Mitglied inaktiv
Hallo Junima, da bin ich aber mal gespannt, wie Du mich auf die Empfängerseite rechnen willst. Ich zahle (auch mit 0,5 Kinderfreibetrag) in einem normalen Monat ca. 725 Euro Lohnsteuer (Steuerklasse IV), 40 Euro Soli, 250 Euro Krankenversicherung, 340 Euro Rentenversicherung, 110 Arbeitslosenversicherung und 30 Euro Pflegeversicherung. Macht insgesamt fast 1500 Euro monatlich. Und den Arbeitgeberanteil der Sozialversicherungen muss man ja noch drauf rechnen. Mein Mann verdient etwas mehr als ich, zahlt also noch mehr. Das machen die 154 Euro Kindergeld nicht wett. Und auch wenn der Kleine mal in Kindergarten und Schule kommt, ist das locker drin (hab mal irgendwo gelesen, dass jeder Schüler den Staat ca. 6000 Euro im Jahr kostet - falls ich mich richtig erinnere). Selbst die gleiche Kosten für Kind Nr. 2, das wir hoffentlich mal bekommen, finanzieren wir damit noch "selbst". Wenn also wir nicht auf der Geberseite wären, dann wäre es kaum jemand und das System schon lange nicht mehr finanzierbar. (Es ist auch völlig in Ordnung, dass wir mehr zahlen als wir bekommen. In unserer Studentenzeit war es schließlich z.B. anders. Außerdem gibt es schließlich auch noch Kosten, die man nicht so direkt dem Einzelnen zurechnen kann wie z.B. Gehälter der Regierenden oder Straßenbau.) Aber ich meine es tatsächlich nicht als Vorwurf, wenn ich jemandem sage, dass er auf Kosten der Allgemeinheit lebt. Es ist vom System so vorgesehen und von daher in Ordnung. Ich finde aber, dass man als Empfänger auch die Leistung derer anerkennen sollte, die das Geld verdienen und sich fragen sollte, was man selbst dafür leistet. Eine Frau wie Lily24, die ihren Mann puscht, damit er Zeit zum Geldverdienen hat und Familienangehörige pflegt erkenne ich in dem Punkt an. Aber jemand, der lapidar sagt, er wolle nie wieder Vollzeit arbeiten (um wie ich unterstelle die Zeit seinen persönlichen Hobbies zu widmen) kann sich halt schon mal bei der Gesellschaft bedanken. Gruß Linda
Nichts leichter als das. Ist alles nur eine Frage des Standpunktes: Wenn ich mir mal kurz die enge und damit verzerrende Betrachtungsweise zu eigen machen dürfte, die du hier dargelegt hast, würde das so aussehen: Allein mein Mann (wohlgemerkt mit Steuerklasse III) zahlt schon mehr Lohnsteuer als du insgesamt Abgaben vom Arbeitsentgelt hast. Der gesamte SV-Bereich ist da noch völlig aussen vor, genau wie meine Einkommenssteuer. Aus meiner ganz isolierten und privaten Sicht wärst du dann also "Nehmer" und ich "Geber". Obwohl wir, wie anscheinend auch ihr, für alle Sozialleistungen über den Einkommensgrenzen liegen und daher überall den Höchstbeitrag zahlen, wie z.B. im Kindergarten, muss uns dennoch klar sein, dass das nur eine Kostenbeteiligung ist (heisst ja auch so). Gebaut hat den Kiga die Stadt und sie unterhält ihn auch - aus Steuergeldern. Mit Schulen, Schwimmbädern, Theatern usw., verhält es sich genau so. Als einzelne Familien wären wir zur Schaffung und Unterhaltung von Einrichtungen gleicher Qualität nicht in der Lage. Von der gesamten Infrastruktur im medizinischen und vekehrstechnischen Bereich mal ganz zu schweigen. Da sind wir doch unterm Strich fast alle Transferampfänger - genau wie du gesagt aber bezweifelt hast. Genau so funktioniert ein Staat nunmal. Auch wenn das für dich vielleicht nur schwer vorstellbar ist, es gibt Einzelpersonen und erst recht Unternehmen, die zahlen so viel Steuern, dass aus deren Sicht und mit deiner Betrachtungsweise 80% der