Nela79
Bitte um euren Input und danke schon mal allen, die den langen Text lesen! Wie würdet ihr in dieser Situation mit eurem Kind reden? Bzw. würdet ihr es überhaupt ansprechen? Letztens im Kindergarten kam es zu folgender Situation: Es war eine Feier, mit Eltern. Meine Tochter hatte eine Art beste Freundin (Kind A). Durch eine gemeinsame Nachmittagsaktivität von Kind A und einem anderen Mädchen (Kind B), hat sich das verändert und Kind A und Kind B machen jetzt auch im Kindergarten viel alleine zusammen ohne meine Tochter. Meine Tochter schmerzt dieser Umstand - mal mehr, mal weniger, aber es schwingt mit. Bei dieser Feier haben Kind A und Kind B miteinander getan, meine Tochter versuchte immer wieder mit zu tun. Kind A und Kind B haben sich eigentlich die ganze Zeit unterhalten, wer was wie macht und besser als das andere. Als meine Tochter dann da auch mitmachen wollte, sagte Kind B immer wieder, "nein, das ist ja gar nicht so, wie du sagst" - es war nicht abwertend gemeint, kam aber so rüber. Meine Tochter hat sich dann anderweitig beschäftigt, ich habe aber gemerkt, dass es sie beschäftigt hat. Dann ging Kind A nach Hause und meine Tochter begann mit Kind B gemeinsam zu schaukeln, in einer Schaukel, in der mehrere Kinder Platz haben. Da war dann kurze Zeit alles nett und gut, und dann kam Kind C dazu. Zuerst ging das ganz gut zu dritt, aber dann haben Kind B und Kind C sich immer mehr miteinander beschäftigt. Ich habe da schon gemerkt, dass meine Tochter stiller wird. Und dann haben Kind B und Kind C zueinander gesagt "komm, wollen wir zur anderen Schaukel", sind aus der Schaukel raus und zur anderen gelaufen und meine Tochter blieb über. Sie war dann wirklich irritiert und durcheinander. Ich habe sie dann natürlich ermutigt, auch etwas zu machen, was ihr Freude macht, aber so recht hat das nicht geklappt. Würdet ihr das noch einmal mit ihr besprechen? Was würdet ihr zu eurem Kind sagen? Wie nehmt ihr die Situation wahr? Welche Ideen habt ihr? Was kann meine Tochter tun, damit so etwas nicht passiert? Danke für eure Inputs!
Hallo, das ist (leider) völlig normal bei kleinen Kindern. Die Vorlieben, welche Spielkameraden die Kinder sich wählen, wechseln häufig. Oft ist es so, dass Kinder dann auch mal phasenweise außen vor bleiben. Man sollte als Mutter die Idee aufgeben, man könne da eingreifen oder irgendetwas steuern. Das kann man nicht. Es baut nur Druck auf – bei einem selbst, aber auch beim Kind. Deine Tochter kann nichts "tun, damit so etwas nicht passiert". Könnte sie das, hätte sie es längst getan. Wenn du ihr suggerierst, sie müsse sich nur geschickter verhalten, damit so etwas nicht passiert, dann glaubt sie, sie hätte etwas falsch gemacht. Und sie müsse sich nur mehr anstrengen, damit sie wieder mehr mitspielen darf. Das aber verunsichert sie. Und es hilft auch nicht, denn sie kann sich natürlich nicht verstellen. Es wäre fürs Kind zudem ja eine fatale Botschaft, wenn man ihm beibringt: Damit du gemocht wirst, musst du dich anstrengen, dich anders geben. So erzieht man sich "People Pleaser", und das möchte man ja nicht. Ich weiß, es ist schwer, es als Mutter auszuhalten, dass Freundschaften der Kleinen sich oft ändern und das Kind auch mal ausgeschlossen wird. Mir ging das bei meinen Kindern auch hier und da so. Die meisten Eltern erleben solche Situationen. Da blutet einem das Herz. Aber wir können und müssen unser Kind nicht vor jeder schmerzlichen Erfahrung