1. Schuljahr - Elternforum

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Geschrieben von lillifee1487 am 26.11.2018, 18:04 Uhr

Wann lesen

Hallo,

mein Sohn ist seit August in der ersten Klasse. Sie lernen das Schreiben mithilfe einer Anlauttabelle und schreiben nach Gehör.

Wie schnell haben eure Kinder mit ieser Methode das lesen gelernt? In der Schule steht wohl das Schreiben im Vordergrund. Ich versuche ab und an ein paar Wörter mit ihm zu lesen. Das mag aber noch nicht klappen.

 
48 Antworten:

Re: Wann lesen

Antwort von Mausi1972 am 26.11.2018, 19:48 Uhr

Hallo,

mein Sohn ist im September in die Schule gekommen und konnte mit dieser Methode schon nach 6 Wochen recht gut lesen und es wird immer besser.
Aber in unserer Schule lernt jedes Kind nach eigenem Tempo.

Re: Wann lesen

Antwort von 3wildehühner am 27.11.2018, 0:08 Uhr

Meine Kinder haben auch mit der Anlauttabelle gelernt.
Die Große konnte in den Herbstferien der 1. Klasse ganz plötzlich lesen.
Die Mittlere wurde lesend eingeschult, weil sie es sich mit der Anlauttabelle der Schwester selber beigebracht hat.
Die Kleine konnnte kürzere Texte erst in den Weihnachtsferien der ersten Klasse sinnerfassend lesen. Später hat sich allerdings dann auch herausgestellt, dass die Legasthenie und dadurch eine Leseschwäche hat.

Re: Wann lesen

Antwort von IngeA am 27.11.2018, 6:11 Uhr

Hallo,

das ist ganz unterschiedlich und kommt ganz plötzlich. Die Lehrerin meiner Großen meinte damals, bis Ostern kann man sich entspannt zurück lehnen.

Der Schwerpunkt bei dieser Methode liegt deshalb auf dem Schreiben, weil die Kinder über das Schreiben lernen wie Wörter aufgebaut sind und damit auch wie man liest. Die Methode heißt deshalb auch "Lesen durch Schreiben".

Sobald dein Kind erfasst hat wie man liest solltest du DANN aber auf Rechtschreibung achten, auch wenn die Lehrerin anderer Meinung ist. "Lesen durch Schreiben" ist ein Leselehrgang, kein Schreiblehrgang. Die Kinder lernen wie unsere Schrift grundsätzlich aufgebaut ist, sie lernen damit aber keine Rechtschreibung, weil sehr viele Worte eben nicht lautgetreu geschrieben werden.

LG Inge

Re: Wann lesen

Antwort von dana2228 am 27.11.2018, 9:16 Uhr

Meine Tochter konnte erst zum Ende der ersten Klasse, etwas lesen. Richtig Lesen (Sinnerfassung und nicht bei jedem 3. Wort stoppen) kam erst mit Mitte 2. Klasse. Das war echt spät. Aber gut jetzt list sie wie sie wie die meisten ihrer Klassenkameraden flüssig.
Mein Sohn ist auf einer Sonderschule 1. Klasse, und daher nicht zu vergleichen. Kann aber schon gut EI, AU, ES,...

Jedes Kind ist da etwas anders und mache mir da keine. Stress/Druck. Ob die jetzt nach 6 Monaten lesen können oder nach 1 1/2 Jahren, fragt ja später eh keiner nach. Und wie gesagt Lesen und Lesen ist ein Unterschied. Viele Eltern sagen auch das Kind kann lesen, naja, unter lesen verstehe ich dann was anderes.

Re: Wann lesen

Antwort von imwesten am 27.11.2018, 10:12 Uhr

Hier können viele Kinder (in der Klasse meines Sohnes fast alle) schon lesen, wenn sie in die Schule kommen. Die Vorschulprogramme im Kiga sind darauf ausgelegt.

Die Schule (staatliche Grundschule) erwartet, dass ALLE Kinder bis zu den Herbstferien lesen können. Auch hier wird "Schreiben nach Gehör" + Anlauttabelle als Methode genommen.

Nach den Herbstferien kommen die ersten schriftlichen Tests. In diesen stehen die Arbeitsanweisungen drin und die Kinder müssen sie lesen und umsetzen können. Klappt das nicht, steht sehr schnell fest, dass die erste Klasse wiederholt werden muss (1. + 2. Klasse sind hier zusammen - s.g. Flexklasse).

