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Geschrieben von marit am 08.03.2005, 10:41 Uhr

ich darf doch noch um ein paar enrsthafte Postings zum Frauen tag bitten, ihr Schnapsnasen ;-)

Vor allem auch mal in Puncto Selbstbesinnung - so richtig viel haben wir nämlich in 30 Jahren zumindest formaler Gleichberechtigung nicht erreicht, oder?

Schon krass, wenn ich mir vorstelle, daß eine Frau kurz bevor ich geboren wurde noch eine Erlaubnis des Ehemannes benötigte, wenn sie arbeiten wollte.
Sind wir einfach nicht durchsetzungsfähig genug, oder sind die gesellschaftlichen Verhältnisse immer noch gegen uns - oder woran liegt es, daß wir immer noch schlechtere Aufstiegschancen haben, weniger verdienen und unsere berufliche Laufbahn öfter abbrechen als Männer?

 
7 Antworten:

Es liegt in den Köpfen der Gesellschaft

Antwort von Schwoba-Papa am 08.03.2005, 11:29 Uhr

da werden gewisse Umdenkprozesses sowohl verhindert, als auch als nicht notwendig und sinnvoll angesehen.

Schade eigentlich !

Grüßle

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Re: Es liegt in den Köpfen der Gesellschaft

Antwort von eilan2 am 08.03.2005, 12:39 Uhr

warum gibt es eigendlich einen welt-frauen-tag?

sitzte trotzdem auf arbeit.

und @Marit, wir werden schlechter bezahlt und und und weil wir babys bekommen und damit ein risikofaktor sind. ;)

aber gut, immerhin haben wir zwei tage im jahr.

aber bringen tuts uns auch nichts. aber wehe es ist vatertag. mit dem bollerwagen in die stadt und aufm bollerwagen wieder heim. :)

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Ich bin da desillusioniert, wir haben nichts erreicht,

Antwort von Andrealine am 08.03.2005, 14:41 Uhr

weil wir uns alle gegenseitig in die Parade fahren. Das geht schon los "ich bin die bessere Mutter als Du" und "Karrierefrau versus nur-Hausfrau" etc. Ich kann das alles nicht mehr hören... Jede Frau soll so leben wie sie es möchte, aber bitte schön die Rahmenbedingungen für jede Lebensform (ob mit oder Familie) schaffen. Aber solange wie kein Druck seitens der Frauen gemacht wird und jeder darauf wartet, dass die andere aktiv wird, passiert gar nichts.... Ich habe hier gerade im Ort für eine Bushaltestelle für Grundschüler gekämpft und was ich da von den lieben Nachbarinnen an persönlichen Bemerkungen zu hören bekam (vor allem von hinten rum) hat mich so dermassen wütend gemacht....Die meisten Frauen sind nicht in der LAge ihr Konkurrenzdenken auszuschalten. Das war schon so als ich noch im Berufsleben stand. Die meisten Kolleginnen waren ganz erstaunt, dass ich Konkurrenzspielchen nicht mitmachte, sie waren aber dann immer ganz schnell dabei, haben aber letztlich nichts erreicht...Ich habe übrigens nicht weniger als meine männl. Kollegen verdient. Teilweise sogar mehr...
Ich versuche jedenfalls mich zu engagieren, um die Situation von Frauen in diesem Land zu verbessern und um eine echte Wahlfreiheit zu erreichen, was das Thema "Familie und Beruf" angeht.

Von daher ist mir der Weltfrauentag fast wurscht...

Grüsse
Andrea

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Re: Ich bin da desillusioniert, wir haben nichts erreicht,

