Elternforum Baby und Job

Kopf schüttel über manche Beiträge und ...

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...mal ne ganz andere Situationsbeschreibung: Hallo Mädels, ich kenne zwar leider keine von Euch, da ich aber vor 2-3 jahren hier meine Schwangerschaft verbracht hab und mein Sohn als Frühchen im März05 geboren wurde, bin ich alle Jubelzeit mal im Forum und lese mit. Im Forum zu dieser Rubrik bin ich gelandet, weil ich dachte, hier ein bißchen Unterstützung zu finden bzw. evtl. Gleichgesinnte zu finden - was ich allerdings hier lese, ruft bei mir nur ein Kopfschütteln hervor. Vielleicht sollte ich Euch mal meine/unsere Familiensituation erzählen, dann bin ich gespannt, ob Klopapier-Diskussionen wirklich nötig sind. also: Wie erwähnt, kam mein Sohn 9 Wochen zu früh an meinem letzten Arbeitstag zur Welt. Wir haben 6 Wochen in der Klinik verbracht und ich hatte logischerweise nix von meinem Mutterschutz. D.h. Geld vom Arbeitgeber bekam ich natürlich noch 18 Wochen (für Frühchen gibts 12 Wochen + die 6 Wochen vor der Geburt, die auch hintendran gehängt wurden). Mein Mann hatte während der Krankenhauszeit gerade eine neue Stelle angetreten. Leider wurde er im Juli05 krank - passenderweise wurde ihm (in der Probezeit) daraufhin gekündigt. D.h. wir haben genau ein halbes Jahr ALGII bekommen (mein Mann war vor dieser Stelle auch arbeitslos, daher kein ALG I mehr). Als ich schwanger wurde - um das gleich vorweg zu nehmen - sollte er von seinem Umschulungsbetrieb noch übernommen werden!! LEIDER besitzt mein Mann eine Eigentumswohnung, die vermietet ist - dank HartzIV haben wir als ab Jan06 keinen Cent mehr bekommen!! Verkaufen kam nicht in Frage, da der Immo-MArkt so mies ist, dass es das absolute MinusGeschäft geworden wär. Hinziehen leider auch nciht, da sie mit 45 km Entfernung zu weit weg ist.Sind auch auf die Schwiegers zum gelegentlichen Babysitten angewiesen. Durch diese Situation war klar, dass ich nur ein Jahr daheim bleiben kann und seid mein Sohn 1 Jahr ist, geh ich nur einer Teilzeitarbeit während der Elternzeit in meinem alten Betrieb nach. Ich verdiene durch die Steuerklasse III sehr gut und habe die Stunden so begrenzt, dass ich auch das Erziehungsgeld voll bekomme. Damit kommen wir über die Runden. Die Mieteinnahme der Wohnung geht leider komplett für Unterhalt für Kind meines Mannes aus vorheriger Beziehung drauf. Er jobt noch auf 400€-Basis - das reicht grade um seine Krankenversicherung von 140€ und sonstige versicherungen zu zahlen - durch die Mieteinkünfte ist sein Einkommen zu hoch, so dass er nicht bei mir Familienmitversichert werden kann. Also leben wir im Moment nur von meinem Verdienst und wenn mein Sohn 3 ist, muss ich Vollzeit arbeiten, um ihm Kindergarten zu ermöglichen und die fehlenden 200€ Landeserziehungsgeld (Ba-Wü) auszugleichen. Meint Ihr vielleicht, mir fällt das leicht? Ich wollte nie ganz daheim bleiben - die Elektronik-Branche ist zu schnelllebig, als dass ich mir das hätte erlauben können (bin im Marketing tätig), aber ich hab mir früher mal vorgestellt, ich gehe für zusätzlichen Luxus (Urlaub, Konzerte, etc) arbeiten und nicht fürs tägliche Überleben. So ist es aber nun ich neues Elterngeld hin oder her - so sehr ich mir ein zweites Kind wünsche, es ist ein Ding der Unmöglichkeit! Die ganze Zeit hatten wir noch bisserl Reserve durch ein kleines Erbe, doch das ist aufgebraucht, jetzt geht der Ernst los. Also WEM GEHT ES ÄHNLICH? Dass die Frau den Lebensunterhalt sichern MUSS?!!! Viele Grüsse eine Löwin - die immer kämpft, auch wenns schwer fällt!


