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Geschrieben von Traumfänger am 12.12.2005, 22:08 Uhr

Die M.S. Traumfänger gewinnt an Fahrt....

Hallo Sue,

habe gerade ein wenig hier geblättert und dachte mir, wie froh ich bin, daß es so ein tolles Forum gibt, wo man sich gegenseitig unterstützen und sich mit Rat und Tat zur Seite stehen kann.
Ich habe übrigens gesehen, Du hast am 7.12. gepostet und ich habe schofeligerweise nicht drauf reagiert. Sorry. War total panisch und erschöpft und genervt und überhaupt nicht mehr so wirklich zurechnungsfähig.

Ich war wohl eher eine Art U-Boot, doch jetzt Leute, jetzt tauche ich wieder auf. Die M.S. Traumfänger gewinnt wieder an Fahrt und ist kaum noch aufzuhalten.

Danke, daß auch Roland und all die anderen so eine Art "Supernanny" und "Seelenklempner" gewesen sind *grins. Heute geht es mir schon ein wenig besser, ich bin ruhiger und fühle mich nicht mehr so erschöpft. Witz und Sarkasmus und Ironie kommen wieder durch und das ist ein gutes Zeichen bei mir.

Ich habe gemerkt, daß es nichts bringt, sich in den Gegebenheiten wie eine knurrende Dogge "festzubeißen". Oder sollte ich mich besser mit einem Kampfhund vergleichen???? Grund für meine größere Gelassenheit ist in erster Linie, daß ich gemerkt habe, daß ich es selbst in der Hand habe, inwieweit ich mich auf den Zirkus mit meinem EX überhaupt einlasse (ich fand es witzig, das nochmal spiegelverkehrt in der Email von Freunden zu lesen, NACHDEM ich selbst die Erkenntnis gewonnen habe!).

Er will das Besuchsrecht nicht? Gut, in Ordnung. Sein Problem, wenn Noah ihn dann irgendwann nicht mehr als Vater anerkennt. Am Tag selbst, wenn mein EX kommen sollte und nicht kommt ist es insofern ärgerlich für mich, wenn ich dann etwas mit Freundinnen allein geplant hatte (zum Beispiel Wellness und Sauna *grins, klar ist das was für mich, das machen wir so oft es möglich ist!); aber: dann muß ich eben anderweitig eine Lösung finden, wie ich mir Freiräume schaffe. Sicherlich nutzt es nichts, sich aufzureiben und zu ärgern, denn genau das will mein EX ja durch sein Verhalten erreichen.

Noch weniger bringt es, den ganzen Ärger auf Noah zu übertragen, indem ich genervt bin, nicht ausgeglichen und ihm nicht die Mama sein kann, die er verdient hat. Noah ist ein sehr aufmerksamer und feinfühliger Junge (toll, ein zukünftiger "neuer Mann"!!!) und ich glaube, durch die negative Aufmerksamkeit wollte er mich aus meiner emotionalen Lethargie und meine oft spürbare Traurigkeit "herausreißen". Ich glaube, in den letzten 2 Jahren habe ich doch sehr gelitten und es hat unglaublich weh getan, was alles mit dem EX so gelaufen ist.

Was ich selbst gemerkt habe, ist, und das macht mir wirklich Sorgen - daß ich seit 2 Jahren, seit mein EX uns hat sitzen lassen, solche Stimmungsschwankungen habe. Manchmal auch Panikattacken, Existenzangst. Dann kann ich tagelang nicht lachen und mache mir nur Sorgen.

Im Großen und Ganzen bin ich positiv, aber dann gibt es diese labilen Zustände, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll - ich werde mal mit meiner Ärztin darüber reden. Diesen Einbruch hatte ich gerade vor 3 Tagen wieder mit den Magenkrämpfen.

Ich glaube, ich sorge nicht genug für mich selbst. Ich bin immer da, immer präsent, bis zur Erschöpfung - vermutlich möchte ich damit ausgleichen, daß Noah nur 1 Elternteil hat und ich nur Noah als Familie noch habe und ansonsten allein bin, da alle anderen Familienmitglieder tot sind. Sicher bin ich zu streng mit mir selbst und zu ängstlich, zu mütterlich-besorgt und gluckenhaft. Vielleicht sind es aber nicht unbedingt diese Eigenschaften, die Noah braucht.