Antwort von Astilbe am 09.03.2005, 0:17 Uhr

Hallo an Alle,
habt ihr euch schon mal überlegt, dass es grundsätzlich für unsere Gesellschaft überaus bequem ist, alle etwaigen Lasten den Frauen aufzubürden? Frauen sind überaus leidensfähig und duldsam. Eine Frau, die sich bewusst dafür entscheidet, ihre Karriere aufzugeben und sich statt dessen der Kindererziehung widmet wird zwar gern (in Anspruch) "genommen", gilt aber allgemein als das "dumme Puttchen, bzw. Heimchen am Herd", mit dem man gesellschaftsrelevante Belange gar nicht erst diskutieren muss, da eh zu eingeschränkt. Dennoch wird von ihr erwartet, dass sie dem mehr oder weniger erfolgreichen Gatten jeder Zeit den Rücken frei hält. Und mit der Begründung, dass sie ja sooo viel Zeit hat, werden ihr alle Obliegenheiten des täglichen Alltags auferlegt. Das ist die äußerst bequeme Lösung für alle berufstätigen Männer, die keine anderen Pflichten als ihre tägliche Arbeit haben.
Umgekehrt werden natürlich auch gern Frauen "genommen", die Karriere, Haushalt und Kinder mit scheinbarer Leichtigkeit unter einen Hut bringen, viel Geld verdienen und dazu noch einen immer währenden Quell der Attraktivität, Anziehungskraft und Inspiration für den Gatten darstellen. Hier liegt die Betonung wiederum auf "alles". Sprich: Haushaltsorganisation und soziale Kontakte eben auch ausschließlich sie. Nur erfolgreicher als der Mann sollten sie nicht sein, das führt unweigerlich zur Scheidung. Außerdem gelten sie, besonders den "Nur-Hausfrauen", als schlechte Mütter, die ihre Kinder sträflich vernachlässigen, da sie einen großen Teil ihrer Zeit eben nicht ausschließlich mit ihren Kindern verbringen.
Kleiner Einschub: es gibt bestimmt auch einzelne Gegenbeispiele, aber gemessen an der riesigen Gesamtzahl nur einen verschwindet geringen Prozentsatz!
Ganz übel gestaltet sich die Situation für allein erziehende Frauen. Sie müssen alle Funktionen allein erfüllen und haben dafür häufig noch nicht einmal einen entsprechenden finanziellen Background, sprich, sie geraten in die Sozialhilfe-Abhängigkeit. Trotzdem wird von ihnen erwartet, dass sie ihre Kinder "anständig" erziehen und fördern, ansonsten sind sie schlechte Mütter und das Jugendamt droht.
Fazit: Frauen ziehen immer die "Arschkarte". Und das nach 40 Jahren Emanzipationsbewegung!! Es hat sich leider (fast) gar nichts geändert.
Meinen beiden Töchtern kann ich guten Gewissens nur den Rat geben, sich frühzeitig zu entscheiden: Beruf oder Kinder. Beides zusammen in einer Form, die alle einigermaßen zufrieden stellt, ist generell offensichtlich immer noch nicht möglich!
Schließlich wird die Welt nach wie vor von Männern regiert und diese wären schön blöd, wenn sie an der jetzigen Situation irgend etwas ändern würden!
Das ist mein persönliches, ziemlich bitteres Fazit für den Weltfrauentag 2005.

Herzliche Grüße
Astilbe

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Re: Es liegt in den Köpfen der Gesellschaft

Antwort von marit am 09.03.2005, 11:15 Uhr

naja Eilan, aber ob 3 Monate Mutterschutz, die von der Krankenkasse bezahlt werden tatsächlich (!) SO ein Risiko sind, möchte ich bezweifeln. Es geht doch eher darum, daß wir es immer noch nicht geschafft haben, die Zeit danach gleichberechtigt zu organisieren.

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Re: Ich bin da desillusioniert, wir haben nichts erreicht,

Antwort von marit am 09.03.2005, 11:19 Uhr

Hallo Astilbe,

so sehr in der Opferrolle möchte ich uns Frauen da eigentlich nicht sehen. Du sagst, man hat es schwer, wenn man beruflich erfolgreicher ist, als der Mann, weil der Mann damit in der Regel nicht klarkommt. Gilt es nicht AUCH umgekehrt, daß viele Frauen ungern Männer "wählen", die einen niedrigeren sozialen Status haben, als sie selbst. Verhlaten wir uns da selbst nicht oft genug wie unzivilisierte "Weibchen", die dem evolutionären Programm blind folgen, obwohl wir ja längst uns unseren Status selbst erarbeiten können?

Wenn sich die Krankenschwester weiter vor allem in den Chefarzt verliebt und eben nicht die Chefärztin in den Krankenpfleger, dann brauchen wir uns doch nicht wundern, wenn dieser Mann dann nicht den Erziehungsurlaub übernimmt, oder?

