Mitglied inaktiv
Hallo zusammen, ich las hier von junima, dass man im Lebenslauf keine Angaben zum Familienstand machen muss, weil das AGG dem Arbeitgeber verbietet, da nachzufragen. Nur mal theoretisch: ich kann also auch mein Kind unerwaehnt lassen? Gruss, harmony
Rein rechtlich musst du dein Kind nicht erwähnen. Aber, wie willst du die Lücke im Lebenslauf erklären? Lücken im Lebenslauf sind das Schlimmste. Im schlimmsten Fall geht der potentielle AG davon aus, dass du im Knast warst. LG Janka
...ist ja nicht gesagt, dass eine Lücke entsanden sein muss. War man in Elternzeit (also einem ruhenden Beschäftigungsverhältnis) so entsteht im Lebenslauf ja gar keine Lücke. Man darf das ganz getrost als "bschäftigt bei..., als..." angeben. Auch in einem Zeugnis darf der AG nicht erwähnen, dass der Mitarbeiter so und so lange in Elternzeit war oder noch ist... junima
...es wird sich auch für "normale" Jobs die seit einigen Jahren für Führungs- u. Hochqualifikations-Jobs schon durchaus übliche, internationale Art (auch amerikanische Form genannet) durchsetzen, weil das neue Gesetz eben darauf ausgerichtet ist. Kannst ja mal googeln, wie so eine Bewerbung aussieht. Im Prinzip enthält sie nur Name (Vorname schon optional, da er über das Geschlecht Aufschluss gibt), Anschrift und eine Aufzälung des beruflichen Werdegangs und aller relevanten Qualifikationen - keine Geburtsdatum, nichts zu Familienstand u. Kindern auch keine Zeugnisse (da sie ja das Geburtsdatum enthalten und somit eine Diskriminierung wg. des Alters zuliessen). Allein entscheidend für die erste Auswahl des AG soll der Abgleich zwischen Quali-Profil des Bewerbers und Anforderungsprofil der Stelle sein. Wer da die grösste Übereinstimmung hat kommt eine Runde weiter - spätestens im Vorstellungsgespräch offenbaren sich Dinge wie Alter und Geschlecht ja sowieso... Es ist inzwischen sogar schon grenzwertig, wenn der AG in einer Anzeige oder in einem Schreiben an den Bewerber um "Zusendung der VOLLSTÄNDIGEN Bewerbungsunterlagen" bittet. Das ist schon ein Hinweis darauf, dass er zu diskriminieren versuchen könnte. "AUSSAGEFÄHIGE Bewerbungsunterlagen" ist die korrekte Formulierung. Tatsächlich ist es natürlich so, dass gerade in mittelständischen u. kleinen Firmen oder solchen, die nicht international tätig sind, sie amerikanische Bewerbungsform und auch das AGG noch sehr unbekkannt sind. Bewirbt man/frau sich dort auf diese Art, wird man vermutlich eine Absage bekommen... Kinder jedoch würde ich in den Unterlagen tatsächlich unerwähnt lassen. Die allgemeine Erfahrung (darum gibt es das Gesetzt ja!) und auch eigene Recherchen haben gezeigt, dass die exakt gleiche Bewerbung einmal mit und einmal ohne Angabe von Kindern im letzteren Fall immer dutlich bessere Chancen hatte... Gruss und viel Erfolg! junima
Hallo, was soll das bringen, das Kind zu verschweigen? Irgendwann erfährt es der AG doch. So etwas zu verschweigen wäre für mich einfach ein schlechter Start, bzw. so entsteht keine Vertrauensbasis. Ich persönlich halte nicht viel davon, diese Dinge gesetzlich zu regeln. Viele Grüße Ulli
ich bin alleinerziehend! Wer will eine Frau einstellen, die alleine für das Kind sorgt. Ständig fehlt (20 bezahlte Tage von der KK, 24-xx Tage Urlaub, man könnte ja auch selber mal krank werden!) dabei erst 28 Jahre ist und die Gefahr läuft nochmal schwanger zu werden? annika
mein netter berater von der arge (ich suche dort einen besseren job als den aktuellen, vor allem einen brotjob...) empfiehlt, kinder irgendwie zu erwähnen. denn es kommt immer irgendwann raus, und dann meistens leider nicht aus dem grund, weil der sprössling bayerns bestes abitur geschrieben hat und mit familienfoto in der zeitung steht... ausserdem kann bei zwei oder mehr kindern ja auch von abgeschlossener familienplanung ausgegangen werden. zumindest, wenn die bewerberin ansonsten wg. bspw. jungen alters nicht darauf schliessen läßt. und wie Benedikte sagte: es erklärt ja manchmal das etwas zähe vorankomen im berufsleben, weil man nämlich nicht stetig aufrücken konnte sondern sich in nachwuchspflege geübt hat. ich erwähne meine kinder nur im anschreiben, allerdings nicht zahl und alter (3 kids, null - fünf jahre), weil das sicher abschreckt, und auch nicht im lebenslauf. und das hat mir immer geschadet, - solange ich sie verschwiegen habe, bin ich immer glänzend gefahren in bewerbungsrunden! aber ich möchte auch nicht mehr von pontius nach pilatus fahren, um dann aus albernen gründen heim geschickt zu werden. entweder mit auch gerne it kindern oder gleich nicht. s.
