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Diskussion Begriff "Unterschicht"

Diskussion Begriff "Unterschicht"

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Hallo! Folgendes gehört thematisch zwar nicht direkt in dieses Forum, wollte aber trotzdem Eure Meinung dazu hören. Auf dem Sender HR habe ich gerade eine Diskussion mitbekommen (leider nicht von Anfang an), in der es um den Begriff "Unterschicht" geht. Anscheinend definieren Politiker, Sozialpädagogen diesen Begriff rein über das finanzielle Einkommen = Unterschicht (sofern der Begriff verwendet wird) bedeutet, dass die Leute arm sind. Womit dann gesagt ist, der Begriff wäre falsch. Tja. Also ich finde, dass das finanzielle Einkommen EIN Aspekt ist, der vielleicht eine gewisse Rolle spielt, aber nicht ausschlaggebend ist. Ich persönlich verwende den Begriff "Unterschicht" auch ab und zu, allerdings erstens nicht öffentlich, weil ich zweitens nicht weiss, wie ich eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, die ich damit meine, sonst benennen soll. "Unterschicht" bedeutet für mich vor allem eine Mischung aus sehr niedriger (oder gar keiner) Bildung gepaart mit niedrigem sozialem Niveau (auch schwer zu beschreiben, was genau man damit eigentlich meint). Im Fernsehen war in diesem Zusammenhang grad ein Beispiel, in dem ein 17-jähriger (ich glaube ohne Schulabschluß) zum Thema Arbeitssuche im Arbeitsamt befragt wurde. Und er antwortete (Zitat!): "Die haben mir direkt in die Fresse gesagt, dass sie mir nicht helfen können." Also wer sich SO äußert, gehört für mich schon zur Unterschicht - um diesen Begriff zu verwenden. Wisst Ihr, was ich meine? Was meint Ihr dazu? Und wie würdet Ihr Leute solcher Bevölkerungsgruppen beschreiben oder benennen?


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Hallo, na die feine Bezeichnung ist doch "bildungsferne Schichten", "Fetti von der Unterschichtenbande" ist ein Harald Schmidt-Ausdruck. Viele Grüße Ulli


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Naja "bildungsfern" oder "arm" ist ja durchaus ein großer Unterschied! Für mich gehören vor allem Leute zu der "Unterschicht", die sich zurücklehnen und um nichts kümmern. Die, wenn sie Geld haben, neue Playstations kaufen und öfter zu McD gehen... LG sun


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hatte gerade pressestimmen in wdr5 gehört. da zeiht eine zeitung bilanz, daß es eben nicht harz 4 verschulden ist( das trifft hauptsächlich die älteren arbeitnehmer), sondern die schicht die schon "seit generationen von der stütze lebt". da könne nur bildung und aufklärung helfen. wenn diese leute aus ihrer einstellung heruas aber nicht arbeiten wollen, weil es ja auch so geht, dann ist da ja nicht wirklich zu helfen. das soll jetzt bitte nicht heißen, daß die leute alle nicht wollen, aber es gibt ja diverse berichte über familein, die so seit jahren leben, mit der einstellung es geht mir gut. das hat die zeitung halt auch berichtet. wie man diese klasse sonst bezeichnen soll? sehr schwierig, vielleicht doch bildungsfer? ich finde übrigens den titel unterschichten-tv von harald schmidt für diverse sendungen auch sehr treffend. gruß claudia


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also "bildungsferne" Bevölkerungsgruppen (wir danken Frau Künast für diese Wortkreation). Oft geht Bildungsarmut mit niedrigem Einkommen oder auch Armut (monetär) einher, aber gar nicht so oft. Deswegen sehe ich das größte Problem darin, dass Kinder aus diesen Schichten keinerlei Förderung erfahren. Tatsächlich ist dort die Ernährung besonders schlecht, weil viel Fertigfutter, Chips und co. und Fernsehen, Playstation PC lassen auch nicht mehr viel übrig für "gesundes" Aufwachsen in jeder Hinsicht. Man kann sich mit weniger Geld oft besser ernähren als diese Familien und Bildung kostet immer noch relativ wenig, auf jeden Fall weniger als Playstation und Co. (wobei ich ehrlich 0 Vorstellung habe, was das kostet). Das fängt bei kostenlosen Bücherein für Kinder an. Gruß Tina