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Hallo Marit,

Antwort von Astilbe am 11.03.2005, 2:45 Uhr

was du sagst ist zwar richtig, trifft aber nicht ganz das, was ich meinte. Es geht mir nicht darum, wer den Erziehungsurlaub nimmt, sondern um die gesellschaftliche Wertschätzung der Frauen allgemein. Einzelne Frauen können natürlich sehr erfolgreich sein, hoch bezahlte Führungspositionen bekleiden, Bundeskanzlerin werden (?).
Dennoch steht "die Frau" als solche im gesamtgesellschaftlichen Kontext so da, dass sie zwar über natürliche "Gott gegebene" soziale Kompetenz verfügt, damit selbstverständlich für alle derartigen Bereiche zuständig ist und sich auch "Natur gegeben" mit geringer oder Null Entlohnung zufrieden gibt. Sprich, wenn notwendig vielseitig einsetzbar, aber ansonsten eher ein finanzielles Risiko für Unternehmen, da sie ja z.B. wg. Schwangerschaft oder Krankheit der Kinder ausfallen könnte. Mit der Konsequenz, dass sie gesellschaftlich automatisch abqualifiziert wird. Selbst gut qualifizierte Frauen werden für die gleiche Tätigkeit wie Männer häufig schlechter entlohnt. Das ist eine Tatsache, die sich dadurch erklärt, dass Frauen generell zurückhaltender als Männer sind, wenn es darum geht, die persönlichen Stärken in den Vordergrund zu stellen. Sollten Frauen tatsächlich aus "Berechnung" keine Kinder haben, sind sie karrieregeil und damit gesellschaftlich auch disqualifiziert.
In den letzten 40 Jahren gab es sehr viele Bemühungen, den Frauen mehr Selbstbewusstsein und Präsenz zu verschaffen. Letztendlich konnten aber auch "Emma" und die zahlreichen gesetzlich vorgegebenen Quotenregelungen hier nicht den entscheidenden Durchbruch erzielen. Schlimmer noch: den Begriff der "Quotenfrau" im schlechtesten Sinn kennt wohl inzwischen jeder.
Von den reinen Hausfrauen und Müttern will ich gar nicht erst reden. Mal ehrlich, gibt es tatsächlich irgendwo uneingeschränkte gesellschaftliche Anerkennung dieser wichtigen und wirklich nicht einfachen Tätigkeit? Die Antwort ist ja wohl klar. Reine Hausfrauen müssen ihr Engagement für die Familie nicht nur während ihrer "Kinderjahre" durch Einkommensverlust und mangelnde Anerkennung büßen, sondern auch und besonders noch im Rentenalter.
Wirklich schlimm daran ist, dass ein Großteil der Frauen es gar nicht anders will! Man akzeptiert Arbeitsverträge mit extrem schlechten Konditionen, man zieht sich zurück aufs "Muttersein" und vor allem: man wählt männliche Politiker!! Gerade in der Kommunalpolitik ist es ganz eklatant: weibliche Kandidaten haben grundsätzlich keine Chance (wir wohnen auf dem Land). Der Anteil der weiblichen Politiker auf Landes- oder Bundesebene ist verschwindend gering, die meisten sind über Listen in die Landtage oder den Bundestag gekommen, nicht durch Direktwahl.
Fazit also nochmal: das Gros der Frauen will es gar nicht anders.
Man ist zufrieden mit dem direkten Umfeld, das man sich geschaffen hat, alles andere interessiert nicht. Und die Männerwelt fördert diese Einstellung nach Kräften, da es ja, wie schon vorher gesagt, äußerst bequem ist, morgens zur Arbeit zu gehen und abends den Feierabend entspannt zu genießen, entlastet von allen lästigen Arbeiten im Haushalt.
Das frustriert mich wirklich, völlig unabhängig von meiner Person, da ich mir dieses Frauenbild nie zu eigen gemacht habe. Allerdings haben mindestens 3/4 der Personen meines Umfelds (Kindergarten, Schule, Beruf, Freundeskreis, Stadt, in der ich arbeite, Dorf, in dem ich lebe)dieses "Weltbild" verinnerlicht. Also null Hoffnung auf Besserung!!

Herzliche Grüße
Astilbe

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