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Geschrieben von Tanja1972 am 16.06.2006, 9:21 Uhr

Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Hallo Ihr Lieben,

brauche dringend Tipps von Euch. Wir möchten ein zweites Kind, und der einzige Grund, wieso ich überhaupt so lange nach unserer ersten Tochter (bald 6 Jahre) gezögert habe, war, dass es mir ein absolutes Rätsel ist, wie ich meine Kunden dann behalten soll.

Ich kann und will nicht bis zum Ende der SS arbeiten und auch nicht sofort danach wieder einsteigen. In all den Jahren habe ich mir jedoch einen sehr guten Kundenstamm erarbeitet, denen kann ich doch jetzt nicht einfach sagen: Wartet ein Jahr auf mich, dann übersetze ich wieder!

Ich bin zwar in ein Netzwerk mit anderen Übersetzern integriert, und wir helfen uns auch aus, wenn Not am Mann ist, aber die haben selber ihre Aufträge und können nicht dauerhaft für mich einspringen. Außerdem sind es oft Eilaufträge, bei denen ich nicht noch lange hin und her telefonieren kann, wer gerade Zeit hat, das zu übernehmen. Meine Kunden wissen, dass sie sich 100 % auf mich verlassen können, und damit wäre ja dann erstmal Schluss.

War oder ist jemand in einer ähnlichen Situation? Oder hat eine Lösung dafür gefunden??

Bin für jeden Tipp dankbar!

Tanja

 
8 Antworten:

Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von DorisL am 16.06.2006, 10:43 Uhr

Hallo Tanja,

ich arbeite selber nicht als Übersetzerin, kenne das Problem aber von zwei Freundinnen. Sie haben sich beide für die Zeit nach der Geburt ein Kindermädchen und eine Haushaltshilfe organisiert und bis vor der Geburt und direkt nach der Geburt wieder gearbeitet.

Du hast wahrscheinlich sehr viel Energie und Zeit investiert um dir einen guten Kundenstamm aufzubauen, da würde ich kein Risiko eingehen.

Liebe Grüsse,

Doris

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Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von fiammetta am 16.06.2006, 10:59 Uhr

Hi,

die Crux aller Freiberufler oder Selbständigen. Ich arbeite auch als Übersetzerin und Erwachsenenpädagogin und kenne daher das Problem nur zu gut. Als unser Sohn zur Welt kam (Anfang 2003) waren gerade Weihnachtsferien, so daß ich bis kurz vor Heiligabend arbeitete und zehn (!) Tage nach dem Kaiserschnitt wieder voll einsteigen mußte. Das war in jeder Hinsicht ausgesprochen hart, aber mir blieb als Alleinverdienerin wenig anderes übrig, da ich sonst einige der Kunden verloren hätte, von denen wir nun einmal leben. Solange Du einen Mitversorger hast, würde ich meine Kunden von dem freudigen Ereignis unterrichten und ihnen a, den Zeitraum Deiner Pause nennen sowie b, sie auf Deine Kollegen trotzdem umleiten. Lieblingskunden würde ich weiterhin alleine betreuen. Nach der Pause setzt die übliche Kundentour wieder ein. Mit zwei Kindern ohne zusätzlichem Betreuungsnetzwerk kannst Du eh` nicht mehr allen Kunden gerecht werden, d.h. Du wirst dann Dein gewohntes Pensum vorübergehend reduzieren müssen. Etwas anderes ist es, wenn Du auch Deine Wochenenden und Abende in den Dienst Deiner Tätigkeit stellen kannst. Somit würdest Du einiges an anderen Ausfällen kompensieren. Dafür muß Dich aber Dein Partner unterstützen und Du brauchst jemanden, der den Haushalt übernimmt (Männer versprechen viel und halten wenig - ich mache ALLES und mein Mann tönt immer, was für ein toller Hausmann er doch ist...).
Andere Möglichkeiten sehe ich nicht.

Welche Sprachen bearbeitest Du?

LG

Fiammetta

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Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von Tanja1972 am 16.06.2006, 11:15 Uhr

Hallo Doris,

vielen Dank für Deine Antwort.

Das wäre natürlich eine feine Sache mit Kindermädchen und so, aber das übersteigt absolut unsere Finanzen. Es ist nicht so, dass ich schlecht verdiene, aber ob ich dann immer noch das gleiche Pensum schaffe und dann noch die Mehrkosten für eine Hilfe ...