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ich hab gerade deinen Beitrag gelesen und meine Freundin sorgt sich auch um die Zukunft. Wir leben in Schleswig-Holstein wo die Arbeitssituation noch mieser ist als z. B bei Euch, aber wir machen uns Mut, denn die Arbeitslosenzahlen sinken. und Krisen gab es immer. Wir machen uns gedanken um arbeit, die generationen vor uns über Ölkrise und Wohnungsnot. Und in vielleicht zehn Jahren wird das Problem Arbeitslosigkeit weitgehend behoben sein und dann kommen die Umweltsorgen ( "wegfliegen? Pro Jahr und pro Person sind nur 50 km pro Jahr erlaubt, sie haben ihr Budget mit Mallorca für die nächsten sechs Jahre ausgeschöpft"). ich weiß, Beamten und so geht es sicher besser und nicht alle müssen sich Sorgen um Arbeit machen. Und die ganzen Hartz4-Geschichten gerade mit Krankenversicherung etc. sind so unausgereift. Leider. Gerade wo Kinder sind ist Arbeitslosigkeit ein großes Problem. Besonders wenn man selbst über sein geld bestimmen will ( Wer gibt schon gerne Sozialschien zur Bezahlung?), den meisten wäre das peinlich. Jedenfalls uns, die eine gute Ausbildung haben und diese nicht umsonst gemacht haben wollen.Schlimm finde ich ja, daß meine Freundin, damals noch kinderlos, immer Vollzeit gearbeitet hat und gut gespart hat. Sie und ihr Mann wollten bauen. Durchs Baby ist das erst mal auf eis gelegt und jetzt wohl wieder. Aber immerhin haben sie gut gespart und da geht das Amt ja auch ran. die hat sich nie was gegönnt, immer nur gespart und das find ich jetzt so schade, daß der Traum für den man gearbeitet und zurückgesteckt hat, so platzt.


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Lies mal meinen Beitrag... Ich bin Beamtin und behaupte mal, dass es mir nicht besser geht ;-) Die Vorteile, die das Berufsbeamtentum mal hatte, sind nicht mehr wirklich... Ist heutzutage ein Job wie jeder andere auch. Ich meins nicht böse, wenn ich das jetzt schreibe. Aber es nervt manchmal, wenn unsereins als "Glückskind" hingestellt wird. Das bin ich nämlich nicht ;-) Liebe Grüße, dieElle


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Hallo, wow, Du bist echt eine Kämpferin, ich finde das toll, wie Du das hinkriegst. Auch ich muß arbeiten gehen, Teilzeit und Nebenjob. Ich würde auch gerne weniger arbeiten, aber es geht leider nicht, da ich AE bin. Viele Grüsse und alles Gute! Sonja


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ich habe 2 Jungs mit 10 Jahren und 19 Monaten beim ersten hatte ich den Luxus 3 Jahre nur 30 h die Woche gehen zu müssen beim 2. nach Scheidung usw. musste ich sofort nach den 8 Wochen Muschu wdr Vollzeit gehen, bin daher auch nicht in Genuss von Erziehungsgeld oder sowas gekommen muß sagen hab zur Zeit den total burn-out da ich meistens ne 50h Woche habe und mir das mit all den Dienstreisen usw langsam alles zuviel wird, aber es bleibt mir nix anderes übrig...


