Mitglied inaktiv
Hallo zusammen, ich arbeite mittelerweile seit 2 monaten wieder voll und eigentlich klappt es ganz gut. meine kleine ist nun genau 1 Jahr und mit der tamu ist auch alles problemlos! sie ist zusammengefasst von morgens 7 bis 17 uhr bei ihr. leider...ich find es ein bischen viel. wenn ich es hinbekomme, schaffe ich es durch 24 -h dienste(bin ärztin an einer klinik) etwa einmal pro woche einen tag-nach dem 24h dienst-frei zu bekommen. das ist etwa 3x zusätzlich im monat. nun mein problem:meine kleine hat scheinbar das 3-tages fieber und somit bin ich heute schweren herzen zu hause geblieben und habe mich um sie gekümmert. das problem ist, das wir im moment so wenig leute sind,-das wahrscheinlich einiges an operationen morgen nicht durchgeführt werden kann, weil ich nicht da bin!!! ich habe soooo ein schlechtes gewissen,-denn schliesslich bin ich nicht krank,-sondern nur meine kleine. rein theoretisch könnte ich sie ja auch der tamu geben(die es von sich aus anbat) -aber irgendiwe fand ich, dass die kleine mit 40,5 ° nicht dahin, sondern zu mir gehört,-oder??? leider keine familienangehörigen in der nähe! mein mann MUSS leider auch arbeiten. nachdem ich dann nun für morgen auch abgesagt habe,-überkam mich mein schlechtes gewissen,-denn schliesslich bin ich erst seit 1.07 dort arbeitend. zweites problem: ich muss leider mindestens 3 wochenenden von 5 im monat arbeiten(entweder 24h dienst oder visitendienst(der nur 3h geht)..,da mein mann aber auch am we arbeiten muss, ist es diesen monat tatsächlich so, dass wir kein einziges gemeinsames wochenende haben...und ich mich somit geweigert habe einen 24h sonntagsdienst zu übernehmen, den ich eigentlich hätte machen sollen. nun lastet an mir das stigma der mami, die nie kann und im zweifelsfall ein krankes kind hat. findet ihr das i.o., wenn man sich weigert die we dienste zu machen. würde mich über eure meinungen mal freuen, denn ich hardere schon den ganzen tag mit mir,-ob ich einfach nur ein weichei bin und die kleine abgeben sollte! viele liebe grüsse fillis
Hallo, du bist sicher kein Weichei, wenn du dein mit 40 Grad Fieber-krankes Kind selbst betreuen / pflegen willst!!! Ich finde das total normal und denkst du nicht, andere würden das auch tun?! Es dankt dir doch auch nicht großartig jemand, wenn du zur Arbeit kommst, obwohl dein Kind krank bei der Tagesmutter "Mama?" weint, oder??? Was die WE-Dienste angeht. Nunja, was soll ich sagen? Ich arbeite selbst im Gesundheitswesen und habe anfangs ausschließlich an den Wochenenden, jedes WE fast 2 Jahre lang, gearbeitet, damit der Papa das Kind betreuen kann (haben auch keine Verwandten in Reichheite und Papa hat einen mo - fr -Bürojob). Familienleben war am WE gleich null, denn ich hatte auch oft geteilte Dienste. War total chaotisch. Aber leider bringt es der Beruf, den du hast, eben mit sich, dass man auch an WE arbeiten muß. Ich weiß von unsren Ärzten - die waren froh, wenn sie mal "nur" 1 - 2 unbezahlte Überstunden machen mußten und halbwegs pünktlich unpünktlich um 6 statt um 4 die Klinik verlassen konnten. Kannst / Willst du nicht in einer Praxis arbeiten? Grüße, Bianca
