Mitglied inaktiv
Also anbrüllen lasse ich mich hier nicht (dies insbesondere @momworking). Zu mir: Die Probleme, die man hat, hat man - wir haben alle an und mit uns zu tun, das ist in gewisser Weise normal und sogar wichtig - man entwickelt sich, man trägt aber dennoch das "Kind", das man mal war auch immer in sich. Therapie: ja, habe ich dreimal gemacht (zu unterschiedlichen Zeiten und für längere Zeit, bei verschiedenen Therapeuten) - hat dreimal nichts gebracht - vielleicht Pech. Vielleicht ist da aber auch nichts "zu reparieren", sondern nur hinzunehmen, was das Ganze aber nicht ungeschehen macht und Erinnerungen hat und behält man eben. Was für ein Unsinn: Nur weil man nicht arbeitet, sondern in den ersten Jahren bei seinen Kindern zu Hause sein möchte/ist, muss man deshalb nicht eine "Glucke" sein (wie mir aber vorgeworfen wurde)! Und ebensowenig heißt dieses Sich-selbst-kümmern (um die Kinder/zu Hause), dass man den ganzen Tag "Eis isst" oder die Kinder "vor der Glotze parkt"! Komisch, diese Rhethorik! Lässt auch tief blicken/fällt eigentlich nur auf die Verasserin(nen) zurück. - Warum müsst ihr mich so anmachen und so schreien, wenn ihr mit euch und eurer Entscheidung im Reinen seid? Ich benutze meine Kinder gewiss nicht als Therapieersatz (schon das ist eine unverschämte Unterstellung), sondern ich gebe ihnen eine stabile Basis, die ich (durch eigene Fremdbetreuung) nicht hatte. Und was heißt, ich könne Fremdbetreuung nicht beurteilen?: Ich schrieb bereits, dass ich meinen Sohn fremdbetreuen lassen musste (als er klein war) und vollzeit arbeiten musste (weil alleinerziehend und ohne Familie/Eltern/Unterstützung)! Ich weiß also ganz genau, wovon ich rede! Und ich sage es nochmal: wie sollen 2, 3 Betreuerinnen (mit welcher genauen Qualifikation eigentlich??) 5 bis 7 (oder mehr) Babies ANGEMESSEN "betreuuen" können (in Krippe oder auch bei Tagesmutter: mit mehreren Kindern, letztere)? Da sind sie doch schon mit Wickeln und Füttern die meiste Zeit beschäftigt! Und ist es dasselbe, wenn sie die Babies durch die Gegend tragen (wenn überhaupt) als wenn ich mein Kind als Mutter trage und kuschle ... Ja doch, ich frag(t)e interessehalber: weil ich mir einfach nicht vorstellen kann, das so zu machen: ich habe doch mein Kind, DAMIT ich all das (kuscheln, spielen, Wissen und Werte vermitteln, emotionale Sicherheit bieten, die Welt entdecken - mit den verschiedenen Sinnen, verschiedene Erlebnisbereiche...) mit ihm machen und erleben kann - und das geht nun mal am besten im Alltag bzw. im täglichen Umgang -> all die Kleinigkeiten, die man da sieht, miterlebt (das Kind fängt ja nicht ausgerechnet und immer nur abends oder am Wochenende an zu robben, krabbeln, brabbeln, laufen, sprechen, entdeckt eine Ameise, riecht zum ersten Mal an einer Blume, macht lustige Dinge mit Spielsachen oder Wohnungsgegenständen und so weiter und so fort!)! Ja, ich verstehe einfach nicht, wozu man dann Kinder hat/will, wenn man NICHT die überwiegende Zeit mit ihnen verbringen WILL (ob man es kann, ist ja auch nochmal eine ganz andere Frage!!). Denn dann laufen die Kinder doch eher wie ein Hobby nebenher! Ich meine: wenn Frauen in ihrem Job so aufgehen und so gerne arbeiten, ihre Kinder aber lieber von anderen betreuen und "erziehen" (??) lassen - wozu wollen (??) sie dann diese Kinder? Und nochmal: Wenn Kinder älter werden, dann sind sie besser fähig, sich mitzuteilen, auszutauschen, dann gehen sie ja von selbst auf andere zu, wollen und sollen selbständig(er) werden, ihre Erfahrungen machen, lernen - auch im Umgang mit anderen Menschen etc.! ABER die ganz kleinen Babies und Kleinkinder, die brauchen einfach feste Bezugspersonen und ein stabiles Umfeld - also vertraute Menschen. Und ich möchte doch dieser vertraute Mensch für mein Kind sein - denn wenn andere es sind, warum habe ich es dann überhaupt? Dann kann ich mir auch Kinder von Freunden leihen (für abends oder Wochenende)! Und doch: ich sage ja: es wird kommen, dass Frauen durch den Rechtsanspruch auf Krippenplatz unter Druck gesetzt werden (können und werden) BIS JETZT gibt es noch die Erziehungszeit(en), aber das wird sich ändern - und genau dieser Rechtsanspruch auf Krippenplatz für ab Einjährige ist nur der erste Schritt (seitens der Politik) dorthin. Kann mir auch gut vorstellen, dass das dann noch weitergeht (Art "Dammbruch"): dann Rechtsanspruch für noch jüngere Kinder und für Ganztagsbetreuung. Na klar ist Frau dann unter Druck und unter Zugzwang - wenn sie das Geld braucht! Auch das veränderte Elterngeld (früher Erziehungsgeld) ist ein weiterer Schritt in diese Richtung - ich sehe mich (bzw. meine Befürchtungen) durch beide Neuerungen eindeutig bestätigt! Und es ist doch heute schon so: ihr bestätigt es doch: wenn frau zu Hause sich selbst um die Kinder kümmern möchte, dann gilt sie doch schon als antiquiert und konservativ! Schon als mein Sohn klein war und ich auf die Frage, was ich mache anfangs "Mutter, hauptberuflich" antwortete, kam die zweite Frage (vor allem von Männern): "Und was machst du sonst so?" ABER: wenn man diese Erziehungsarbeit als solche ernst nimmt, dann ist es ein Vollzeitjob - eben: schlecht bzw. gar nicht bezahlt, ohne geregelten Feierabend oder Urlaub. Und