Für alleinerziehende Eltern

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Geschrieben von fusel am 29.02.2004, 12:00 Uhr

Wo sind sie eigentlich - die glücklichen Patchworkfamilien?!

Hallo,

ich zweifel mal wieder an der Statistik. "Unser" Kindsvater leidet laute! Qualen, weil ich jemanden kennengelernt habe. Dabei sind wir seit gut einem Jahr auseinander. Im für ihn ungünstigsten Fall hat er den Bogen mehrfach überspannt, im günstigsten Fall passen wir einfach nicht zusammen. Das Ergebnis ist dasselbe, kein Liebesrevival und damit fertig. Das geht jetzt seit über einer Woche so und ich kann reden was ich will es kommt nicht bei ihm an.
Puh.
Bin ich jetzt egoistisch weil ich eben nicht! mit dem leiblichen Vater zusammen sein will, sondern für uns beide, den Kleinen und mich, eine optimale Lösung suche? Mein Freund kann im allgemeinen gut mit Kindern, ist von Ries ganz begeistert usw. Aber wahrscheinlich regt das den KV noch mehr auf, was ich sogar nachvollziehen kann. Ich bilde mir ein das ein Partnerschaft die gut funktioniert für das Kind günstiger einzuschätzen ist, als wenn man auf Biegen und Brechen mit dem biologischen Vater zusammenbleibt, und sich nur die Köpfe einschlägt. Oder spricht was dagegen?!

Hatte jemand anfangs auch so Probleme mit dem Ex-Partner und hat sich das gegeben?
So wie es aussieht, wird er wohl erstmal keinen Kontakt mit uns haben wollen, vielleicht gibt sich das ja doch noch.

Etwas entnervte Grüße,

fusel

 
11 Antworten:

Re: Wo sind sie eigentlich - die glücklichen Patchworkfamilien?!

Antwort von Rob am 29.02.2004, 16:39 Uhr

Hi Fusel,

in der Welt am Sonntag steht genau zu diesem Thema ein interessanter Artikel. Hier die URL der Onlineversion, du musst dich allerdings (kostenlos) registrieren:

http://www.wams.de/data/2004/02/29/244638.html

Ganz teile ich die Meinung des Autors nicht, die Gefahr, dass es dem separat lebenden Elternteil des Kindes durch die Gründung der Patchworkfamilie noch schwerer fällt den Kontakt zu erhalten, sehe ich schon.
Auch wenn die Reaktion deines KV's durch Eifersucht geprägt sein kann.
Das mit dem "ich kann mit ihn reden und es kommt nicht an" sieht er aus seiner Sicht wahrscheinlich genauso. So wie es dein gutes Recht ist, eine Neueauflage der Beziehung abzulehnen, so ist es auch sein gutes Recht, dich zurückhaben zu wollen.
Den Kürzeren zieht er damit allemal, irgendwann wird er es einsehen.
Was ich sehr wichtig finde: man sollte den neuen Partner nicht als "Papa" aufbauen, dass ist und bleibt die Rolle des leiblichen Vaters.
Gruß, Rob

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Re: Wo sind sie eigentlich - die glücklichen Patchworkfamilien?!