hallo, ich denk auch, dass ein krankes kind definitiv zu mama oder papa gehört und nicht zur tamu. zu den wochenenddiensten kann ich nicht so viel sagen, ich steh nur hin und wieder vor dem wochenendproblem und da ich von zu hause arbeite, ist es auch wieder nicht wirklich eines. aber hör einfach auf dein gefühl und lass dir nichts einreden, kinder werden nun mal auch mal krank - deshalb gibts ja diese betreuungstage im krankheitsfall. meist regen sich nur die leute auf, die selbst ständig aus irgendwelchen kleinen gründen fehlen. lg doreen und gute besserung für deine kleine
Hallo ich bin auch Ärztin und kann dein Dilema gut verstehen. Als meine beiden Großen Ende der neunziger Jahre klein waren, bin ich wegen ihnen nie ausgefallen, habe sie manchmal früh um 5 zu meinen Eltern geschafft, dann die Antibiotika abends aus der Klinik mitgebracht, verrückt, wir waren auch beide Ärzte, worst case für die Kinder. Ich würde an deiner Stelle folgendes machen. Wenn dein Kind etwas nicht do gefährliches hat, 1. Tag zu hause bleiben, evt. KIA, dann den nächsten Tag zur Tamu, wenn die das mitmacht. In der Perspektive würde ich keine Kinderfrau suchen, die solche Engpässe abfängt. Mit den Diensten ist es schwierig, es sitzen ja alle im gleichen Boot und es sollte schon gerecht verteilt werden. Da würde ich gerade am Anfang einer Tätigkeit nicht unbedingt disskutieren. Zusammenfassend muß man aber sagen, unser Beruf IST familienfeindlich! Wenn ich daran denke, wieviele Überstunden ich geleistet habe, wieviele Nächte ... Meine Kinder haben übrigens keinen Schaden genommen, sie sind jetzt 12 und 14 Jahre alt, selbstständig und selbstbewußt. Und sie waren oft aber nie lange krank... lg bea
Hallo Fillis, es ist immer sehr unschön, wenn man Beruf und Kinderbedürfnisse gegeneinander abwägen muss. Betreut Euere Tagesmutter nur Euer Kind? Wenn ja, und je nachdem wie Deine Tochter gelaunt ist, würde ich sie am 2. Tag zur Tagesmutter geben. Wie das mit der Ansteckungsgefahr bei den ev. anderen betreutén Kindern ist, kannst Du ja abschätzen. Wenn dort sehr viel los ist und sie vielleicht dadurch überanstrengt sein könnte, behalte sie noch einen Tag zu Hause. Unsere Tochter geht in die Krippe und hat dort einen tollen Bezug zu ihren Betreuerinnen. Wenn eine von ihnen nun ihre Tagesmutter wäre, würde ich sie ohne Probleme auch am ersten Tag der Krankheit dorthin geben (in der Krippe geht das natürlich nicht). Wie ist denn Dein Gefühl in Bezug auf die Beziehung zwischen Deiner Tochter und der Tagesmutter? Meist steht ja die Mutter in der Bindungshirachie der Kinder ganz vorne, aber Du würdest sie ja auch bei Deinem Mann lassen und ich glaube, eine Tagesmutter, die das Kind gut kennt und mag, steht auf einer ähnlichen Stufe. Wenn das Kind nicht ganz stark nach Mama verlangt, dann klappt es bestimmt auch mit anderen