dennoch ist es ein Dienst, den man (bzw. zumeist frau) der Gesellschaft erweist, denn die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen. Und deshalb sage ich auch: Kinder BEKOMMT man aus egoistischen Gründen (gibt kaum bis gar keine Vernunftgründe dafür!), aber Kinder ERZIEHT man im Auftrag der Gesellschaft bzw. für die Gesellschaft/Gemeinschaft! Warum soll ich also Kinder bekommen, sie dann aber von anderen (überwiegend/die meiste Zeit) betreuen und erziehen (was noch die Frage ist!) lassen und dafür auch noch viel Geld bezahlen und mir dann aber noch den Stress mit Doppelt- bzw. Dreifachbelastung (als Alleinerziehende ohne familiären Rückhalt und ohne Partner/Vater, aber mit Vollzeitjob und Haushalt, klar) machen - und damit nach Abzug aller Fixkosten (und eben der Kinderbetreuung!) dann gerade so über die Runden zu kommen!?? Nein, hinter diese "Logik" steige ich nach wie vor nicht. Und jetzt könnt IHR weiterhetzen. Ich sage ja: jetzt muss man sich schon rechtfertigen, wenn man der Meinung ist, dass Babies und Kleinkinder bei den ELTERN (so sie beide haben!) am besten aufgehoben sind (im Normalfall, also von Vernachlässigung und Misshandlung natürlich abgesehen). Und dadurch ist man nicht automatisch eine "Glucke" - wieso auch!? Ich schotte mein Kind ja nicht ab und Kontakte zu anderen kann es mit mir genauso haben, aber eben so dosiert und ausgewählt, dass es meinem Kind guttut - und das zeigt es mir durch sein eigenes Verhalten am besten! Trotzdem nochmal all denen danke, die sachlich geantwortet haben und mir das Ganze aus ihrer Perspektive (emotionslos) schilderten! :) Gruß, Skyla
(Zitat von unten): "Also: wie gesagt: es geht zu immer früherer und längerer Fremdbetreuung. Ich will bestimmt nicht zurück in die 50er Jahre, aber ich habe doch ein großes Problem mit so früher Fremdbetreuung (zumindest für meine Kinder, aber auch weil im Alter von 1, 2 Jahren eben entwicklungsmäßig viel passiert und die Kinder da einfach mit Trennungs- und Verlustängsten zu tun haben... - kann man alles gut hier im Forum bei Dr. Posth nachlesen ;) ). Ich scheine aber eine seltene "Randerscheinung" zu sein. ?" Nein, ich denke, du bist keine seltene Randerscheinung. Ich würde so ziemlich alles unterschreiben, was du so lang und ausführlich dargestellt hast. Nur bin ich mir einfach zu gut, mich an solchen Zickenkämpfen wie hier zu beteiligen. Dafür ist mir meine Zeit einfach zu schade. Danke für deine Beiträge. Auch wenn sie hier sicher auf fruchtlosen Boden fallen. CU
das finde ich wirklich ganz schrecklich. Hier nur Dein Zitat: "ABER: wenn man diese Erziehungsarbeit als solche ernst nimmt, dann ist es ein Vollzeitjob - eben: schlecht bzw. gar nicht bezahlt, ohne geregelten Feierabend oder Urlaub. Und dennoch ist es ein Dienst, den man (bzw. zumeist frau) der Gesellschaft erweist, denn die Kinder von heute sind die Gesellschaft von morgen. Und deshalb sage ich auch: Kinder BEKOMMT man aus egoistischen Gründen (gibt kaum bis gar keine Vernunftgründe dafür!), aber Kinder ERZIEHT man im Auftrag der Gesellschaft bzw. für die Gesellschaft/Gemeinschaft! Ich erziehe meine Kinder nicht im Auftrag der Gesellschaft, sondern aus Fürsorge und Liebe. Und auch wenn ich die Betreuung für bestimmte Zeiten in andere Hände gebe, dann schaue ich sehr genau, wem ich das zutraue und meine Kinder anvertraue. Ich habe nicht die Absicht, Kinder großzuziehen, damit sie in unserer Gesellschaft reibungslos funktionieren. Sie sollen ruhig Sand im Getriebe sein und sie sollen authentisch sein. Und als allerletztes erwarte ich irgendeine Form der Anerkennung von der "Gesellschaft". Ich verbitte mir aber auch eine Verurteilung durch "die Gesellschaft". Ich lass mir nicht das Recht absprechen, Kinder zu haben, weil ich sie früh fremdbetreuen ließ. Sowie ich auch keiner Mutter das Recht abspreche, so lange sie will zu Hause bei den Kindern zu bleiben oder einem Vater. Und noch einmal: Mir scheint, Dir fehlt es ein bisschen an Phantasie in der Betreuungsfrage, Meine Kinder waren in den ersten 18 Monaten jedenfalls weder bei einer Tagesmutter noch in einer Krippe und auch nicht bei Verwandten (da verstehe ich den Unterschied wirklich nicht, Verwandte sind Kindern oft fremder als Freunde und Bekannte). Und trotzdem habe ich unter hohem Arbeitsanfall viel gearbeitet. Von allem anderen fühle ich mich nicht angesprochen. Weder habe ich gehetzt, noch gebrüllt, lediglich zurückgefragt. Ich fand auch etliches unter der Gürtellinie, da schreibt man dann besser nichts. Grüße und schön, dass Du für Dich so glücklich und zufrieden bist. Meine Familie ist es nicht minder und das bei einem ganz anderen Lebensentwurf. Sieh es doch einfach ganz entspannt. Was habe ich mir früher für einen Kopf gemacht und mich nicht getraut zu sagen, dass ich voll arbeite. Habe es mir nie auf die Stirn geschrieben - und war auf der anderen Seite doch froh, dass ich hier im Forum wenigstens virtuell ein paar Frauen fand, die es genauso machten. Inzwischen geht es mir wirklich sonstwo vorbei, wenn mir jemand erklärt, was für eine schlechte Rabenmutter ich bin, und wie ich nur sowas machen könnte und dass es mir und den Kindern doch eigentlich ganz schlecht gehen müsse. Ich habe vor kurzem einen sehr