Mitglied inaktiv
entfernt sind. Geht es Euch auch manchmal so, wenn Ihr arbeitet, dass Ihr denkt Ihr seid in einer anderen Galaxie gelandet? Oder ein Alien, der sich grad inkognito unter die erwerbstätigen Menschen gemischt hat? In den letzten Tagen habe ich bei einigen Vorstandssitzungen auf allerhöchster Ebene gedolmetscht und wenn ich mir da anhöre, wie die Leut so reden, mit welchen Summen da jongliert wird, wie darüber gesprochen wird (etwas abfällig lächelnd) dass ein Top-Manager (oh Wunder) ein KIND hat... oder gar seine Ehe retten will... und deshalb nicht mehr 80 ST./Woche Einsatz bringen will... Und ich komm mir vor wie ein Eindringling aus einer fremden Welt in meinem Business-Kostüm, gestylt, damit ich ins Muster passe und den fiesen Kollegen keine Angriffsfläche biete... und zu Hause das alltägliche Chaos einer selbständigen alleinerziehend Mutter mit knapp dreijährigen Zwillingen, unregelmässigen Arbeitszeiten, kranken Kindern usw. Das ist einfach Welten voneinander entfernt. Empfindet Ihr das auch so, oder bin das nur ich? LG Yola
Hi Yola, das geht nicht nur Dir so. Mir hier genauso. Zumal ich die Zahlen zum Teil auch wirklich aufm Tisch liegen habe. Neulich habe ich von meinem Ex-Chef die Gehaltsabrechnung auf den Tisch bekommen. Er arbeitet schon lange nicht mehr hier, aber ein Deal lief noch über unsere Firma - also kam von der Perso der Scheck zu uns. Hinten der Anhang für seine Provision. Für ein kleines Pupsgeschäft. Die Zahl war nicht zu übersehen, der Zettel war nicht in einem Kuvert oder so. Ich hätte heulen können. Die Hälfte von dem, was da drauf stand, und ich wäre schuldenfrei. Manchmal, wenn ich mit meinem schicken Kostümchen auf Besichtigung gehe, dann denke ich mir auch oft: Mein Gott, wenn Ihr wüßtet... LG Sue
Hallo, mir geht es genauso, wenn ich mal wieder auf einer Konferenz arbeite und Botschaftern und Ministern die Hand schüttle. Das ist eine ganz andere Welt. Wobei mir meine private, leicht chaotische Welt besser gefällt als die verlogene Welt der Politiker und Wichtigtuer. Liebe Grüsse, Doris
Interessantes Thema! Mir gehts bedingt so, aber auch anders. Meine berufliche Welt - Wissenschaft/Uni - ist in gewisser Weise menschlicher als manch andere. Das macht nicht ganz so schizophren wie das, was Ihr so erzählt. Vor allem gehen bei uns keine astronomischen Summen über den Tisch. :-) Doch, klar, auch dort sind die Maßstäbe, Werte und Realitäten teilweise ganz andere. Ich empfinde das allerdings oft auch als entlastend, angenehm, einfacher. Im Job habe ich es halt nur mit Erwachsenen zu tun, kann viel besser über meine Zeit verfügen, kann planen und mich auch wirklich drauf verlassen. :-) Ich schätze es auch, mich entsprechend anzuziehen und zu wissen, dass die Flecken, die ich mir einbrocke (wenn!) selbstverschuldet sind. Darüber hinaus, für mich total wichtig, verstecke ich meine Familie nicht. Ich bin recht weit oben in der Hierarchie und kann es mir auch erlauben, meine Kinder oder die Familie sichtbar zu machen. Da lacht dann - offen jedenfalls - keiner. Und ich tue das. Da stelle ich schonmal z.B. Termine um, weil es familienlogistisch besser klappt. Doch manchmal denke ich auch: "geht's noch? Wisst Ihr eigentlich, was wirklich wichtig ist? Sortiert Euch mal, wir haben hier nicht endlos Zeit, um Pillepalle zu wälzen; meine Kinder warten!" Und vor allem ärgere ich mich über Kollegen/innen, die - weil sie wissen, dass ich Kinder habe - sehr schnell "persönlich" werden. Die wollen dann mit mir über Kinder reden, z.B. weil sie keine haben, obwohl ich eine professionelle Distanz wahren will und dies auch angemessen wäre. So halt. Lg Paula
