Elternforum Baby und Job

Gibt es hier Mütter mit Vollzeitjob,

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die a) mehr als zwei Kinder haben und b) echte Karriere gemacht haben? Also mit "echter Karriere" meine ich einen Job (selbständig oder angestellt) in der freien Wirtschaft mit Führungsverantwortung für mehr als 5 Mitarbeiter oder entsprechender Kapitalverantwortung und ein Monatsbrutto-Einkommen ab 4300 € aufwärts. Sozusagen "Typ Frau-von-der-Leyen" bevor sie Ministerin wurde. Gibt es solche Frauen hier oder gibt es sie überhaupt in Deutschland? Eine kannte ich mal. War meine "Ober-Ober-Chefin", hat unseren Unternehmensbereich (High-Tech-Enwicklung - Männerdomäne!) mit tausenden von Leuten geführt, hatte drei Kinder im Sculalter war mir höchst sympatisch und für viele Männer ein rotes Tuch. Die war aber ganz schnell (nach ca. 2 Jahren) wieder weg vom Fenster und zwar so weg, dass ich nie wieder, in der gesamten Branche, von ihr gehört habe. Was meint ihr, ist eine grosse Karriere in unserem Land mit mehr als drei Kindern möglich, wenn frau auch noch gewissen Wert auf ihre Mutterrolle legt - also nicht nach dem Muster "Lynnette" aus "Desperate Houswifes" leben und arbeiten möchte? Ich sehe das irgendwie nicht... junima, die über "Nr.3" nachdenkt und sich fragt ob es das dann geesen sein könnte mit dem qualifiziert-beruflichen Teil ihres Lebens


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Also erstmal halte ich das Bruttogehalt fuer keinen so guten Indikator in diesem Fall.Denn je nachdem, ob Du selbstaendig bist, sozialversicherungspflichtig angestellt oder Beamtin kommt bei 4300 Euro brutto was ganz anderes raus. Ich habe Jura studiert- und die Rechtsanwaeltinnen, die ich kenne, liegen alle drueber. Sie haben aber enorme Kosten zu tragen, ihre ganze Krankenversicherung alleine, teure Tagegelder fuer Arbeitsunfaehigkeit, sie muessen ihre ganzen arbeitsmittel selber zahlen, also Buecher, PCs, Mitarbeiter. Ich selber bin Beamtin des hoeheren Dienstes und liege nach der Besoldungstabelle wie ja jeder nachlesen kann- etwa um diesen Dreh.Meine private Krankenversicherung kostet mich allerdings nur 100 Euro,meine Arbeitsmittel zahlt der Dienstherr und Sozialversicherungsabgaben zahle ich nicht.Jede Oberstudiendirektorin liegt ueber der von Dir genannten grenze. Vier Kinder habe ich- aber ich habe keine richtige Karriere im von Dir beschriebenen Sinn.Ich arbeite streng weisungsabhaengig- wenn mein Chef mich weisen will.Solange er zufreiden ist, kann ich gut und gerne selbstaendig auch mit meinen Mitarbeitern arbeiten- aber er hat die Moeglichkeit, mich jederzeit zu bremsen, andere Schwerpunkte zu setzen, Dienstreisen zu genehmigen oder versagen., Projekte zu initiieren oder zu stoppen. Ich weiss jetzt nicht, was Du gnau machst, was Du studiert hast und welchen Beruf Du ausuebst.Ich finde, gehen tut alles mit Planung und Organsiation- aber es ist schon anstrengend und ich habe manchmal schon das gefuehl, es laeuft etwas an mir vorbei.Andererseits muss man die Grundsteine fuer die Karreire leider genau dann legen wenn die Kinder klein sind.Zu lange aussteigen und die kinderlosen Kolleginnen und die Herren Kollegen ziehen uneinholbar an einem vorbei. Das wuerde mich ziemlich fertig machen- man kann ja etwas und hat Ehrgeiz.aber wie gesagt, gehen tut es. viel erfolg, Benedikte


