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Arbeitsrechtexperten zufällig hier?

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Und zwar geht es nicht um mich, sondern um meinen Bruder, mit dem ich zusammen im gleichen Betrieb arbeite(te). Er wurde vor ein paar Wochen schriftlich abgemahnt, weil er sich ein paar Mal etwas verspätet hatte mit dem Einstempeln (3-5 Minuten), wobei ihm auch nicht nachzuweisen ist, ob er nicht schon vorher da war und es nur einfach vergessen hatte. Seitdem ist es ihm nur letzte Woche einmal wieder passiert... Nun ja, ausserdem leidet mein Bruder genauso wie ich unter Migräne und das leider sogar häufiger als ich und so hat er sich auch öfter krank gemeldet und auch ein Attest vom Arzt gebracht. Dies war vorgestern Sonntag wieder der Fall. Gestern am Montag hielten sie ihm ein Kündigungsschreiben vor die Nase, wo kein Grund drinstand, eben nur, dass sie ordentlich und fristgemäß zum 25.12. kündigen. Was kann er tun? Geht da alles mit rechten Dingen zu? Wär lieb, wenn uns jemand Rat geben könnte!


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Hallo, nein, das geht natürlich nicht so.Aber da die Kündigung ausgesprochen ist, hilft jetzt nur noch der Gang zum Anwalt für ARbeitsrecht (such Dir einen Guten, es gibt so viele schwarze Schafe). Innerhalb von 3 Wochen ab Kündigung muss die Klage beim Arbeitsgericht sein. Ohne die gehts leider auch nicht mehr, selbst wenn man sich außergerichtlich auf eine Abfindung einigt würde das Arbeitsamt u.U. eine sperre vorsehen. Deswegen auf jeden Fall klagen. Gruß Tina


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Danke für deine schnelle Antwort! Also ich werde meinen Bruder heute zum Arbeitsgericht begleiten und ihm beim Vorsprechen beistehen. Mal sehen, was es bringt! Am liebsten würde ich aus Solidarität zu meinem Bruder auch kündigen, weil die einen echt mies behandeln und meinen Vertrag, der Ende Januar abläuft, eh auch nicht verlängern- da schneid ich mir nur ins eigene Fleisch. Ich bin schwanger (15.Woche, Mutterschutz ab 01.05.07) und könnte beim Arbeitsgericht vorbringen, dass bisher jeder Mitarbeiter (ca. 50 sind wir insgesamt) nach den 6 Monaten befristeter Vertrag in ein unbefristetes Arbeitsverhältnis übernommen wurde und das würde dann ja gegen die Gleichberichtung verstoßen, wenn sie mich nicht übernehmen, nur weil ich schwanger bin oder? 3 Monate (Feb., März und April) kann ich ja dann bis zum Mutterschutz noch arbeiten. Oder können die den Arbeitsvertrag wieder auf 1, 2 oder 3 Monate befristen und ich geh im Mutterschutz leer aus? Danke und LG


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hallo, ich kann dich gut verstehen, zum einen, dass du gern auch kündigen würdest aus solidarität und dass du zum anderen sauer bist, weil sie dich nicht weiter beschäftigen, aber ich glaub nicht, dass du da eine chance hast, es sei denn, du hast es schriftlich, dass deine schwangerschaft der einzige grund ist. dein arbeitgeber kann sich halt immer ganz gut rausreden - und so dumm, dir das schriftlich zu geben, wird er nicht sein. leider ...


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Naja, aber ich kann nachweisen, dass ich immer pünktlich komme und meine Kollegen werden bestätigen können, dass ich freundlich zu den Kunden bin und auch sonst alles richtig mache. Dafür, dass ich ab und zu krank war, kann ich ja nichts, hab ja auch Atteste. Da dürfte es dem Arbeitgeber doch schwer fallen, was zu finden oder?


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ich weiss nicht, ob das was bringen würde, wenn die da für dich aussagen - und gegen seinen arbeitgeber aussagen ist ja auch so ne sache für sich. da ist einem meist sein eigener job näher als der von einem kollegen. ich hoffe, du weisst, was ich meine. dein arbeitgeber braucht sich nur auf die wirtschaftliche lage rausreden, irgendwelche kleinigkeiten, mit denen er unzufrieden war UND (das ist das wichtigste), du hast bei einem unbefristeten vertrag nie das recht einfach davon auszugehen,dass der vertrag verlängert wird. dein vertrag endet offiziell dann und dann (sorry, das datum ist mir entfallen) und damit ist für ihn die sache offiziell beendet, ohne dass er eine begründung braucht. (ist leider doof, aber es ist so - ich hab das auch schon durch, aber ich war im endeffekt froh, dass ich nicht mehr dort arbeiten musste und da du ja auch nicht so wahnsinnig zufrieden bist - versuch doch erst mal was neues zu finden, was dir spaß macht bevor du so ne dinge angehst, das kannst du ja als letzten schritt noch machen. ich hab mich übrigens damals dann selbständig gemacht - und es nie bereut)


