neben mir auf den Boden gesetzt und immer ein Bein berührt. Bis wir fertig gegrillt hatten. Ignorieren oder nicht auf den Schoß lassen bringt leider nichts. Dass mit dem vorher mit ihm sprechen habe ich jetzt 2x mal gemacht. Ich versuche ihm die Angst zu nehmen mit fremden Spielsachen zu spielen. Ich weiß nicht woher diese Angst kommt. Ich hatte von Anfang an viele Treffen mit anderen Mamis. Beim ersten Mal hat es tatsächlich funktioniert, aber da waren wir im Garten. Gestern leider nicht. Wir hatten es auch schon, dass wir vorher auf dem Spielplatz waren - alles supi. Spontan zum Abendessen nach Hause eingeladen, sobald wir durch die Tür gehen ist das gemeinsame Spiel vorbei. Ich denke es ist schwer vorstellbar, wenn man das selbst beim eigenen Kind nicht erlebt hat.
Ich würde einfach die Kinder zu ihm einladen oder Spielplatztreffen machen. Ich glaube, das ist die beste Unterstützung in dieser Phase. Es scheint ihm ja nicht zu behagen und daher würde ich ihn auch nicht mutwillig in diese Situation bringe . Ändert sich bestimmt nach einiger Zeit von alleine.
Die Kinder sind meistens bei uns. Allerdings ist er am Sonntag bei der besagten Freundin zum Kindergeburtstag eingeladen. Daher dachten wir, wir treffen uns vorab nochmal dort. So kann er sich an die Umgebung vorab gewöhnen - war übrigens eine Idee der anderen Mama und ich fand es einen guten Vorschlag. Er möchte gerne zum Geburtstag und den kann ich schlecht auf den Spielplatz verlagern. Man muss es ja auch immer mal wieder probieren.
Dann hoffe ich mal, dass es heute gut gelaufen ist. Das mit dem Geburtstag hast Du ja gar nicht erwähnt in Deiner Ursprungsfrage. Ich konnte daher nur auf den Alltag antworten und da bleibe ich dabei, dass ich meine, wenn es ihm Unbehagen bereitet, zu anderen zu gehen, ist die liebevollste Unterstützung, die Situation eine Weile auszusetzen. Natürlich kann man es irgendwann wieder probieren, aber damit kann man auch warten. Das Kind wird ja älter und kann in ein paar Monaten mit der Situation vielleicht besser umgehen, als jetzt.
Vielleicht reagiert er auch empfindlich auf Dinge, die dir/Erwachsenen nicht so auffallen? Mir fällt da spontan Licht und Geruch ein. Das ist in Privathäusern oft sehr unterschiedlich von einander und für ihn dann vielleicht ungewohnt genug, um die Sicherheit bei dir zu suchen. Erwachsene sind bei sowas abgehärteter und bemerken es meist gar nicht bewusst oder tun es einfach ab. Es kann aber auch was ganz anderes sein. Hast du ihn mal gefragt? Also ganz offen ohne eine Antwortmöglichkeit vorzugeben? Er ist vielleicht schon alt genug, um sowas zu reflektieren und zu kommunizieren. Kommt auf seine Entwicklung in dem Bereich an. Wenn du das Gefühl hast, dass es vorallem daran liegt, dass er mit dem Spielzeug der anderen nicht spielen möchte, nehmt doch einfach etwas mit, das er dann mit seinen Freunden teilen kann. Wenn der Einstieg erstmal da ist, geht es oft automatisch weiter. Ansonsten würde ich ihn einfach machen lassen. Manche Kinder "klammern" länger oder brauchen bis sie sich ungewohnten Situationen offen stellen können. Da ist nichts schlimmes dran. Oder sie genießen einfach die Zeit mit ihren Eltern. Unsere Tochter setzt sich als Vorschulkind noch auf meinen Schoß, wenn wir in der KiTa gemeinsam basteln. Sie bleibt nie lange, weil sie auch die Materialien besorgt etc, aber beim Sitzen ist mein Schoß der Favorit. Kann sie doch machen. Davon ist sie nicht weniger offen und beliebt. Das Lob bekommt sie vom KiGa nämlich genauso wie dein Sohn. Ich würde einfach den Druck und die Erwartungen raus nehmen und ihn in seinem Tempo wachsen lassen.
Danke für die Idee, das mit dem eigenen Spielzeug mitnehmen, werde ich auf jedenfall nächstes mal versuchen. Ist vielleicht ein guter Einstieg. Ich hab ihn einmal gefragt. Er sagte nur, er möchte da nicht alleine sein. Das muss er ja auch nicht. Ich gehe nicht heim. Es geht auf jedenfall darum, dass die Sachen den anderen gehören. Es ist auch so, er teilt auf dem Spielplatz gerne Kekse oder Knabberzeug. Aber in eine andere Dose kann er nicht greifen. Ich merke genau, dass er daraus gerne was hätte, aber er schafft es nicht rein zu greifen. Und auch wenn ich ihn leise frage schüttelt er den Kopf. Wir sagen natürlich, dass er darf. Er teilt seine leckeren Sachen ja auch.
Hallo, was mir beim Lesen in den Sinn gekommen ist (vielleicht liege ich aber auch total falsch): Wenn er keine Spielsachen von anderen anfassen will und auch kein Essen von anderen annimmt, vielleicht hast du ihm das früher (vielleicht auch unbewusst und automatisch) so beigebracht. Z. B. beim Arzt nicht mit den Spielsachen im Wartezimmer spielen wegen Ansteckungsgefahr, nichts von Fremden anfassen/annehmen etc.) Ich fände auch eigenes Spielzeug mitbringen eine gute Idee. Ihr könntet vielleicht auch mal versuchen, dass er alleine bei den Freunden bleibt, ohne dich.
Ich würde gar nichts besonderes machen, und das einfach als eine Eigenheit abhaken. Was du ansonsten schreibst (Kiga läuft, Besucher bei euch kein Problem) klingt soweit doch prima. Er hat vielleicht wirklich irgendeine Art von "Blockade" oder ist einfach unsicher auf fremdem Terrain. Irgendwann wird der Knoten schon platzen und ich denke, am meisten kannst du ihn damit unterstützen, dass du ihm vermittelst, dass er in Ordnung ist, so wie er ist. Also maximal 1-2 Mal neutral aufmuntern, ohne große Emotionen und vor allem seine Reaktion akzeptieren und keine Enttäuschung zeigen. Gegenüber anderen immer auf seiner Seite stehen, und deren Aufforderungen oder Kommentare kurz und freundlich zurückweisen. ("Keine Sorge, er schaut erst mal und wenn er Lust hat, wird er mitspielen.") Meine Tochter war in dem Alter auch etwas eigen im Umgang mit Fremden. Sie hat sich aber in einem Jahr extrem weiterentwickelt, mittlerweile ist mit 5 kaum etwas davon zu merken. Bei ihr ist es so, dass sie ein richtiger Sturkopf ist und schnell dicht macht, sobald sie Druck verspürt. Da hilft nur, sich alle Kommentare, Erwartungen usw. zu verkneifen. Erst dann schafft sie es, über den eigenen Schatten zu springen. Bis dahin würde ich einfach ganz normal leben, also weder Treffen absagen, noch extra welche ausmachen. Zum Kindergeburtstag würde ich hingehen, wenn er sich das wünscht, aber darauf einstellen, dass er vielleicht die ganze Feier auf dem Schoß verbringt. Wegen anderer Kinder musst du dir keine Sorgen machen. Sie akzeptieren viel eher solche Eigenheiten in dem Alter, teils besser als manche Erwachsenen.
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