Mitglied inaktiv
Hallo! Dies ist ein Posting an alle, die sich mit den Gedanken beschäftigen, wie sie Kind/er und Job unter einen "Hut" bekommen und sich dabei unschlüssig sind, weil die Emotionen was ganz anderes sagen beziehungsweise, sie durcheinander sind... In unserer modernen Zeit ist es sehr schwer, sich für etwas zu entscheiden, insbesondere scheinbar für das Leben mit Kind zu Hause... was einst selbstverständlich war, ist heute fast verpönt, leider, wie ich finde. Seit Wochen habe ich mich nun damit rum geplagt, wie ich mich letzten Endes entscheiden werde. Es waren sehr schwere Wochen für mich, mit schlechtem Gewissen auf allen Seiten, doch jetzt habe ich eine Entscheidung getroffen und seit dem ich das habe, fühle ich mich gut und der innere (Erwartungs-)Druck ist von mir (ein Segen!). Ich denke, dass bald jede Frau weiß, was für sie das Richtige ist, egal ob Baby und Job oder mit Baby zu Hause. Aber unser soziales Umfeld stellt Erwartungen... Erwartungen, die uns sehr unter Druck setzen. Mit welchem Recht eigentlich? Jede muss ja seine Lebenssituation auch aushalten können, Frauen und Männer. Ich habe selten einen Mann erlebt, der sich "mal eben so" Grundlegendes einfach "aufzwingen" läßt... Männer sind da überwiegend anders (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel!). Sie verfolgen ihre Ziele und wir Frauen? Kann Kindererziehung nicht auch ein einziges Ziel sein? Ist ein Kind, dass mit viel Liebe und Geborgenheit aufwuchs, später nicht ein gefestigter Erwachsener? Ich weiß, wovon ich da rede... Kurz zu mir: Ich bin shcn ein etwas älteres Semester ;-) und habe bereits 21 Jahre Berufstätigkeit hinter mir. Ich arbeite im sozialen Bereich, meine Tätigkeit umfaßt die Betreuung von Kindern, die ein Aufmerksamkeitsdefizit haben. Seit Jahren beobachte ich immer wieder ähnliche Verhaltensmuster und sehe leider mit an, was aus ihnen erwächst: Gewalt - physisch und psychisch, Bulimie, Autoaggression etc. Nach dem die Ärzte mir vor Jahren mitteilten, dass ich keine Kinder bekommen kann, verschrieb ich mich ganz meiner Arbeit und witmete ihr meine ganze Zeit, meine ganze Herzensenergie. Wie ein Wunder wurde ich dann im vergangenen Jahr doch schwanger und habe inzwischen ein gesundes Kind zur Welt gebracht, worüber ich mehr als glücklich bin und manchmal mein Glück nicht fassen kann. Da ich eine Leitungsposition inne hatte, war mir klar, ich würde rasch wieder arbeiten gehen und den Alltag mit Kind mit einer Tagesmutter organisieren. "War alles kein Problem!" ... doch plötzlich, in der Mutterschutzzeit, spürte ich, wie gern ich doch Mutter bin und wie viel Freude mir das Muttersein bereitet. Ich empfinde keinen "Verlust" durch das "nicht arbeiten Gehen", als Mutter zu Hause. Das wunderte mich! Ich dachte, es wäre alles kein Problem für mich, mit Job und Baby! Organisatorisch ist es das auch nicht unbedingt, aber mein Herz sagt ganz was anderes, mein Herz möchte bei meinem Kind sein... so plagte ich mich jetzt wochenlang rum, mit schlechtem Gewissen gegenüber Arbeitgeber, gegenüber meinem Kind. Ich hatte nur schlechte Gefühle, was mich alles andere als glücklich macht. Dabei war es im Grunde mit der Entscheidung einfach als ich dachte, denn, die Antwort ist in meinem Herzen! Es gab hitzige Diskussionen zwischen allen Beteiligten und dennoch kam ich irgendwann an den Punkt zu sagen: "Stop! Es geht um mich - ich muss mit der Entscheidung klar kommen - und viel mehr geht es um einen neuen, kleinen Menschen, der ein Recht auf bestmögliches Großwerden hat." Dazu gehört einfach viel Liebe, Geborgenheit und die Sicherheit einer permanenten Bezugsperson. Ich möchte gerne die Bezugsperson für mein Kind sein (natürlich gibt es auch andere Menschen, die dafür in Frage kommen: eigene Mütter, Tagesmütter, betreuendes Fachpersonal etc.). In meiner Entscheidungsphase gab es jede Menge verwirrende Auf und Ab´s. Zum Ende hin wurde jedoch immer mehr deutlich, mich für mein Kind zu entscheiden... und ich denke, es ist eine Entscheidung für das Kind, wenn Frau (oder Mann) zu Hause bleibt. An dieser Stelle eine Zwischenbemerkung: Natürlich ist mir bewußt, dass nicht alle Frauen zu Hause sein können, aus