Antwort von evesmum am 29.02.2004, 17:50 Uhr

Hallo,

hier!! KV und ich haben uns getrennt da war die Kleine 2 Monate alt. (April 2002) Haben's noch zwei, drei Mal versucht, hat aber nicht geklappt. Den ganzen Sommer hat er die Kleine nicht gesehen.
Nach dem Sommer haben wirs' nochmal probiert,- wieder nichts. Dann hab ich eingesehen, daß es wohl nichts wird. (Hatten seit April nicht mehr zusammen gewohnt, die Kleine hat er kaum gesehen.) Im April 2003 hab ich einen neuen Mann kennengelernt. Zu der Zeit liefen gerade die Verhandlungen wegen Umgang. Hat KV glaub ich nicht gepasst, daß ein Neuer da war, weiß aber auch nciht, wann genau er das erfahren hat. Etwa ein halbes Jahr hat er die Kleine recht regelmäßig abgeholt, danach kam immer öfter was dazwischen. Im Dezember 2003 sind wir dann umgezogen (ca. 75 km) Seitdem kommt er gar nicht mehr, keine Karte (Weihnachten / Geburtstag) kein Anruf. Stört mich aber nicht. Die Kleine kennt ihn kaum, ein toller Vater ist er auch nicht (hab ihn mit seinen beiden aus erster Ehe oft erlebt), und für meine Kleine ist der neue Mann der Papa. Auch wenn Rob meint, diese Rolle sollte der KV behalten. Sie war noch zu klein um ihn als Vater anzusehen, und somit ist jetzt einfach die Person die sich um sie kümmert zum Papa geworden.
Somit sind wir eine glückliche Patchworkfamilie.

LG

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Re: Wo sind die glücklichen Patchworkfamilien - hier!!

Antwort von Leena am 29.02.2004, 19:47 Uhr

Hallo,

wir sind auch eine glückliche Patchwork-Familie - mittlerweile!

Die (langjährige) Beziehung zum Vater meines Kindes ist nach großen Problemen in der Schwangerschaft zerbrochen, und obwohl wir uns bewusst beide für das Kind entschieden hatten, hat er es nach der Trennung vollständig abgelehnt, hat es verleugnet, behauptet, es sei gar nicht sein Kind etc., und gesehen hat er das Kind (mittlerweile knapp 5) auch nie. Zu seiner Familie besteht Kontakt, ihm gegenüber darf aber weder mein Name noch der des Kindes erwähnt werden, sonst rastet er völlig aus. ;-((

Als das Kind zwei Jahre alt war, habe ich dann meinen jetzigen Partner kennengelernt, mittlerweile leben wir schon einige Zeit zusammen und haben auch ein gemeinsames Kind - und sind alle vier eine sehr glückliche Patchwork-Familie. Mein Partner ist auch für mein großes Kind der Papa geworden - was wir dem Kind nicht "eingeredet" haben, aber er ist schließlich derjenige, der im Alltag immer fürs Kind da ist, und damit ist er einfach der "Papa" geworden. "Früher hatte ich keinen Papa, ich habe nie einen gesehen, aber jetzt habe ich einen", so mein Kind. Natürlich kommen auch (zunehmend) Frage nach dem "echten" Vater, schließlich weiß mein Kind ja, dass mein Partner erst "nachträglich erworben" ist, und damit umzugehen ist nicht immer einfach. Aber der praktischen Bedeutung nach ist trotzdem mein Partner der Papa. Und ich glaube, dass ist gerade für das Kind das Beste! Es ist besser, einen Papa zu haben, der für das Kind da ist, auch wenn es nicht der leibliche Vater ist, als um jeden Preis den "Erzeuger", der vor allem psychisch massiver erkrankt ist und in keiner Weise ein hilfreicher Umgang für das Kind.

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Re: Wo sind sie eigentlich - die glücklichen Patchworkfamilien?!

Antwort von Lichtjahr am 29.02.2004, 21:52 Uhr

Hallo Rob,

Du hast geschrieben: "man sollte den neuen Partner nicht als Papa aufbauen, das ist und bleibt die Rolle des leiblichen Vaters".

Vom Grundgedanken her würde ich Dir zustimmen, und ich bin auch sehr dafür, dass Trennungskinder zu dem nicht betreuenden Elternteil so viel Kontakt wie möglich haben. Und ich würde auch niemals wollen, dass mein Sohn zu einem anderen Menschen Papa sagt als zu seinem Paps.

Nur: Ist es nicht trotzdem so, dass ein Mensch, der alle zwei Wochen oder (wie bei uns im Moment) alle zwei Monate mal vorbeischaut, automatisch ungleich weniger Einfluss auf das Kind nimmt als der Partner, der jeden Tag da ist, das Kind von der Schule abholt, mit ihm spontan auf den Spielplatz geht, dem es gleich morgens im Bad begegnet und dem es am Abend den Tag erzählt??