Bevölkerung auf der Nehmerseite stehen. Dass das System, entgegen deiner Annahme, nicht zusammenbricht, zeigt, welche immensen Summen an Staatseinnahmen allein durch diese 20% zusammen kommen. Wie gesagt, nur eine Frage des Standpunkts... Aus meiner tatsächlichen Sicht stehen sowieso alle Familien mit Kindern auf der Geberseite unserer Gesellschaft. Ein gerechter Lastenausgleich zwischen Familien mit Kindern und Menschen ohne Kinder ist längst überfällig. Es wäre wünschenswert, dass alle Eltern da an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig mit Halbwahrheiten bekriegen. junima
Die Karotte ist eindeutig auf der Nehmerseite, der Apfel auch und wo steht der Baum? Wenn man diese Rechnung richtig machen will, kann man doch nur den Zustand gegenüber stellen, wenn beide Elternteile arbeiten oder nur einer. Ich kann doch dann nicht höhere Einkommen vergleichen. Ja, auch wir haben unseren eigenen Finanzbeamten, wenn ich unsere Steuerlast nehme, sind als Leistungsträger ganz sicher auf der Geberseite, aber das ist doch kein Vergleich!!!! Der Vergleich muss lauten: Situation Einverdiener und Situation Doppelverdiener bei unveränderter Einkommenssituation des Mannes (oder der Frau, manchmal ist auch die Frau der Alleinverdiener, solls geben). Nur dann lässt sich das ausrechnen und dann ziemlich einfach. Aber wenn man sich noch nicht einmal auf die Berechnungsgrundlage einigen kann, ist das völlig sinnlos.
Ich mache gar keine Rechnung auf, weil das erstens, wenn man es korrekt machen wollte so kompliziert ist, dass selbst studierte Volkswirtschafler damit Probleme haben und weil ich zweitens schon den Ansatz hier etwas aufrechenen zu wollen vom sozial- und gesellschaftsethischen Ansatz her ablehne. Habe nur mal die hypothetische Rechnung gemacht um zu zeigen, wie absurd das ist. Dass im Falle eines Falles zur Berechnungsgrundlage aber doch nicht nur die lohnabhängigen Bestandteile herangezogen werden können und sich die "Einzahlsumme" aus viel mehr Bestandteilen zusammen setzt, habe ich doch schon zur Genüge erläutert. Insofern kann man eben auch nicht nach dem von dir genannten Schema vorgehen. Es sind jeweils die Gesamtumstände zu betrachten sonst ergibt sich ein Zerrbild. Ist es vielleicht nicht einfach so, dass ihr dringend eine Rechnung aufmachen müsst, weil darauf eure gesamte Argumentation gegen Shirin fusst? Kann man die Rechnug nicht machen, kann man ihr nicht vorwerfen auf Staatskosten zu leben und alles bricht zusammen - was für ein Dilemma!
Die selbstherrliche Tina steigt aus, aber nicht wegen des Dilemmas, sondern weil es sehr persönlich wird - nicht von Dir junimama, aber es reicht einfach. Wir kommen nicht zusammen, das macht aber auch nichts, es war trotzdem spannend mit Dir, wenn auch hitzig. Gruß Tina PS: Ich bin gar nicht gegen oder für irgendwen ich finde das Forum nur ohne Trolle viel schöner.
hallo, ich habe deine beiträge gelesen, und möchte nur sagen, wie gut sie mir getan haben. ich will nichts über shirins etwaige provokationen schreiben, aber was ich hier an antworten lesen mußte, fand ich teilweise weitaus schlimmer, provokanter und niveauloser. sowas von erwachsenen menschen zu erleben, die sich plötzlich alle zusammen wie eine meute hyänen an einem einzelnen tier festbeißt. diese reaktionen waren nicht angemessen und für mich auch in der argumentaion unfair. daher nochmals danke für deine fachlichen und sachlichen ausführungen. grüße
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