Mitglied inaktiv
Hallo, vor einem Jahr habe ich mein Studium abgeschlossen. Kurz danach ist mein Baby zur Welt gekommen. Dieses Jahr haben wir sehr genossen. Nun habe ich ab Januar einen tollen Jobangebot bekommen. VOLLZEIT! Es ist überhaupt nicht leicht, in meinem Bereich einen Job zu bekommen, diese Chance möchte ich auch nicht verpassen. Nach 2-3 Jahren Babypause ohne Berufserfahrung habe ich dann gar keine Berufsaussichten. Mein Lennard wird im Januar 1 Jahr alt. Ich habe schlechtes Gewissen ihn einer Kinderfrau anzuvertrauen. Ob er die Trennung wohl schafft? Ist das nicht zu früh für ein Kind? Vielleicht kann jemand aus Erfahrung berichten, wie die Kinder in dem Alter mit der Trennung zurecht kommen? Grüße Ekaterina
Hallo, ich kann Dir noch nicht aus Erfahrung berichten, da wir mit der Eingewöhnung bei der Tagesmutter erst im Dezember anfangen. Mein Sohn ist dann 10 Monate alt. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass das klappt. Kinder gewöhnen sich an alles, wenn man ihnen einen sanften Übergang ermöglicht. Suche eine gute Betreuung, der Du vertraust und lasst Euch Zeit für die Eingewöhnung. Dann klappt das sicherlich. Gruß Linda
Natürlich wird Dein Kleiner eine Eingewöhnungsphase brauchen, aber es wird klappen! Und denk bloß nicht, nur weil Du VZ arbeitest bist Du eine schlechte Mutter. Es gibt immer wieder Leute, die so denken. Es kommt nicht darauf an, wie viel Zeit Du mit Deinem Kind verbringst, sondern WIE INTENSIV Du die Zeit verlebst. Also mit viel Kuscheln, Spielen etc. Qualität statt Quantität. Man darf nicht vergessen, dass zum Einen das Geld irgendwo herkommen muss, zum Anderen bist Du nicht nur Mutter, sondern auch einfach Mensch. Und lieber eine Mama, die nicht den ganzen Tag zu Hause hockt, aber dafür zufrieden und glücklich ist als eine, die immer da ist, aber unzufrieden mit ihrem Leben. In diesem Sinne, viel Erfolg!!
Hallo Ekaterina, zum ersten: Ja, es ist zu schaffen und ja ein Kind kann das verkraften. Linda schrieb ja schon, was ich nur bestätigen kann, fangt früh mit der Eingewöhnung an (am besten jetzt schon), so dass Euer Sohn Vertrauen zur Kinderfrau entwickeln kann. Eine weitere Bezugsperson außer Mama kann er in diesem Alter ganz sicher verkraften. Bei der ganzen sogenannten "Fremdbetreuung" ist eigentlich das "vertraut sein" mit der Umgebung und der BEtreuungsperson die Grundvoraussetzung, dass es klappt. Und dann wird Dir der Abschied und die Trennung viel schwerer fallen als ihm. Kinder leben noch eher so "aus den Augen aus dem Sinn" er wird sich dann freuen, wenn Du kommst, aber wenn das Verhältnis zur Kinderfrau stimmt, wird er Dich nur wenig vermissen und nur in Ausnahmesituationen (sich wehtun oder so etwas), gerade dafür ist es auch wichtig, dass er sich von ihr trösten lässt. Das findet Ihr am besten alles jetzt schon heraus. Zu mir: Meine Kinder werden "fremdbetreut" seit sie 8 Wochen alt sind (beide Kinder) und ich habe immer Vollzeit gearbeitet - bis auf das dritte Lebensjahr meiner Tochter, da hatte ich vorübergehend auf 3-4 Tage/Woche reduziert. Mir ist die Trennung vor allem von meinm Sohn entsetzlich schwer gefallen, obwohl er in meiner unmittelbaren Nähe betreut wurde und ich ihn jederzeit sehen oder stillen konnte. Und ich weiß von anderen Müttern, dass es eher die Mütter sind, denen die Trennung schwer fällt als den Kindern. Wichtig ist, dass Ihr immer aufmerksam seid und gleich gegensteuert, wenn etwas falsch läuft oder Du mit dem Verhalten der Kinderfrau nicht einverstanden bist (natürlich macht sie es nicht so wie Du, aber in den grundsätzlichen Fragen darf keine Uneinigkeit herrschen) und dann genieße die Zeit mit Deinem Sohn udn mach keinen Haushalt, sondern nutze die Zeit intensiv. Wenn Ihr eine Kinderfrau habt, dann macht sie ja vielleicht ein bisschen etwas mit und ansonsten rate ich Dir, Dich vom perfekten Haushaltsideal zu trennen - ist mir sehr schwer gefallen, aber als ich es dann akzeptiert habe, dass es mit kindern einfach anders aussieht und man nicht alles haben kann, gings mir deutlich besser. Man muss außerdem lernen, auch um Hilfe und Unterstützung zu bitten. Das ist am Ende für alle bereichernd, denn man schafft sich und anderen damit ein soziales Netz. Viel Erfolg und viel Spaß im Job und vor allem leg Dir jetzt schon einmal ein dickes Fell gegen all die bösen Zungen zu. Ihr müsst als Familie zurecht kommen und zufrieden sein und deswegen zählt auch nur, was für Euch alle drei richtig ist. Gruß Tina
Ich danke Euch alle für die Beiträge. Sie haben mir Mut gemacht. Ich denke, der Anfang ist immer schwer. Aber wenn es in anderen Familien klappt, dann schaffen wir es auch. Es wird kein Gewinngeschäft sein (finanziell), es geht mir darum, am Ball zu bleiben. Nochmal Vielen Dank!!!!!!