Ich bin Polizistin und da fühle ich mich oft auch ganz anders als Zuhause. In dem Moment morgens, wenn ich meine Dienstwaffe bekomme, bin ich irgendwie nicht mehr eine übervorsogliche Mutter, sondern einfach wer anders. Aber sobald ich die Dienstwaffe zum Mittag wieder abgebe (ich arbeite halbtags), bin ich wieder die Mutter und belästige meine Kollegen, die ich dann noch sehe, mit Geschichten von meinen Kindern! Ist schon merkwürdig, so was... Shi-chan
...den Film "Tage wie dieser"? Der fiel mir bei Deiner Beschreibung gerade sofort ein...schau ihn Dir mal an, wenn Du Zeit hast und Dich ein bißl amüsieren möchtest...LG
hier was lustiges zum thema http://www.happyworker.com/supermom/ :-) paula
Hi, kommt mir bekannt vor, schließlich spielt jeder von uns eine Rolle, abhängig von der jeweiligen Situation. Das wäre aber nicht unbedingt schlimm. Ich habe nur im Augenblick den Eindruck, daß Rücksichtslosigkeit, Egoismus und Verdummung noch wesentlich stärker um sich greifen als das noch vor wenigen Jahren der Fall war. Außerdem ist die Welt der beruftätigen Mutter zwangsläufig vielschichtig und damit durchaus weder langweilig noch uninteressant. Ach ja, beim Dolmetschen habe ich mich schon oft gefragt, ob mich irgendjemand als Mensch und nicht als sprechenden Roboter wahrnimmt. Mitunter ist das Zeug, das da von sich gegeben wird, derartig beschränkt, daß ich mich mitunter wirklich geschämt habe, dieses Geschwätz auch noch unkommentiert übersetzen zu müssen - aber das ist eben ein Teil des Jobs. LG, Fiammetta
Hallo Yola, also zwischen Arbeit und zu Hause ist bei mir der Unterschied nicht so groß, aber ich denke im Moment pausenlos, ich bin im falschen Film. Folgende Situationen: Ich besteige einen Zug, setze mich morgenmüde an meinen Platz plötzlich quasselt neben mri jemand laut los (auf breitestem Dialekt), flirtet mit Schatzi im Mobiltelefon (spricht dabei wie ein Baby, ich weiß vor Peinlichkeit bald nicht wohin) und das geschlagene 15 Minuten! Andere Situation. Ich sitze beim Mittag im Restaurant an einem Tisch unterhalte mich mit meinem Gegenüber, plumpst neben mir eine Frau auf den Sitz - grußlos. Ich habe nichts dagegen, aber fragt man nicht mehr, wenn man sich irgendwo dazu setzt? Damit nicht genug, mein Essen kommt, die Unbekannte neben mir steckt sich ihre Zigarette an. Eine höfliche Ansage von mir, dass mich das störe beim Essen und ob sie nicht aufhören könne, quittiert sie pampig mit "ich rauche, wo ich will!". Ich muss im falschen Film sein. Und was die Zahlungsmoral und Bestellverhalten angeht, habe ich ohnehin alle Grundsätze und Gutgläubigkeit über Bord geworfen. Da bekomme ich immer noch Überraschungen an Dreistigkeit, die ich vorher nie für möglich gehalten hätte. Nun weiß ich wenigstens, warum alte Leute so oft mit dem Kopf wackeln. Meiner fängt auch schon an zu wackeln ob solcher Vorkommnisse. Gruß Tina
Klar, mir gehts auch manchmal so. Mein Arbeitsalltag hat mit dem Familienalltag zuhause nun mal gar nichts zu tun. Bei meiner Arbeit in einer Ausländerbehörde muss ich rechtliche Entscheidungen treffen, ich habe zwar einen gewissen Ermessensspielraum, aber ich muss mich an das Gesetz halten und darf nicht nach Sympathie entscheiden. Und diese Entscheidungen sind nicht immer schön, oft umstritten und wir Mitarbeiter werden als direkte Ansprechpartner angefeindet und bedroht. In meiner Familie kann ich mich fallen lassen, muss nicht dauernd über Rechtsfragen nachdenken und erfahre eine Wertschätzung die ich für meinen Job einfach nicht erfahren kann. Aber gerade dieser Mix aus Beruf und Familie gefällt mir trotzdem oder gerade. LG Stephanie
Nee gar nicht. Ich habe aber auch nicht mit "hohen Tieren" zu tun. Meine Kollegen sind einfach nur nett und haben alle ihr Paeckchen zu tragen wie ich auch. Und aufbrezeln muss sich bei uns keiner :-) LG Berit