ernstgemeinten Vortrag gehört, in dem immer wieder davon die Rede war, dass Kinder die unter drei jahren (die magischen drei, als wenn alle Kinder sich im gleichen Tempo entwickelten) "fremd"betreut würden, emotionale Monster für die Gesellschaft werden. Vor 6 oder 7 Jahren hätte mir das schlaflose Nächte bereitet. Jetzt finde ich, dass wenn meine zwei emotionalen Monster ganz schön stabil sind und einfach wunderbare Kidner - und das finden unisono Erzieherinnen im Kindergarten und Kinderärztin auch und nicht nur wir als vom Stolz verblendete Eltern! Andersrum kann ich Dir nur raten: Pfeif doch darauf, wenn jemand sagt, warum Du nicht arbeitest. Steh dazu oder überleg Dir einen flotten Spruch. Fertig. Man zieht sich den Schuh an der Passt. Grüße und schön, dass Du für Dich so glücklich und zufrieden bist. Andere Familien sind es nicht minder und das bei einem ganz anderen Lebensentwurf. Das zumindest anzuerkennen und zu respektieren, sollte nicht schwer sein. Tina
Okay, Skyla, ich geb mich geschlagen. In Wirklichkeit bin ich schwanger geworden, weil ich - durchs Kindergeld reich werden wollte - schon immer mal einen riesigen, klobigen, teuren, spritfressenden Kombi fahren wollte - drauf gehofft habe, dass durch die Schwangerschaft meine BH-Körbchengröße um mindestens eine Nummer steigt - endlich mal auf einem Mutter-und-Kind-Parkplatz parken wollte, ohne dass man mich böse anschaut - meinen Mann zum Heiraten zwingen wollte. Danke, dass du mir aufgezeigt hast, wie vorgeschoben und scheinheilig alles andere von mir vorgebrachte doch war! Ich werde gleich morgen kündigen und die restliche Zeit, bis mein Sohn punktum 3 Jahr und damit fremdbetreuungsfähig ist, zuhause sitzen bleiben. Auch wenn wir uns dann kein zuhause mehr leisten können. Und wohl auch keine musikalische Früherziehung. Oder Kleinkindschwimmen. *Ironie off* Lass uns doch mit unserem Lebensentwurf glücklich werden, wir gönnen dir doch auch deinen! Viele Grüße Andrea
na solange deine kinder kein unfall beim verhüten waren, weil du die pille vor lauter arbeit vergessen hast, gehts doch noch ;-) mal ganz ehrlich, ich hab mir das dieses mal nicht zu ende durchgelesen, ich hab genau hier aufgehört: Ja, ich verstehe einfach nicht, wozu man dann Kinder hat/will, wenn man NICHT die überwiegende Zeit mit ihnen verbringen WILL (ob man es kann, ist ja auch nochmal eine ganz andere Frage!!). hat denn einer von uns geschrieben, dass er keine zeit mit seinen kindern verbringen WILL? ich denke nicht ... mal davon abgesehen, dass sich manche menschen mal mit der arbeit einer tamu beschäftigen sollte. mädels, beruhigt euch - bringt nix, ist viel zu warm um sich über so was aufzuregen (vor allem, weils doch in regelmäßigen abständen immer mal wieder auftaucht) lg doreen - momentan leider nur mama und hausfrau, aber ich liebe meine beiden bengel
Hast du schon mal daran gedacht, dass es Mütter gibt die abeiten MÜSSEN, um ihr Kind zu versorgen, sei es weil der dazugehörige Vater, der meiner Meinung nach auch drei Jahre zu Hause hocken könnte (!!), abgehauen ist oder noch viel schlimmer verstorben ist... Ganz abgesehen von den Frauen die zusätzlich zum Mann noch arbeiten gehen MÜSSEN, damit genug Geld zum Essen bleibt... Du hast Scheuklappen auf, siehst nur deinen eigenen Weg, Egoist nennt man sowas, wirst mit deiner Vergangenheit nicht fertig und lässt die jetzt an deinem Kind aus... Ich kann dir nur eins sagen, ich MUSS arbeiten gehen, damit unser WUNSCHKIND, das als Halbwaise aufwachsen muss, Essen, Kleidung, Urlaub und etc. bekommen kann. Und das was der Zwerg im KiGa lernt und erlebt, dass kann gar keine Mutter mit ihrem Kind erleben. Mein Sohn weiss die Zeit mit seiner Mutter zu schätzen, deine Tochter hat dich immer, du bist Alltag! Kennst du den Spruch, so wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück?? Brauchst dich net wundern wennst so einen Mist schreibst...
Hallo Skyla, schade, dass du das Ganze so wenig differenziert sehen kannst. Hatte gehofft, du wärst keine von denen, die die Gräben zwischen auswärts-arbeitenden und zuhause-seienden Müttern vertiefen wollen... Trotzdem nochmal zu deinen Fragen: Ich habe noch keine Betreuung erlebt, in der es 5-7 Babies gab. Meine Kinder waren alle in altersgemischten Kitas, d.h. dort waren Kinder von 4 Monaten bis 6 Jahren oder von anderthalb bis 6 Jahren. „Babies“ gab es da höchstens zwei auf einmal. Und dementsprechend ist man auch nicht die meiste Zeit mit Wickeln oder Füttern oder Tragen beschäftigt – es ist eben wie in einer großen Familie. Meine Jüngste fand es als Baby übrigens sehr spannend, wenn andere größere Kinder ihr Bauklötze hingeschoben haben oder die Hände über ihrem Gesicht gedreht haben… Ich finde nicht, dass Kind-haben so das halbe Leben erfüllt. Ich finde im Gegenteil, dass Kinder viel mehr nebenher laufen sollten, als sie es oft tun. Wie oft erlebe ich Mütter (ich nehm jetzt mal ein Stereotyp), die Ende 30 ihre persönlichen Lebensziele alle erreicht haben und dann ein Einzelkind bekommen, und sich dann voll und ganz auf das Kind konzentrieren. Das arme Kind. Dieses Kind steht dauernd unter Beobachtung, es steht immer im Mittelpunkt, alles wird hochwichtig, was es tut, jede Regung wird überbewertet. Dieses