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Hallo! Normalerweise lese ich hier auch mehr mit, als dass ich schreibe. Meine Situation ist nicht so dramatisch wie Deine - bei Weitem nicht! Ich habe nach der Geburt unserer Tochter (eine völlig ungeplante Schwangerschaft) für zwei Jahre Elternzeit angemeldet. Zunächst hab ich noch gedacht, ich häng ein drittes Jahr hintendran, aber das kann ich mir jetzt auch eher von der Backe putzen ;-) Mein Mann hat ebenfalls eine Tochter aus erster Ehe, für die er UH zahlt. Ich bin Beamtin und dadurch privat Krankenversichert. Ich habe gesetzlich nicht die Möglichkeit während der Elternzeit bei meinem Mann familienversichert zu werden. Ich zahle monatlich weiterhin meine KV. Erziehungsgeld bekommen wir keins - meine Private KV wird da nicht anerkannt *haha* Also gibts nur Kindergeld. Ich habe seit ich arbeite immer gespart. Das kommt mir jetzt zugute. Durch meine Ersparnisse sind meine Ausgaben wie Krankenversicherung oder auch Lebens- und zusätzliche Rentenversicherung abgedeckt - NOCH - Denn wie es aussieht, halten meine Ersparnisse kein drittes Jahr Elternzeit aus. Ich seh das ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge: zum einen wäre ich gern noch ein Weilchen bei meiner Tochter geblieben, zum anderen freu ich mich wieder auf den Job und freu mich drauf, wieder etwas mehr Luft im Geldbeutel zu haben und zu wissen, wovon ich meine Rechnungen bezahlen kann. Wie eingangs erwähnt, ist es bei uns nicht halb so dramatisch wie bei Euch. Ich MUSS vom Prinzip her nicht arbeiten. Aber es würde VERDAMMT knapp werden in der Haushaltskasse. Kämpfe weiter, wir Frauen sind manchmal stärker, als man(n) glaubt! Liebe Grüße, dieElle


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Hi Löwin, schwierige Frage ob ich arbeiten MUSS...viele würden wahrscheinlich sagen: "die MUSS doch nicht, die macht das nur um sich selbst zu verwirklichen". Für mich ist ganz klar das ich arbeiten MÖCHTE, weil ich sonst nicht glücklich bin weil ich sonst finanziell abhängig wäre weil ich dann im Notfall die Familie nicht ernähren könnte weil ich meine berufliche Qualifikation verliere (das ist nun mal Realität!) usw....die Liste wäre unendlich.... Ich persönlich habe diesen Notfall schon erlebt, als mein ersten Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen ist und ich mit 2 kleinen Kindern und einem Haus da stand. Gut wir waren in sofern abgesicht, das die Schulden vom Haus + 3 Jahre Einkommen durch eine Lebensversicherung abgedeckt gewesen ist ABER was wäre dann gekommen??? Ich wollte meinen Kindern unbedingt das Haus und den Lebensstandart sichern !!! Und ich wollte niemals Geld von Eltern und Schwiegereltern nehmen (wurde SOFORT von beiden Seiten angeboten). Insofern war ich heilfroh niemals meine qualifizierten Job an den Nagel gehängt zu haben und sofort voll verdienen zu können. Heute bin ich in zweiter Ehe verheiratet und erwarte gerade Kind Nr. 3+4. Ich werde sofort nach einem Jahr Elterngeld wieder mit mind. 25 Std. einsteigen. Ich MUSS nicht aber ich MÖCHTE....ich MÖCHTE mich und MEINE Kinder selbst versorgen, ich MÖCHTE gleichberechtigter Partner sein, ich MÖCHTE unabhängig bleiben und ich MÖCHTE für Notfälle (die jeden immer treffen können) gerüstet sein. Und ganz nebenbei bin ich überzeugt, das ich meinen Kindern als Hausfrau keine gute Mutter sein könnte ;-)... Grüße Linda


