Mitglied inaktiv
Hallo allerseits, Wir haben zur Zeit ein kleines Problem, das mir einfach keine Ruhe lässt, weil es mir mal wieder zeigt, dass "Frauen-Erwerbsarbeit" anders angesehen wird als "Männer-Erwersarbeit": Ich arbeite Vollzeit in Leitender Position im Finanzbereich eines japanischen Konzerns. Mein Mann (eigentlich EDV-Mensch von der technischen Seite, in den letzten Jobs allerdings mehr vertrieblich tätig) ist seit 3 Monaten arbeitslos und hat morgen ein 2. Vorstellungsgespräch für den Posten eines Vertriebsleiters in einem neu zu gründeten Unternehmen. Unser "Handycap" ist unsere 7-jährige Tochter, die abwechselnd von uns betreut werden soll (Schulbetreuung von 8:10 bis 16:30, danach an 3 Tagen eventl. Tagesmutter bis ca. 18:30, dazu wechselnde Betreuung mit anderen Familien ihrer Freunde). Mein Fahrtweg einfach ca. 50 min, der (zukünftige) meines Mannes etwa 30 min. Also so richtig problematisch wird der Zeitaufwand, den wir für die "Eigen-Betreuung" unserer Tochter leisten "müssen" erst, wenn unsere Tochter mal krank wird oder die TaMu (die wir noch nicht haben!) ausfällt. Bei mir als Frau war es in Vorstellungsgesprächen immer so, dass ich auf die Betreuung unserer Tochter angesprochen wurde. Bei Männern ist dies ja leider die Ausnahme. Was glaubt Ihr, wie kann ein Mann die Betreuung seines Kindes im Vorstellungsgespräch ansprechen - ohne dass es deplaziert wirkt? Sollte er dies überhaupt tun? Auf Eure Anregungen/ Meinungen bin ich schonmal sehr gespannt! Danke, Catriona
Gar nicht, warum auch. Es ist geregelt und Außnahmen sind keinen Grund zur Ansprache meiner Meinung nach. Viel Erfolg an deinem Mann für seine Jobsuche.
Zitat: >>Also so richtig problematisch wird der Zeitaufwand, den wir für die "Eigen-Betreuung" unserer Tochter leisten "müssen" erst, wenn unsere Tochter mal krank wird oder die TaMu (die wir noch nicht haben!) ausfällt.
Zitat: Also so richtig problematisch wird der Zeitaufwand, den wir für die "Eigen-Betreuung" unserer Tochter leisten "müssen" erst, wenn unsere Tochter mal krank wird oder die TaMu (die wir noch nicht haben!) ausfällt. Hi, ich verstehe das Problem nicht. Die Betreuung (bis auf die noch zu organisierende Tagesmutter) steht ja schon zu 90%. Und im Krankheitsfall des Kindes oder der Tagesmutter habt ihr ja Rechtsanspruch auf "Urlaub" oder wie auch immer sich das dann nennt. Ich will ja nix sagen, aber für ein klitze_kleines_bißchen Eigenbetreuung muß man sich schon bereit erklären, wenn man Kinder in die Welt setzt, oder nicht? Und wieso sollte es deplaziert wirken, wenn dein Mann sein Kind und dessen Betreuung erwähnt? Zumal die Betreuung ja so gut wie geregelt ist. Andererseits sehe ich auch kein Problem darin, das Kind nicht zu erwähnen, wenn nicht danach gefragt wird. Also wo genau ist euer Problem? Stehe ich jetzt auf dem Schlauch?
Hallo Catriona, ich bin auch der Meinung von deinem Mann sollte das gar nicht erst angesprochen werden. Ihr macht euch ja jetzt schon Gedanken, wie ihr das regelt, Tamu, Freunde etc.) Ausserdem werden Kinder in dem Alter ja nicht mehr so oft krank wie Kigakinder und wenn habt ihr ja beide noch die 10 Tage Kind-krank, von der KK bezahlt. Also nicht ansprechen, wenn es beim Vorstellungsgespräch nicht vom zukünftigen Arbeitgeber angesprochen wird. Und wenn es angesprochen wird, einfach eure Lösungsmöglichkeiten aufzählen, fertig. Aber wie du schon geschrieben hast, Männer wird diese Frage eher selten gestellt, von daher würde ich mir da keine Gedanken weiter machen. Viele Grüße kleiner Löwe
Ich arbeite auch in Führungspositionen und hatte erst letztes Jaht etliche Gespräche für eine neue Aufgabe. Immer wenn mir meine Kinder "aufs Brot geschmiert" wurden und evtl. Ausfälle deswegen sagte ich: "Ich hatte NIE auch nur einen Tag EZ, ich habe nie auch nur einen Tag wegen Krankheit meiner Kinder gefehlt und möchte jetzt bitte wieder auf den eigentlichen Inhalt unseres Gespräches zurückkommen" :-) Zwi mal habe ich auch gefragt, ob Herrn X (ein anderer Bewerber den ich kannte) auch die frage der Kinderbetreuung gestellt worden war... und als verneint wurde meinte ich, daß das dann für mich auch kein thema in diesem Gespräch wäre :-) Glaub mir, ein Mann wird tendenziell NICHT nach der Betreuung seiner Kinder gefragt, der Betreuungsausfall wird zu 99% den Müttern unterstellt... Und wenn: dann soll er sagen daß ein Niotfallplan steht, fertig :-) OK, während der Probezeit sollte man generell nicht unbedingt die 10 Kind-krank-Tage nehmen, aber mei... sonst sind sie nun mal sein Recht... Viele Grüße Désirée
Hallo Catriona, ich habe das so verstanden, dass Dein Mann das bewußt anprechen will / soll, eben WEIL Männer nie gefragt werden? Der Gleichberechtigung halber. Ich würde es spanned finden, wie die reagieren. Weiß nicht, ob das für ihn von Nachteil ist. Die Reaktion von Desiree bei Bewerbungsgesprächen finde ich super. Ciao Biggi
Nein, Nicht erwähnen. Würde ich als Frau auch nicht tun. Man erwähnt nur Dinge die ein Problem darstellen und gelöst werden muß. Ihr habt die Betreuung super im Griff - wo ist da ein Problem? Bei mir im Büro nehmen auch Männer von Vollzeithausfrauen manchmal frei (weil Schatzi krank ist). Servus Karin
Es ist ja nicht, so, dass er einen neuen Job sucht, der ihm bzgl. der Betreuung bessere Bedingungen ermöglicht. Dann würde ich das offen ansprechen, um zu klären, ob der neue Job besser ist. Aber er ist doch arbeitslos, da macht man sich doch nicht selbst "schlecht"!!! ALso: nicht ansprechen, dass ist EUre Privatsache. Bei Fragen immer alles darstellen als sei es sicherund problemlos!
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