Jede Schule macht das also anders.

Re: Wann lesen

Antwort von dana2228 am 27.11.2018, 10:46 Uhr

Ach wie schrecklich.
Gut das meine auf Privatschulen sind und ihnen ihr Tempo gelassen wird.
Wie gesagt meine Tochter ist jetzt in der dritten Klasse und liest sehr gut. Es hat hat gedauert. Und? Interessiert jetzt keinen mehr.

Re: Krass!

Antwort von cube am 27.11.2018, 11:14 Uhr

Tests? Und die Kinder müssen jetzt schon sinnerfassend die Frage lesen und schriftlich beantworten sonst bleiben sie aller Voraussicht nach 2 Jahre in der ersten Klasse? Das nenn ich mal Druck.
Meine Güte bin ich froh, dass unser Kind auf eine Montessori-Schule geht.
Bei einer System wie eurem wäre er hoffnungslos verloren und das nicht, weil er nicht klug genug genug ist.

Re: Krass!

Antwort von imwesten am 27.11.2018, 11:57 Uhr

Die Test sind natürlich in der Sprache einfach gehalten.

Die Arbeitsanweisung lautet zum Beispiel so:

Rechne plus bis zum nächsten Zehner:
(Die Aufgabe sieht dann z.B. so aus...
5 + --- = ---

Die Kinder müssen dann richtig einsetzen.

Oder in Deutsch steht dann da:

Male die Silbenbögen ein und unterstreiche A,E,I,O,U in rot.

Da steht dann z.B. Elefant als Wort und die Kinder müssen die Bögen malen und die Buchstaben rot unterstreichen.


Also wirklich ganz einfach Aufgaben mit leichter Sprache. Das zu lesen, ist nach ein paar Wochen hier kein Problem.

"Sitzen" bleiben betrifft hier eigentlich nur die Kinder mit unzureichendem Deutsch oder aus sehr bildungsfernen Elternhäusern.

Jetzt in Klasse 2 müssen sie z.B. im Deutschunterricht ganze Teste (etwa 20 - 30 Sätze) lesen, dazu ein Bild malen und mit ein paar kurzen Sätzen den Inhalt selbst erklären.

Aber ich kenne kein Kind, dem das schwerfallen würde oder das nachmittags noch extra dafür üben würde. Sie können es einfach.

Re: Krass!

Antwort von Lola2501 am 27.11.2018, 14:52 Uhr

Für mich hört sich das auch erst einmal krass an.

Aber wenn die Vorschulprogramme so aufgebaut sind, dass die Kinder bereits bei der Einschulung lesen können, ist es vielleicht tatsächlich kein Problem.

Hier wäre es auch undenkbar gewesen, aber der Kindergarten hat die Kinder auch null aufs Lesenlernen vorbereitet.

Re: Wann lesen

Antwort von mausebär2011 am 27.11.2018, 15:50 Uhr

Beim ersten Elternabend, ca 3 Wochen nach Schulstart, stellte sich die Klassenlehrerin vor die Eltern und erzählte uns das in der ersten Klasse min 80% der Eltern bis Weihnachten min 1 mal zu den Lehrern kommen und fragen warum das Kind denn noch nicht lesen könne. Mal mehr, mal weniger höflich.

Und jedesmal erkläre man den Eltern das bis Weihnachten nicht viel passieren wird, man keinen spürbaren Erfolg wahrnimmt. Aber zwischen Weihnachten und Ostern komme dann der plötzliche Umbruch. Meist gefühlt über Nacht.
Bis Ostern sind in der Regel alle Kinder Lesekönige (bei uns heißen die Kids Lesekönige wenn sie eine bestimmte Anzahl an Unterschriften gesammelt haben - Unterschriften gibt es jeweils für eine bestimmte Anzahl an gelesenen Seiten).



Und ja, sie hatte Recht. Bis Weihnachten dachte ich immer wieder "Oh weh, ob das was wird?"
Und ja, das wurde es. Wirklich von heut auf morgen. Wir standen irgendwo draussen als er mir plötzlich alles mögliche vorlas. Ich habe geschaut wie ein Auto.

Dennoch haben die wenigsten die Füße still halten können und sind trotzdem regelmäßig in der Schule aufgeschlagen. Wir haben glücklicherweise abgewartet und waren dann sehr positiv überrascht!



Daher: Gedult - das kommt alles noch!

