Mitglied inaktiv
Hallo, ich glaube wirklich, dass es bei uns in der Region (Unterfranken / Bayern) sehr ungewöhnlich ist, als Mutter zu arbeiten. Diesen Eindruck bekam ich schon im Kindergarten, da viele Veranstaltungen, bei denen die Eltern entweder helfen oder bewundern sollten, am Vormittag stattfanden. Mit Eintritt meiner Tochter in die Grundschule kamen immer wieder Fragen von anderen Müttern, wie es meiner Tochter denn im Hort gefiele, immer mit diesem Unterton, (den manche von Euch vielleicht kennen), à la "das arme Kind kann einem leid tun". Dabei gefällt es Leonie ausgezeichnet im Hort, der im nahe gelegenden Kindergarten untergebracht ist, sie bekommt dort ein warmes Mittagessen, macht mit den anderen Hortkindern (es sind nur 5 von ca. 65 Erstklässlern!) Hausaufgaben und spielt dann mit den anderen Kindergarten- und Hortkindern. Und schaut recht sparsam, wenn ich "zu früh" komme. Man hat also immer wieder das Gefühl, als arbeitende Mutter was ganz Außergewöhnliches zu sein, natürlich im negativen Sinn. Normalerweise geht das ja vollkommen an mir vorbei, aber seit gestern bin ich seeeeehr sauer! Am Freitag bekam ich einen Zettel von meiner Tochter in die Hand gedrückt, kommende Woche sei Projektwoche und am kommenden Freitag (also der 20.) "können die Ergebnisse von 13:00 bis 16:00 Uhr im jeweiligen Klassenzimmer begutachtet werden" Puh, Glück gehabt, ich arbeite bis 15 Uhr, dass schaffe ich grad so. Heute!!! bekam ich einen weiteren Zettel, dass am selbigen Freitag die Kinder um 13:30 die Vogelhochzeit aufführen werden, man dürfe auch Großeltern und Freunde einladen! Na Klasse! Ist das nicht spontan? Ich bin echt sauer! Ich werde es kaum schaffen, dabei zu sein und Leonie heult sich hier schon die Augen aus. Die Uroma hat sich bereit erklärt hinzugehen, damit das Kind nicht ganz allein ist (die Omas müssen selber noch arbeiten, ebenso wie der Papa, dessen neues Projekt gestern angelaufen ist und der sich ganz sicher nicht frei nehmen kann). Aber das reicht Leonie natürlich nicht, ich soll kommen. Kann ich verstehen und ich würde auch gern, aber ich bin in der Probezeit und habe schon letzte Woche später anfangen dürfen, weil ich noch zur mündlichen Prüfung in die Schule musste (habe gerade Fachabi nachgeholt), ich kann doch nicht schon wieder fragen, ob ich frei bekomme! Da sagt mir mein Chef vielleicht, dass ich eigentlich auch ganz zu Hause bleiben könne. Ich bin wirklich sauer! So eine Aufführung wird doch längerfristig im voraus geplant, müssen die denn da 3 Tage vorher erst Bescheid sagen? So hätte vielleicht mein Mann noch was deichseln können, aber jetzt klappt das wohl kaum noch :-/ Ist das bei Euch auch so? Ist es für Eure Region auch eher typisch, dass die Mütter zu Hause sind oder nur 2x die Woche 3 Stunden (oder ähnlich) arbeiten, so dass auf Berufstätige keinerlei Rücksicht genommen wird? ich bin wirklich enttäuscht, die ständigen Sprüche verkrafte ich locker, aber dass mein Kind so erfährt, dass ihre Mama wohl anscheinend zu wenig Zeit für sie hat finde ich wirklich herb! LG Ivonne