Ich habe noch keine wirkliche Erfahrung in dieser Hinsicht, weil ich, seit der Kleine da ist, noch nicht mit einem Mann zusammengelebt habe.

Was ich aber immer deutlicher merke, obwohl mein Söhnchen noch sehr klein ist: Alleinerziehend heißt bei mir tatsächlich, dass ich die Grundlagen der Erziehung tatsächlich zu großen Teilen selbst durchsetzen muß. Das liegt ganz einfach daran, dass er bei anderen Menschen (seinen Großeltern, die sich sehr oft um ihn kümmern und bei seinem Vater) die Grenzen nicht in einem Maße austestet, wie es bei mir der Fall ist. Ich weiß nicht, ob das jetzt an seinem Alter liegt (2), aber falls das so bleibt, wird auch ein künftiger Partner, der mit uns zusammen lebt, nicht umhin kommen, sich an der Erziehung eín Stück weit zu beteiligen. Anders - denke ich - ist ein erträgliches Zusammenleben nicht hinzukriegen, als wenn das Kind versteht und einsieht, dass auch der neue Partner etwas zu sagen hat. Kinder müssen Regeln lernen, und die lernen sie am ehesten von den Menschen, die sie tagtäglich umgeben. Der Paps kann in meinem FAll das richtige "Erziehen" meines Erachtens nicht leisten, denn wenn er sonntags alle ein oder zwei Monate mit ihm in den Zoo oder ins Schwimmbad geht und Spaßprogramm bietet, dann gibt es ja auch nicht soviel zu verbieten oder durchzusetzen wie zu Hause. Ich verstehe es auch sehr gut, wenn er sich mit dem Erziehen und Verbieten zurück hält, denn natürlich ist erstmal zwei Stunden Gezicke angesagt, wenn mal was nicht nach der Nase von Herrn Sohn läuft. Und zwei Stunden von vielleicht zwanzig Stunden, die er mit seinem Sohn verbringt, ist ganz schön viel. Ob das jetzt pädagogisch so toll ist, steht natürlich auf nem anderen Blatt, ich sag nur, dass ichs nachvollziehen kann aus seiner Sicht.

Wie weit der leibliche Vater in die Erziehung eingebunden werden kann, hängt sicher davon ab, wie häufig er das Kind sieht. Da der neue Partner das Kind aber jeden Tag sieht, ist er meines Erachtens zwangsläufig als Bezugsperson und damit auch als "Erziehungsinstanz" involviert.

Ich glaube übrigens nicht, dass dem leiblichen Vater durch den neuen Partner und dessen Rolle etwas weggenommen wird. Ich glaube, dass ein Kind zu mehreren Personen Beziehungen aufbauen kann, die ganz verschieden aussehen können. Man muß ja eigentlich auch nicht verkrampft versuchen, zu definieren, was das Kind nun in der jeweiligen Beziehung sucht, die es mit anderen Menschen lebt. Hauptsache ist doch, dass es dem Kind gut tut und dass es keine Defizite (etwa durch einen abservierten oder verschwiegenen oder ignorierenden) Vater erleidet.

Mein Sohn z.B. hat schon seit über einem Jahr eine sehr enge Bindung zu seinem Großvater, den er alle zwei Wochen sieht und über alles liebt. Da kann man auch sagen: Das ist der Vater, den er sucht, der männliche Part, den ich ihm nicht bieten kann. Das denk ich mir ganz oft, wenn ich die beiden so sehe. Aber wenn das so ist, dann habe ich da ganz bestimmt nichts künstlich aufgebaut und werde auch nichts daran ändern, weil ich sehe, dass Finn der Kontakt sehr gut tut. Ich hoffe, dass es mit einem neuen Partner ähnlich laufen wird.

nachdenkliche Grüße, LICHT

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Re: Patchworkfamilien und Ersatzväter