Kind lebt, um die Wünsche seiner Mutter zu erfüllen. Mein Ansatz ist ein anderer. Ich finde nicht, dass erst mein Leben fertig sein muss und dann Kinder kommen können. Ich finde, ich kann MIT Kindern leben. Ich kann mein Kind mit zu Parties nehmen, mit ihm durch ganz Spanien wandern und Reisen unternehmen. Ich kann mein Kind mit einem liebevollen Babysitter vertraut machen. Mein Kind darf bei Oma und Opa schlafen und Freunde besuchen. Ich muss nur darauf achten, dass es dem Kind auch dabei gut geht – das ist immer oberste Priorität. Natürlich liebe auch ich es, mit meinem Kind zu kuscheln, es zu beobachten, mit ihm zu spielen / kommunizieren / interagieren. Das schließt doch nicht aus, dass das auch wer anders erleben darf? Vielleicht habe ich nicht erlebt, wie mein Kind seine ersten Schritte machte, weil es die in der Kita machte. Bin ich deswegen weniger stolz auf mein Kind? Freu ich mir deswegen weniger ein Bein ab? Und freu ich mich über die zweiten Schritte, die ich dann sehe, weniger? Nein. Es gibt auch viele Eltern zuhause, die zufällig die ersten Schritte des Kindes nicht gesehen haben – weil sie gerade nicht im Raum waren oder was weiß ich. Das ist doch kein Drama! Man muss doch nicht alles so wichtig nehmen! Eine große Frage von mir an dich, Skyla: Was hältst du von Vätern? Wenn du es nicht verstehst, dass man Kinder bekommt, wenn man nicht den ganzen Tag mit ihnen zusammen ist. Und: Wozu bekomme ich Kinder, wenn ich sie dann nicht rund um die Uhr betreue – Gegenfrage: wozu mache ich eine Ausbildung, wenn ich dann nicht rund um die Uhr dem Beruf nachgehe? Komisch, die Gegenfrage klingt albern, oder? Ich bin für meine Kinder DIE Bezugsperson, auch wenn sie eine Woche mit Oma und Opa wegfahren, und auch wenn sie tagsüber die Kita besuchen. Denn ich bin diejenige, die sie gestillt hat, die nachts an ihrem Bett stand, die sie tröstet und hält, die sie aufweckt und ins Bett bringt, die zuhause verfügbar ist, die mit ihnen zum Arzt geht, bei Krankheit oder im Krankenhaus bei ihnen war, ich habe sie durch’s Viertel getragen, wenn sie als Säugling gebrüllt haben, ich kümmere mich um ihr Zuhause, auf mich können sie sich verlassen, ich nehm sie in den Arm und liebe sie. LG sun
Hallo, ich klinke mich auch kurz ein, habe aber nicht alles gelesen - ich muß gleich nachhause. Jedenfalls habe ich gedacht das folgendes mittlerweile jeder duch die Medien gehört haben mag: "... Man weiß, dass nicht die Quantität entscheidet ist, sondern die Qualität, die die Eltern mit ihren Kindern verbringen ... Holt man gemeinsame Zeit am Wochenende nach ist es genauso wertvoll / effektiv für die Kinder berufstätiger als andere, die immer Mama und / oder Papa um sich herum haben" Mal zu mir: Meine Mutter hat 4 Kinder und war bis unser kleinster Bruder 8 war oder so NUR daheim. Natürlich war das auch schön aus Kindersicht. Genauso würde ich mich aber HEUTE freuen, wenn sie damals was für ihren Berufsweg und ihre Rente getan hätte. Jetzt sitzt sie da und jammert, mit 52, weil sie keiner einstellt, ihr keiner eine Chance gibt und ihr fehlen noch 32 Monate, um überhaupt später Rente beantragen zu können. Letztendlich fällt es dann wieder auf uns Kinder zurück: wir müssen sie wohl später alle finanzieren ... Bis zu einem gewissen Grad sicher ok, keine Frage, aber normal ist das nicht, dass Frau keine Rente hat. Ich hätte mich im nachhinein auch über eine Mutter gefreut, die nicht immer "Nein, wir haben kein Geld" zu Unternehmungsbitten gesagt hat. Die Liebe, Essen / Trinken, Dach über den Kopf ... das ist doch eigentlich in Deutschland selbstverständlich. Meine Mutter ist auch nicht asozial falls das kommt. Aber sie vertraute eben 2 Männern blind, ließ sich von ihnen aushalten und blieb bei den Kindern, weil es ja hieß, das wäre gut so ... und Ende vom Lied: beide Ehen ging zu Bruch. Aber gut, vielleicht hast du einen "reichen" Mann. Aber ich zum Beispiel will garnicht diese Abhängigkeit. Ich will gehen können, wenn die Liebe nicht mehr stimmt (verstehe mich nicht falsch: habe eine glückliche Ehe, der Mann ist gut zum Kind und jede Frau überlegt sich wahrscheinlich x-Mal, ob sie das überhaupt tun würde wegen dem Kind), ich muß dann zumindest finanziell nicht nachdenken, ob ich Geld zum Ausziehen habe, krankenversichert bin etc. Verstehst du wie ich meine? Gruß, Bianca
Du schreibst: Ja, ich verstehe einfach nicht, wozu man dann Kinder hat/will, wenn man NICHT die überwiegende Zeit mit ihnen verbringen WILL (ob man es kann, ist ja auch nochmal eine ganz andere Frage!!). meinst Du man/frau oder Mann? Denn ich kann wohl alles verstehen, was Du so darlegst. Bloß: dass die berufstätigen Männer nicht die überwiegende Zeit des Tages mit ihren Kindern verbringen, erregt ja meistens keinen Anstoß. Daher: wer so argumentiert wie Du, argumentiert ja nicht per se richtig oder falsch. Aber er/sie argumentiert aus einem Rollenverständnis heraus, dass ich nicht teile (und viele hier nicht). Für die meisten hier sind Kinder ein partnerschaftliches Gesamtprojekt. Gemeinsame Organisation, Abwechslung in der Betreuung, gegenseitige Rücksichtnahme auf Bedürfnisse, Wünsche und Ziele in einer Familie mit Blick auf - die Kinder und die Erwachsenen, - das Private und das Berufliche, - das Finanzielle und das Unbezahlbare Der Blick, den Du einnimmst, ist wie gesagt, nicht falsch, wer wollte sowas sagen. Mir ist er lediglich zu eng. Ich lebe aber ein anderes Leben in einer anderen Welt und deshalb passen schlichtweg Deine Kategorien nicht auf mein Konzept. Ich kann nicht mal über sie streiten. Sie passen einfach nicht, weil sie nicht kompatibel sind. Aber das muss ja auch nicht sein....In dieser Erkenntnis liegt der Beginn aller Toleranz. LG Christiane