Hallo, Du arme und Deine arme Tochter. Das ist wirklich ganz blöder Mist. Ich ärgere mich auch immer, wenn alles so kurzfristig ist - kenne ich aber mehr aus dem Kindergarten. Und meist bin ich doch recht flexibel. Da unsere Stadtteilschule eine lausige Kernzeitbetreuung hat und keine Nachmittagsbetreuung haben wir unseren Sohn an einer anderen Schule mit Hort angemeldet. Dort sind von 21 Kindern aus seiner Klasse 19 im Hort! Dort gibt es ein ganz anderes Verständnis für berufstätige Eltern. Kannst Du nicht jemanden finden, der die Vogelhochzeit filmt? Und dann schaut Ihr Euch das abends oder am Wochenende ganz gemütlich alle zusammen auf Video an, so oft Leonie will. Eigentlich ist es doch viel schöner, weil Du es immer und immer wieder wiederholen kannst (irgendwie müsstest Du ihr diesen Kompromiss ja schmackhaft machen). Und wenn Du Dich wieder etwas "abgeregt" hast, dann schreibe doch mal einen wirklich netten Brief, dass sie doch im Interesse der Kinder solche Termine bitte früher bekannt geben sollen. Solche Termine weiß man doch früher! Aber in unserer Stadtteilschule kanns schon auch vorkommen, dass der Betriebsausflug zwei Tage vorher angekündigt wird. Und die wenigen berufstätigen Frauen dort (sind aj immer Frauen), können sehen, wie sie irgendwie eine Notbetreuung auf die Beine stellen. Viel Glück Tina PS: Wie stehst Du denn so zu Deinem Chef? Vielleicht gibts ja doch die Möglichkeit, dass Du ihm anbietest, das vor oder nachzuarbeiten. Hat er selbst Kinder? Dann hat er vielleicht Verständnis. Ob Du fragen willst, kannst nur Du beurteilen und einen Korb müsstest Du mit Fassung tragen.
Danke für Deine Antwort.Das mit dem vor ( nach-arbeiten ist schwierig, ich bin um 6:00 Uhr schon mit die erste im Büro und mittags muss ich rennen, damit ich die Buchungszeiten im Hort einhalten kann. Ich werde trotzdem mal fragen, vielleicht klappt es ja doch. LG Ivonne
Dann nimm mal den Vater in die Pflicht, dann kannst Du anbieten, mal länger zu bleiben. Oder vielleicht kann sie mal bei einem anderen Kind von den 5 Erstklässlern mit und Du kannst nacharbeiten. Schlimmer als dass Du einen Korb bekommst, kanns nicht sein. Du darfst nur nicht "betteln". Viel Glück und Erfolg für Euch
Der Ansatz ist nicht schlecht, aber Papa ist schon morgens in der Pflicht, er managt den kompletten Morgen, damit ich früh anfangen kann. Wir arbeiten in derselben Firma (in versch. Abteilungen) und wenn er früher aufhören will, muss er auch früher anfangen, was natürlich schlecht geht. Später kann ich auch nicht anfangen, ich muss so früh da sein. Ich probiere es einfach, wenn´s nicht geht, dann geht es nicht, aber die Idee mit der Videokamera gefällt mir. LG Ivonne
Hi, das tut mir ja total leid für euch beide! Wie kennen das Problem schon zu genüge! Zwar sind im Kindergarten recht viele berufstätige Mütter, und die meisten Verantstaltungen werdenm deshalb in die späten Nachmittagsstunden verlegt. Aber in der Schule gehen wenige der Hortmuttis arbeiten oder haben einen Minijob, der immerhin mehr freizeit als ein Vollzeitjob bietet. Dort werde ich auch ab und an angeschaut wenn ich mal wieder abhetzt als letzte den raum betrete(und dabei natürlich störe) Meine Tochter weiß aber ganz genau, dass ich bei bestimmten Veranstaltungen nicht da sein kann.Sie ist die erste die dem Lehrer sagt das ihre Mama da nicht kann.. Also Kopf hoch
hallo, ich kann verstehen, dass du sauer bist, wegen der aufführung hab ich evt einen vorschlag: lasst das ganze aufnehmen und schaut es euch in ruhe zu hause an - wir machen das bei fynns aufführungen immer so, weil wir es eben auch nicht oder selten schaffen. wir haben ihm erklärt, dass wir zu hause auch viel besser schauen können. er ist allerdings jünger als dein kind. lg doreen