finanziellen Gründen. Und genau das, finde ich auch schrecklich. Der Staat will Kinder, aber hat scheinbar den Bezug zur Realität mit Kindern verloren... Und ich verstehe auch diejenigen, die ohne Arbeit "nicht leben" können und sie einfach brauchen, weil ihnen zu Hause die "Decke auf den Kopf fallen würde". Aber wie gesagt, mein Posting richtet sich an diejenigen, die sich nicht sicher sind und wo beide Möglichkeiten infrage kommen. So und dann war ich kürzlich einkaufen (im Supermarkt!!!), durch Zufall fiel mir ein Buch in die Hand (Zufall? in einer Art "Grabbelkiste" mit reduzierter Ware), Titel: "Wer erzieht unser Kind?" Kinderbetreuung - eine wichtige Entscheidung. Dieses Buch schickte mir "der Himmel". Genau zur richtigen Zeit, genau das Richtige! Der Autor spricht mir aus der Seele, jeden Satz kann ich unterstreichen. Sehr schnell wurde mir klar, was ich tun werde: Ich werde den Anspruch meiner Elternzeit nehmen und für mein Kind da sein. Der Autor hat so anschaulich geschrieben, dass ich mich mit jedem Satz einfach nur bestätigt in meiner Entscheidung fühle. Das war es was ich brauchte: Bestätigung, das OK, dass es in Ordnung ist, sich als Frau für ein Leben mit Kind zu entscheiden. Diese Bestätigung gab mir im sozialen, privatem Umfeld nämlich NIEMAND. Ist das nicht schlimm? Alle fragten nur: "Und dein guter Job?" und das fragten sie schon sofort, nachdem ich erst mal "nur" sagte das ich schwanger bin... "Alle gingen/gehen davon aus, dass das alles ja "kein Problem" ist. Klar, kann man leicht daher sagen, wenn man nicht in dieser Zwickmühle sitzt... Ist das nicht schrecklich? Ich meine, wir sind doch Frauen! Sollte es nicht jeder Frau freigestellt sein, was sie möchte? Zumindest die Chance der Wahl zu haben? Unsere Gesellschaft zwingt uns sonst möglicherweise Lebenssysteme auf, die wir vom Herzen her gar nicht wollen. Das finde ich tragisch! Hat eine moderne Frau nicht mehr das Recht mit Leib & Seele Mutter sein zu dürfen? Ich bin froh, mich nun entschieden zu haben. Ich habe Klarheit. Klarheit für die mittelfristige Zukunft. Und: Auch auf mich kommen finanziell unsichere Zeiten zu, aber ich bin mir sicher, "wo ein Wille ist, ist auch ein Weg". So werde ich die Zeit auch dazu nutzen, mir meine spätfristigere, berufliche Zukunft neu zu planen. Der Wiedereinstieg ist sicher nicht "ohne", aber, mein Kind ist es mir Wert. Und darum geht es mir, um den Wert. Geld zu verdienen, um noch luxuriöser zu leben und dabei das Kind nicht wirklich aufwachsen zu sehen, hat für mich keinen Wert. Ich möchte sehen, wenn mein Kind Entwicklungsschritte macht, das erste Lächeln war bereits, aber ich möchte erleben, wie es krabbelt, wie es zum ersten Mal Mama sagt, wie es zu laufen beginnt, wie es das Sicherheitsgefühl aufbaut, dass "Mama immer da ist!" Usw., für mich gibt es nichts Schöneres, nichts Größeres und nichts Wichtigeres mehr. Das ist der Sinn! Mein Sinn. Und dieser Schritt bestätigt mich darin, sehr gerne Frau zu sein (da ich mich in der Männerwelt beruflich über Jahre behauptete, weiß ich auch hier, wovon ich spreche). Ich erlebe meine Herzensentscheidung als die größte Bereicherung meines Lebens. Und sie bestätigt mich in meinem Frausein. Denn, Frausein bedeutet doch auch Muttersein. Männer können ja - noch? - keine Kinder bekommen. All dejenigen, die auf der Suche nach der richtigen Entscheidung für sich sind, wünsche ich ganz viel Kraft und Selbstbewußtsein, sich von ihrem persönlichen Weg nicht abbringen zu lassen. Sondern, ganz gleich wie die Entscheidung ausfällt, die Kraft und das gute Gefühl, ganz dahinter zu stehen. Mit herzlichsten Grüßen Rose33