also, echt, lady, du bist ja eine... du bedankst dich bei denen, die "emotionslos" antworten. gehts noch? du greifst mütter, die arbeiten müssen oder wollen frontal an und hältst nur "emotionslose" antworten für passend? glaubst du allen ernstes, wir seien gefühlskalte monster? auch berufstätige mütter - oder gerade die - haben ihren stolz, ihre würde und jegliches recht der welt, sich bei solchen angriffen wie deinen emotional zu reagieren. wie jede mutter, der unterstellt wird, eine schlechte mutter zu sein. und zum allerletzten mal: babies, die in krippen oder bei tamus betreut werden, haben ein festes, verlässliches, ihnen angemessenes umfeld. weder sind ihnen tamus fremd, noch laufen (besser: krabbeln) sie in großen gruppen irgendwie verwahrlost mit. ich weiß ja nicht, was du für schlechte erfahrungen gemacht hast. und es tut mir leid für euch und dein kind. aber das heißt doch nicht, dass es immer so ist oder so sein muss. kein intelligenter mensch käme auf die idee, den *einen* fall einer schlagenden, total überforderten, kreischenden mutter, die "nur-mutter" ist, als DAS modell der nicht-berufstätigen mutter zu verallgemeinern. du etwa? also. im übrigen kannst du dir mal die "qualifikations"-frage, die du den erzieherinnen oder tamus stellst, gerne selber stellen. und allen nur-müttern. über welche qualifikationen verfügen mütter überhaupt? darüber, ob ich ein kind haben darf, weil ich viel + gerne arbeite, streite ich mit dir nicht. das ist mir echt zu blöd und zu langweilig. und zu sehr unter meiner mutter-würde. echt. du scheinst allerdings wirklich so gar keine ahnung zu haben, was es heißt, eine berufstätige mutter zu sein. irgendwie scheinst du das nicht zusammen denken zu wollen - oder zu können. weiß nicht, was dümmer ist... paula
Hallo Ich kann Deine Argumente nachvollziehen - bin trotzdem anderer meinung. Mich interessiert nur folgendes: Gibt es auch einen vater für Deine Kinder? Hat er einen Job? Wieviele Stunden arbeitet er? Führst Du diese Diskussionen auch mit ihm (daß er sich doch lieber um die Kinder kümmern soll anstatt zu arbeiten)? Leider zielen diese Diskussionen immer darauf ab, daß ein Kind EINE Hauptbetreuungsperson braucht und nicht mehr und nicht weniger. Wenn dem so wäre, dann würde es die Menschheit nicht geben. Aber egal. Also - gibt es bei Euch einen Vater und arbeitet der? Nur der Neugierde halber. Servus karin
Liebe Skyla, ich habe viele Freundinnen, die sich entschieden haben, die ersten Jahre ganz für ihre Kinder dazusein. Das sind tolle Mütter. Sie sind glücklich und zufrieden, haben ausser Haushalt und Kinderbetreuung für dies und das und sell und jenes Zeit. Gehen ins Fitnessstudio, Nagelstudio, lernen Spanisch an der VHS, treffen sich des morgens in der Stadt zum Frühstücken, haben am Wochenende selten ein Problem, ihre Kids der Obhut anderer anzuvertrauen um abtanzen oder einen Trinken zu gehen und sind sicher ganz hervorragende Mütter. Und dann gibt es da mich und ein paar andere, die arbeiten gehen und nicht ins Fitnessstudio, Nagelstudio, zum Spanisch oder zum auswärts frühstücken gehen und auch nicht den Drang verspüren, am Wochenende OHNE Kind zu sein. Wir seine ebenfalls ganz hervorragende Mütter. Ich habe Freundinnen, die offen gesagt haben, sie würden jetzt schwanger, weil sie keinen BOCK mehr auf die Arbeit haben! Ich habe ein Freundin, die ungewollt und schwanger wurde und das Kind gegen den Wunsch des Kindsvater bekommen hat, obwohl ihr klar war, dass sie würde arbeiten gehen müssen, um sich zu finanzieren. Vor wem meinst du, habe ich insgeheim größeren Respekt? Wer hatte die falschere Motivation, das Kind zu bekommen? Generell ist es bei uns im Freundeskreis so: Wir respektieren einander, wissend, dass das Lebensmodell der anderen nicht unseres ist. Keiner ist die bessere Mutter, kein Kind der Verlierer. Die daheim gebliebenen sind bei mir nicht die "Glucken", ich bin nicht die "karrieregeile Rabenmutter". Toleranz, Respekt, Verständnis, Mitgefühl : das sind Werte, die jeder haben sollte. Werte, die ich MEINEN Kindern mit auf ihren Weg geben werde. Zusammen mit unsere elterlichen Liebe, derer mein Kind sich unabhängig von meiner Anwesenheit 24 Stunden am Tag bewusst ist und dem Vertrauen und der Fürsorge bilden sie die Basis unserer Erziehung. DAS ist MEINE Motivation, jeden Tag, an dem ich Mutter bin. Um das zu vermitteln, brauche ich viel mehr als die ersten drei Jahre, dafür brauche ich mein ganzes Leben. Dafür bin ich da. Das ist die Qualität, die meine Erziehung hat. Das sind keine Dinge, für die mich mein Kind nonstop um sich braucht, bis es drei ist! Diesen Auftrag haben wir uns als Eltern selbst gegeben und ich sehe kein Hindernis, dies nicht umsetzen zu können! Du?