Also, bei mir ist das immer total stimmungsabhaengig. Manchmal denke ich auch, dass man sich in der Familie zuviel um Banalitaeten kuemmert und nicht mehr die grossen Ideale sieht.Ich bin jetzt ueber 10 Jahre verheiratet, kenne meinen Mann ueber 20 Jahre. Und was haben wir als Studenten grosses vorgehabt, was haben wir unternommen, diskutiert. Und heute- mit Glueck sehen wir uns morgens am Kaffeetisch bevor ich zur Arbeit gehen und wenn die Kinder noch schlafen.Je nach Fitness koennen wir dann ein paar sinnvolle Gespraeche fuehren- wobei es bloed ist, ueber politische Dinge zu reden, wenn man die zeitung noch nicht gesehen hat. Und der Rest ist dann nur talk um die Kinder- wer hat was gemacht, wer bringt wen weg, wer wer wer.Muell muss raus, Trockner an, Steuererklaerung gemacht werden, ein Geschenk besorgt werden- alles wichtiger als das Nordkorea an der Gesundheitsbombe bastelt, die Eu Verfassung mehrfach gescheitert ist, Frankreich eine Praesidentin kriegt,. Pfizer Aktien um 10 % gestern gefallen sind- kurz, ist man sich wirklich sicher, wer im falschen Film ist? ich bin jedenfalls fuerchterlich froh ueber beide Welten.Gerade wegen der Kinder kann ich bspw. kaum noch mit meinem Mann ausgehen ( wir sind auch gerne zuhasue und wollen dann auch nicht immer einen Babysitter bestellen), ich muss auch dienstlich abends oft weg. aber bald bin ich auf Dienstreise und freue mich total auf ein schoenes Hotel, ich bin jeden Tag eingeladen zu einem Empfang oder Abendessen, ich kann stundenlang in der Wanne liegen, kurzum- wir sollten uns ueber beide Welten freuen.Und gerade meine Kolleginnen ohne mAnn und Kinder tun mir mnachmal echt leid, da haben wir schon das bessere Ende. Benedikte
Hallo, ich kann Dich gut verstehen, wie Du Dir vorkommst, da würde ich wohl auch die Krise kriegen. Mir selber geht es zum Glück nicht so, ich hab mit solchen Leuten allerdings auch nichts zu tun, zumal die Uni halt doch noch ein ganz anderes Umfeld ist. Viele Grüße, Renate
Hallo Yola, nein, ich fühle mich nicht so, als seien bei mir die Familienwelt und die Arbeitswelt Galaxien voneinander entfernt. Ich habe aber auch eher mit "normalen" Menschen zu tun und muss mich selber nicht verkleiden oder gar verstellen. Gut, ein bisschen besser bin ich dort schon angezogen als zu Hause, aber es herrscht keine Kostümpflicht. Und mein Arbeitsgebiet interessiert mich wirklich (meist, nicht immer!), daher fühle ich mich da auch nicht so "entfremdet". Außerdem wird unser Sohn jetzt schon fünf und ich bin nicht alleinerziehend, hab es also zu hause sicher auch etwas leichter. Ich kann mich aber erinnern, dass ich mich noch stärker so gefühlt habe wie Du es beschreibst, also unser Sohn jünger war und ich dann beispielsweise nach einer Konferenz nach Hause kam zu einem kranken, kotzendem Kleinkind... Ich würde schon sagen, je jünger, körperlich und psychisch der Eltern bedürftiger etc. die Kinder sind, desto mehr unterscheidet sich die heimische Welt von der Arbeitswelt bzw. desto schwerer fällt es frau (Männern auch?) sich zu lösen. Geht mir zumindest so. Daher möchte ich jetzt den Einstieg nach der Geburt des zweiten Kindes auch ganz langsam angehen. LG Kristina
Hall0! Noch habe ich es vor mir, beides miteinander zu verbinden, kann also noch nicht mitreden...;-) Bekomme mein Kind im Januar, aber steige bald schon wieder voll ein, da ich einen befristeten Vertrag habe und es mir deswegen nicht leisten kann, lange zu fehlen... Aber gerade, was Du schreibst, Yola, ich denke, dass jeder von denen wirklich sein eigenes Päckchen zu tragen hat und sich auch manchmal fragt, in welchem Film er oder sie ist. Könnte ja sein, dass sie todunglückllich sind, aber auch eine Fassade aufrecht erhalten müssen... und das ist manchmal richtig schwer. Aber ansonsten kann ich alles gut nachvollziehen, was du schreibst. katja-wi
geht mir nicht anders! lg annika
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