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hallo, also den begriff "unterschicht" würde ich auch nicht für die leute nehmen, denen es finaziell sehr schlecht geht. schon allein deswegen nicht, weil die sogenannte "unterschicht" sich sowieso schon schlecht und zu nix zu gebrauchen fühlt (so geht es mir zumindest), weil sie kein/wenig geld haben. und sowas dann noch von menschen zu hören bekommen, die wohl null ahnung von deren problemen haben... nee, danke! da kann wohl jeder drauf verzichten. klar, kann man jetzt sagen, es kommt nicht darauf an, ob man geld hat oder nicht, damit man glücklich ist. aber ich finde schon. mir geht es nämlich so, dass ich momentan denke, das ich etwas falsch gemacht habe, dass ich kein geld habe und somit fühle ich mich schlechter. (dabei habe ich nix falsch gemacht-wäre jetzt zu viel das zu erklären). unterschicht würde ich diejenigen nennen, die sich benehmen wie karl arsch! und dazu gehört auch zb. der prinz von sachsen anhalt (oder wer das auch immer war, der gegen häuser pinkelt und fotografen verprügelt) oder auch eine naomi campell die ihre hausmädchen grün und blau schlägt. oder wer weiß noch alles. weiterhin wage ich zu sagen, dass die unterschicht aber auch arbeitslose sind, die wirklich absolut keinen bock haben, arbeiten zu gehen. mit bier und kippe im maul auf der couch zu hause sitzen und noch frech ins fernseh damit gehen und sagen: "schaut her. ich arbeitslos, du doof, weil du mich bezahlen..." so in der art. wobei ich gerade freitag lachen musst übers arbeitsamt. naja, lachen, gut?! wollte mal sehen, wie es denn mit einer teilzeitstelle/einem minijob ab dem 1.1.07 aussieht (weil ich da ungefähr aus dem MuSchu. komm). nichts, aber auch gar nichts, was sich lohnen würde. dann habe ich bei www.monster.de geschaut. und siehe da!! LIDL sucht filialleiter/in und kassierer/in für teilzeit und vollzeit. ab sofort in meiner umgebung (15 km weg)... tolles arbeitsamt!! so, hoffe ich habe es ungefähr so rübergebracht, dass es nicht falsch verstanden wird. habe nämlich eine ganz besondere gabe: meine meinung immer so zu schreiben, dass es absolut verkehrt verstanden wird *g* lg juchee


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....haben ja immer wieder die Gabe das Rad neu zu erfinden und Dinge, die schon lange bekannt sind wieder in Diskussion zu bringen, wenn man grade von den wichtigen Problemem des Landes ablenken möchte. Mein Vorschlag wäre folgender: Nehmen wir doch der Mittelschicht (egal ob obere oder untere Mittelschicht), sprich Otto Normalverbraucher, das verdiente Geld weg, soweit möglich, denn ein einfacher Bürger merkt das ja nicht, und geben das Geld dann der "Unterschicht", so dass am Ende die Mittlel- und Unterschicht gleich viel bzw. wenig zum Leben haben !! Das wäre doch mal was. Dann hat man das Problem auch nicht mehr, dass man sich als Arbeitnehmer Gedanken um seinen Job machen muss, weil es dann nämlich endgültig nicht mehr lohnt noch arbeiten zu gehen. Und dann gibt es viele freie Stellen !! Obwohl, die Firmen könnten dann ja völlig problemlos ins billige Osteuropa oder Asien gehen, um dort viiiiel billiger zu produzieren, als im teuren Deutschland, denn dagegen tut ja die Politik auch nichts. Aber egal.... wie man es dreht, das Land ist am Ende und ich kann nur hoffen, dass ich den grossen "Knall" nicht mehr miterleben werde. Die leidtragenden sind unsre Kinder !! So ist das eben.... LG


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Hallo, ich mag den Begriff "unterschicht" auch nicht, dass erinnert mich zu sehr an den Begriff "Untermensch" den die Nazis benutzen. Bildungsfern?Prekär? L:G. Vanessa


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vielleicht hat lidl ja die freien stellen dem arbeitsamt nicht gemeldet? dann kann das arbeitsamt gar nichts dafür und lidl sind die idioten, die sich nicht an die regel halten, freie stellen dem arbeitsamt zu melden.


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ich mach das in erster linie an der bildung fest. geringe bildung = unterschicht. oft ist das aber gepaart mit geringem einkommen, das kann man nicht wegdiskutieren. deshalb ist die kombination geringe bildung/geringes einkommen für mich persönlich die definition von unterschicht.


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hmmm, ganz schön mutig was du aufstellst geringe bildung = geringes einkommen = unterschicht... fast könnte man es als beleidigung auffassen. denn ich habe ich gerade kein einkommen. bekomme algI und warum?! weil mein ex-chef sagte, er hätte keine lust, eine schwangere für nix durchzufüttern, hat mich gekündigt, insolvenz beantragt und somit hab ich auch nichts davon, dass die kündgung unwirksam ist. und somit bin ich nämlich in das "geringe einkommen" gelangt. mit deinen worten heißt das also, dass ich gleich keine bildung habe. ich kann nicht sagen, dass ich eine geringe bildung habe. ich bin zwar nicht hochstudiert, so dass mir einige berufe, wo man geld verdienen kann nicht zur wahl stehen. aber dennoch habe ich meine realschulabschluss, eine abgeschl. berufsausbildung und bis jetzt immer so viel geld durchs arbeiten verdient, dass ich keine finanz. probleme hatte... weißt du, manche leute sind wirklich dumm, die können aber aus scheiße und gold machen... ich finde, geld und bildung kann man in gewisser hinsicht gleichsetzen mit dem begriff "unterschicht", aber nicht im allgemeinen... lg manja


