Ellie80
Hallo zusammen, ich brauche mal euren Rat: Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt und war bis vor ca. 9 Monaten ein sehr unkompliziertes Kind. Die Trotzphasen mit 2-3 Jahren waren selten und er hat schon immer sehr gut gehört und passt sehr gut auf z.B. im Straßenverkehr bei Fahrradfahren usw. Er war nie so der gesellige Typ und wenn mehrere Kinder im gleichen Alter (beim Treffen mit ehem. GVK)anwesend waren, dann haben die Anderen (oft) die Wohnung zerlegt und er hat gepuzzelt. Seit er 1 Jahr alt ist geht er in die Kita, zuerst in die Krippe, seit er 3 Jahre ist in den Elementarbereich und ist eigentlich schon immer gerne in die Kita gegangen. Vor ca. 9 Monaten fand ein Gespräch mit seinem Bezugserzieher statt (das Jahresgespräch) in dem mir gesagt wurde, dass mein Sohn schlecht stillsitzen könne beim Morgenkreis und auch sonst recht unaufmerksam und oft auch aufgedreht wäre. Durch die Blume wurde so zu sagen nach ADHS gefragt. Ich war total überrascht, da mein Sohn zu Hause 1,5 Stunden ruhig puzzelt (er macht 150 teilige Puzzle total konzentriert) oder auch fast 1 Stunde mit Bügelperlen Figuren legt. Da war der Erzieher dann überrascht, er hätte sich das bei meinem Sohn nicht vorstellten können. Nun ja, es gab aber noch andere Probleme. Er ist in einer Gruppe von insgesamt 8 Kindern, die vorwiegend zusammen spielen. Die meisten sind etwas älter als er (1/2 Jahr). Zwei davon sind seine persönlichen Helden, er bezeichnet sie immer als seine besten Freund, das ist aber sehr einseitig (er wird nicht zu den Geburtstagen eingeladen usw.). Eine Erzieherin meinte, es würde ihn stressen, in dieser Gruppe mithalten zu müssen. Er möchte aber auch nicht mit anderen Kindern spielen. Nächste Sommer möchte ich ihn gerne auf eine Vorschule schicken, damit er andere Kinder kennenlernt, mit denen er dann auch gemeinsam zur Schule gehen wird. Die Kita und seine "Freunde" sind in einem anderen Viertel. Es hatte sich vor ein paar Wochen mit dem Verhalten etwas gebessert, nun fing es aber wohl wieder ganz extrem an, das er andere Kinder wohl vorsätzlich haut usw. Er ist sehr aufbrausend, wenn ihm etwas nicht passt, dann ist er extrem schnell wütend und wird dann handgreiflich. Wenn ich ihm etwas verbiete, dann bezeichnet er mich als blöde oder doofe Mama. Neuerdings beschimpft er in solchen Situationen auch andere Erzieher. Wie kann ich ihm am besten helfen? Ich habe das Gefühl, dass er mit der Situation oder seinen eigenen Gefühlen überfordert ist und sich deshalb so verhält. Er ist meistens 5-6 Stunden am Tag in der Kita, nachmittags gehen wir viel raus, einmal in der Woche ist Turnen (er tobt sich auch gerne aus). Sonst unternehmen wir keine großartigen Sachen, bei schlechtem Wetter spielen wir zu Hause. Ein Treffen mit Freunden (nicht aus der Kita)findet vielleicht so alle 2 Wochen mal statt, da ich mir denke, das er in der Kita schon genug Trubel hat. Er hat noch eine kleine Schwester (2 1/2) mit der er sich meistens gut versteht. Sorry für den langen Text. Habt ihr Ideen? LG
Ja, dass kommt mir alles sehr bekannt vor. Zwar alles schon 9 Jahre her aber ich fühle mich gerade zurück versetzt ins Jahr 2008. Gerne PN.
Für mich klkngt das erstmal normal. Vorgestern hab ich mich erst mit einem Vater über 'Scheiß Papa' und Co ausgetauscht. Die Kinder probieren sich aus. Das ist irgendwo auch ein Entwicklungsschritt, wenn sie feststellen, dass sie über Sprache Aufmerksamkeit bekommen, Macht, Gewalt ausüben können. Und nicht nur über Schlagen. Als Eltern versuchen wir in dem Moment irgendwo etwas entgegenzusetzen. Blöde mama ist das Gleiche wie auf Dich einzuachlagen. Da braucht er konsequent eine deutliche Rückmeldung, das dass nicht akzeptabel ist. In einem ruhigen Moment dann auch erklären. Was Blöd genau ist, dass das ein unschönes Wort ist und Du nicht so genannt werden willst. Wie er sich fühlt, wenn Du Blödes Kind sagen würdest. Wahrscheinlich bekommt er das im Kiga zu hören und er probiert es vertrauten Umfeld selbst aus. Ich würde Kontakte Zuhause weiter fördern. In einer 1-1 Situation spielt es sich ruhiger und Du kannst auch etwas mehr Spielideen fördern. Das macht ihn langfristig als Spielpartner auch attraktiver, wenn er gute Spielideen mitbringt.