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Ich bin sehr traurig, bin ich echt zu egoistisch?

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Hatte schon mal vor kurzem gepostet, dass ich so immer so müde und gestresst bin und mich hin und hergerissen fühle zwischen Muttersein und Arbeitstier. Ich arbeite - nur durch Mutterschutz unterbrochen - Vollzeit. Ehemann kümmert sich liebevoll um Kind und Haushalt. Trotzdem fühle ich mich so ausgelaugt und hab manchmal das Gefühl niemandem gerecht zu werden. Mein Mann rät mir, mal was alleine zu machen. Also war ich am Brückentag in der Sauna. Bin um 15 Uhr gefahren - Mausi geht um 19 Uhr ins Bett. Sowohl Eltern als auch Schwiegereltern haben sich kritisch geäußert. Wie ich meinen freien Tag nicht mit meinem Kind verbringen kann und Schwiegermutter deutete subtil an, dass mein Mann ja auch mal was für sich machen muss, wg. der sozialen Kontakte. Ich würde ja schließlich arbeiten gehen (mein Mann hat auch seine Freizeit und geht dann Tennis spielen o.ä.! nur als Anmerkung). Ich hatte eh schon Gewissensbisse und nun richtig ein schlechtes Gewissen! Als ich das gehört hab, bin ich angefangen zu weinen. Sogar die eigenen Eltern, die wissen sollten, wie viel man arbeitet?! Bin ich echt so ein Weichei? Zu egoistisch? Bitte ehrliche Meinungen - vllt. muss ich wirklich an mir arbeiten....


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Hallo :-) Also wenn DU Dich ausgelaugt fühlst und gemeinsam mit Deinem Mann die Idee entwickelst am Brückentag eine Auszeit zu nehmen weiß ich nicht, warum Du Dir das ganze von Deinen Eltern / Schwiegereltern in Frage stellen lässt. Es geht doch nicht darum, was sich "gehört", "man macht" oder "wie sein sollte", sondern welches Lebensmodell für Dich und Deinen Partner passt. LG Cosma


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Hai, Weichei ja, vielleicht - aber egoistisch bist du nie im Leben, denn sonst hättest du die Zeit genossen ohne Gewissensbisse!!!! Also da must du cooler werden. Mein Mann und ich arbeiten beide Vollzeit und wir genießen beide jeder unsere jeweilige Freizeit, häufig auch getrennt. In der der Sauna sind wir dann jeweils gerne auch mal den ganzen Tag. Na, und? Mittlerweile fahren wir allerdings sogar gemeinsam mit Kind ins Schwimmbad, wo wir uns abwechselnd ums Kind kümmern, während einer von uns in der Sauna "chillt". Ich hab auch keinen Erziehungsurlaub gehabt, also musste ich sehen, wie ich mit meiner Energie haushalte. Das ist doch kein Egoismus. Egoismus ist vielleicht, gar kein Kind zu haben, weil man einen Urlaub im Jahr mehr finanzieren möchte...? K.


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Hallo, also, wenn es andersrum wäre und dein Mann voll arbeiten würde und du immer "nur" zu Hause wärst, dann würde die Schwiegermutter garantiert sagen, dass dem armen, voll arbeitenden Mann ja wohl Auszeiten eher zustünden als Dir ;-). Würde ich mir wegen allem, was meine Schwiegermutter subtil oder weniger subtil so von sich gibt Gedanken machen, wäre ich auch nur noch am Heulen :-(. Dass deine Eltern ins selbe Horn stoßen ist nicht schön, aber ich denke, dass ist so ein bisschen die Generation. Wenn die Frau arbeitet, dann ist das praktisch Hobby und Selbstverwirklichung genug (während es beim Mann halt "harte Arbeit" ist), da kann sie nicht noch mehr Zeit für sich abzwacken - dieses Denken habe ich leider auch manchmal und muss mich bewusst davon freimachen. Wichtig finde ich, dass dein Mann und Du da in etwa übereinstimmen und jeder seine Freizeit bekommt, und das schein ja so zu sein. Die Großeltern können ja mal auf das Kind aufpassen und ihr könnt zusammen in die Sauna gehen, das haben wir am freien Tag gemacht, auch super! LG Kristina