geliebten Personen. WEnn Du sie ungern zur Tagesmutter gibst, wie sehr kann denn Dein Mann nicht? Letztendlich steht da ja Dein Ansehen und Deine Einsatzmöglichkeiten im Job gegen seine. Seine Kollegen, die sein Fehlen ausgleichen müssten gegen Deine... Und gerade wenn Du erst so kurz dabei bist und es Dir unangenehm ist, spricht es ja auch eher dafür, dass er auch in den sauren Apfel beissen muss. Klar manchmal kann der Partner wirklich nicht, kann ja z.B. nicht von einer Dienstreise aus Tokio zurückkommen, um einen Tag zu übernehmen... Hm, wenn bei uns ein Kind krank ist, gleichen wir schnell die Termine ab, klären die Dringlichkeit und es geht derjenige arbeiten, bei dem es dringender ist. Oft sieht es dann so aus, dass mein Mann morgens arbeiten geht (er ist Lehrer) und so schnell wie möglich zurück kommt und ich dann nachmittags vor Ort arbeite. Wenn es ganz hart kommt, müssen bei ihm Randstunden ausfallen oder ich rede mit meinen Kollegen, um Meetings zu verschieben, betreue meine Mitarbeiter von zu Hause aus, lasse mir Ergebnisse nach Hause schicken... Vielleicht geht es ja, dass Dein Mann den halben Tag von zu Hause aus arbeitet und Du bei den wichtigsten Operationen da bist und dann Dein Mann weiterarbeitet. Mit den Wochenenddiensten kann ich kaum helfen. Hier klingt es auch wieder so. als müsstest Du diejenige sein, die flexibel sein muss und Dein Mann eben nicht (ich will ihm nicht unrecht tun, ich weiss ja nicht, wie dogmatisch seine Verpflichtungen sind). Kannst Du nicht innerhalb des Kollegiums so taushcen, dass Du an seinen freien Wochenenden auch frei hast anstatt Dich komplett zu weigern für die eine Schicht? Sind denn die unangenehmen Schichten halbwegs gerecht aufgeteilt unter den Kollegen bei Dir? Ich wünsche Dir gute Lösungen und vor allem ein gesundes Kind! Liebe Grüße, Sabine
Ich finde es sehr gut, dass Du Dir solche Gedanken um Deine Arbeit und Deine Verantwortung in der Klinik machst und nicht nur auf Deine Rechte pochst. Ich würde Dich sofort einstellen! Und ich glaube auch, dass es allen arbeitenden und arbeitsuchenden Müttern schadet, wenn das auf-die Rechte-Pochen zu exzessiv geschieht. Aber 40,5 Grad sind ja auch nicht nur ein Schnupfen. Ein etwas dickeres Fell macht das Leben leichter. Meine Schwester ist auch Ärztin, an ihrem Krankenhaus sind gerade vier Ärztinnen schwanger, einige direkt nach der Einstellung oder haben schon schwanger begonnen. Das ist zwar in gewisser Hinsicht ärgerlich für die Klinik und die Kollegen, aber umgekehrt ja auch gesellschaftlich gewünscht. Mach Dir nicht zu viele Gedanken, Dein Arbeitsleben ist noch lang, da wird sich vieles auch wieder ausgleichen. Liebe Grüße, carla72
bleib daheim! es ehrt dich, dass du ein schlechtes gewissen hast, aber gerade die sorge, die du dir um dein kind machst, macht dich zur besseren ärztin. mein mann und ich wechseln und bei krankheit des kindes ab, so dass beide das "stigma" haben :-). geht das bei dir auch? alles gute und gute besserung.