Re: Wann lesen

Antwort von starlight.S am 27.11.2018, 20:09 Uhr

Hi, meine ist auch im August eingeschult, sie kobnte auch schon alle Buchstaben erkennen und etwas lesen. Fast von Anfang an hat sie jeden Tag 10 Minuten lesen auf, die Frage ist ja, was definiert man als lesen können...
Ich finde es echt interessant wie unterschiedlich die Lehrmethoden offenbar sind! Aber ich würde mich im Zweifel auch einfach an die Lehrer wenden...

Re: Wann lesen

Antwort von Bineglücklich am 28.11.2018, 6:47 Uhr

Bei uns war es auch bis Ostern soweit ok. Natürlich muss das Kind täglich trotzdem weiterhin ca. 10 Minuten lesen, da es sonst wieder schlechter wird. Aber stressen musst du dich da nicht lassen. Bis jetzt hats noch jeder gelernt, der keine erhebliche Schwäche auf dem Gebiet hat und der regelmäßig übt.

VG Bine

Re: Krass!

Antwort von Felica am 28.11.2018, 7:02 Uhr

Fragt sich eher, wofür noch eine Grundschule wenn die Kinder das schon im KiGa lernen.

Hier wird extra drauf geachtet das die KiGa´s dem nicht vorgreifen. Hat sich rausgestellt das das nachher mehr Probleme verursacht wie den Kindern nützt. Auch weil selten die Kinder alle von einem KiGa kommen.

Re: Wann lesen

Antwort von Felica am 28.11.2018, 7:07 Uhr

Kind ist Ende August eingeschult worden.

Kann noch nicht lesen, muss es auch nicht. Wichtiger ist das das Interesse dafür da ist. Was passt. gerade erst Elterngespräch gehabt und Lehrer war super zufrieden. Da hier Jahrgangsübergreifendes Lernen, ist es auch egal ob die Kinder jetzt schon lesen oder erst im nächsten Jahr, jedes Kind bestimmt sein eigenes Tempo. Wer schnelle ist, kann den Stoff für Klasse 1 und 2 nach 2 Jahren, wer langsamer nutzt eben die 3 Jahre. Wichtiger ist eher das die KiGa´s sich vorher raus gehalten haben und vor allen die übermotivierten Eltern die meinen das schon vor der Einschulung beibringen zu müssen. bei den allermeisten Kindern wo das der Fall war, gibt es dann in de Schule nämlich Probleme. Nicht selten weil dann falsch gelernte Strukturen wieder durchbrochen werden müssen und die Kinder frustriert sind weil sie ja angeblich es schon können.

Tests werden hier auch die ersten geschrieben. Aber eher in Mathe.

Re: Krass!

Antwort von dana2228 am 28.11.2018, 8:06 Uhr

Also ich finde es auch extrem schrecklich wo die Gesellschaft hin geht!
Kinder sind Kinder! Jeder ist anders.
Hier kann jedes Kind nach seinem Tempo gehen. Und am Ende lesen und rechnen die alle! Aber gut, es wundert mich nicht, das es schon Grundschüler mit burnout gibt.

Re: Wann lesen

Antwort von cube am 28.11.2018, 8:32 Uhr

Wir hatten gerade Sprechtag und ich habe dann auch einfach mal gefragt. Lehrerin ganz klar: jedes Kind hat sein eigenes Tempo u mit genügend Erfahrung könne ein Lehrer ganz genau sagen, ob Kind eben etwas länger braucht oder echte Defizite hat. Ganz klar gemacht hat sie auch: die meisten Eltern haben einfach (und ganz verständlich) keine Vorstellung mehr davon, was für eine Leistung es den Kindern abfordert, Buchstaben richtig zu erkennen, daraus Silben zu bilden und diese dann auch noch flüssig zu verbinden. Viele denken, wenn Kind doch alle Buchstaben erkennt, dann müsse es doch auch lesen können was da steht. Weit gefehlt. Das ist nämlich ein großer Sprung und verlangt eine Parallele Lösung/Bearbeitung verschiedener „Aufgaben“. Auch bei uns (Montessori) sind alle Klassen zusammen und es ist kein Druck da, das irgendein 1.-Klässler bis Tag x lesen können müsse. Aber am Ende können es alle. Die Eltern wären die, die aus Unwissenheit Druck machen und die Kinder damit oft auch vollkommen verwirren.
Dann wird zu Hause geübt, obwohl die Schule gerade etwas ganz anderes macht und die Kinder lernen dadurch oft falsche Sachen. Die Reihenfolge stimmt dann nicht mehr und führt bei den Kids zu Flaschen verknüpfen oder „Erkenntnissen“. Man solle doch einfach mal beim Lehrer fragen - dafür wären sie doch da.