Ich fand eine Bürogemeinschaft immer ideal, wo man sich bei Bedarf gegenseitig unterstützt, aber leider habe ich dafür noch niemand gefunden.

Liebe Grüße
Tanja

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Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von Tanja1972 am 16.06.2006, 11:25 Uhr

Hi,

Du sprichst mir aus der Seele! Genau das befürchte ich auch, nämlich hochschwanger noch am PC zu sitzen (praktisch bis zum Blasensprung) und dann kurz nach der Entbindung schon wieder loslegen zu müssen.

Klar könnte ich übergangsweise an meine Kollegen verweisen, sie arbeiten jedoch zu andeen Konditionen, d. h. ich müsste Rechnungen weiterhin auf meinen Namen laufen lassen und auch exakt wissen, welche Aufträge sie dann für mich bearbeiten. Allein für den den ganzen Organisationskram müsste ich schon regelmäßig am Rechner sitzen.

Meine Mutter springt zwar auch so oft es geht ein (sonst haben wir keine Oma oder sonst jemand, der aushelfen könnte), und mein Mann hält mir auch ganz gut den Rücken frei, aber einfach wird es dennoch nicht, da mache ich mir nichts vor.

Ich übersetze hauptsächlich Englisch und Französisch. Und Du?

Hast Du denn Kollegen, mit denen Du Dich notfalls arrangieren kannst, z. B. im Krankheitsfall oder Urlaub?

LG
Tanja

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Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von Leta am 16.06.2006, 11:32 Uhr

Ich sitze sozusagen auf der anderen Seite, weil unsere Firma regelmäßig mit Übersetzungsfirmen - aber auch vielen Freiberuflern - zusammenarbeitet.

Ich kann nur sagen: Wenn ein zuverlässiger, qualifizierter Übersetzer für eine Weile aussteigt, spricht überhaupt nichts dagegen, ihn anschließend wieder in den Übersetzer-Pool aufzunehmen.

Anders sieht es natürlich aus, wenn die Zusammenarbeit vor der SS nicht so erfolgreich war. Dann könnte so etwas auch zum Anlass genommen werden, den Übersetzer komplett aus der Datenbank zu löschen...

Schwieriger ist es wahrscheinlich, wenn deine Kunden nicht über Freiberufler-Pools verfügen, sondern ihre Übersetzungen ausschließlich von dir anfertigen lassen. In diesem Fall könnte dir dann die "Nachfolgerin" natürlich den Rang ablaufen...

Aber gerade als Übersetzerin kannst du doch prima von zu Hause aus arbeiten. Es muss ja nicht gerade eine 40-Stunden-Woche sein, aber wenn du zumindest deine allerwichtigsten Kunden weiter belieferst, gerätst du sicher nicht Vergessenheit ;)

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@Tanja1972

Antwort von fiammetta am 16.06.2006, 12:17 Uhr

Hi,

ich übersetze v.a. Italienisch und Englisch, mitunter aber auch Französisch und Spanisch (habe alles an der Uni studiert).

Das mit den Kollegen ist so eine Sache, da ich bisher die Erfahrung gemacht habe, daß sie gerne Aufträge übernommen, aber dann weder anstandshalber Provision / Abwicklung über mich angeboten noch umgekehrt Aufträge abgegeben haben. Somit arbeite ich für Italienisch nur ab und zu mit einem alten Freund zusammen, auf den ich mich auch fachlich mehr als 100%ig verlassen kann. Dasselbe gilt für eine italienische Kollegin. Für Spanisch habe ich eine andere Kumpeline (Argentinierin), die ebenso schnell, korrekt und fair arbeitet.

Bei Französisch ärgere ich mich jedes Mal, wenn ich an zwei Kolleginnen verweisen soll. Eine sollte einmal für mich für einen (!) Tag zum Dolmetschen einspringen. Leider war es der Ersttermin und sie hat mir, entgegen unserer Abmachung, den überaus lukrativen Auftrag weggeschnappt und mir obendrein erst Monate später auf Nachfrage meinerseits davon erzählt. Irgendein Dankeschön? Von wegen...
Die andere verlangt Fantasiepreise, arbeitet v.a. für einen Chemiekonzern und dilettiert in ihren Sprachkursen bekanntermaßen vor sich hin. In der Vergangenheit bat ich sie gelegentlich, mir gegen das normale, d.h. volle Honorar auszuhelfen, was sie auch tat. Auch von ihr kommt kein Dankeschön, wenn ich Kunden an sie weiterverweise. Einmal bat ich sie, mir bei ein paar Fachbegriffen weiterzuhelfen - nur gegen Bezahlung... Mittlerweile habe ich die beiden gestrichen. Entweder hilft man sich GEGENSEITIG und mit Anstand oder die Sache läuft eben aus.

