Elternforum Baby und Job

depressiv (lang)

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hallo ihr lieben, mich kennt man hier noch nicht. habe im april 06 meine tochter geboren und mein problem ist folgendes: ich mache mich irgendwie selbst fertig,statt einfach stolz auf mich zu sein. das fängt schon damit an,dass ich leider mit kaiserschnitt entbinden musste (geburtststop nach 36h),dann musste meine kleine für 5 tage auf intensivstation,weil sie antibiotika (wegen grünem fruchtwasser und eihäute bekommen musste und s.g. anpassungsschwierigkeiten hatte)das war schlicht die hölle! ich hatte milch,war darüber sehr froh und pumpte die ab. als es dann ums anlegen an brust ging kamen die nächsten probleme: sie schaffte das nicht richtig (1.weil sie von geburt an die flasche bekam und zweitens wg meiner flachen brustwarzen). nach ca.einer woche hin und her habe ich dann abgestillt. wir mussten dann noch mal mit den produkten wechseln und so nach 6 wochen spielte sich alles ein und es läuft seit dem sehr ,sehr gut. der kleinen geht es prächtig,sie ist kerngesund und einfach ein sonnenschein. leider verlor mein mann dann seinen job un so musste ich wieder arbeiten gehen,vollzeit. die kleine war da gerade 4 monate. ich weiß,jeder sagt mir: das ist nicht schlimm,darunter leidet sie nicht. sie wird nicht die bindung zu mir verliern etc. aber irgenwie habe ich ständig das gefühl,dass ich sie hergeben muss udn das nichts richtig klappt, bzw. ich als mutter nicht 100% bringe,.... mein mann unterstützt mich super,er macht mir mut und sagt,ich soll doch stolz sein,darauf wie bzw. dass ich alles geschafft habe bzw. schaffe...aber irgendwie habe ich null selbstwertgefühl im moment.anfangs hatte ich diesen depritag mind.einmal die woche, inzwischen kommt das ca. 1 mal im monat vor,dass ich einfach total von zweifeln und schlechtem gewissen zerfressen werde.... gibt es noch jemand,der nicht so gut vielleicht mit was ähnlichem zurecht kommt? bitte baut mich auf. danke


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Hallo! Lass dich erstmal drücken. Ich habe zwar das Problem (noch) nicht. Ich denke aber, dass viele Mamas sich in deiner Situation immer mal wieder mieß fühlen. Ist dein Mann mit deiner Tochter zu Hause oder geht sie in die KiTa? Genieß ganz bewußt die Zeit, die du mit ihr hast. Ich als "Ost"-Kind war z.B. sehr zeitig in der Kita. Ich errinnere mich, dass wir aber am Wochenende unheimlich viel unternommen haben. Vielleicht tröstet dich ja die Vorstellung, dass es besser ist, die wenige Zeit mit deiner Familie intensiv zu nutzen, als viel Zeit, die verschwendet wird... Und gönn dir und deinem Mann mal ein schönes Bad, Abendessen, Kuschel - auf - dem - Sofa - Abend. Damit ihr euch immer wieder schön nah seit. Versuch dich nicht nur als Power - Mama zu sehen. Die Medien leben uns ja ein sehr schwer zu realisierendes "Ideal" vor. Ganz liebe Grüße Manuela