Re: Wann lesen

Antwort von Banu28 am 28.11.2018, 8:52 Uhr

Hallo,

nur kurz vorab: Die Methode Lesen durch Schreiben (Anlauttabelle) wird gerade an vielen Schulen wieder abgeschafft, weil sie schlecht funktioniert. Studien haben gezeigt, dass die Kinder damit später korrekt und gut schreiben lernen als mit der früheren, normalen Fibel-Methode. Die Fibel-Kinder sind nach dem 2. Schuljahr weiter als die Anlaut-Kinder. Erst am Ende des 4. Schuljahrs haben die Anlaut-Kinder die Fibel-Kinder halbwegs eingeholt.

Das heißt: Es ist durchaus eine gute Idee, als Eltern sein Kind etwas zu unterstützen beim Lesen- und Schreibenlernen, weil die schulische Methode vermehrt zu rechtschreib- und leseschwachen Kindern führt (das sage sogar ich als Lehrerin). Es ist daher richtig, dass Du mit Deinem Sohn schon übst, einzelne Wörter zu lesen. Kinder, die viel lesen, sind später meist auch rechtschreibsichere Kinder.

Du musst das natürlich nicht forcieren, wenn er noch nicht soweit ist. Was nämlich fast noch wichtiger ist als das Selbstlesen, ist das VORlesen. Die Experten der Stifung Lesen schlagen vor, täglich zweimal vorzulesen (oder einmal lang), weil dies nachweislich die besten Ergebnisse in der Sprach- und Leseentwicklung zeitigt.

Ich habe meinen Kindern noch bis ins 4. Schuljahr hinein vorgelesen, meist abends. Du kannst dabei hier und da ein Wort auslassen und es Deinen Sohn übernehmen lassen. Anfangs nur ganz wenige Wörter, damit er nicht frustriert ist oder die Geduld verliert. Später dann auch ganze Sätze oder Abschnitte. Ich habe mich ab dem dritten Schuljahr mit meinen Kindern beim Vorlesen schon abgewechselt, sie haben also auch mir ganze Abschnitte vorgelesen. Am besten wechselt man immer an einer besonders spannenden Stelle, damit das Kind wissen will, wie es weiter geht.

LG

Re: Krass!

Antwort von Lola2501 am 28.11.2018, 12:59 Uhr

Generell finde ich die Tendenz auch sehr heftig.

Unser Sohn konnte bei der Einschulung überhaupt nicht lesen - er erkannte nur ein paar Buchstaben, aber auch längst nicht alle. In seiner Klasse konnten viele Kinder zur Einschlung bereits lesen. Das liegt u.a. an den großen Altersabständen in den Klassen - unser Sohn ist 08/2011 geboren, gerade so also ein "Muss-Kind" in Bayern, und geht mit Kindern, die 10/2010 geboren sind, in eine Klasse ... Letztendlich hat er super schnell lesen gelernt, nach den Herbstferien war das Thema durch. Aber ich hatte schon ein wenig Bauchweh zu Beginn, da eben so viele schon lesen konnten.

Im Elternabend vor der Einschulung sagte dann seine zukünftige Lehrerin, dass es für sie ideal ist, wenn die Kinder zur Einschulung eigentlich weder lesen, rechnen, noch schreiben können ... Das hat mich dann schon beruhigt!

Wenn jetzt im Fall der einen Mama aber die Kindergärten einheitlich bereits auf dieses Level vorbereiten (in meinen Augen allerdings auch total verfrüht), wird das mit dem Anschluss in der Schule dann schon hinhauen ...

Re: Krass!

Antwort von dana2228 am 28.11.2018, 13:44 Uhr

Ja meine Tochter ist 09/2010 und ist die jüngste in der Klasse. Das kommt natürlich dazu.
Aber nicht desto trotz erschreckend wenn der Kindergarten zur Schule wird.

Re: Krass!

Antwort von Lola2501 am 28.11.2018, 14:06 Uhr

Da gebe ich dir recht!

