Elternforum Baby und Job

Kein Krippenplatz - Job weg?

Kein Krippenplatz - Job weg?

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Ich habe gerade so einen Zorn, ich muss den mal loswerden: Ich habe Sohni bereits vor seiner Geburt bei einem Dutzend Kinderkrippen angemeldet (vormerken lassen), ab März sollte er hingehen, wenn er ein Jahr ist. Ab April wollte ich (während der Elternzeit) wieder halbtags in den Job zurück. Nun hab ich aber keinen Krippenplatz bekommen und eine Tagesmutti ist in meinem Fall zu unflexibel oder wenn flexibel, dann zu teuer (vier mal so teuer wie Krippe). Also hab ich Chef gesagt: Ich komme ein halbes Jahr später wieder. Der war gar nicht bös und meinte, die Auftragslage sei ohnehin so mies, dass es gut sei, dass ich noch nicht wieder komme. Und für September könne er mir nix zusagen. Andererseits ist gerade Not am Mann, weil eine andere Kollegin auch gerade Mutter geworden ist. Da sie nach 6 Monaten wieder voll einsteigen will, hat man keine Vertretung eingestellt und alle sind am rödeln und man wäre über meine Mitarbeit dankbar (aber nur solange die Kollegin ausfällt). Wow. Karriereknick Kind. 100 Prozent. Wie sehen meine Rechte aus? Während der ELternzeit (beantragt für die ersten 2 Lebensjahre meines Kindes) darf ich bis zu 30 Std/Woche Teilzeit arbeiten, darauf habe ich einen Rechtsanspruch, oder? Das darf man mir nur verwehren, wenn es wichtige betriebliche Gründe gibt. Und dann dürfte ich bei einem anderen Arebitgeber schaffen. Stimmt das? Danach habe ich lediglich Anrecht auf meinen alten Vertrag. Kein Anrecht auf Teilzeit. Will aber Teilzeit. Kann der Arbeitgeber mir dann kündigen? (Nach der Sozialauswahl gibt es viele kinderlose Kollegen, die teilweise weniger lange da sind als ich.) Wäre mein Wunsch nach einer Teilzeitstelle wirklich ein Kündigungsgrund? Kann ich nicht glauben. Bin gerade ein bisschen verzweifelt und hoffe, dass ich im nächsten halben Jahr alles zum besseren wendet...weiß gar nicht, wie ich mich an schlauesten verhalten soll.. Sorry fürs auskotzen. Sis


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1. In der Elternzeit hast Du grundsätzlich einen Anspruch auf Teilzeitarbeit, allerdings nur, wenn Du zwischen 16 und 30 Stunden arbeitest und keine dringenden betrieblichen Gründe entgegen stehen. Das kann etwa der Fall sein, wenn eine Vertretung eingestellt wurde. Deshalb sollte man sich gleich nach der Entbindung festlegen, wann und wieviel man arbeiten möchte. Dann ist man aber auch daran gebunden. 2. Nach der Elternzeit ist es schwieriger mit der Teilzeittätigkeit. Es reicht, dass betriebliche Gründe entgegenstehen. Der AG ist also relativ frei, das zu ermöglichen. Kündigen müsstest allerdings Du, das alte Arbeitsverhältnis ist ja eine Vollzeitstelle. 3. Unabhängig von der Rechtslage: Versetze Dich in Deinen AG. Der muss auch planen. Wenn Du es nicht schaffst, innerhalb eines Jahres eine Betreuung für Dein Kind zu organisieren, hat er Angst, dass es auch mit der Teilzeittätigkeit nicht klappt. Ich würde an Deiner Stelle eine Tagesmutter suchen, auch wenn es etwas teuerer ist. Wenn Du wirklich arbeiten möchtest, sollte es Dir das wert sein, langfristig zahlt es sich mit Sicherheit aus. Du kannst die Kosten auch steuerlich geltend machen. Außerdem wird es noch schwieriger, bei einem neuen AG eine Teilzeitstelle zu finden, als bei dem bisherigen. Wenn es während der Elternzeit gut läuft, ist der Teilzeitjob danach bestimmt kein Problem!


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Während der Elternzeit hast Du ein Recht auf das, was Du beantragt hast. Kannst also teilzeit arbeiten, wenn es so vereinbart war (und musst auch, wenn die Firma darauf besteht). Nach der Elternzeit hast Du ein Recht auf Teilzeit, aber erst ab einer bestimmten Firmengröße und wenn Dein Job es zulässt. Ich finde, Du solltest eine Tagesmutter nehmen. Krippenplätze sind nun mal Mangelware. Ich habe auch keinen bekommen, und jetzt geht eben ein Großteil meines Gehalts für die Tagesmutter drauf. Wenn das zweite Kind kommt, geht sogar mein komplettes Gehalt drauf. Aber ist ja nur für eineinhalb Jahre und hat den Vorteil, dass ich eben keinen allzu großen Karriereknick einstecken muss.


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HAllo und Danke für eure Meinungen. Das Problem ist ja weniger, dass ich keine n Krippenplatz bekommen habe und keine Ta Mu will, sondern dass der Arebitgeber mir nahegelegt hat, noch länger zuhause zu bleiben. Ich müsste also zum einen eine Tagesmutter organisieren und außerdem meinen Teilzeitanspruch ggf. gerichtlich durchsetzen, was, wie man mir sagte, die Entlassung eines anderen Kollegen zur Folge hätte, wenn ich es durchsetzte, wiederzukommen. Man spekuliert darauf, dass sich in 6 Monaten die Lage verbessert - und ich, dass ich bis dahin einen Krippenplatz habe. Ich werde in jedem Fall im Sommer wieder einsteigen. Mit Krippenplatz oder ohne. Aber im Moment wollen die mich gar nicht. Im Grunde genommen verlagern wir das Problem nur in den Sommer und hoffen beide, dass sich alles zum Guten wendet... GRuß Sis


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Achso, ich muss nachtragen, dass der AG sehr genaus weiß, was er an mir hat und weiß, dass das mit Teilzeit klappen wird (ich das hin kriege), denn ich arbeite seit dem Mutterschutz auf 400 Euro Basis für ihn von zuhause aus und er ist zufrieden mit mir. Aber das Geld und die intellektuelle Herausforderung ist ein bisschen zu wenig, weswegen ich gerne wieder "richtig" arbeiten möchte.