... Ja, schön, dass es nochmal so einige (viele) Antworten gab! Aber manches scheinen einige leider überlesen zu haben, deshalb nochmal: - ja, ich habe Erfahrung mit Kitas (auch Hort, später) und Berufstätigkeit, da ich (wie ich mehrfach bereits schrieb) vollzeit arbeiten MUSSTE, als mein Sohn klein war (er kam mit drei in eine Kita...) - ja, Männer bzw. Väter würden bei mir auch absolut als Betreuuer in Frage kommen, wenn sie verantwortungsvolle Väter sind (ich schrieb aber - auch mehrmals - dass ich alleinerziehend war und bin, also nicht auf einen Vater zurückgreifen kann) - ich schrieb auch, dass Fremdbetreuung für mich nicht Oma, Opa, Tante, Onkel oder eben Vater ist, sondern Krippe, Tagesmutter (natürlich gehe ich dann von einem guten Familienverhältnis aus, wenn die Kinder die Verwandten nicht mögen oder umgekehrt, dann gibt man seine Kinder dort ja nicht hin - normalerweise) - warum ich mich immer auf die ersten drei Jahre beziehe, schrieb ich bereits auch mehrfach (und verweise hierzu gerne nochmal auf die Seiten von Dr. Posth hier im Forum - gibt ja jetzt auch ein Buch von ihm: zur kindlichen Entwicklung - gerade im Baby- und Kleinkindalter) - und ja: ich prangere ja gerade dieses arbeiten-MÜSSEN an (da ich aktuelle polititische Tendenzen in diese Müssen-/Druck-Richtung auf Frauen sehe - habe ich bereits erläutert - in anderem Beitrag unten) - nicht zuletzt ist das mit der Fremdbetreuung und dem Job auch immer eine Frage des WIE und der Zeit/Dauer! (Stichwort eben wieder: Qualität der Betreuung...) - und letztlich kann ich zugegebenermaßen nicht so weit von mir abstrahieren, dass ich nachvollziehen könnte, dass man (freiwillig!) ein Baby (sagen wir mindestens unter einem Jahr) in Fremdbetreuung gibt - das ist halt etwas, das ich mir für mich (und meine Kinder) nicht hätte vorstellen können (einfach, weil es mir wehgetan hätte - und auch meinen Kindern - und eben auch aufgrund meiner eigenen Kindheitserfahrungen mit wechselnder Fremdbetreuung) - was die Zahlen angeht: in der Krippe hier ist es eben so: mindestens 5-7 Babies (!) kommen auf 2 Betreuerinnen - ich hatte das Erlebnis, dass ich als Säugling zunächst in zwei verschiedenen Pflegefamilien war, dann mit 1 1/2 wechselweise über die Woche erst bei meiner Mutter, an den Woenden bei den Pflegeeltern war, dann umgekehrt: in der Woche bei Pfl.eltern, Wochenenden (jedes zweite) bei Mutter. Kann mich noch an traumatische Ereignisse erinnern - dieses Hin und Her war einfach zuviel! Aber so ist es doch auch, wenn ein Kind zur Tagesmutter oder in die Krippe geht: es ist ein ständiges Hin und Her (tagsüber bis abends, jeden Tag oder mehrere Tage in der Woche: ein Wechsel zwischen den Betreuungspersonen). Ab drei war ich dann wieder bis zur Einschulung bei meiner Mutter und ab Einschulung wieder bei den (alten) Pflegeeltern. Gibt es da aber nicht durchaus Parallelen zu anderer (heutiger) Fremdbetreuung (also durch Krippe oder Tamu, im Wechsel mit Eltern, Oma/Opa oder Vater und Mutter - also gerade diese Wechsel sind einfach stressig für die Kinder, auch wenn sie die Betreuer nach einiger Zeit kennen)?! - klar, jeder macht, was er/sie für richtig hält, aber ob es auch richtig für die Kinder ist, ist dabei ja nicht gesagt - deshalb informiere ich mich eben zu kindlicher Entwicklung und sehe mich da schon in meiner Ansicht bestätigt (dass frühe und lange Fremdbetreuung für die Kinder "nicht optimal" ist - wobei es eben wie gesagt immer auch auf die Art und Dauer/Zeit der Betreuung und die Betreuer selbst ankommt - wer sein Kind einmal die Woche für zwei, drei Stunden dem Vater oder der Oma überlässt - so sie vertraut sind für das Kind - den meine ich nicht, ist klar, denke ich) Also danke nochmal denen, die so nett geantwortet haben und sich auch so ihre Gedanken machen, die sich auch die Mühe mit der Antwort gemacht und sich die Zeit genommen haben, meine Beiträge genau zu lesen (so dass es bei jenen dadurch eben NICHT zu Missverständnissen kam! :) Gruß, Skyla
von wegen MÜSSEN arbeiten gehen, politische "Zwangslage", etc??? Warum wird das den Männern nicht ebenso ermöglich, und zwar nicht nur vom Staat sondern auch von den Firmen selber?? Ich kenne genug Beispiele wos dann heisst wenn der Mann daheim bleibt, sei es Kindererziehung oder Kinderkrankheiten, Pantoffelheld oder warum des die Frau nicht macht? Warum hat die Frau die Pflicht (so kommt es aus deinem Geschreibe raus) sich ums Kind zu kümmern, wenn der dazugehörige Schwengel (falls Lebend und vorhanden) dies genauso tun könnte? Ich kenne genug Frauen die Arbeiten wollen und nicht "dürfen", weil keine Betreuungsplätze vorhanden sind, bzw. Hort oder Nachmittagsbetreuungen Es wird immer diejenigen geben, die daheim hocken, aber warum das in Deutschland dermaßen überbewertet wird, dass die Mutter (ja, ja, das Phänomen "Die deutsche Hausfrau und Mutter) daheim bei den Schratzen bleibt und ja nicht arbeitet... Deutschland ist Rückständig in dieser Hinsicht und wird es auch immer bleiben, weil es Weiber wie dich gibt, die alles dafür tun, die arbeitenden Mütter runterzuziehen und ihnen ein schlechtes Gewissen einzureden... Gibts nicht ein Hausfrauen-Forum??? Und noch was: sollte ich jemals ein zweites Kind bekommen, und zwar weil wir zwei es uns seit über einem Jahr wünschen), werde ich höchstens ein halbes Jahr daheim bleiben, denn ich bin nicht nur Mutter, ich bin FRAU, und als diese möchte ich geschätzt werden!