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Dieser Artikel aus dem Stern ist zwar schon zwei Jährchen alt, aber fasst es meiner Meinung nach immer noch gut zusammen: http://www.stern.de/politik/deutschland/index.html?id=533666&nv=ct_cb Als Haushalt mit zwei Staatsexamen und bald zwei Diplomen würde ich uns trotz längerem Arbeitslosenhilfe/ALG2-Bezug nicht zur Unterschicht rechnen... leider ist ein akademischer Abschluss heutzutage eben auch null Jobgarantie... Meine Kinder lesen viel, Musikschule oder Schwimmkurs lasse ich im Zweifel von Paten oder Großeltern schenken, sie drücken sich gewählt aus und sind gut in der Schule, Playstation und Gameboy haben wir nicht, Fernseh- und Computerzeiten sind begrenzt, wir machen jedes Jahr Campingurlaub zusammen und jede Woche mindestens einen Ausflug (Radtour, Picknick, Wald...), kochen vernünftig... dafür braucht man wirklich nicht das dicke Geld. Deswegen würde ich mich gegen eine Gleichsetzung von "arm" und "bildungsfern" auch deutlich wehren. LG sun


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... die in dem Stern-Artikel propagiert wird, ist denn auch nicht, irgendwem mehr Geld zu geben, sondern, die Kinder aus bildungsfernen Schichten in Ganztagskindergärten und -schulen zu holen. Damit sie aus dem Kreislauf des Desinteresses rauskommen. LG sun


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...sondern auch eher im Sinne von: Wer geringe Bildung (oder kein) hat, hat auch ein viel größeres Risiko ein geringes Einkommen zu haben. Den Umkehrschluss, den Du daraus ziehst, kann ich in ihrem Posting auch nicht sehen. Geringes Einkommen ist für mich noch lange nicht Unterschicht (geringe Bildung aber schon und dumme Neureiche gibts sehr wenig, aber die sind furchtbar). Ich habe im Studium über mehrere Jahre jeden Cent umdrehen müssen und immer nebenher gejobbt, weil die Unterstützung meiner Eltern nur die Miete, nicht aber "das Leben" abdeckte. Und dennoch hätte ihc mich nicht zur Unterschicht gezählt, auch wenn ich mit weniger auskommen musste als ein Bafög oder Wohngeldempfänger. Ich finde den Begriff "Unterschicht" sehr unglücklich, da er eine Wertung impliziert, aber irgendwie muss man es benennen oder? Immer noch besser als in England, wo das System immer noch "KLassen" kennt. Gebildet/ausgebildet kommt man doch viel eher aus einer monetären Schieflage oder Notlage als ungebildet. Deswegen würde ich auch da ansetzen. Aber die Diskussion um Frühförderung ist so alt und wird jetzt wieder aufgekocht. Ich höre nur niemanden jetzt von zusätzlichem Geld für all die hehren Ziele sprechen. Das macht es für mich unglaubwürdig. Bildung gibts nicht kostenlos und mehr Betreuungsplätze für unter dreijährige schafft man nicht dadurch, dass man Tagesmüttern die Aufnahme von 9 statt bisher 5 Kindern gestattet (so geplant bei uns). Da gehts nur um Quantität, an Qualität hat niemand Interesse. Ups, jetzt werde ich politisch. Grüße Tina


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Werde ruhig politisch! Ich kann mich hier auch aufregen, wenn ich alle Politiker davon reden höre, dass man mehr und frühere und längere Kinderbetreuung anbieten müsste und am besten kostenlos, und ich gleichzeitig im Lokalteil der Zeitung lese, dass sie die Gebühren für Kitas, Kindergärten, Horte und Ganztagsschulen mal wieder ordentlich erhöhen mussten... Da krieg ich das Kotzen :(. LG sun


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stimmt, du hast recht. jetzt, 3 stunden später mit etwas mehr ruhe gelesen, muss ich zugeben, dass ich es wohl etwas falsch verstanden habe. lg manja


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daß man gerade in diesem Forum hier (ist eine Seite weiter hinten)einem "Mädelchen", das nix gelernt hat (aber ein Baby) allen Ernstes vorgeschlagen hat, doch Tagesmutter zu werden. Trini


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ähm?! mal ganz blöde gefragt: wieso musst du dabei schlucken?! hab die beiträge nicht gelesen. werds aber mal gleich tun. lg manja


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War der Beitrag von Red-bamby. Warum ich schlucken mußte? Weil ich persönlich mein Kind NICHT in die Hände eines Menschen geben würde, der keinerlei Ausbildung hat. Trini


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... es war missverständlich formuliert. daher vielleicht das missverständnis. natürlich ist geringes einkommen nicht mit geringer bildung und unterschicht gleichzusetzen. mein schwager ist künstler, lebt von wenigen hundert euro im monat, trotzdem halte ich ihn für sehr gebildet und intelligent. unterschicht ist für mich geringes einkommen in verbindung mit geringer bildung.