Antwort von Rob am 29.02.2004, 22:17 Uhr

Hi Lightchen nund Evesmum!
es freut mich für euch, wenn's gut klappt!
Zum Thema "Ersatzpapa" möchte ich folgendes zu bedenken geben: eine Erziehungsrolle spielt dieser natürlich zwangsläufig, lässt sich aufgrund der regelmäßigen Präsenz auch gar nicht anders darstellen.
Wenn aber der Umgang mit dem leiblichen Vater kindgerecht stattfindet, also regelmässig, mit Übernachtungen und mit Ferien und Feiertage anteilig, dann hat der leibliche Vater nicht nur ein Spaßprogramm, sondern sehr wohl einen Anteil an der Erziehung. Bei einer solchen Umgangsfrequenz kommen außerdem zwangsläufig auch Konfliktsituationen vor, die KV und Kind zusammen lösen müssen.
Dass so manche KV's sich viel zu selten blicken lassen (und so manche KM's mehr Umgang auch gar nicht wollen) ist eine traurige Tatsache, jeder kann selbst sein Steinchen darzu beitragen dass dies sich bessert.
Noch etwas möchte ich noch zu bedenken geben: wenn schon manch leiblicher Vater sich nach der Trennung nicht mehr viel ums Kind kümmert, wie sieht es denn mit den "dazugekommenen" Lebenspartner oder Ehemann aus?
Die Chance, dass diese Bezugsperson des Kindes nach einer Trennung (die ich niemanden wünsche, die man aber keineswegs ausschließen kann) weiterhin Umgang mit dem Kind hat, sind verschwindend gering. Und dann kommt der nächste LAP und mimt den Ersatzpapi? Dass kann es nicht sein, und deshalb plädiere ich eindringlich dafür, dass der tatsächliche KV eine gute Beziehung zu seinem Kind aufbaut und beibehält. Denn nur so hat ein Kind tatsächlich beide Eltern dauerhaft.
Gruß, Rob

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Re: Wo sind sie eigentlich - die glücklichen Patchworkfamilien?!

Antwort von hase67 am 29.02.2004, 22:46 Uhr

Hallo Fusel!

Deine Situation kenne ich zur Genüge, bei uns war das, nachdem ich meinen jetzigen Partner (vor einem knappen halben Jahr) kennen lernte, auch nicht anders. Mein Ex war sehr verletzt, enttäuscht und eifersüchtig (obwohl die Trennung damals maßgeblich von ihm ausging, weil er einfach nicht mehr konnte), aber es war einfach schwer für ihn, einen anderen Mann an meiner Seite zu "sehen" - obwohl wir solche Situationen aus Rücksichtnahme größtenteils vermieden haben.

Es hat über drei Monate gedauert - und inzwischen glaube ich auch, dass es bei ihm wieder jemanden gibt - bis das Verhältnis wieder etwas entkrampfter wurde. So langsam scheint sich alles wieder zu normalisieren. Gott sei Dank hat er aber trotz seines persönlichen Schmerzes immer die Größe gehabt (und das rechne ich ihm hoch an), zu sagen: Mit meinem Verhältnis zu unserer Tochter hat das nichts zu tun, sie will ich weiterhin sehen.

Es hat ein paar Mal ganz derbe geknirscht zwischen uns, er hat mich des öfteren ziemlich angepflaumt, oft aus nichtigen Gründen, und ich habe mich einige Male ziemlich deutlich abgrenzen müssen. Aber es scheint jetzt tatsächlich überstanden zu sein...

Nächste Woche will er sogar wieder mit mir gemeinsam im Kindergarten kochen (haben alle drei Wochen "Kochdienst"), was er eine Zeitlang rundweg abgelehnt hat.

Was ich damit sagen will: Gib ihm einfach ein bisschen Zeit, es zu verdauen. Irgendwann wird auch er begreifen, dass dies nicht nur ein harter Schicksalsschlag, sondern auch eine Chance für ihn ist. Denn die Beziehung zwischen euch hat ja nun mal definitiv nicht funktioniert.

