Mitglied inaktiv
Hallo! Ich habe mal zwei Fragen: Wir müssen Eltern (seine) finanziell unterstüzten. Sie haben schlecht gewirtschaftet, bekommen kaum Rente, haben Schulden.... Sie haben wirklich fast nichts und brauchen jeden Monat bestimmt 800 Euro an finanzieller Unterstützung. Es sind drei Kinder da, was die anderen zahlen wollen/ können weiß ich nicht (will ich auch nicht darüber nachdenken). Wir fragen uns, was wir zahlen können oder müssten. Wir sind ein Vier-Personen-Haushalt, haben zwei Kinder (10 Monate und 5 Jahre), zur Zeit arbeitet nur er und verdient 2100 Euro netto (wir sind nicht verheiratet und das erste Kind ist nicht seins, wir bekommen dafür aber auch keinen Unterhalt). Wir bekommen noch Kindergeld, also 2400 Euro netto. An größeren Ausgaben haben wir Miete (warm 1100 Euro), Krankenversicherung privat für sie und die Kinder 250 Euro, Autofahrten zur Arbeit (er) 200 Euro, Kita und Essensgeld 400 Euro. Dazu kommen Telefon, Radio- und Fernsehgebühren, Haftpflicht, Hausrat, Rechtsschutz, Garage, Riesterrente.... Bald arbeiten wir wieder beide (er etwas weniger dafür) und haben zusammen etwa 2700 Euro netto (er 1500, sie 1200) plus Kindergeld, also 3000 Euro netto. Erste Frage: Was müssten wir beisteuern, wenn die Eltern zum Sozialamt gingen (das Amt würde sich dann an uns wenden, also kann man sich den Weg über das Amt sparen). Was müssten wir aus rechtlicher Sicht zahlen? Zweite Frage: Was müssten wir aus moralischer Sicht zahlen? Es sind immerhin seine Eltern und sie haben ihn immer gut behandelt. Es gab auch Schwierigkeiten (Alkoholismus des Vaters), aber im großen und ganzen ist das Verhältnis zu seinen Eltern in Ordnung. Die Eltern haben viele Fehler gemacht, können aber jetzt nichts mehr an ihrer finanziellen Situation ändern. Helft mir mal mit euren Meinungen!
Hallo, tja, sowas kenne ich auch...Aber (noch) nicht so ausgeprägt...Und es ärgert mich trotzdem. Ich denke, daß das Amt nur dann auf Euch zukommt, wenn Ihr die Grenze des Eigenbedarfs überschreitet. Insofern würde ich erstmal diesen Weg wählen. Ich denke mit 2700 als 4-Personen-Haushalt habt Ihr nicht zuviel, sondern genug um rund zu kommen, wenn das denn reicht. Dann muss ich gestehen, wir händeln das so, daß wir nicht selbstverständlich zahlen, sondern im Bedarfsfall helfen. Das Problem an solchen Situationen sehe ich schon darin, daß die Betroffenen das Geld irgendwie nicht einteilen können. Und eine regelmäßige Zahlung sehe ich da als "gefährlich" an, weil es eben regelmäßig und damit "normal" ist. Moralisch muss ich zugeben, ICH habe ein Problem damit. Ich habe ein Problem, das zu akzeptieren, zu entschuldigen warum es soweit kam etc. ABER: DU hast eine eigene Familie, für die DU in erster Linie sorgen musst. Deine KINDER sind auf Dich angewiesen. Die Eltern haben Möglichkeiten Hilfe zu erhalten, aber darum sollten sie sich auch bemühen. Und auch die anderen Kinder sehe ich da in der Pflicht!!! Kurzum: zum Thema Moral habe ich gelernt, mir nicht mehr diese Schuldgefühle einzureden. Ja, ich habe sie immer noch und kämpfe jedesmal aufs Neue. Aber muss ich das wirklich?? KEINE Ahnung. Und oft verschließe ich meine Augen davor, weil ich sonst DEREN Probleme lösen würde und das KANN ich einfach nicht. Mag nun herzlos klingen, auch ich hatte eine schöne und gute Kindheit - aber das Problem ist nicht neu und schon seit JAHREN vorhanden. Wieso sollte ICH daran nun was ändern müssen? Kurzum: pass auf, daß Du selbst nicht zu sehr darunter leidest - Du musst Deinen Kindern noch beistehen und helfen. Und solange das funktioniert, ist eigentlich aus meiner Sicht alles erlaubt und ok. Ich würde es nicht an einem Betrag x festmachen, sondern sagen, wenn was ist, bin ich da, aber dann auch warten, bis es wirklich so schlimm ist, daß ich eingreifen muss. viele Grüße eumeline