Re: Wann lesen

Antwort von Winterkind09 am 28.11.2018, 22:14 Uhr

Meine Tochter kann inzwischen ganz gut Worte zusammenziehen und verstehen. Einige Buchstaben kennt sie aber noch nicht, bzw. verwechselt sie.
Mein größerer Sohn hat in den Weihnachtsferien der ersten Klasse den ersten Band von Harry Potter gelesen...
Ich vermute mal, dass dies einfach eine Interressenfrage ist, der Große liebt Lesen und das, was ihm die Bücher erschließen (manchmal muss man ihm auch nachts Bücher wegnehmen, so besessen ist er davon), meine Tochter ist zwar auch klug, hat aber ganz andere Interessen als ihr Bruder.
LG Winterkind

Re: Wann lesen

Antwort von Winterkind09 am 28.11.2018, 22:18 Uhr

P.S. Hier wird eine Mischlösung praktiziert: die Kinder machen teilweise Übungen mit der Anlauttabelle, es werden aber auch einzelne Buchstben/Worte und Rechtschreibung
geübt.

Re: Krass!

Antwort von SunnyGirl!75 am 28.11.2018, 22:59 Uhr

Es gibt auch "reguläre" Grundschulen wo das nicht so ist! Hat jetzt weder mit Montessori oder Waldorfschule zu tun.
Sowas nenn ich mal nen extremen Sonderfall.

Re: Krass!

Antwort von SunnyGirl!75 am 28.11.2018, 23:02 Uhr

Sollte eigentlich unter dem ersten "Krass!" stehen!

Re: Krass!

Antwort von cube am 29.11.2018, 7:36 Uhr

Ja, da hast du natürlich recht. Ich wollte damit auch nicht alle Regelschulen über einen Kamm scheren. Aber dieser Höhe Druck und das frühe aussieben kommt eben deutlich öfter dort vor als bei anderen Schulformen. Wobei ich betonen möchte, die Montessori- Schule ist eine staatlich anerkannte und unterliegt dem Lehrplan des BL (unsere zumindest, wie die meisten anderen auch). Am Ende muss auch dort alles erreicht sein, was im Lehrplsn steht. Aber die Herangehensweise/Päd. Konzept ist halt anders. Waldorf ist nicht so meins, da für mich zu ideologisch geprägt und da freie Schule, gar nicht dem Lehrplan verpflichtet (Externenprüfung, sonst nur Waldorf-Abschluss).

Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von imwesten am 29.11.2018, 22:05 Uhr

Mal ganz offen gefragt - warum gehen alle davon aus, dass die Kinder bei uns Druck hatten im Kindergarten? Oder jetzt in der Schule.

Das war überhaupt nicht der Fall. Es wird einfach von Beginn an sehr viel Wert auf Sprache gelegt. Da werden schon bei den ganz kleinen Wortspiele gemacht und sauberes Aussprechen von Lauten - auch von Buchstaben - sehr viel mit Liedern oder Reimen. Ziel ist einfach eine saubere und richtige Sprache als Grundlage für die Kommunikation miteinander.

Die Buchstaben können daher alle von den "ABC" - Liedern, Büchern o.ä. schon so um den 4. Geburtstag rum sicher erkennen und lautgetreu aussprechen.

Im Vorschuljahr läuft dann 1 Jahr lang das Würzburger Model - 2 Mal die Woche 30 Minuten. Und da die Kinder einfach durch das viele Singen und Spielen mit der Sprache so fit sind, begreifen fast alle Kinder in dem Vorschuljahr, wie man liest.

Und nein - es ist überhaupt kein Druck. Die Kinder haben dabei riesen Spaß. Niemand wird zum Lesen gezwungen - sie begreifen es einfach so. Aktives beibringen von Lesen findet nicht statt. Es ist ein Selbstbeibringen der Kinder. Und sind mega stolz drauf, wenn sie etwas selber lesen können (z.B. lesen die "Großen" den "Kleinen" den Speiseplan für das Mittagessen vor).

Es ist halt eine sehr gute Sprachförderung im Kindergarten. Und ja - hier im Kindergarten sind alle Kinder aus Familien, die viel vorlesen usw. Vermutlich kommt das noch dazu.

Die Grundschule hat sich darauf eingestellt. Ihr empfindet das als Druck - mein Sohn und seine Freunde finden den Unterricht "baby - einfach" und alle seine Freunde in der Klasse kommen locker mit. Meist sind sie viel zu schnell mit dem Stoff durch und bekommen Zusatzblätter. Da wird nicht gebüffelt o.ä.

Unterschätzt mal nicht, was Kinder alles können, wenn sie Spaß dran haben und es selbst wollen.