Hallo zusammen, erstmal vielen Dank für eure netten beiträge,-und gleich vorweg, ich bin zuhause geblieben heute! die kleine ist leider ansteckend und würde die anderen tageskinder anstecken und hat weiterhin (wie es eben beim 3 tages fieber ist- noch hoch fieber). mir gehts dafür ziemlich schlecht,-aber ich habe mich heute dafür entschieden, dass mir meine kleine wichtiger ist, als meine arbeit. rauswerfen, werden sie mich sicher nicht(dafür mache ich jetzt schon meine arbeit zu gut ;-) und ausserdem finden sie im moment keine neuen Assistenzärzte, -da es scheinbar keine adäquaten bei der relativ schlechten bezahlung, gibt!) nun denn hoffe ich einfach, das sie mir nicht gleich den award des beliebtesten mitarbeiters verleihen ;-)! leider muss ich die flexiblere in unserer beziehung bzg. der arbeit sein, da mein mann von der karrieretechnischen seite momentan in einer super wichtigen phase steckt und nur verlieren würde, wenn er sagt, er müsse sich dann mal um seine tochter kümmern, da seine frau arbeiten muss. ich glaube die würden alle nur müde lächeln, da meine arbeit im vergleich zu seiner dann doch wesentlich unwichtiger und vorallem wesentlich schlechter bezahlt ist! egal..ich habe mich nun damit abgefunden und hoffe, das meine maus ganz bald wieder genesung erfährt. die innere zerissenheit bleibt, da ich früher-vor der schwangerschaft- nun wirklich ein eine sehr gewissenhafte und pflichtbewusste ärztinwar(70-80 h waren mit diensten normal /woche). ich danke euch sehr für eure netten mails und ich denke, ich wede die nächsten tage einfach mal zu meinem sehr netten chef gehen und mit ihm darüber reden, ob ich 75% arbeiten kann-da ich meinen facharzt zum glück schon habe. viele liebe grüsse fillis
Hallo, ich kann Dich sehr gut verstehen, ich bin auch Ärztin. Zum Glück ist meine Tochter bisher nur sehr selten krank gewesen und wenn, dann konnte immer die Oma einspringen, denn zur Tamu oder in die Krippe hätte ich sie mit Fieber auch nicht gebracht. Dadurch mußte ich mir noch nie wegen ihr freinehmen. Und so wie Du es beschreibst, kannst Du sie ja momentan ohnehin nicht zur Tamu bringen. Wegen den vielen Wochenenddiensten: das ist von Klinik zu Klinik unterschiedlich. An meiner ersten Arbeitsstelle (ich habe mein Kind im PJ bekommen, habe also immer mit Kind gearbeitet) hatte ich auch ständig Wochenenddienste. Da dort die gesamte Arbeitsatmosphäre nicht so toll war, habe ich mir schließlich eine neue Stelle gesucht, und in dieser Klinik macht man insgesamt max. 3 Dienste im MONAT! Dazu noch 1 Visitendienst pro Monat, damit kann ich wirklich gut leben. Wegen Deiner Idee mit der 75%-Stelle: klar, klingt super, aber wenn die Klinik ohnehin Probleme hat, die offenen Stellen zu besetzen, würde es dann nicht darauf hinauslaufen, daß Du weiterhin das gleiche Arbeitspensum hättest und einfach mehr Überstunden anfallen bei schlechterer Bezahlung? Damit wäre Dir nämlich überhaupt nicht geholfen, oder? Übrigens habe ich wegen meiner Arbeit momentan auch ein furchtbar schlechtes Gewissen, ich bin nämlich schwanger und habe auf Drängen meines Gynäkologen ein Beschäftigungsverbot, weil sich der Muttermund bereits in der 20. Woche anfing zu öffnen. Ich habe die Stelle erst 7 Monate gehabt, als ich schwanger wurde und es tut mir wirklich leid für die Kollegen, die nun meine Arbeit mitmachen müssen. Aber ich mußte - trotz Schwangerschaft - manchmal 12 Stunden am Tag arbeiten, oder auch mal 12 Tage ohne einen freien Tag dazwischen (von alledem wußte mein Frauenarzt nichts, als er mir das Beschäftigungsverbot ausstellte). Ich denke manchmal, daß es vielleicht ohne diese Arbeitszeiten nicht zu den Komplikationen gekommen wäre. Aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen...
Manchmal muss man egoistisch sein und das auch lernen. Wenn du nicht funktionierst, leiden deine Patienten und wenn dein Kind krank ist bist du nur halb auf der Arbeit. Ich bin auch selbständig und kann das gut nachfühlen.Wenn ich einen Termin verschiebe müssen die Patienten manchmal 4 Wochen warten. Aber die Vorwürfe, wenn etwas mit dem Kind passieren würde wären schlimmer als die Vorwürfe, daß jemand lange warten muss. Muss der halt zu einem Kollegen wenns ihm zu lange dauert.
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