Hi Skyla, mal eine ganz unromantische Frage. Du schreibst du bist alleinerziehend und arbeitest nicht und hast 2 Kinder....und woher kommt dann die Miete und die Butter aufm Brot ? Grüße Linda
Ich wollte damit nicht wissen, ob du Väter als geeignete Betreuungspersonen ansiehst, sondern ob du Vätern die gleichen Fragen stellen würdest - wie sie bloß wieder arbeiten gehen können, statt rund um die Uhr bei ihrem Baby zu sein. Die meisten Väter tun nämlich genau das, und keiner stellt ihre Emotionen und Bindungen zu dem Kind oder gar eine Berechtigung zu einem Kinderwunsch deswegen in Frage. Ich finde das unfair, ich arbeite genauso gerne wie ein Vater. Dass du nicht von deinen schlechten Erfahrungen abstrahieren kannst, ist schade. Den Wechsel, den du als Kind mitmachen musstest, würde wohl keine von uns ihrem Kind zumuten wollen. Bei dir hat ja gerade der konstante Bezugsrahmen "Zuhause" mehrfach gewechselt. Das ist bei den Eltern hier nicht so. Die Kinder haben einen sehr überschaubaren Rhythmus, bei dem das Zuhause und das "arbeiten gehen" (so nennt unser Kiga das in den Kiga gehen) jahrelang täglich zu gleichen Zeiten stattfindet. Was die Schädlichkeit der Betreuung auf die Entwicklung angeht, gibt es nicht nur Dr. Posth... du kannst ja mal ein paar Studien lesen, die Ergebnisse sind da nicht so eindeutig, wie du sie hier darstellst. Guck z.B. mal im "Familienhandbuch", unter Punkt 3 und 5 steht viel zur Betreuung, und dass es von ganz anderen Faktoren als "fremdbetreut oder nicht" abhängt... http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_Fachbeitrag/a_Kindheitsforschung/s_1815.html LG sun
Hier sind schon viele gute Antworten geschrieben worden. Deshalb nur so viel: Jeder sucht sich seinen "Guru" selbst. Wenn Deiner ein Herr Posth ist ist meiner halt jemand, der erkannt hat, dass frühe Betreuung der Kinder durch andere Personen sich positiv auswirkt. Es gibt genügend Studien, die nachweisen, dass frühe Berufstätigkeit beider Elternteile sich fördernd auf die Kinder auswirkt (Stichwort: Qualitätszeit vor Quantitätszeit etc.). Aber diese Studien werden Dich natürlich nicht interessieren, weil sie nicht das belegen, was DU gerne glauben möchtest. Womit wir dabei wären, dass wir meiner Meinung nach doch alle egoistisch handeln. Du bleibst zuhause weil DU das so möchtest und meinst, dass Deine Kinder das nicht anders verkraften (ja, ich weiß, Du bist bei Deinem Sohn als er 3 war Vollzeit arbeiten gegangen, da gehe ich jetzt mal nicht drauf ein, weil Du nicht geschrieben hast wie lange, wie er betreut war etc., so dass ich da nicht viel zu schreiben kann). Ich bin sofort nach dem Mutterschutz wieder arbeiten gegangen, weil ICH der Meinung bin, dass das die beste Lösung für meine Familie ist. Und wenn ich beim nächsten Kind für 1 Jahr zuhause bleibe, mache ich das, weil ICH mir die Auszeit "gönnen" möchte. Dann bin ich aber noch die gleiche Mutter, wie jetzt bei meinem Sohn, weder besser noch schlechter. Übrigens kennt mein Sohn seine Tagesmutter besser als seine Oma, soviel zum Thema "Fremd"-betreuung. Stephanie
wenn man ganz ehrlich ist. das ist eine Frage des Anspruchs! Erwerbstätigkeit wird von ihr nicht verlangt, wenn sie keine Betreuung hat. Aber dann muss man eben auf Sozialhilfeniveau leben. Dass das geht, schreiben sogar manche Sozialhilfeempfänger (jetzt HartzIV-Empfänger). Dass das sogar oft besser geht als mit Arbeit, weil vom Netto so viele Kosten noch abgeben - schreiben oft auch nicht wenige. Die, die hier schreiben, dass sie arbeiten MÜSSEN, sind meist die, die eben diese Abhängikgeit des Staates nicht wollen und die sich vor allem auch für die Zukunft auch eine Unabhängigkeit von einem Partner erhalten möchten. Wenn man nicht in die Falle tappen will, auf dem beruflichen Abstellgleis zu landen, dann MUSS man tatsächlich arbeiten und darf nicht zu lange raus sein. Aber das ist alleine eine Frage der PRIORITÄT. Ich persönlich könnte keine Nacht schlafen, wenn wir von einem Gehalt abhängig wären und womöglich noch Schulden hätten. Und es ist mir unbegreiflich, dass das für viele vollkommen selbstverständlich ist. Aber ich muss es ja auch nicht begreifen. Gruß Tina
Hallo Skyla, erstmal vorweg: Ich habe die ganze Diskussion hier nicht von A bis Z verfolgt, dazu fehlt mir die Zeit. Aber ich finde die Fragen, die du stellst, interessant: Tja, wieviel Mama braucht ein Kind? Und warum hat man ein Kind, wenn man sich doch nicht den ganzen Tag mit ihm beschäftigen möchte? Weißt du was ich toll finde am Internet: Dass man ehrlich sein kann und wegen der Anonymität nicht ein Hochglanz-Bild von sich vermitteln muss. Drum ´ne ehrliche Antwort: Ich habe wieder angefangen zu arbeiten als mein Kind anderthalb Jahre alt war. Ich liebe meinen Beruf. Habe studiert und lange um meinen Arbeitsplatz gekämpft. Das möchte ich nicht alles hinschmeissen. Das andere ist: Der Alltag mit Baby und Kleinkind ist wahnsinnig anstrengend. Kräftezehrender als angenommen. Ich glaube, diese Aufgabe unterschätzen ganz viele Menschen einfach. Ist es nicht mega-anstrengend, sich immer wieder mit Trotzphasen auseinander zu setzen, mit endlosem Trödeln, mit der Tatsache, dass man selbst keine Aufgabe zuende führen kann, weil man unterbrochen wird, dieses ständige Geschrei und Chaos und diese ewige emotionale Anspannung?! Und - das ist ja noch das Schlimmste in meinen Augen - das alles, ohne Anerkennung und ohne einen Cent Geld zu verdienen? Da ist es natürlich verführerisch, die Schokoladenseiten seines Kindes zu genießen und den heftigen Alltag lieber anderen zu überlassen (die dann dafür