Hallo annika, selbst wenn jemand das schrecklich Klischee hat, dann änderst Du es nicht, indem Du dich reinschmuggelst. Wenn die Kinder das erste Mal krank sind und Du vielleicht nicht kannst, fliegt es auf. Der Arbeitgeber fühlt sich belogen, das Verhältnis ist im Eimer. Es liegt letztendlich an Dir zu beweisen, dass Du die für den AG so nachteilige Gesetzeslage (Kind-krank-Tage etc.) nicht ausnutzt. Viele Grüße Ulli
demnach, brauchst du weder ein Lichtbild, Lebenslauf noch sonstige Angaben zu deiner Person machen sondern nur deinen beruflichen Werdegang und Kontaktdaten! annika
Wo wenig Inhalt, wird auch wenig gelesen. Ohne Zeugnis ist eine Bewerbung für mich völlig irrelevant und ich würde immer annehmen, dass das Zeugnis so schlimm sein muss, dass man es nicht beigelegt hat. Ohne Foto finde ich immer schade, aber das ist tatsächlich ja nicht aussagekräftig (obwohl.....). Gruß Tina
Also, ich habe vier Kinder, arbeite Vollzeit, bin 2005 und 2003 versetzt worden- und kann mir ueberhaupt nicht vorstellen, meine Kinder aus dem Lebenslauf zu lassen. Ich gebe immer meinen Familienstand an- und dazu gehoeren meine Kinder. Das soll auch jeder wissen- spaetestens auf der lohnsteuerkarte kommt es raus, im oeffentlichen Dienst kriegst Du KIndergeld via Arbeitgeber, da kommt s raus, vielleicht muss man sich mal krank melden wegen kranker Kinder, da muss man auch sagen, dass man Kinder hat etc. Ich mache keine spontanen Dienstreisen, die man von Kinderlosen erwartet und schaue, dass ich halbwegs puenktlich zuhause bin. Man wird ja nicht nur als Arbeitskraft, sondern als Mensch eingestellt und man sollte sich auch um das Betriebsklima Gedanken machen.Und selbst, wenn das antidiskriminierungsgesetz es zulassen sollte, den Familienstand zu verheimlichen- in der Praxis fuehrt das geade bei kleinen und mittleren betrieben, wo man den Personalern und Chefs taeglich ueber den Weg lauft, zu unendlich boesem Blut. Ausserdem kann man in der Probezeit jederzeit ohne Angabe von Gruenden entlassen werden. Kurzum- ich wuerde Unterlagen immer wahrheitsgemaess und vollstaendig einreichen- auf Dauer macht sich das bei jedem Arbeitsverhaeltnis am besten. Und entscheidend ist letztlich die Qualifikation- darauf fuehre ich meine Erfolge zurueck und nicht " trotz Kindern". Ich glaube, dass das Hindernis Kind oft- nicht immer- ueberwertet wird und viele, die wegen schwacher performance nicht weiterkommen, das auf Kinder zurueckfuehren. Kurzum- erwaehn dein Kind, es kommt eh raus und fuers Betriebsklima ist Ehrlichkeit echt das beste. Glaub einer alten Praktikerin Benedikte
Ich kann mich Benedikte nur anschließen. Mein Lebenslauf ist ein klassischer, da steht alles drin, z.B. auch Abschlussnoten bei diversen Schul- und Hochschulabschlüssen. Die können sich allerdings auch sehen lassen... Und mein Kind (bzw. Kinder, im Mai werden es zwei sein), werde ich auf keinen Fall verschweigen. Die gehören nun einmal zu mir. Die zu verschweigen, wäre für mich eine glatte Lebenslüge. Unvorstellbar. Und was nützt es mir, wenn ich sie verschweige, eingestellt werde und es dann herauskommt und das dem AG aus irgendeinem Grund nicht recht ist? Dann findet der Mittel und Wege, mir das Leben schwer zu machen, bis