HAllo Rose33, Du sprichts mir aus der Seele. Die Gesellschaft ist unverschämt geworden genauso wie die Regierung. Geht man als Mama nicht arbeiten wird man als Faul betitelt, geht man aber arbeiten ist man eine Rabenmutter. Was nun. Rabenmutter oder Faule Mutter? Kann mir einer sagen wie man es richtig machen soll? Das ist meine Situation: Mein Sohn wird im Oktober 2 Jahre alt. Bin echt stolz auf meinen kleinen großen Sohnemann. Aber aus finanziellen Gründen haben wir uns entschieden (mein Mann und ich) das ich wieder zu arbeiten beginnen. Nur für 4 Stunden am Tag. Mein Sohn ist in der zwischenzeit im KiGa. Es gefällt ihm sehr gut und will gar nicht mehr mit mir heim fahren. Grins JEtzt werde ich aber von alle möglichen Seiten angefeindet, weil ich mein armes Kind jetzt schon in den KiGa tue. Der arme Bub muss jetzt dann 4 Jahre in den KiGa gehen bis er in die Schule kommt. Toll oder? Aber die Leute die mir das jetzt vorwerfen, sind die gleichen die mich vor einem JAhr gefragt haben was ich eigentlich den ganzen Tag zu Hause tue. Ein Kind ist ja kein Streß, sagten sie. Typisch Kinderlose Paare, sag ich da nur. Sorry ist auch etwas länger geworden. y.jack
Hallo, Rose und jack, Ihr habt es ganz toll beschrieben. Mann da kann man es aus der Selle schreiben oder lesen. Habe auch jetzt schwierigkeiten und weiss noch nicht, was ich machen soll? Naja, nun haben wir uns entschieden, dass ich arbeiten gehe und mein Mann die restlichen Erziehungszeiten übernimmt. Hat auch einen entscheidenen Grund. Man kann Euch beiden auch Danken, dass Ihr es o schön geschrieben gehabt. Machts gut. LG Simone
Danke für dein langes Posting! Lass dir nicht von der Umwelt reinreden, geh deinen Weg. Und schön, dass du anderen noch Kraft geben magst, dies auch zu tun. Wär schön, wenn eine gewisse Eva H. dies auch so ideologiefrei sehen könnte wie du - dass nämlich jede Frau auf ihr EIGENES Herz hören muss... (und Frauenherzen sind nun mal unterschiedlich). Wünsche dir eine wunderschöne Zeit mit deinem Kind zuhause! LG sun (die früher an der Schule für Erziehungshilfe auch einige ADSler unterrichtet hat und die die viele Erziehung so leid war, dass sie jetzt Informatik studiert ;))
Ich finde Deinen Artikel toll. Und es ist das Thema!!! Denn:WIR SIND FRAUEN,wir sind WEIBLICH, WIR sind Mütter,nicht die Männer. Wir sind ganz anders als Männer,und die Welt benötigt beides soooo dringend: Frauen und Männer Männer sind genial:sie sind die starke Schulter,an die man sich anlehnen kann,sie geben Geborgenheit und Liebe. Und trotzdem wollen wir doch keine Männer sein,sondern wir lieben und brauche sie einfach!!!!!! Das ist es,was der Feminismus auch erreicht hat:Frauen fühlen sich schlecht,wenn sie das einzig richtige tun,was nämlich in ihrer Natur liegt: zu heiraten,mit diessem Mann Kinder zu zeugen und für die Kinder und Familie dann auch wirklich da zu sein,...mit Leib und Seele!!! DU BIST AUF DEM RICHTIGEN WEG!!! Frauen,die sein wollen wie Männer und ihre Fruchtbarkeit verleugnen sind doch verdammt arm und bei aller Karriere wrklich nur bedauernswerte,einsame Wesen!!!
Liebe Rose33! Vielleicht liest Du diese Zeilen jetzt gar nicht mehr, denn ich habe Dein wunderschönes Posting erst jetzt entdeckt. Du schreibst mir vollkommen aus der Seele. Schöner und treffender hätte ich es auch nicht formulieren können. Ich habe eine kleine Tochter von 6 Monaten, auf die ich sehr, sehr stolz bin. Zu sehen wie sie aufwächst, lacht, Fortschritte macht erfüllt mich sehr und ich genieße jede Minute mit ihr - selbst wenn es mal anstrengend ist. Die Zeit vergeht so schnell, dessen bin ich mir bewusst. Deshalb ist meine Karriere erst mal auf Eis gelegt und ich bin überhaupt nicht traurig darüber. Meine Tochter gibt meinem Leben erst einen Sinn, in einer Art und Weise, wie es keine noch so tolle und herausfordernde Arbeit jemals schaffen könnte. Sie ist mein ganzes Glück und ich bin sehr, sehr dankbar, dass ich sie bekommen habe. In der heutigen Zeit vergessen viele, dass Kinder Geschenke vom Himmel sind. Es wird als selbstverständlich angesehen sie zu bekommen. Oft wird durch das Leben geeilt ohne sich für die wirklich wichtigen Dinge Zeit zu nehmen. Denn nur die wirklich wichtigen Dinge zählen letzten Endes. Nochmals danke für Dein schönes Posting! Liebe Grüße Tina
Die letzten 10 Beiträge
- Unsichtbar abpumpen im Büro, Erfahrungen gesucht
- Neuer Job trotz Schwangerschaft?
- Kann Arbeitszeit nicht erfüllen, was kann der Arbeitgeber machen?
- Ist meine Arbeit ein Gefahr?
- Beschäftigungsverbot und schlechtes Gewissen
- Beschäftigungsverbot
- Schwanger im Einzelhandel
- Kurzarbeit
- Erst nach der Kündigung von der Schwangerschaft erfahren
- Erneute Schwangerschaft ende der Elternzeit