Ich habe mich tatsächlich gestern mal hingesetzt und geschaut: wo kann ich den Alltag besser strukturieren, welche Rituale gibt es und was kann Noah besonders und womit kann ich ihm auch ab und an mal eine Freude machen.... Wo tu ich mir selbst was Gutes und was macht mir Freude? Wie kann ich bei Noahs Provokationen ruhiger bleiben und nicht gleich wieder schimpfen und ihm einen Klaps auf den Popo geben? Diese Provokationen erinnern mich an meinen EX und dann habe ich das Gefühl der Ohnmacht und des déjà-vu, und innerlich sehe ich dann gleicht rot und benehme mich Noah gegenüber wie ein stinkiger Büffel. Dabei gilt der Ärger gar nicht dem Kleinen!

Es gilt vermutlich, meinen gesamten Alltag neu zu strukturieren. Wo kann ich auch mal mich entspannen und mir einen Kinoabend mit Freunden gönnen? Wer sind überhaupt "echte" Freunde? Die, die sich nur dann Zeit nehmen, wenn ich ohne Kind mit ihnen frühstücken gehen kann und ihr Yuppieleben weiterführen so wie früher? Passen die überhaupt noch zu mir? Die sind nämlich dann oft "verhindert", wenn ich krank bin und mal für 2 Std. eine Freundin brauche zum Babysitten - das ist sicher nicht wahre Freundschaft.

Nun habe ich also doch einige Erkenntnisse gewonnen. Vor allem habe ich beschlossen, ich bin bei den regelmäßigen Treffen des VAMV jetzt immer dabei. Dort gibt es auch psychologische Beratung in der Trennungszeit. Das wäre wohl eine gute Sache für mich. Ich werde morgen mal anrufen. Meine wahren Freunde (wie mein langjähriger KUMPEL (Roland, EIN FREUND, nicht DER NEUE!!!) am Wochenende, der mit mir in die Klinik gefahren ist, mir Tee gekocht hat, eine Wärmflasche auf den Bauch gelegt hat, sich um Noah gekümmert hat, während ich mit Magenschmerzen auf der Couch lag) hören zwar zu, aber nachvollziehen können es nur die, die in einer ähnlichen Situation sind. Zum Glück - oder zum Schrecken meinerseits - sind inzwischen 7 meiner Freundinnen allein erziehend.

Was ich mich doch immer wieder frage, ist: wieso hält die Ehe bei Frauen, die 100 kg wiegen und nur Hausfrau sind, eine Ähnlichkeit mit Catweezle aufweisen und die nur in Schlabberkleidung herumrennen eher als eine Ehe von zwei intelligenten nett anzusehenden Menschen, die eigentlich viele Potentiale haben? Stellt "Mrs. Catweezle" keine Ansprüche an ihren Mann? Geht Catweezle nie mehr aus? Hat Mrs. Catweezle ihr eigenes Leben an der Pforte zum Kreissaal abgegeben? Dreht sich das Leben nur um Kochtopf, Küche, Kind, Kirche... eben die 3 K's?

Allgemein gefragt: War das Leben und vor allem die Ehe nicht noch wirklich intakt, als die Frau die 3 K's verinnerlicht hatte und ihr Leben darin bestand, vom Mann versorgt zu werden. Waren diese Ehen glücklicher als die heute? Oder blieben die Menschen damals nur zusammen, um füreinander zu sorgen und versorgt zu werden? Erwarten wir Frauen zu viel von den Männern? Gibt es die wahre Liebe wirklich noch?

Ich für meinen Teil fühle mich desillusioniert, aber dennoch kann ich nicht aufhören, an die Liebe zu glauben. Ohne die Liebe ist ein Leben nicht reich oder erfüllt. Das ist mein Gedanke. Aber vielleicht ist es auch meine überzogene "Sensibilität", die mich manchmal über das Leben philosophieren läßt.