Hi, das klappt, wenn ihr euch genug Zeit für die Eingewöhnung nehmt und nach Möglichkeit auch noch andere Kinder um deinen Kleinen herum sind. Lukas geht zur Tamu seit er 5 Monate alt ist, ich habe da wieder angefangen voll zu arbeiten. Allerdings solltest du dir gleichzeitig auch eine Putzhilfe für den Haushalt gönnen, denn sonst kannst du deine frei Zeit nicht mit deinem Kind genießen sondern musst dich dann noch um den Haushalt kümmern. Wichtig ist auch eine Alternative zu schaffen, falls dein Kind oder die Tamu (!) mal krank ist. Gruß, Speedy
Ja, es ist zu schaffen, mir ging es damals ähnlich wie Dir. Meine Tochter kam mit 12 Monaten in eine Kinderkrippe, nachmittags kam dann die Oma, bzw. ersatzweise eine Kinderfrau, die super mit ihr klarkam, und die wir auch heute noch haben für 1-2 Nachmittage pro Woche. Inzwischen ist meine Tochter 3 Jahre alt und geht in den Kindergarten. Allen Vorurteilen zum Trotz weiß sie immer noch wer Mama und Papa sind, auch wenn wir arbeiten gehen. Eine Freundin von mir, die zur gleichen Zeit mit dem Studium fertig war und jetzt gerne anfangen würde zu arbeiten, hat noch keinen Job gefunden, sie hat halt 3 1/2 Jahre nach der Uni noch nicht gearbeitet, sondern war "nur" mit den Kindern zu Hause. Gruß Kati
kann der vater des kindes nicht einspringen, zumindest halbtags, dass das kind nicht ganztags fremdbetreut werden muss? oder oma? ansonsten würde ich sagen: chance nutzen aber auch an das kind denken. ganztags fremdbetreuung unter 2 bis 3 jahren ist nicht optimal.
Hallo, direkt nach dem Mutterschutz habe ich damals meine Arbeit (3/4-Stelle) aufgenommen. Ja, es ist zu schaffen, aber ... - ich habe mich schrecklich gefühlt - Überstunden waren unverzichtbar, es war also eher eine Vollzeitstelle - ich habe sämtliche Sozialkontakte abgebrochen, um jede freie Minute mit meinem Sohn verbringen zu können - mein Haushalt war eine einzige Katastrophe - mein Sohn hat nicht durchgeschlafen, Wachphasen ab dem 9. Lebensmonat von 2-3 Std. pro Nacht - dazu kamen viele Krankenhaus-/Rehaaufenthalte sehr enger Familienmitglieder Aber neben dem ganzen Stress war das Schlimmste, daß mein Sohn mich vermißt hat. Obwohl er schon als Säugling an meine Abwesenheit gewöhnt wurde, zeigte er mit zunehmendem Alter, wie sehr er mich vermißte, obwohl er toll betreut wurde. Tagsüber rief er mich mit seinem Spielzeugtelefon an, fragte bei jedem Telefon-/Türklingeln, ob ich es sei. Später weinte er morgens lautlos, wenn ich ihn zur Betreuung brachte, nachmittags sprach er nicht mehr mit mir. Damit hatte ich nie gerechnet! Das hat mein Herz bluten lassen. Ich habe den ganzen Stress und Schlafmangel in Kauf genommen, aber daß mein Sohn so arg gelitten hat, war sooo schrecklich! Auch sein Kind zurückzulassen, wenn es kränkelt war für mich ganz furchtbar. Seit fast einem Jahr bin ich nun Hausfrau und trotzdem fragt mein Sohn gelegentlich, ob ich arbeiten muß, wenn ich mich schick gemacht habe. Mein Sohn ist jetzt zwei Jahre alt geworden. Damals bin ich aus Überzeugung arbeiten gegangen. Heute bin ich vom Gegenteil überzeugt. Mein Sohn hatte sehr große Verlassensängste. Es hat viel Verständnis und Kraft gekostet, sich auf die Ängste meines Sohn einzulassen und diese weitestgehendst auszuräumen. Leider kann auch alles noch so gut geplante aus dem Ruder laufen. Das Hausfrauendasein tut meinem Sohn gut, mir gesundheitlich auch, aber in meinem Kopf hält langsam Vakuum Einzug.