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Geht's den Eltern gut, geht's dem Kind gut, egal wie man sein Leben gestaltet - sei es alleinerziehend und/oder mit zig Geschwistern oder als Einzelkind, auf dem Land oder in der Stadt, berufstätig oder Hartz4, "bekanntbetreut" (ich kenne alle Erzieher meiner Kinder) oder zu Hause betreut, religös oder eher atheistisch, .... Bist Du im Zweifel, dann wirkt sich das auch auf Familie und Kind aus. Meine Eltern und Schwiegereltern finde manche Dinge auch recht "seltsam" aber zum Glück äußern sie sich nur interessiert, aber mischen sich nicht ein und (ver-)urteilen auch nicht. Hoffentlich kann ich das später auch mal. Gehe Deinen eigenen Zweifeln auf den Grund und suche für dich die positiven Aspekte. Zeifel sind gut und notwendig. Mein Mann und ich unternehmen durchaus etwas ohne Kinder. Ich unternehme viel ohne Mann. Meine Kinder unternehmen viel ohne uns. Alles Gute Karin


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Hallo, so ganz verstehe ich das Problem nicht. Dein Mann ist ganz zu Hause, also ein Situation wie bei vielen Ehepaaren, wo der Mann arbeitet, das müsste doch recht stressfrei sein (ich kenne das vom ersten ja, da hatte mein Mann Erziehungsurlaub, seitdem arbeiten wir beide). Was die Schwiegermutter so redet würde ich ignorieren bzw. mich zur NOt halt von ihr fernhalten, wenn sie nervt. Die geht das eh nichts an. Auch deine Eltern nicht. Ich hätte mit meinen Eltern nie über so etwas diskutiert, sondern einfach nur gesagt, das ist meine Sache und die meines Mannes, Ende. Ich verstehe mich übrigens gut mit ihnen, aber es gibt halt Dinge, die gehen die Eltern nichts an. Du bist natürlich gar nicht egoistisch, aber lässt dich offenbar leicht von anderen verunsichern. An letzterem würde ich arbeiten. Gruß ,Renate


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Hallo, du hast alles richtig gemacht. Ich muss gestehen, ich selbst habe auch mit 42 noch manchmal das Gefühl, ich muss es meinen Eltern recht machen. Muss ich aber natürlich nicht - und du auch nicht. Lass dir um himmelswillen kein schlechtes Gewissen einreden, wo du keins haben musst. Steh zu deinen Entscheidungen - wozu wohl auch gehört, dass du Vollzeit arbeitest und dein Mann zuhause ist ...? Es klingt ein bisschen so, als müsstest du dich DAFÜR auch schon rechtfertigen. Auch das ist natürlich Schmarrn. Wenn das für dich und deinen Mann so passt, dann passt es. lg Anja


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Deine Zweifel kenne ich. Wenn man in seinem Leben Entscheidungen trifft, die etwas aus der Reihe tanzen (zB Arbeiten gleich nach Mutterschutz bei mir) kämpft man an zwei Fronten: gegen die Vorurteile der anderen und gegen sich selbst. Man hat sich zwar bewusst für den anderen Weg entschieden, aber dennoch fragt man sich ständig, ob es richtig war. Hätte man es gemacht wie alle, gäbe es beide Fronten nicht, aber wäre man glücklicher mit einer 08/15-Lösung, die nicht auf die eigene Situation passt? Ich habe Monate gebraucht, bis ich unsere Situation selbst akzeptiert hatte. Als ich nämlich sah, dass es die richtige Entscheidung für uns war und alles gut lief, konnte ich auch voll hinter dieser Entscheidung stehen und sie verteidigen. Das brauchte ich dann aber nicht mehr, da die anderen ja auch sahen, dass es insbesondere dem Kind gutging. Außerdem war ich nicht mehr so dünnhäutig bei Kommentaren in der Familie. Mein Mann war sowieso der Meinung gewesen, dass ich mir da viel eingebildet hatte (wahrscheinlich aus eigener Unsicherheit). Wichtig ist, dass Du und Dein Mann Euch einig seid und dass es sofort thematisiert wird, wenn einer sich unglücklich fühlt. Das Wohl des Kindes steht ja sicher bei Euch oben an. Alle anderen tragen nicht die Folgen Eurer Entscheidungen und dürfen sich daher nicht einmischen. PUNKT