beschützen. Auch unangenehme Erfahrungen gehören zum Leben dazu – es macht Kinder resilient, wenn sie lernen, damit umzugehen. Ein Kind, das nur tolle Erfahrungen macht, entwickelt keine Resilienz. Was man wirklich tun kann: Du kannst neue Freundschaften fördern. Ich habe das auch gemacht. Ich habe beiläufig gefragt, wen meine Kinder noch ganz nett finden in der Gruppe. Man kann auch eigene Vorschläge machen ("Die Soundso würde vielleicht auch gern mal mit dir spielen, was meinst du?") Dann habe ich die entsprechenden Eltern beim Abholen gefragt, ob ihr Kind mal nachmittags zu uns zum Spielen kommen möchte. So entstehen immer auch einige neue Freundschaften. Andere Eltern freuen sich, wenn das eigene Kind eingeladen wird. Und nachmittags zu zweit lernen sich die Kinder auch besser kennen als in der unüberschaubaren, großen und lauten Kiga-Gruppe. Da kommen daher leichter Freundschaften zustande. Auch Hobbys der Kinder (Musikalische Früherziehung, Kinderturnen etc.) eignen sich prima, um andere Kinder und Mütter kennenzulernen. So ab fünf Jahren gibt es da schon tolle Angebote, die das Kind bereichern und zugleich neue Kontakte ermöglichen. Es ist wichtig, sich nicht von nur einem oder zwei anderen Kindern abhängig zu machen. Dann verlieren einzelne Kinder an Wichtigkeit, weil das Kind noch andere Freund- und Spielbekanntschaften hat. LG
Das passiert unserer Erfahrung nach, die Kinder orientieren sich um. Wir ermutigen immer dazu, auch nach neuen Freundschaften zu suchen. Es hilft nichts, sich dazwischen zu drängen. Vielleicht gibt es noch andere Kinder, die Ihr mal zum Spielen einladen könnt, um den Freundeskreis zu erweitern.
deine tochter kann gar nichts tun damit das nicht wieder passiert. und deswegen ist es auch nicht hilfreich das mit ihr jetzt noch "zu besprechen". tröste sie wenn sie traurig ist. ende. so ist das leben. das wird ihr auch als erwachsene noch hin und wieder passieren. erwachsene sind zwar meistens höflicher sind und gestalten das abblitzen nicht so offensichtlich und verletzend, das müssen kinder noch lernen. ich weiß auch nicht ob du das ganze nicht noch schlimmer gemacht hast mit der ermutigung was anderes zu machen. weil auch da wieder eine handlungsaufforderung drin steckt. ich finde es wichtiger dem kind das gefühl von enttäuschung/trauer zuzugestehen ohne es gleich mit irgendeinem aktivismus "wegmachen" zu müssen. auch sowas gehört zum leben und kinder müssen lernen solche schlechten gefühle auszuhalten. nur so können sie lernen das diese gefühle auch vorbeigehen und nicht das ende der welt bedeuten. ich weiß dass das schwer auszuhalten ist für uns als eltern. aber wenn wie sonst soll ein kind lernen dass das leben zwar nicht immer rosarot ist, dass das aber nicht schlimm ist. mittelfristig ist es sicher hilfreich wenn du versucht deinem kind eine breitere freundesbasis zu ermöglichen. aber das ist auch immer charaktersache ob man der rudeltyp ist oder lieber nur 2-3 gute freunde hat. da muss man auch aufpassen dass man dem kind keine erwartungen überstülpt. da musste mein mann mich bisschen ausbremsen bei unserem großen.
Die letzten 10 Beiträge
- Betreuung Kind
- Sohn stört Kindergeburtstag
- 2 jähriges Kind beißt in der Kita
- Distanzlosigkeit Baby 14 Monate
- Bitte um Rat, 3 sind 1 zu viel?
- Mein Sohn ist vor anderen so albern
- Warum ist mein Sohn manchmal so gehässig?
- Verurteilung Anderer
- Fremde Spielsachen auf dem Spielplatz
- Mein Sohn spielt so brutal.