Für die Kids ist das Aufrechterhalten einer kaputten Beziehung auch auf keinen Fall eine Lösung. Ich habe das am eigenen Leib bei meinen Eltern erlebt und würde meinem Kind niemals die vergiftete Stimmung zumuten, die bei uns über fast zehn Jahre (!) herrschte, bis meine Eltern endlich die Kurve kriegten.

Und nach den ersten Stürmen ist es jetzt auch so, dass meine Tochter den neuen Mann an meiner Seite akzeptiert und mag und sich sogar darauf einlässt, mal mit ihm auf dem Sofa zu kuscheln... Keine Ahnung, ob aus uns irgendwann eine richtig glückliche Patchworkfamilie wird, aber im Moment stehen die Zeichen gut!

Also: Kopf hoch, es kommen auch wieder bessere Zeiten!

Liebe Grüße

Nicole

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Kinder wissen es besser!! ;-)

Antwort von britta + stacy am 29.02.2004, 22:48 Uhr

Nabend!

Ich habe seid nun 1 3/4 Jahren einen neuen Freund und habe mit dem KV auch Kontakt und regelmäßige Besuchszeiten....... der KV ist auch der Papa, allerdings sagt meine Tochter ( 4,5 Jahre) das sie 2 Papa´s hat!!
Es ist nun mal so, das der neue Partener halt mehr an ihrem Leben teil nimmt und es von alleine so passiert, ob du denen das sagst oder nicht........ ;-)
Die Kinder entscheiden das für sich alleine........

und KV´s sind meist immer nur " tolle Papa´s" weil die Kinder an den kurzen Tagen doch meist immer verwöhnt werden...... und sich an der Erziehung ( zumindestens mein KV ) nicht beteiligen, sondern eher dagegen arbeiten, alleine durchs verwöhnen.........

:-)

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Re: Patchworkfamilien und Ersatzväter

Antwort von Leena am 29.02.2004, 22:52 Uhr

Hier ist der Mann von Leena:

Hallo Rob,

wenn Du meinst, dass ein Stiefvater keine richtige Vater-Kind-Beziehung zu dem Kind seiner Lebenspartnerin aufbauen kann, dann muss ich mich doch dagegen wehren. Für mich ist das Kind meiner Frau ebenso mein Kind wie unser gemeinsames. Ich kenne es, seit es zwei Jahre alt ist. Es hat nie einen anderen Vater kennen gelernt. Es nennt mich "Papi". Glaubst Du wirklich, ich könnte nach einer Trennung (wovon wir allerdings soweit, wie es nur geht, entfernt sind) den Kontakt zu diesem Kind abbrechen? Niemals! Zum Glück gibt es mittlerweile auch ein, wenn auch begrenztes, Umgangsrecht für Väter wie mich. Außerdem wäre da ja immer noch mein leibliches Kind, und wenn zu dem der Kontakt bestehen bleibt, dann natürlich auch zu seinem Geschwister.

Gruß,
M.

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Re: Patchworkfamilien und Ersatzväter

Antwort von Lichtjahr am 29.02.2004, 22:56 Uhr

Hallo Rob,

Mist, jetzt hab ich mir hier die Finger wundgetippselt, und dann blökt mich der Compi an, dass mein Beitrag nicht abgeschickt wurde. Hrrrmmmmjpppfff.

In aller Kürze nochmal:

Die Situation, wenn der Stief"paps" sich vollständig vom Acker macht oder verabschiedet wird, ist aus meiner Sicht tatsächlich eine andere, als wenn der leibliche Vater von der Bildfläche verschwindet.

Jedes Kind hat das Recht, von beiden Eltern geliebt und angenommen zu werden, ganz egal, wie sich das eigene Leben oder das der Eltern gestalten oder verändern mag. Und das ist vielleicht auch der Unterschied oder das besondere am leiblichen Paps. Wenn der Stiefpaps verschwindet, ist das - je nach Dauer und Intensität der Bindung - gewiß auch schlimm für das Kind. Aber es ist in jedem FAlle besser zu verkraften, als wenn der leibliche Vater die Liebe nicht oder nicht mehr erwidern will.