Wie ist die Abwicklung bei Euch geregelt? Wo hast Du studiert?

LG

Fiammetta

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Re: Als Übersetzerin Kunden nach der Geburt behalten

Antwort von Tanja1972 am 16.06.2006, 13:01 Uhr

Es ist auch mal interessant, die Sichtweite der anderen Seite zu erfahren.

Die Zusammenarbeit mit meinen Stammkunden ist einfach super! Da hat sich über die Jahre ein echt tolles Geschäftsverhältnis entwickelt, und keiner von denen denkt wahrscheinlich im Traum daran, dass ich aus irgendwelchen Gründen mal "abspringen" würde.

Ich muss aber auch sagen, dass ich meine Kunden schon sehr - na, mir fällt sonst kein Ausdruck ein - verwöhne. Ich bin wirklich immer erreichbar, mache auch die eiligsten Aufträge möglich, und da wird mit der Zeit natürlich auch immer mehr gefordert. So nach dem Motto: Wem man den kleinen Finger gibt ...

Aber ich liebe meinen Job auch, deshalb macht es mir nichts aus, auch mal einen eigentlich freien Nachmittag zu opfern, weil urplötzlich was übersetzt werden soll - solange meine Tochter nicht drunter leidet, und das konnte ich mit dem Rückhalt meiner Familie zum Glück immer vermeiden.

Einen Übersetzer-Pool, wie es in Deiner Firma gehandhabt wird, haben die meisten Firmen, mit denen ich arbeite, nicht. Darüber war ich eigentlich immer sehr froh, da ich somit sozusagen "aus dem Vollen schöpfen" konnte. Seit der Kinderwunsch immer größer wird, sehe ich das etwas differenzierter. Wie soll ich meine Kunden an andere Kollegen gewöhnen? Werden diese sorgfältig und zuverlässig arbeiten, ohne dass ich mich jedesmal dazwischenschalten muss?

Aber es wird wohl darauf hinauslaufen, wie Du es auch schon schreibst, dass ich einfach Prioritäten setzen und die allerwichtigsten Kunden einfach möglichst ohne große Ausfallzeiten selber beliefern muss.

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Re: @Tanja1972

Antwort von Tanja1972 am 16.06.2006, 13:16 Uhr

Ich sehe das genauso wie Du. So eine Zusammenarbeit kann nur funktionieren, wenn man sich auf den anderen verlassen kann, mit offenen Karten spielt und sich gegenseitig hilft. Und da kannst Du ja auch ein Lied von singen, dass sowas nicht immer reibungslos funktioniert ...

Es ist halt auch nicht einfach, jemand zu finden, der nicht bei einer dieser Eigenschaften durch's Raster fällt. Umso mehr, wenn man - so geht es mir jedenfalls - sich seine Leute via Internet zusammensuchen muss und man sich keinen pesönlichen Eindruck verschaffen kann.

Im Laufe der Zeit habe ich zwar einige Übersetzer kennengelernt (arbeite auch mit mehreren sporadisch zusammen), aber eine dauerhafte Geschäftsbeziehung ist nur mit zweien zustande gekommen - wovon der Kontakt zu einer Kollegin eher aus der Not heraus noch besteht, da sie zwar absolut zuverlässig und pünktlich arbeitet, aber fachlich gesehen einiges im Argen liegt und ich nur ungern ihre für mich/meine Kunden gefertigten Texte abschicken würde, ohne nochmal drübergelesen zu haben.

Nun arbeite ich aber inzwischen schon sehr lange mit ihr und bisher habe ich einfach noch keinen adäquaten Ersatz gefunden, aber sie sozusagen als meine "Schwangerschaftsvertretung" einzusetzen, dafür graut es mir etwas.
Ich habe übrigens in Saarbrücken studiert.

Wie handhabst Du das inzwischen mit der Betreuung Deines Sohnes? Geht er in den Kindergarten? Und möchtest Du noch weitere Kinder?

LG
Tanja

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