Hallo, als erstes fällt mir ein, dass Du für Dein ältestes Kind UVG-Leistungen beim Jugendamt bekommen könntest, wenn der Kindesvater keinen Unterhalt zahlt und Du mit Deinem jetzigen Partner nicht verheiratet bist. Ansonsten finde ich die Situation sehr sehr schwierig, rechtlich gesehen kann ich Dir nicht genau weiterhelfen. Da sollten die Eltern Deines Mannes wirklich mal zur ARGE gehen und eine Berechnung durchführen lassen. Moralisch gesehen, hm,..... würden/ haben seine Eltern euch untersützt, falls es euch mal nicht so gut ging? Meine Eltern würde ich unterstützen, aber nicht soweit, dass ich selbst nicht mehr zurecht komme. Ich würde eher in Naturalien helfen, wenn sie nicht mit Geld umgehen können, sprich: den Wocheneinkauf vielleicht zusammen erledigen und ich würde bezahlen, oder sowas. Für den Vater meines Mannes würden wir keinen Cent bezahlen, der hat sich nie um ihn gekümmert und auch nie Unterhalt gezahlt. LG Stephanie
http://www.treffpunkteltern.de/article.php?sid=381 Da kannst du dich zumindest zur rechtlichen Unterhaltsverpflichtung schlau machen. Überschlägig gerechnet, ergibt sich da wahrscheinlich keinerlei Unterhaltspflicht deines Lebenspartners gegenüber seinen Eltern. Grundsätzlich wäre immer NUR er seinen Eltern gegenüber unterhaltspflichtig. Dein Einkommen und das Kindergeld für Eure Kinder stehen dir und deinen/euren Kindern zu und werden gar nicht bei der Berechnung einbezogen! Bleiben also die 2100 € netto deines Partners. Vorrangig ist er erstmal seinem Kind gegenüber unterhaltspflichtig. Dieser Betrag ist also von den 2100€ abzuziehen (ihr wisst ja wie hoch der genau ist, ich rechne hier mal mit vorsichtigen 200,-€) Ausserdem ist er u.U. auch dir gegenüber unterhaltspflichtig. Dass lasse ich jetzt der Einfachheit halber mal aussen vor, da ich nicht weiss wie alt Euer Kind iat und du ja ohenhin bald wieder arbeiten gehst. Bleiben also in meiner Rechnung noch 1900,- €. Ihm bleibt ein gesetzlicher Selbstbehlat von 1400 plus die Hälfte des darüber hinausgehenden Betrages, also 1650,-€ . Das ergäbe eine theoretische Unterhaltspflicht von 250,- €. Allerdings sind hier eure individuellen Verhältnisse gar nicht berücvksichtigt und - wie gesagt- der Kindesunterhalt recht niedrig angesetzt. Weiterhin ist nicht berücksichtigt, dass auch die anderen Geschwister ihrer Leistungsfähigkeit entsprechend zum Unterhalt der Eltern verpflichtet sind. In der Realität wird es wohl darauf hinauslaufen, dass ihr kaum oder gar keinen Unterhalt leisten müsst. Moralisch gesehen bin auch ich der Meinung, dass die Verpflichtung deinen/eueren Kindern bzw. der eigenen kleinen Familie gegenüber IMMER an erster Stelle steht. Die Kinder sind materiell absolut abhängig von Euch. Die Eltern - so bedauerlich und unverschuldet die Situation auch entsanden sein mag - sind Erwachsene, die ganz andere Möglichlkeiten haben, Ihre Existenz zu sichern. Wenn ich ganz ehrlich sein sollte, finde ich es eher ausgesprochen unmoralisch von den Eltern einen so hohen Betrag monatlich vom Sohn zu nehmen, wenn sie wissen wie eure Verhältnisse sind, ohne dass sie sich erstmal andere Möglichkeiten, wie Sozialgeld oder HartzIV ausschöpfen. Sie berauben damit durch Ihr Fehlverhalten Eure Kinder um ein Stück Zukunft - das finde ich echt erbärmlich!