Halli Hallo, wir hatten doch vor längerer Zeit mal miteinander kommuniziert, wegen Fachabi. Kannst Du dich erinnern? Bist Du jetzt fertig? Du hast das nebenbei am Abend gemacht, oder? Ich habe meine Fachhochschulreife gemacht, aber Vollzeit. Ich bin jetzt endlich fertig, nach nur 9 Monaten. Jetzt bin ich 2 Monate arbeitslos und geh dann studieren. Kannst ja mailen, wenn Du magst. Mich interessiert, was ihr so für Inhalte hattet und wie die Prüfungen waren. LG Conny
Und die Lehrer sich nicht um ihre eventuell eigenen vorhandenen kümmern müssen. Ich habe jetzt mit meiner Klasse samstags nachmittags eine Aufführung gemacht. Was war die Folge? Ich hatte mein eigenes Kind dabei. Und es haben 4 Kinder aus der Klasse wegen anderer Verpflichtungen gefehlt (eines davon in einer durchaus wichtigen Funktion): eines war im Vorfeld entschuldigt, zwei andere waren beim Papa (alleinerziehende Mütter), eines war krank (aber am folgenden Sonntag im Freibad, über den Samstag kann ich nix sagen, da ich ja in der Schule war), achja und eines kam erst, als die Aufführung fast vorbei war.- Klartext: man kann es nie allen Recht machen.
Hallo Ivonne, bei uns (Thüringen) ist es nicht ungewöhnlich als Mutter schon eines Krippenkindes zu arbeiten. Hier ist es eher ungewöhnlich nicht zu arbeiten! Ich habe bisher nur ein Kiga-Kind, kann also von Schulveranstaltungen keine Erfahrungsberichte liefern. Aber unser Kiga stellt sich sehr gut auf arbeitende Eltern ein, so sind Elternabende erst ab 16:30 oder die Muttertagsfeier, bei der die Kinder einige Lieder gesungen haben, fing auch erst 16:30 an. Das Sommerfest im Kiga hat an einem Freitag ab 14:00 stattgefunden, das war aber schon Wochen vorher angekündigt, so dass man sich darauf einstellen konnte. Also ich kann mich da nicht beschweren. Tut mir echt leid für dich, dass es bei euch so ist. Aber die Idee mit dem Aufnehmen der Aufführung finde ich auch gut, so könnt ihr dann abends zusammen als Familie den Auftritt eurer Tochter anschauen. Viele Grüße Kleiner Löwe
Hallo! Ich gehe auch arbeiten seit mein Sohn 1 1/2 Jahre ist. Bei uns arbeiten schon einige Mamas, aber viele sind auch zu Hause. Es wird aber schon Rücksicht auf berufstätige Mamas genommen zumindest bei den Veranstaltungen, die finden um 16 Uhr statt. Wo es die Kinder von Hausmamas trotzdem besser haben, sind die Ausflüge und Projekte in der Schule wo diese Mamas immer mitmachen können und wir berufstätigen Mamas leider nicht. Ich nehme mir dann 1-2 mal im Jahr einen Urlaubstag dafür, dass mein Kind auch seine Mama mal beim Ausflug mit hat. Aber keine Frage, dass wir da benachteiligt sind. Liebe Grüße
Hi, danke Euch :) Ich habe der Lehrerin ja ins Hausaufgabenheft geschrieben, dass solche Veranstaltungen bitte etwas früher bekannt gegeben werden sollen, sie schrieb zurück, dass es sich mit der Aufführung kurzfristig ergeben hat. Naja, wie auch immer, aufnehmen werde ich es, für meinen Mann. Ich habe nämlich mit meinem Chef gesprochen und darf am Freitag schon 5:30 anfangen und eine halbe Stunde früher gehen, um 13 Uhr :) LG Ivonne
na siehste! Am Ende sagt man "wer weiß, wozu es gut war". Dein Chef erweist sich als entgegenkommend, die Lehrerin weiß Bescheid und am Ende schaut Ihr es alle noch einmal gemeinsam an - so oft Ihr wollt. Viel Spaß!