Sue, Roland und all Ihr anderen - wie denkt Ihr über all das - über die Ehe, die Liebe, das Gerede von Emanzipation, dem neuen Mann etc.? Ich bin gespannt auf Eure Antworten.

Ich habe heute einen tollen Spruch gehört, der meinen Kreislauf wieder in Schwung gebracht hat:

Ein Mann wollte unbedingt Seiltänzer werden, es war sein allergrößter Herzenswunsch. Er nahm Unterricht und sein Lehrmeister empfand ihn als überdurchschnittlich talentiert. Als die Übungen am Boden beendet waren und er sich hoch oben über der Zirkusmanege auf das richtige Seil schwingen sollte, bekam er aber Zweifel und Panik. Er würde es nicht schaffen - ein falscher Schritt und er würde herunterfallen. Da sagte sein Lehrmeister: "Schwing nur dein Herz über das Seil und dein Körper wird dir folgen!"

Ist das nicht eine tolle Geschichte? Mich hat sie wieder motiviert. Solange wir bei allem mit dem Herzen dabei sind, treffen wir keine falschen Entscheidungen - nur die, die uns in Begeisterung versetzen und mit Begeisterung und Elan läßt sich alles schaffen.

Bonne nuit !!!

 
1 Antwort:

RE: So viele interessante Gedanken und Einsichten

Antwort von Nina3 am 13.12.2005, 9:15 Uhr

der werd ich derweil ganz blass um mein Näschen!

Tja, wie war das mit den Ehen früher? Es wurde vermutlich auch belogen und betrogen ohne Ende und Frau nahm das so hin. Ist ja der Mann im Haus - der Ernährer. Heutzutage sind die Frauen eben selbständiger (was ja auch gut ist) und lassen sich nicht mehr alles bieten. Früher hat man wohl mehr "im Stillen gelitten" und die Dinge als gegeben hingenommen. Frau hatte keine andere Wahl. WIRKLICH GLÜCKLICHER werden wohl die wenigsten gewesen sein.
Aber sie kannten dem zu Folge auch nicht das Leid einer Trennung, diese extremen Existenzängste (ja, auch ich habe die immer wieder... wie wird es weiter gehen... all die Jahre MUSST du immer funktionieren.....)

In der heutigen Zeit sind die Leute einfach "austauschbarer" geworden. Was nicht "passt" kommt wech - an der nächsten Ecke lauert ja schon die/der Nächste. Vielleicht harmoniert das noch besser?? Weil er/sie-EX hatte ja 2-3 charakterliche Eigenschaften, die ja mal gar nicht gehen.... Da gibts doch sicher noch was BESSERES???
Früher wusste man, wo man hin gehört und das blieb halt so - dadrüber zu Urteilen vermag ich derweil wirklich nicht.

Es ist eben die Gesellschaft "Höher, Schneller, Weiter.... mehr, mehr, mehr immer mehr.....". Das manch einer am Ende seines Daseins merken wird, dass man letztendlich wohl gar nichts hatte ist dabei unvermeidlich.

Ein chinesisches (unendlich langes Sprichwort, gebe es nur mal in Kurzform wieder) besagt:

Mit Geld kannst du ein Haus kaufen - aber kein Zuhause.
Mit Geld kannst du eine Uhr kaufen - aber keine Zeit.
Mit Geld kannst du einen Arzt bezahlen - aber keine Gesundheit kaufen.
Mit Geld kannst du Sex kaufen -
aber wahre Liebe ist unbezahlbar.....


und zu guter letzt erst mal noch mein Lieblingsmotto:
"Sei immer du selbst und von Zeit zu Zeit - wenn es angebracht ist - dann ändere dich"

Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute und hoffe das deine Motivation erhalten bleibt und du es schaffst die Dinge als gegeben hinzunehmen, die du nicht ändern kannst. Und die Dinge, die in deinen Händen liegen zu deiner Zufriedenheit geregelt zu bekommen.

Liebe Grüße


Nina

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