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hallo, ihr habts ja echt schwer und ich versteh dich gut, dass dir das ganze schwer fällt - ich hoffe, deinem kleinen gehts gut. aber ich denk, die meisten hier im forum gehen auch arbeiten, um den lebensunterhalt zu sichern - soweit ich weiss, ging es bei der von dir angesprochenen diskussion, die immer mal wieder hochkommt, darum, dass mütter prinzipiell so und so lang zu hause bleiben sollten beim kind. nun ja, da zählen so argumente, wie ... geht finanziell oder kann ich mir in der schnelllebigen zeit nicht erlauben nicht. ich selbst hab wieder mit dem studium angefangen, als unser großer 5 monate war und hab mich selbständig gemacht, als er ein jahr ca war - er geht in die kita, seit er 12 monate war, davon war er bei opa in betreuung, weil es hier die möglichkeit einer tamu nicht gab. mittlerweile ist bei uns nummer 2 unterwegs und kommt im juni - ich setze von mai bis ende august aus, fang im september wieder voll an mit arbeiten - ja, ich hab das glück und kann den kleinen mann hier behalten bei mir, aber es ändert nichts dran, ich arbeite vollzeit - 12-16 stunden pro tag. so traurig es auch klingt, wir können uns das nur leisten, weil wir beide arbeiten. von dem tollen neuen elterngeld hab ich mal gar nichts, weil mein einkommen nicht als solches gezählt wird. einzig momentan ist uns das geld ein wenig egal und mein mann kämpft derzeit vieles durch auf arbeit (gott sei dank hat der alte chef aufgehört und wurde durch eine frau ersetzt) - z. b. resturlaub bis ende mai nehmen können, denn ich hab manche tage nicht mehr die kraft dazu und könnt nur noch heulen, weil gar nicht feststeht, ob unser kleiner nicht jetzt jeden tag kommen könnt (bin in der 29. ssw) - weil die mich an der niere operieren müssen, gleichzeitig muss ich aber stark sein für fynn (der mama mit seinen 3 jahren auch schon mal sagt "mama, kannst auch weinen"). ich liebe meinen job und mach ihn auch sehr sehr gern, aber es gibt tage, da würd ich lieber im bett bleiben ... geht nicht, weil uns dann hier alles über den kopf wächst - auch finanziell, wenn menne nicht sparen würd, wo man sparen kann (diskussionen über preise gibts nicht, weil er derzeit allein einkaufen geht - seitdem weiss er, was alles so ca kostet) kämpf weiter, es lohnt sich .... lg doreen


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Jepp, hier, ich muß auch. Ich bin AE, der Vater der Kleinen Hartz 4-Empfänger, keinen Pfennig Unterhalt. Ich muß alles alleine hinbügeln, krieg ich auch gut hin. Wenn man von der permanenten Erschöpfung mal absieht............. Sie ist jetzt 3,5 Jahre alt. Ich denke mal, mit zunehmendem Alter wird es einfacher. Da muß ich halt jetzt durch. Sollte hier jemand meinen, ich sollte doch auch Hartz 4 beziehen, um mich voll und ganz um mein Kind kümmern zu können, dann kann ich das nicht wirklich ernst nehmen. Gruß Karen


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Hi Mädels, ja, das ist eine ordentliche Kommentation - ich versteh jede von Euch und muss auch noch nachtragen, dass es hier natürlich NICHT um AE ging, die wirklich meinen VOLLEN Respekt haben - Kind und Job und Haushalt und das ohne eine "starke Schulter" bzw. generell ohne mentalen Austausch unter einen Hut bringen! Ich weiss, dass ich ganz bestimmt nicht jammern muss - die Schwiegers unterstützen uns wirklich sehr - ich bin halt nur ein Typ, der nicht gern abhängig ist von "Fremden" - von meinem Mann "Geld-zu-nehmen" fällt da aber nicht drunter, da auch jede "Familienmanagerin" Ihren Beitrag zu Heim und Kindererziehung leistet und damit Ihren Teil "verdient". Genauso steht auch jeder Frau zu, arbeiten zu gehen!!!! Also Merci! Grüsse