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Dein Bruder kann möglicherweise bei der Sachlage zumindest eine Abfindung raushauen, denn einen Grund für die Kündigung muss der Arbeitgeber schon angeben (es sei denn, es war in der Probezeit). Was Deinen Vertrag angeht: der ist befristet und niemand kann den AG zwingen, einen befristeten Vertrag zu verlängern oder umzuwandeln in ein unbefristetes Verhältnis. Da ist es auch völlig unerheblich, wie viele er vorher übernommen hat. Auch die Schwangerschaft fällt da nicht ins Gewicht. Viele Grüße Susanne


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Da habe ich eben anderes gelesen. Habe nur leider den Link nicht mehr. Wenn ich nachweisen kann, dass(ungefähr) zeitgleich mit mir Leute eingestellt wurden und deren Vertrag dann nach 6 Monaten verlängert wurde und nur meiner nicht, dann verstößt das gegen ein Gesetz, entweder war es Gleichberechtigung oder Gleichstellung.


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Aber vermutlich nur, wenn es sich um exakt die gleiche Tätigkeit handelt. Lass Dich beraten und versuch es. Würde aber abwägen, ob Du bei dem Verein wirklich weiter arbeiten willst (besonders, wenn Du es einklagen musst). Unterschätze nie ein mieses Betriebsklima - das kann einen echt fertigmachen. Viel Glück Susanne


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Also zuerst was dich selbst angeht: Du hast tasächlich eine Chance, wenn Leute, die gleichzeitig mit dir eingestellt wurden und die gleiche (vergleichbare) Tätigkeit ausüben wei du übernommen werdn und du als einzige nicht. Im August dieses Jahres ist das sogen. Allgemeine Gleichstellungsgesetz verabschiedet worden, dass dich in diesem Fall schützen könnte. Um das genau beurteilen zu können, muss man aber alle Umstände kennen. Das kann nur ein Anwalt. Zu deinem Bruder: Alles was tinai geschrieben hat ist korrekt. Schnell zum Anwalt und Kündigungsschutzklage wegen sozialer Unggerechtfertigtkeit einreichen! Der Árbeitgeber kann nach der Probezeit nur noch aus persönlichen, betriebs- oder verhaltensbedingten Gründen kündigen. Auf ketzteres versucht er bei deinrem Briuder wohl abzuzielen. Das hätte er in der Kündigung aber detalliert angeben müsen. Nachschieben kann er die Begründung nun nicht mehr - sein Pech. Dei Abmahnungen werden, wenn es sich so tatsächlich verhielt, wie von dir geschildert, vor Gericht auch nicht Bestand haben. (Nur weil man etwas "Abmahnung" nennt muss es sachlich noch lange keine sein.) Zwei wichtige Tipps aber noch: 1. Da dein Bruder auf Unwirksamkeit der Kündigung klagt, muss er unbedingt weiter (über den Kündigungszeitpunkt hinaus) zur Arbeit gehen!!! Wenn der Arbeitgeber ihn wieder wegschickt und ihn mit Hinweis auf die Kündigung nicht arbeiten lässt, dann ist es o.k., aber dein Bruder muss grundsätzlich seine Arbeitsbereitschaft (seine Bereitschaft seinen Teil des Arbeitsvertrages zu erfüllen) signalisieren. 2. Kündigungsschutzklagen vorm Arbeitsgericht sind in erster Instanz für den Arbeitnehmer kostenfrei! Alles Gute für Euch und möge Justizia Euch wohlgesonnen sein! junima


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Ui ja super, das klingt gut. Ja, bei uns machen alle nur das Gleiche, wir sind entweder Küchen - oder Kassenkräfte (McDoof) und ich weiß von einigen Mädels, die ungefähr mit mir oder zwei - vier Wochen später angefangen haben. Und bei uns herrscht IMMER ein beschissenes Arbeitsklima, Mobbing, aber ich kann damit ganz gut umgehen und mache das nur so lange, wie es sich aushalten lässt- mein Hauptziel ist einfach, dass die mir den Mutterschutz bezahlen müssen.