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Hi, schönes Thema. Ich glaube es kommt ganz darauf an, was für eine Basis vorhanden ist. Und was man für einen finanziellen und familiären Hintergrund hat. Ohne jetzt jemanden in die Tonne zu stecken.. ich denke, diese Chancen und diesen Berufsweg, wie Du ihn aufführst, ist für jemanden mit Hauptschulabschluss und Metzgerlehre sicherlich nicht wirklich möglich. Hast Du aber jemanden, der z.B. früh angefangen hat Jura zu studieren oder sowas wie in meinem Fall (dazu später), der ein wenig Geld mitbringt, eine gesicherte Familie hat (also alles schickt mit Papa daheim und so und von mir aus noch ein kleines Haus) ich denke ja, dann ist das durchaus möglich. Was Du halt auch brauchst in diesem Fall ist eine abgesicherte gute Betreuung für die Kinder. Vielleicht durch ein au-pair oder eine gute Tagesmama, eine Oma, sonstwas. Ein gutes Netzwerk eben. An dem scheitert es bei mir ein wenig, auch wenn mein Netzwerk inzwischen nicht das Schlechteste ist. Ich werde zwar nie in die Verlegenheit kommen, Mitarbeiter zu führen oder eine Abteilung zu leiten, aber ich denke, dass es in meinem Fall nicht ganz unmöglich ist, Karriere zu machen. Ich war zwei Jahre lang alleinerziehend und bin nach einem Jahr wieder arbeiten gegangen. Ich hatte und habe einen gut bezahlten Job in einer Immobilienfirma als Assistentin, wir vermieten gewerbliche Flächen. Letztes Jahr habe ich meínen jetzigen Freund kennengelernt, seit Mai/Juni wohnen wir zusammen. Er wird jetzt seine Stelle wechseln, Firmenwagen mit dickem Gehalt. Ich mache nebenher von daheim aus einen Fernlehrgang zur Immobilienmaklerin und habe meine erste Zwischenprüfung mit Sehr Gut abgeschlossen, das Ergebnis kam gestern. Spinnen wir mal weiter: Ich mache meinen Immobilienmakler, fange hier in der Firma richtig an. Oder anders, arbeite hier weiter "nur" als Assistentin und nebenher als Wohnungsmaklerin, Leute die ihre Bude loswerden wollen kenne ich wirklich genug und in München gibts momentan fast nur noch den Weg über einen Makler. Natürlich müßte ich das versteuern, aber ich wäre selbständig. Mein Sohn geht seit dieser Woche in den Kindergarten, ist drei Jahre alt. Ein zweites Kind möchte ich eigentlich nicht, aber ich denke FINANZIELL wäre es bei uns durchaus drin. Ist nur so, dass ich mit meinem Freund ein paar Probleme hatte in der Vergangenheit und ich eigentlich kein zweites Kind möchte. Aber ich denke, es wäre machbar. Es ist halt alles eine Einstellungssache. Und viele haben einfach auch nicht den Mut was Neues zu wagen oder nach vorn zu gehen. Sich etwas zu trauen. Viele scheuen auch die Männerdomäne. Nehmen die mich ernst? Hab ich da was zu sagen? Klar braucht man dafür auch ein dickes Fell und oft auch geschlossene Ohren, aber vor allem braucht man Mut und Durchhaltevermögen. LG Sue