Druck herrscht hier wirklich nicht - wir haben trotz staatlicher Grundschule keine Noten bis zum letzten Zeugnis in Klasse 4. Es gibt keine Hausaufgaben in den Klassen 1 - 3 (dafür in Klasse 1 - 2 ingesamt 25 Unterrichtsstunden, wobei 4 Stunden "Wochenplanstunden" - sprich eine Art Hausaufgaben sind. In Klasse 3 - 4 sind es dann 28 Wochenstunden, da Englisch dazukommt).

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von IngeA am 30.11.2018, 6:36 Uhr

Ich glaube schon, dass das auch ohne Druck geht und den Kindern Spaß macht. Jeder Kiga hat halt seine eigenen Schwerpunkte.

Der Kiga meiner beiden jüngeren hatte Sozialkompetenz und Selbständigkeit als Schwerpunkt. Also sehr viel freies Spiel. Die Erzieherinnen waren da auch sehr aufmerksam und haben sehr sensibel eingegriffen bevor etwas aus dem Ruder gelaufen ist.
Was sie in der Vorschule sehr viel gemacht haben war Sport und Spiel in der Gruppe.
Zusammen eine "Brücke" bauen um über den "Fluss" mit den "Krokodilen" zu kommen. Gemeinsam im Garten eine Runde für einen "Parcourlauf" festlegen und sich überlegen welche Routen leichter sind und welche schwerer. Gegenseitig helfen, wenn es einem Kind zu schwer war, sei es durch eine einfachere Route oder durch mentale Unterstützung oder Hilfestellung etc. Also Dinge, die im Turnverein auch oft im allgemeinen Kinderturnen (oder viell. noch mehr im Psychomotorischen Turnen) gemacht werden (nur halt ohne die ganzen Geräte).

Es war kein I-Kiga, aber "schwierige" Kinder haben die Erzieherinnen ohne Probleme in den 3 Jahren integriert, obwohl das kein I-Kiga war.

In der Schule war das "Defizit" in Mathe und Deutsch war anfangs natürlich offensichtlich. Die Lehrerin ist beim ersten Gespräch aus allen Wolken gefallen, dass hinsichtlich geschriebener Buchstaben und Zahlen im Kiga sehr wenig gemacht wurde (Laute hören, zählen und Rechnen im Spiel, mit Bewegung etc. natürlich schon und auch viele kleine wissenschaftliche Experimente). Aber kein "Sprachprogramm" und kein "Matheprogramm". Allerdings sind die Kinder aus diesem Kiga stets durch Disziplin und hervorragendes Sozialverhalten aufgefallen. Und dadurch, dass sie sehr schnell auf- und oft überholt haben.

Und da frage ich mich, wer bei uns welche Aufgaben hat. Unsere Schulen sind nicht auf so intensive "Schulung" im Sozialverhalten ausgelegt, da geht es um theoretischeren Stoff.
Ich finde das nicht gut, aber momentan denke ich: Der Kiga arbeitet am freien Spiel und and den Sozialkompetenzen, Disziplin, Motorik, Interaktionen, die Schule an Deutsch, Mathe und anderen "Lernfächern". In der Schule ist wenig Raum um so intensiv an den Sozialkompetenzen zu arbeiten. Warum soll sich also der Kiga um Schulstoff kümmern obwohl klar ist, dass das Schulsystem kaum Platz hat für "außerschulische" Kompetenzen? Ich fände es wesentlich besser, wenn sowohl im Kiga als auch in der Schule Platz und Zeit für beides wäre, momentan ist da aber noch eine klare Trennung dadurch, dass die Schule Sozialkompetenzen nur als "Nebenprodukt" im Lehrplan aufführt, aber keine Zeit hat aktiv daran zu arbeiten.

Und noch etwas: Ich helfe seit mittlerweile 25 Jahren (mit Pausen) in einer Turngruppe. Was mir und uns allen auffällt: Die Kinder sind es heute nicht mehr gewohnt selbst etwas zu machen. Sie werden überall geleitet, geführt, bespaßt.
Wenn man den Kindern früher gesagt hat: Baut euch einen Geräteparcours auf, gingen die Diskussionen untereinander los und ne viertel Stunde später stand ein Parcours. Genauso dann am Gerät: "Probiert aus, was man alles machen kann".