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Hallo, mach Dich nicht selbst so fertig! Schon angefangen bei der Geburt. Der KS ist nicht Deine Schuld, wenn überhaupt jemand Schuld hat, dann die klinische Geburts"hilfe". Die kennen sich heutzutage absolut nicht mehr damit aus, wie man eine Geburt natürlich beschleunigen kann (meistens geht das) und machen lieber Kaiserschnitte. Mein Sohn kam nach langen Eröffnungswehen glücklicherweise normal, aber die Hebamme hatte den Wehentropf zu hoch gedreht, daraufhin fielen seine Herztöne ab und es musste schnell ein Dammschnitt gemacht werden. Auch dass es mit dem Stillen nicht geklappt hat, ist Schuld der Klinik. Bei uns hat es glücklicherweise noch geklappt, aber auch mit Anlaufschwierigkeiten, da mein Sohn in der Klinik auch ungefragt die Flasche bekam (er musste wegen Problemen mit dem Blutzucker 6 Tage bleiben). Ich habe dann abgepumpt, bis die Milch richtig floss und dann klappte es auch mit dem Trinken (an der einen Brust gleich, an der anderen mit nicht so knubbliger Brustwarze musste ich noch eine Weile pumpen, bis er auch die nahm). Vielleicht hilft es Dir, wenn Du Dir den Geburtsverlauf und die Tage in der Klinik nochmal vwrgegenwärtigst und nach Ursachen für die Probleme suchst (vielleicht auch mit Hilfe einer Hebamme). Es geht dabei nicht um Schuldzuweisung, aber darum, Dir WIRKLICH klar zu machen, dass Du nichts dafür kannst. Dann kannst Du leichter damit abschließen. Und dass Du arbeiten gehst, ist doch toll! Es gibt so viele Mütter, die Elternzeit nehmen, obwohl ihr Mann arbeitslos ist. Die nehmen in meinen Augen ihrer Familie eine ganze Menge Perspektiven weg. Für Dein Kind ist es besser, in einem sicheren Umfeld mit geregeltem Einkommen aufzuwachsen. Für Deinen Mann ist es auch besser wenn Du arbeitest, da er dann nicht so sehr unter dem psychischen Druck steht, als "Ernährer" sofort wieder eine Stelle finden zu müssen. Und Deiner Tochter geht es ja offensichtlich gut mit Eurem Arrangement. Deine Qualitäten als Mutter haben nichts damit zu tun, wieviel Zeit Du mit Deinem Kind verbringst, sondern nur damit, dass Du für es da bist, wenn es Dich braucht. Und damit, dass Du die Zeit, die Du mit Deiner Tochter verbringst, sinnvoll ausgestaltest, d.h. die Zeit wirklich MIT ihr verbringst und nicht nur in der gleichen Wohnung bist (was ja bei vielen Vollzeitmüttern einen Großteil des Tages so ist und auch so sein darf, wenn man den ganzen Tag Zeit hat). Viele Grüße Linda


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hallo, auch ich würd dich jetzt gern erst mal drücken ... fühl dich gedrückt. ich kann dein problem nachvollziehen. ich hab unseren großen bekommen als ich noch studiert hab, wir haben gebaut und sind umgezogen, da war der kleine keine 3 monate als - kurz vor weihnachten und heilig abend sollte wie jedes jahr die feier bei uns sein, also hab ich mich dermaßen unter druck gesetzt, dass nichts mehr ging. ich hab von allen seiten nur gehört, das ist doch nichts besonderes, das schafft man locker ... unser fynn kam auch als kaiserschnitt auf die welt, nach 13 stunden, in denen nichts vorwärts und nichts rückwärts ging. die herztöne immer an die 200 - unsere frauenärztin meinte, die herztöne unter der geburt sind so 140 - wir haben dann selbst abgebrochen und die entscheidung getroffen. einen arzt oder hebamme fragen, ging nicht, weil wir in den stunden nur 2mal eine hebamme gesehen haben. ich habe auch lange zeit probleme gehabt - von wegen, ich hätte versagt ... ich hab mich dann mit unserer hebamme hingesetzt und drüber gesprochen, sie hat mich unterstützt und mir mut gemacht. als fynn 5 monate war hab ich mein studium weitergemacht. mit einem jahr ist er in die kita gekommen - das war eine enorme hilfe. mittlerweile ist er 3, ich bin selbständig, mein mann hat einen job (mit viel zu vielen überstunden), unser 2. kind ist unterwegs, dem großen geht es gut ... und dennoch hab ich solche depritage, und fühl mich als versager dem kind gegenüber. aber ich denke, es ist eher ein gesellschaftliches problem: hier in deutschland wird doch schon fast verlangt, dass die frau zu hause bleibt für mindestens ein jahr, besser 3 - oder doch besser für immer? der mann geht arbeiten ... die klassische rollenverteilung. nur dass die eben nicht immer aufgeht, wie in deinem fall. ich finde, du solltest auf euch alle 3 sehr stolz sein: auf deinen mann und dich, weil ihr gemeinsam eine entscheidung getroffen habt und eurem kind eure ideale vorlebt und für sie macht, was ihr könnt (das tut ihr aus meiner sicht jedenfalls), auf deinen mann, weil er für die kleine da ist und sich darum so liebevoll kümmert (das würde bei weitem nicht jeder mann tun - kompliment also), auf deine kleine, weil sie sich so toll entwickelt und auf dich, weil du arbeiten gehst. ich finde all das nicht selbstverständlich. ich finde es toll, was du für deine familie machst und das ist bestimmt kein grund, dass du deprimiert sein musst, es ist ein grund, warum du stolz sein solltest!! also: kopf hoch! liebe grüße doreen