Hallo, ich komme auch aus Bayern, Umland München (M ca. 30 km entfernt). Man möge meinen, dass in einer Großstadt wie München bzw. auch dessen Umland berufstätige Mütter nicht so abwertend angesehen werden. So ist es aber doch nicht! Gerade Bayern ist ja auch nicht billig von den Mieten her, Kiga-Gebühren etc. Ich arbeite wieder Teilzeit seit unsere 1,5 J. alt ist und bin von den bekannten Familien, die man aus Spielgruppe, Kindergruppe etc. kennt mit ziemlich eine der vielleicht 3 ersten gewesen, die wieder arbeiten. Aber warum die nicht arbeiten, kann ich dir sagen: die haben das gute Glück, von ihren Eltern oder Schwiegereltern Grund und / oder Haus geerbt zu haben. Sie zahlen nur noch etwas Kredit ab oder auch garnichts mehr, nur noch die üblichen Hausnebenkosten. Und sparen also so nicht mehr groß für was, denn sie haben ja alles. Natürlich inklusive kostenlose Betreuung durch Oma / Opa, falls sie doch mal für paar Stunden wo arbeiten, um ein bisschen "Taschengeld" zu haben (wie sie es nennen). Ansonsten kommen die mit dem alleinigen Gehalt ihres Mannes hin. Zudem bekommen sie Spielsachen, Anziehsachen, Schuhe etc. von Schwägerin X, Oma Y und Nachbarin Z geschenkt / geliehen, so dass sie so gut wie nichts selbst kaufen müssen. Sie zahlen hauptsächlich die Verpflegung für ihr Kind. Man könnte ja neidisch werden ... Aber so ist es. Deswegen können die sich zum Thema Arbeiten / Geldverdienen getrost zurücklehnen und ggf auch andere belehren / kritisieren etc., um ihr eigenes Hausfrauen-Dasein als Optimum und Erfüllung überhaupt begründen zu können. Da fallen u. a. Aussagen wie "warum ein Kind, wenn man keine Zeit für hat und dann arbeiten geht?". Die wenigsten denken / verstehen, dass es u. a. auch um das Geld geht. Da heißt es denn "Aber das weiß man doch vorher" oder "Man muß halt selbst zurückstecken". Die haben doch null Ahnung, wenn sie kaum was selbst zahlen müssen!! Ah, da könnte ich mich schon wieder aufregen ... grrr ... :-) So ist es jedenfalls bei uns. Gruß, Bianca
Hallo, ich wohne in Karlsruhe, habe zwar noch kein Schulkind (meine Tochter ist 1,5) und arbeite vollzeit, von 7Uhr 30 bis 16 Uhr. Unserer Tochter gefällt es dort sehr gut. Natürlich gibt es ab und zu Tage, an denen sie schlechte Laune hat, wie bei uns Erwachsenen, aber im Großen und Ganzen ist sie da glücklich. Die KiTa hat ofiziell von 7 bis 17 Uhr auf. Sie wird gegen 7 Uhr 15 gebracht und gegen 16 Uhr 15 abgeholt. Damit haben die Erzieherinnen ein Problem und versuchen es, uns dazuzubringen, sie früher abzuholen oder eine Babysitterin zu engagieren, die sie früher abholen könnte. Der Hintergrund ist meiner Meinung nach der, dass mit so einem Kleinkind mehr Arbeit anfällt als mit den Großen und die wollen sie einfach 9 Stunden am Tag nicht haben. Ich bin wahrscheinlich die erste vollzeit arbeitende Mutter, die sie bisher hatten. Da muss man sich wirklich nicht wundern, dass immer weniger Frauen Kinder haben. Und die KiTa sollte eigentlich für die berufstätigen Eltern dasein und sich auch nach denen richten, oder? Viele Grüße, Ivanka
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