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Ich arbeite daran... habe nach dem ersten Kind direkt wieder Vollzeit gearbeitet, bin jetzt wieder schwanger und habe das auch wieder so vor. Ein drittes Kind würde ich mir schon wünschen. Ich werde wohl nicht die ganz große Karriere machen (von der Leyen *grins*), denke aber schon, dass es in den nächsten 5-6 Jahren weiterhin schön aufwärts geht. Mein Mann ist halt bei uns derjenige, der im Zweifel zurückstellt, gar nicht oder weniger arbeitet, auf Auslandseinsätzen einfach mitgeschleift wird etc. Das würde sicherlich auch nicht jeder Mann mitmachen. Aber auf jeden Fall gibt es natürlich noch viel zu wenige Frauen, die es trotz Kindern "schaffen". Dafür gibt es natürlich viele Ursachen - zum Teil stehen wir uns selbst im Weg, zum Teil gibt es wenig positive Beispiele, dann wird es ja auch immer noch gesellschaftlich nicht gerade belohnt, wenn Kinder früh in Fremdbetreuung gegeben werden etc. (schaut mal hier ins Kinderbetreuungsforum, da kriegt man das Laufen...) LG Nina


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Hallo, ich musste sehr über deine Definition von "echter Karriere" schmunzeln. Ich erfülle nur eins der von dir genannten Kriterien (habe z.B. nur 2 Kinder)und führe auch keine Mitarbeiter. Aber wie bereits geschrieben muss man sich auch die Ausgangsvoraussetzungen und die Lebensumstände ansehen. Ich bin alleinerziehend und mache Dienstreisen und laufend Überstunden. Im November bin ich z.B. für 18 Tage am Stück auf Dienstreisen und muss vorher zu Hause ein logistisches Meisterwerk vollbringen damit Kinder und Katzen in meiner Abwesenheit gut versorgt sind. Ich habe keine Putzfrau, kein Au Pair, keine Bügelhilfe. Ich leiste sicherlich mehr als so manche Karrierefrau, die abends ein geputztes Haus, frisch gebadete Kinder und ein fertiges Abendessen vorfindet. Und ich habe sicherlich mehr Stress und Existenzängste als eine Frau, die in einer festen Partnerschaft mit einem berufstätigen Ehemann ist. Trotzdem habe ich im herkömmlichen Sinne keine Karriere gemacht. Trotz Studium arbeite ich "nur" als Assistentin. Aber ich bin stolz auf mich und stolz darauf, was ich tagtäglich leiste. Liebe Grüsse, Doris


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Danke ersteinmal für eure Antworten. Was ich aber meinte ist, wer kennt jemanden oder ist selbst schon eine Mutter mit drei oder mehr Kindern und Karriere. Die Rahmenbedingungen unter es in unserem Land möglich wäre, kenne ich ja selbst und finde sie inakzeptabel. Die guten Vorsätze es anders/besser zu machen habe ich selber, mir mangelt es nur an guten Vorbildern. Ich würde gerne mal eine Mutter (ausser Frau von der Leyen u. meiner damaligen Chefin) sehen, die sich in den ersten Jahren ganz oder überwiegend den Kindern gewidmet hat (regelmäßige Fremdbetreuung unter 12 Monaten ist für mich absolut nicht vorstellbar, unter 24 Monaten maximal halbtags) und trotzdem beruflich sehr erfolgreich ist. Ich habe das Gefühl, wenn frau gewisse Ansprüche sowohl an das Familenleben und ihre Mutterrolle als auch an die Art ihrer beruflichen Tätigleit stellt, es noch auf lange Sicht ein Entweder-Oder-Entscheidung bleibt. Ich bin allerdings insofern im Vorteil, alsdass ich selbständig bin und über andere Möglichkeiten Verfüge, meine Arbeitszeit einzuteilen. Längere Pausen kann ich mir aber auch nicht erlauben, wenn ich nicht sämtliche Kunden verlieren will. Hiesse, nach einer Babypause noch mal ganz von vorne anzufangen...


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... kaum welche. Mit zwei Kindern fallen mir immerhin einige ein. Eine Abteilungs- und eine Bereichsleiterin in meinem alten Betrieb. Die BL führt einen Bereich mit knapp 100 Mitarbeitern in 6 Abteilungen und verdient bestimmt deutlich überhalb von 5TEURO... Ist sicherlich auch branchenabhängig. LG Nina