Der Mensch hat Wurzeln, die nach beiden Seiten ausschlagen: Mutter UND Vater. Und jeder Mensch hat ein Recht darauf, diese Wurzeln zu kennen und sich dadurch zu definieren. Wenn man da einfach einen Teil abschnippeln will, dann wird immer ein Defizit bleiben.

Ganz egal, ob nun die umgangsverweigernde Mutter, die den Stiefpaps als "wahren" Paps vorsetzt oder der umgangsboykottierende Vater, der das "geplatzte Kondom" am liebsten so schnell wie möglich vergessen will, daran schuld ist: Bei dem Kind wird dadurch ein Defizit und möglicherweise ein lebenslanger "schaden" entstehen.

LG, LICHT

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Hi

Antwort von RainerM am 01.03.2004, 8:22 Uhr

Hi LeenasMann,

ich glaube nicht, dass Rob es so gemeint hat, wie du es aufgefasst hast.

Ausserdem gibt es immer ganz unterschiedliche Situationen.... eine einzelne Situation auf alle zu übetragen, das klappt einfach nicht.

Statistiken sind immer mit vorsicht zu geniessen, und darum sollte man sie eindfach nicht auf den eigenen Fall anwenden.

Wahr ist es, dass viele Väter nach einer Trennung über die Zeit den Kontakt zu ihren Kindern verlieren.
Gerne wird das ale Desinteresse des Vaters dargestellt, was in einzelnen Fällen so sein mag, aber nur ein Teil der ganzen Wahrheit darstellt.

Stiefväter haben nach einer Trennung noch deutlich weniger Kontakt zu ihren ehem. Stiefkinern.
Du magst es momentan ganz anders sehen, aber auch das sagt die Statistik.

Aber solche Statistiken müssen nicht für dich gelten, nicht für mich, nicht für Rob.... also bitte immer alles locker sehen.

Übrigens bin ich getrenntlebender Vater (ohne Sorgerecht) eines 3,5 Jahre alten Sohnes, der Umgang funzt hervorragend und ich habe nicht das Gefühl, nicht an der Erziehung teilzuhaben, - ganz im Gegenteil.

Da mögen viel Statistiken dagegen sprechen, aber in meinem Falle liegt sowas daneben udn hoffentlich auch in deinem.

cu

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Re: Patchworkfamilien und Ersatzväter

Antwort von evesmum am 02.03.2004, 0:06 Uhr

hi,

ihr habt sicher recht, ein Kind hat ein Anrecht auf seinen Vater und auf Kenntniss der Wurzeln von beiden Seiten. Aber ich bin der Meinung, daß es meinem Kind mehr schadet, wenn ich ihm jemanden als Vater hinstelle (möglicherweise noch gerichtlich Umgang erwirke, den der KV gar nicht will) dem es zuviel Mühe ist, oder zu teuer, sich in irgendeiner Form bei seinem Kind zu melden, weil er mit mir Differenzen hat.
Dann klappt es vielleicht mal eine Zeit lang, und plötzlich überlegt er es sich wieder anders ( ist schon so gewesen, und nicht einfach unterstellt), die Kleine gewöhnt sich erst an ihn und wird dann doch verlassen und enttäuscht?
Nein danke, so hat sie jetzt einen Papa, der sie ernst nimmt und auf den sie sich verlassen kann. Es geht nicht um's verheimlichen, natürlich wird sie irgendwann Fragen stellen, die will ich auch beantworten, - so objektiv man das eben kann, aber ich denke, die ersten Erfahrungen die ein Kind machen muß sind, daß es geliebt wird, bedingungslos, und nicht mal so und mal so. Wie soll es sonst Vertrauen aufbauen?

LG

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