hin zur Entlassung... Ich habe lediglich letztens einen Eintrag so geändert, dass nicht mehr "ledig, 1 Kind" drin steht, sondern "ledig, in eheähnlicher Gemeinschaft lebend, 1 Kind". Erstens entspricht das der Wahrheit, und zweitens klingt es wohl doch etwas besser, wenn es z.B. um Kinderbetreuung etc. geht. Vielleicht bin ich bezüglich Bewerbungen auch etwas naiv. Ich war seit meinem Schulabschluss durchgängig erwerbstätig, musste mich bisher nur wenig bewerben, und hab bei jeder Bewerbung die Stelle bekommen. Ich sehe die Probleme mit Kind etc. in Bewerbungen einfach nicht. Ich denke halt auch, dass letztendlich die tatsächliche Geeignetheit für eine Stelle siegt. Allerdings arbeite ich in der Forschung, da schaut man sicher auch anders in die Bewerbungen. Da sind im Wesentlichen wirklich nur die Qualifikationen von Bedeutung.
Hallo, danke fuer eure Antworten. Ich denke, hier gibt es einfach einen Umbruch im Personalwesen. Was bisher selbstverstaendlich war (Kind angeben), ist nun nicht mehr notwendig. Genauso, wie mancher Akademiker immer noch die Berufe der Eltern angibt, was schon laengst obsolet geworden ist. So dramatische Wendungen wie "Lebensluege" finde ich recht unangemessen. Und schliesslich geht es nur um die Frage, ob man sein Kind schon ganz am Anfang, also in der ersten Bewerbungesrunde erwaehnen soll. Von jahrelangem Verheimlichen war ja nicht die Rede. Das gleiche Argument koennte auch fuer die Hautfarbe gelten, und da bezeichnet es vermutlich auch niemand als Lebensluege, wenn man eine Angabe dazu unterlaesst. Wenn ein Kind nicht leistungsrelevant ist, wie manche betonen, dann muss der Arbeitgeber vom Bewerber auch nichts darueber wissen, genausowenig wie ueber die Krankheit der Oma oder Schulden oder sonstwas. MfG, harmony
harmony, was Du schreibst, leuchtet mir ein. Aber:man schreibt doch immer auch persoenliches herein, Hobbies, Ehrenaemter etc.Wenn ich mich als Gemeindeschwester bewerbe, ist es fuer den AG doch wichtig zu wissen, dass ich bspw. einen Gespraechskreis geleitet habe oder Gruene Dame im Krankenhaus war, weil das mit meinen Aufagben verwandt ist.Und mir einen Vorteil ueber Bewerber gibt, die nichts gemacht haben. Deiner Ansicht nach sollte man sich das auch spraen, gehoert aber direkt nicht dazu? Und- fachliche Leistungen sidn unbestritten wichtig, aber Persoenlichkeit auch.In unserem Personalentwicklungskonzept steht, dass bei der Bekleidung von hoeheren Positionen beides gleichwertig ist, Fachkompetenz mit Persoenlichkeit/Sozialkompetenz. Einfach wegen der total schlechten Erfahrungen mit reinen Fachidioten, die mit ihren Leuten nicht umgehen koennen mit allen negativen Konsequenzen wie Klagen, hoher Krankenstand etc. Oder, wie Janka schon richtig angesprochen hat, die Luecken: Eine Freundin von mir ist wegen der Kinder in Elternzeit gewesen und deshalb nicht in der regelzeit befoerdert worden wie es in ihrer behoerde ueblich war. Die vorgeschriebene Standzeit hat sich bei ihr um die Elternzeit verlaengert.Sie hatte also knapp zwei Jahre laenger warten muessen als alle anderen. Wenn man weiss, dass sie in der Elternzeit war, kein Problem. Weiss man es nicht, sieht nur, dass sie zwei Jahre laenger gebraucht hat, macht das