auch noch megamies bezahlt werden... eigentlich nicht zu fassen). Für mich ist meine Arbeit Ausgleich und Erholung. Und nicht nur für mich! Für zahlreiche meiner Bekannten auch. Es ist eben nicht jede Frau als Hausfrau und Mutter geboren, ich werde regelrecht depressiv "nur" Zuhause, was aber keineswegs bedeutet, dass ich das nicht schätze, was Hausfrauen so leisten. Ganz im Gegenteil. In meinen Augen haben die den schwierigeren Part, wenn sie ihre Aufgabe ernst nehmen. Meine Freundin ist Uni-Sekretärin und genießt nach eigenen Worten dort ihre "Ruhetage" ohne Kind. Das sagt natürlich kaum einer öffentlich. Also kurz: Ich versuche, meine Psyche im Gleichgewicht zu halten durch Arbeit und Kind, weil ich einfach von meiner Persönlichkeit her keine "Nur"-Mama bin. Ich bin "nur" Zuhause überfordert! Habe ich deswegen kein Kind "verdient"? Ich bemühe mich, für meinen Knirps in der Zeit, in der ich nicht da bin, einen adäquaten "Ersatz" zu finden (habe lange wenig gearbeitet, da meine Kleine sehr intensive Bindungen eingeht und auch immer sehr, sehr an mir hing), und wenn sie älter ist, werde ich ihr ehrlich sagen: Meine Süße, ich hab dich lieb bis zum Umfallen, aber nur Zuhause bleiben - das konnte ich leider nicht! Aber mit der Oma/ Papa/ Nachbarin... war´s doch auch schön, oder? Liebe Grüße
! ... Genau so ist es doch! Also das meine ich ja mit "Erziehung ist Arbeit"! Es ist eine anspruchsvolle und verantwortungsvolle und auch anstrengende Aufgabe - WENN man (Väter wie Mütter!) sie ernst nimmt und gewissenhaft ausführt (und das eben über viele, viele Jahre, jeden Tag!). Und na klar braucht man bzw. frau auch mal Zeit für sich und Abstand von den Kindern und auch noch "ein eigenes Leben" (als Frau, als erwachsener Mensch mit entsprechenden Bedürfnissen)! Aber du bist die erste und einzige, die die Dinge beim Namen nennt! Bei den anderen Damen hier hört es sich halt immer so gar nicht danach an, dass sie auch deshalb in den Beruf (früh) zurückgegangen sind, weil ihnen die Betreuung der Kinder zu Hause eben zu langweilig und/oder auch zu anstrengend war bzw. ist! Aber das ist eben doch sehr oft der Fall. Und wer das zugibt und sich trotzdem ganz ehrlich um das Beste für sein Kind bemüht, dabei aber eben schon nachdenkt und sich informiert, bevor das Kind kommt und wer dann bemüht ist, sich selbst kritisch zu hinterfragen, dem spreche ich gar nichts ab! Aber wie gesagt: Die Zeiten, da man in der Gesellschaft als Rabenmutter galt, wenn man arbeiten ging, sind längst vorbei! Ganz klar zeigen das aktuelle Veränderungen: wenn also sogar von Seiten der Politik (die ja immer eher etwas behäbiger ist und länger braucht...) schon ein Krippenplatzrechtsanspruch (für Babies und Kinder unter 3) eingeführt wird, dann zeigt das eindeutig, wohin der Trend geht (und zu welchem Zweck, das schrieb ich ja auch bereits mehrmals!). Und Mütter wie ich, die aber der Meinung sind, dass frühe Fremdbetreuung den Kindern eher schadet, sind inzwischen verpönt und werden - wie hier geschehen - angegriffen, außerdem belustigt man sich über sie oder stellt sie in die Ecke "antiquierte, konservative Hausfrau und Gluckenmutter". Man wird heute schief angesehen bzw. abgeurteilt (nicht nur als konservativ, sondern auch als "Assi", wenn man nicht trotz und mit Kindern arbeitet! Was ich fordere (von den ELTERN), ist einfach, dass sie für ihre Kinder (so sie sie eben wollten und bekommen haben) zurückstecken, Opfer bringen und Verzichte leisten - denn das bringt das Kinderhaben einfach mit sich - und: wenn man seine Kinder liebhat, dann fällt es einem in manchen Dingen sicher schwer, aber man tut es trotzdem gerne: für die Kinder! Und zur Zeit sehe ich eben schon, dass es Frauen doch eher um sich selbst geht und nicht die Kinder an oberster Stelle stehen (was Prioritäten angeht). Wenn man aber nicht bereit ist, auch einschneidende Veränderungen (durch Kinder) zu akzeptieren und sein Leben zumindest in den ersten Jahren umzustellen, dann handelt man meiner Meinung nach nicht vorrangig aus Fürsorge für die Kinder und deren Wohlergehen, sondern doch eher aus eigenem Egoismus. Gerade diesen muss man als Mutter und Vater aber eigentlich zwangsläufig "herunterfahren". Wenn man dazu nicht (in für die Kinder ausreichendem Maße) bereit ist, dann sollte man besser (noch) keine Kinder bekommen. Und warum ich mich so auf die ersten ca. drei Lebensjahre versteife, habe ich auch schon geschrieben/erläutert. Und vom Staat erwarte ich, dass er Eltern (insbesondere aber Mütter, da sie die Haupterziehungs- und Betreuungsarbeit leisten!) entsprechend unterstützt und wirklich eine freie Wahl lässt, anstatt durch die Hintertür dann (zukünftig) doch Druck auszuüben...! Staatliche Unterstützung von und für Familie(n) heißt für mich auch, dass die Eltern GENUG ZEIT für und mit ihren Kindern haben KÖNNEN, ohne dabei am Hungertuch nagen zu müssen (also unter die Armutsgrenze zu fallen oder an diese zu stoßen)! Da müsste auch etwas in Richtung Mindestlohn getan werden... aber das ist ein anderes Thema. Und wie gesagt: bei der Schulkinderbetreuung müsste auch vieles verbessert werden - quantitativ wie qualitativ!! Jedenfalls: schön @sesamstrasse, dass es auch ehrliche und offene Mütter wie dich gibt! :)
... unterschreibe alles, was du sagst... liebe Grüße nochmal!
Besonders für den Part, daß auch 24-Stunden-Mütter einen anstrengenden "Job" haben, wenn sie ihn "gut" machen wollen. Ein Job, der weder honoriert wird (eher im Gegenteil) noch bezahlt. LG Antje (Die gerne wieder arbeiten würde...)
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