So eine Anweisung kannst du heute vergessen. Alle blicken ratlos in die Runde und fragen dann nach, was sie machen sollen. Sie überlegen sich nichts untereinander, sie überlegen sich nichts selbst, sie schauen dich groß an und warten auf Anweisungen.
Genau so am Gerät: Da wird nichts selbst ausprobiert. Wenn du nicht sagst: "Gehe rückwärts über den Balken" wird neben dem Balken am Boden geschubst und Blödsinn gemacht (wobei Blödsinn ja wenigstens auch schon eine Form von freier Aktion ist), aber die Kinder sind absolut überfordert mit der Anweisung: "Pobiert aus auf welche Arten man alles auf die andere Seite kommen kann." Früher sind die Kinder dann vorwärts, rückwärts, seitwärts gegangen, gekrabbelt, gesprungen, zu zweit, zu zweit aneinander vorbei etc. Heute kommt da von den Kindern aus NICHTS. Bis du ein neues Kind so weit hast, dass es selbst Ideen einbringt, selbst überlegt und was ausprobiert dauert es Monate.

Ich finde das sehr Schade und ehrlich gesagt auch bedenklich.

LG Inge

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Shanalou am 30.11.2018, 8:13 Uhr

Ich kann dir da nur zustimmen! Sprachförderung im Kiga ist wichtig, aber andere Dinge sind um einiges wichtiger. Es ist völlig egal, ob ein Kind schon im Kiga lesen kann oder erst Anfang der zweiten Klasse. Die motorischen Defizite und auch die in der Sozialkompetenz nehmen immer weiter zu. Hier sehe ich die Hauptaufgabe des Kindergartens. In der Zwischenzeit habe ich das Gefühl, dass Kinder, die noch nie bei einer Ergo, Logo, Physio oder bei irgendeinem Psychologen waren, die absolute Minderheit sind. Und was viele nicht sehen, ist, dass sehr viele "Schulprobleme" auf mangelnde Motorik und Bewegung zurück zu führen sind. Aber glücklicherweise haben wir ja bald, dank des Digitalpaktes, in allen Klassenzimmern Laptops stehen, da wird dann alles besser.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von IngeA am 30.11.2018, 8:15 Uhr

"Die motorischen Defizite und auch die in der Sozialkompetenz nehmen immer weiter zu. Hier sehe ich die Hauptaufgabe des Kindergartens."

Ich sehe das eigentlich auch als Hauptaufgabe der Schule. Aber dafür müsstest du unser komplettes Schulsystem ändern. In den Genuss kommen vielleicht mal unsere Enkel.

LG Inge

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Shanalou am 30.11.2018, 8:53 Uhr

Bei der Sozialkompetenz bin ich dabei, aber die motorischen Defizite gehen eindeutig auf die Kappe der Eltern und den Lebensräumen der Kinder. Hier muss man schon realistisch bleiben. Eltern, die überbehüten oder die Kinder nur vor die Glotze und ähnliches setzen, sind in dem Fall nun mal der Hauptfaktor. Manche leben ja auch in extrem kinderfeindlicher Umgebung, da ist es dann auch schwieriger. Aber Sportvereine gibt es eigentlich überall zu recht günstigen Preisen.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Shanalou am 30.11.2018, 8:55 Uhr

PS.: da ist dann aber auch wieder die Sozialkompetenz gefragt. Denn wenn ein Kind sich unmöglich aufführt, fliegt es eben auch aus Sportgruppen wieder raus oder hat nicht sehr viel Spaß.

Kein Entweder - Oder ...

Antwort von imwesten am 30.11.2018, 9:52 Uhr

Bei uns im Kiga wird sehr viel Wert auf Sprache gelegt. Im Stuhlkreis morgens und zwischendurch bei Liedern oder Vorlesen. Konzept ist aber, dass die Erzieherinnen mit den Kinder keine Babysprache sprechen, sondern ordentliche Sätze. Liebevoll, aber trotzdem ganz normale Sprache.

ABER:

Ansonsten spielen die Kinder den großteil des Vormittags und den nachmittag komplett frei. Sozialkompetenz steht bei einem katholischen Kindergarten sowieso an erster Stelle. Mit meinem Sohn sind 10 Kinder aus unserem Kindergarten in seine Klasse gekommen. Kein einziges ist sozial auffällig - im Gegenteil. Die Gruppe ist super hilfsbereit, achtet auf andere Kinder und interagiert prima.