Hallo, doch das geht, wenn auch sicher stressig sein wird, vor allem für Dich. Für das Kind sehe ich da kein Problem, wenn Du eine gute Betreuung findest. Ich habe direkt nach dem Mutterschutz wieder angefangen ganztags zu arbeiten, für gut ein Jahr war mein Mann zu Hause, der dann wieder mit zunächst 25 Stunden angefangen hat. Unser Sohn kam mit 13 Monaten ganztags in eine Kita. Das hat so gut geklappt, dass er nach 2 Wochen ganztags geblieben ist, obwohl mein Mann noch 2 Monate Erziehungsurlaub hatte. Er ist auch immer ganztags gegangen, so dass mein Mann Einkäufe und Haushalt in der Kitazeit erledigen konnte. Insofern war unsere Variante völlig stressfrei. Für Dich wird es stressiger, weil Du diese Sachen außerhalb der Kitazeit wirst machen müssen. Aber für unser Kind war die Kita eine wunderbare Lösung, sicher besser als länger zu Hause zu bleiben. Gruß, Renate
Hallo Ekatarina! Ich kann Dir auch Mut machen. Meine Tochter kam mit 5 Monaten in die Krippe und geht dort nun seit über einem Jahr hin. Sie ist sehr glücklich dort und sie empfindet es nicht als Fremdbetreuung! Es gab eine sehr sanfte Eingewöhnungsphase, das ist sehr wichtig. Sie kennt ihre Betreuerinnen in der Krippe besser als die Großeltern (wohnen über 200 km weit weg), was natürlich schade ist, aber ihr natürlich noch nicht bewusst. So wie sie mich manchmal nach ihrm Papa fragt oder ihn nach mir, wenn der jeweils andere nicht da ist, fragt sie am Wochenende auch nach ihrer Lieblingsbetreuerin. Das finde ich gut, sie weiss ja, wer Mama und Papa sind, nur gibt es für sie noch eine weitere Person, die sie liebt. Ich glaube, die sanfte Gewöhnung an die neue Betreuung ist auch für Dich gut, wenn Du nämlich merkst, dass Dein Kind sich gut arrangiert, fällt es Dir leichter es nicht bei Dir zu haben. Versuche für Dich Dein restliches Leben möglichst zu entspannen, wir haben z.B. eine Putzfrau, einen Gemüselieferservice und ich nehme viel mehr Dienstleistungen an als früher. Aber dafür habe ich, wenn ich nicht arbeite, wirklich Zeit für unsere Tochter und manchmal auch für mich. Zusätzlich habe ich einen Mann, für den es selbstverständlich ist, dass wir beide (vollzeit) arbeiten und der genauso eingespannt ist in Betreuung und Haushalt etc. wie ich. Allerdings musste er sich an den Haushalt nach meiner Elternzeit wieder gewöhnen ;-). Versucht als Familie das beste aus Eurer neuen Situation zu machen. Und Dir einen herzlichen Glückwunsch und ein dickes Fell zu Deinem Job! Viele Grüße, Sabine
Die letzten 10 Beiträge
- Unsichtbar abpumpen im Büro, Erfahrungen gesucht
- Neuer Job trotz Schwangerschaft?
- Kann Arbeitszeit nicht erfüllen, was kann der Arbeitgeber machen?
- Ist meine Arbeit ein Gefahr?
- Beschäftigungsverbot und schlechtes Gewissen
- Beschäftigungsverbot
- Schwanger im Einzelhandel
- Kurzarbeit
- Erst nach der Kündigung von der Schwangerschaft erfahren
- Erneute Schwangerschaft ende der Elternzeit