Hallo, was die Berechnungen angeht, kann ich nichts hinzufuegen. Ich habe allerdings erlebt, dass meine Eltern fuer meine Grossmutter nichts zahlen mussten, obwohl bei ihnen kein Kind mehr im Haus lebte und beide Einkommen hatten. Daher waere ich erstmal gelassen. Und warum nicht ueber das Amt gehen? Dann ist man auch ein Stueck weit aus der "moralischen" Zwickmuehle, erstens gegenueber den Eltern, zweitens gegenueber den anderen Kindern. - Ich bin uebrigens aus Erfahrung sehr gegen Barzahlungen bei Alkoholikern oder Leuten mit Organisationsproblemen (Kredite...). Da waere ich - im Interesse aller Beteiligten - knallhart und wuerde auch notfall beim Amt auf die Problematik hinweisen. "Wenn ich ganz ehrlich sein sollte, finde ich es eher ausgesprochen unmoralisch von den Eltern einen so hohen Betrag monatlich vom Sohn zu nehmen, wenn sie wissen wie eure Verhältnisse sind, ohne dass sie sich erstmal andere Möglichkeiten, wie Sozialgeld oder HartzIV ausschöpfen. Sie berauben damit durch Ihr Fehlverhalten Eure Kinder um ein Stück Zukunft - das finde ich echt erbärmlich!" Haeh? Das eigene Kind soll nicht unterstuetzen - was die anderen Kinder zahlen, ist egal - aber der wildfremde Steuerzahler soll rangezogen werden? Ich will niemandem Schuldgefuehle einreden, aber das ist ja das umgekehrte Extrem. Gruss, harmony
Ja, ich finde es unmoralisch von erwachsenen Menschen, EIN DRITTEL des Nettoeinkommens einer Familie zu nehmen, weil sie selbst nicht wirtschaften können. Hier müsste der Erste Weg in eine Schildnerberatung, ggf. Privatinsolvenz und damit automatisch zu HartzIV führen.Nicht ohne Grund gibt es ja eben von Gesetzes wegen einen Selbstbehalt für Unterhaltspflichtige. Der ist ja nun schon nicht so gestaltet, dass man slebst im Luxus schwelgen kann, während unterhaltsberechtigte Eltern, Kinder oder Ex-Partner am Hungertuch nagen müssen. Es soll mit dieser Regelung doch verhindert werden, dass weiter Existenzen (insbesondere was die Zukunft der Kinder angeht) gefährdet werden. Unter anderem deshalb nennt sich das politisch-wirtschaftliche Gebilde, in dem wir leben ja SOZIALE Martwirtschaft. Da tragen diejenigen , die es können und in zumutbarem Umfang eben jene die leistungsunfähig (weshalb auch immer) sind ein Stück weit mit. Deiner Ansicht folgend ist also jedweder Empfang von HartzIV oder Sozialgeld unmoralisch gegenüber der Allgemeinheit. Soll doch die Familie für das Unvermögen oder die Unwilligkeit der Verwandschaft aufkommen. Es gibt viele Statten auf der welt, in denen das genau so gehandhabt wird - in denen möchte ich aber nicht leben. Ich zahle meine Steuern gerne dafür, in einer in dieser Hinsicht etwas sozialeren und menschlicheren Welt zu leben. Ich habe übrigens an keiner Stelle erwähnt, dass es egal ist, was die anderen Kinder an die Eltern zahlen - ganz im Gegenteil! Sollte es tatsächlich so sein, dass die anderen Kinder ähnlich hohe Beträge zahlen, wäre es ja noch schlimmer! Der Familie von "Priesemut" bleibt nur das Existenzminnimum (und immer schön daran denken, dass das erste Kind von "Priesemut" mit den "Stiefgrosseltern" aber auch gar nichts zu schaffen hat, tatsächlich diese aber tatsächlich jeden Monat mit Teilen des ihm zustehenden Familieneinkommens unterstützt), während die Eltern damit ein Einkommen hätten, das um ein Vielfaches darüber liegt! Aber selbst wenn du, dieser Umstände bewusst, Verfechterin der Ansicht bist, dass hier nicht die Allgemeinheit aufkommen sollte, ist dein Gedankengang zu kurz. Denn wer glaubst du kommt am Ende für Familie "Priesemut" auf, nachdem sie ihre eigene Existenz kaum noch sichern können, die Ausbildung der Kinder und die eigene Absicherung fürs Alter aufgrund der Unterstützung an die Eltern leider hinten über fällt?
Hallo junima, ich halte diese Aufregung nicht fuer noetig. Gedanklicher Ausgangspunkt von mir waren nicht auf die 800 Euro, sondern die 250, die du ausgerechnet hast. Im Uebrigen halte ich nicht "jedweden" Empfang von Sozialgeld fuer unmoralisch. Leider ist mein Sohn selber darauf angewiesen. Ich hatte dich allerdings so verstanden, dass es "moralischer" waere, Geld vom Staat zu nehmen als von Verwandten. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass auch dieses Geld von Menschen aufgebracht wird, die dafuer gearbeitet haben. Wenn du nicht meintest, dass Verwandte voellig verschont bleiben sollen, dann ist es ja gut. Im uebrigen kann man - meine ich - aus dem Rest meines Postings ersehen, dass ich mich nicht auf Pauschalitaeten beschraenke oder extreme Meinungen vertrete. Wenn ich in dem einen oder anderen Punkt anderer Meinung bin als du, ist das also kein Grund, mir zu unterstellen, ich "wolle" missverstehen. Wozu sollte dieses Wollen auch gut sein? Vom Ablauf her sind wir dabei sogar einer Meinung: Schuldnerberatung, HartzIV oder wenigstens Wohngeld beantragen und dann abwarten, was das Amt von den Kindern fordert. Ich wette, dass es weniger sein wird als die 800 Euro, die bisher freiwillig abgedrueckt werden. Mit freundlichem Gruss, harmony
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