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STOP!!! Du gehst Vollzeit arbeiten, hattest nur den Mutterschutz... warum zweifelst du an dir? Was erwartest du noch mehr von dir? Nein, DU bist vollkommen in Ordnung und "leistet" mehr als genug. Ich denke es ist die liebe Gesellschaft, die nicht sehen will, dass du Vollzeit arbeitest und nach der Geburt nicht wirklich Zeit hattest dich zu erholen; dass bei euch die Rollen vielleicht anders verteilt sind und die Mutter nicht ständig auf ihrem Baby klebt usw. Aber mal ganz ehrlich... WEN geht das etwas an, wie IHR ELTERN euch untereinander absprecht? -richtig: es geht NIEMANDEN außer euch beiden und vielleicht noch euer Kind/eure Kinder etwas an! Wie können die Menschen um dich herum nur so unsensibel sein? Warum bieten sie euch nicht zusammen an die Kleine mal zu betreuen, so dass ihr als (Eltern-)Paar mal Zeit für euch habt? Was ist das für eine blöde Dummschwätzerei? Lass' dich bloß nicht davon fertig machen - deine Kleene ist bei deinem Mann bestens aufgehoben! So, und jetzt: was geht dich fremdes Elend an? -wenn die Familie nichts besseres zu tun hat als sich DARÜBER das Maul zu zerreißen, dann kannst du getrost deinen Kopf hoch nehmen, dein Näschen in die Luft recken und über solch' blödsinnigen Vorwürfe hinweg sehen. Kram mal ein wenig von deinem Selbstbewusstsein raus! Es ist DEIN/EUER Leben und nicht dass eurer Eltern/Schwiegereltern. Ihr macht das toll und wenn dein Mann dir einen Tag in der Sauna anbietet, dann darfst du den auch annehmen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Wenn sich die Gelegenheit ergibt wirst du dich sicherlich bei ihm revangieren. Hast du mal an eine Mutter-Kind-Kur gedacht?


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Ich kann Dir gar nichts Anderes als meine Vorschreiberinnen sagen. Du bist offensichtlich ausgebrannt und da ist es ganz wichtig, dass Du Dich versuchst zu regenerieren. Sonst klappst Du irgendwann krank zusammen. Das - und nicht ein Saunabesuch an einem Brückentag - wäre für Deine Tochter schlimm.Deine Tochter hat vielmehr von Dir, wenn Du inneralb von vier freien Tagen mal einen Nachmittag weg bist und dafür entspannt, ausgeglichen und fröhlich zurückkommst als wenn Du gestresst mit ihr gespielt hättest. Du hast dazu noch das Glück, einen Mann zu haben, der Dich untstützt und Dir auch empfiehlt, etwas für Dich zu machen. Auch Dein Mann hat mehr davon, wenn Du mal in die Sauna gehst und dafür entspannter nach Hause kommst als wenn er Dich nervlich angespannt sieht. Fazit: Ihr seid alle 3 zufrieden(er); Du hast alles richtig gemacht. LG Babsorella


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Weichei? Egoistisch? Was nützt dem Kind eine ausgelaugte Mutter? Was tangiert Eure familieninterne Absprache die Eltern und Schwiegereltern? habt Ihr das Kind etwa zu ihnen abgeschoben? Nö, so what? Man stelle sich das ganze mit umgekehrten Vorzeichen vor. Würde man einem Mann je vorwerfen, wenn er seinen freien Tag mal für sich verbrächte? macht EUER Ding, und schaut um Himmels willen, dass sich Eltern/Schwiegis nicht zu sehr oder am besten gar nicht einmischen. Das nächste mal sagt Ihr einfach nichts. Man muss nicht alles erzählen.


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... und ich arbeite nur 30 Std die Woche. Aber auch ich habe meine Kinder an meinem freien Tag in den Kiga gebracht und den Vormittag nur auf dem Sofa rumgeflezt. Das war auch bitter nötig. Ich werde auch ab dem Sommer meine ohnehin schon geringe Arbeitszeit verkürzen, wahrscheinlich auf 25 Std die Woche. Denn ich habe in den letzten Monaten gemerkt wie sehr es mir (und vor allem den Kindern) an die Substanz geht wenn ich die volle Betreuungszeit des Kigas nutze um zu arbeiten (Papa oder Familie gibt es ja nicht mehr). Jede Besortgung, jeder Arzttermin, jede Logo und Ego muss nachmittags gemacht werden, immer beide Kinder mit und immer unter Zeitdruck. einfach mal nur nen Nachmittag mit den Kindern spielen ist schon seit Wochen nicht mehr drin. Und ICH schaffe das einfach nicht. Von daher kann ich dich gut verstehen wenn du nach der Arbeit platt bist und etwas ganz alleine für sich tust. Wenn dein Mann auch dafür Gelegenheit hat ist doch alles in Ordnung. Und wenn es deinem Zwerg bei Papa auch gut geht brauchst du echt kein schlechtes Gewissen haben.


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Vielen Dank für die aufbauenden Worte! Vllt. habe ich das mal gebraucht, das jemand ausspricht, dass ich anderen nichts zu rechtfertigen brauche. Ich lass mich wirklich schnell verunsichern. Im Job bin ich voll in meinem Element, da bringt mich nichts so schnell aus dem Konzept, aber wenn man mich privat kritisiert, dann trifft man ziemlich schnell einen wunden Punkt, besonders wenn es ums Kind geht. Das mach ich schon seit der Geburt, rechtfertigen, dass ich wieder arbeiten gehe. Vllt sollte ich damit mal aufhören....Danke für die vielen Ratschläge, Kommentare und Hinweise! LG Roy