einen fatalen Eindruck. Weil man dann auf schlechte Leistungen schliesst, die eben verlaengerte Standzeiten vorsieht damit der jeweilige Kandidat sich bewaehren kann. Und- ich schreibe meine vier Kinder auch herein, weil ich eben zeigen kann, dass es da kaum Probleme gibt. Ich bin mit guter Organsisation nur minimal weniger flexibel als kinderlose Kollegen.Und das zu verschweigen, wuerde mir eher schaden als nuetzen. ich wuerde mich am liebsten sogar immer mit meinen fehltagen der letzten 14 Jahre bewerben. aber ich bin mal gespannt, wie sich hier die Praxis entwickrelt. benedikte
Ich würde auch immer die Kinder angeben, weil es einfach einen guten Eindruck macht, wenn man beides, Kind und Beruf organisieren kann. Außerdem habe ich die Erfahrung gemacht, dass Männer es komisch finden, wenn Frauen keine Kinder wollen. Wenn ein AG von den Kinder abgeschreckt wird, dann passt man wahrscheinlich einfach nicht gut zu einander, und Probleme sind vorprogrammiert.
Guten Abend, Benedikte, "Aber:man schreibt doch immer auch persoenliches herein, Hobbies, Ehrenaemter etc." Ja, kann man, muss man aber nicht. Und ich wuerde mir auch hier bei jeder Angabe ueberlegen, was sie bringt und wozu sie notwendig ist. Ehrenaemter oder "kulturelle" Hobbies machen vielleicht einen guten Eindruck, waehrend "Computerspielen" oder Abenteuersportarten auf manchen Arbeitgeber zweifelhaft wirken werden. "Wenn ich mich als Gemeindeschwester bewerbe, ist es fuer den AG doch wichtig zu wissen, dass ich bspw. einen Gespraechskreis geleitet habe oder Gruene Dame im Krankenhaus war, weil das mit meinen Aufagben verwandt ist.Und mir einen Vorteil ueber Bewerber gibt, die nichts gemacht haben." Wenn eine Taetigkeit zeigt, dass ich schon was Aehnliches gemacht habe, wie die angestrebte Stelle von mir auch verlangen wird, dann ist das eine relevante Sache und kein Hobby, was man "halt so" angibt. "Deiner Ansicht nach sollte man sich das auch spraen" Nein, natuerlich nicht. Es zeigt ja meine Erfahrung in einem Bereich, der den AG interessiert. "Und - fachliche Leistungen sidn unbestritten wichtig, aber Persoenlichkeit auch." Dagegen wuerde ich niemals sprechen. Aber dass ich Mutter bin, sagt ueber meine Persoenlichkeit nichts aus, was man aus meinem Lebenslauf herauslesen koennte. Etwas anderes ist es, wenn ich mein Kind im Gespraech erwaehne und gleich was dazu sagen kann. Wie eine Frau durch ihr Kind gepraegt wurde und was sie durch die Mutterschaft gelernt hat, kann in der Praxis sehr unterschiedlich sein, positiv oder auch negativ. Dass ich ein Kind nicht weglassen wuerde, wenn dadurch Luecken entstehen, ist klar. Waere bei mir aber nicht so. Ich glaube auch, dass ich es angeben werde, auch wenn ich als alleinerziehende Mutter eines Kleinkindes mit Sicherheit nicht zu den beliebtesten Bewerbergruppen zaehlen werde. Ich habe halt schlechte Erfahrungen gemacht: Frueher gab es keine Bewerbung, bei der ich nicht zumindest zum Gespraech eingeladen wurde. Seitdem ich alleinerziehende Mutter bin (sonst hatte sich nichts veraendert), bekam ich mehrfach Absagen oder einfach gar keine Reaktion. Wenn das Zufall ist, dann fress ich einen Besen. Geuss, harmony
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