Wir haben allerdings massive Probleme mit 5 Kindern - die haben in der Sozialentwicklung riesige Defizite (Hauen, Schlagen usw.) und können sich kaum mit Worten ausdrücken. Teilweise sind sie nur eingeschränkt beschulbar (nach 3 Stunden ist Schluss). Sie waren allerdings entweder gar nicht im Kindergarten (Zuzug aus dem Ausland) oder in dem städtischen Kindergarten.

Motorisch sind unsere Kinder auch nicht auffällig. Aber sie waren auch alle schon von klein an im Kinderturnen, in Sportvereinen und - das ist das Wichtigste - sie sind draußen. Vormittags im Kiga beim Spielen im großen Garten und nachmittags auf den Spielplätzen, beim Fahrradfahren, im Freibad usw. Sie bewegen sich den ganzen Tag beim Spielen. Hier lassen die Eltern die Kinder nicht tagsüber fernsehen, PC spielen oder sowas.

Es schließt sich also überhaupt nicht aus, dass der Kindergarten die Kinder sprachlich so stark fördert. Im Gegenteil - das sichere und qualifizierte Sprechen ist die Grundlage. Wer sich ausdrücken kann, kann im Gespräch mit anderen interagieren und sozial zusammen leben.

Aber ja, die Kinder aus unserem Kindergarten leben in "der heilen Welt". Als kirchlicher Kindergarten dürfen sie aussuchen, welche Familien passen und das Konzept mittragen. Daher gibt es im Kindergarten einfach keine Kinder, die nicht sich sozial verhalten können. Und die "besonderen" Kinder (wir haben mehrere Intergartionskinder) werden entsprechend aufgenommen und gehören einfach dazu.

Es geht also wirklich alles - gute Frühförderung im sozialen und motorischen Bereich UND eine gute Vorbereitung auf die Schule. Und das ganze zusammen mit viel Spaß und ohne Druck.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von IngeA am 30.11.2018, 10:02 Uhr

Sicher hängt vieles auch an den Eltern.

Aber wir sind früher nach Kiga/ Schule den ganzen Tag draußen zusammen rumgerannt. Viell. noch 1 bis 2x am Abend Vereinssport oder ein Instrument. Heute sind die meisten Kinder ganztags in der Betreuung. Es gibt Kitas, da gehen die Kinder auch sehr viel raus, aber es gibt auch ganz viele, da ist das "zu viel Aufwand". Oder das Wetter war zu schlecht (ja, da müssen die Eltern auch die passende Kleidung mitgeben), oder es lässt sich im "Terminplan" halt nur eine Stunde unterbringen oder die Eltern motzen wenn sich die Kinder schmutzig machen oder die Putzfrau weil die Kinder so viel Dreck mit reinbringen...

Vereinssport: Ja, den gibt es schon auch noch. Abends. Auch für die ganz Kleinen. Weil nachmittags sind die Kinder in der Betreuung und die Übungsleiter arbeiten. Manche Vereine/ Abteilungen versuchen das Angebot in die Schulen und Kitas zu bringen. Ist oft aber schwierig, weil natürlich da kein Material da ist und da müssten die Einrichtungen mit den Vereinen ja auch Zusammenarbeiten.

Bei den weiterführenden Schulen klappt das oft ganz gut (weil die Kinder dann selbst zur Sporthalle gehen können), es muss aber auch ÜL geben, die da Zeit haben.

Mein Sohn ist jetzt 14. Mit 4 kam er in die "Ballschule". Wie allgemeines Kinderturnen aber mit Schwerpunkt auf Ballsport jeglicher Art. Meine jüngste Tochter kam 2 Jahre später dazu.
Das Angebot war neu und innerhalb von einem halben Jahr waren an 3 Nachmittagen jeweils 2 Trainingszeiten mit jeweils 3 Gruppen. Altersklasse 3-4, 5-6 und drüber. Es gab ewig viele Anmeldungen und dann irgendwann auch Absagen, weil einfach nicht mehr ging.
Und die Stunden waren echt super, engagierte, geschulte Trainer, die auch wussten wie man mit den kleinen Wusels umgeht. Nach 2 Jahren wurde das immer weniger. Erst weniger Gruppen, dann weniger Trainingszeiten, dann weniger Tage. Und nach 5 Jahren gab es keine Ballschule mehr. Warum? Weil sich die Zeiten nicht nach hinten verschieben ließen wegen anderem Vereinssport und schon die Kinder ab 3 fast nur noch ganztags in der Betreuung waren. Um 3 oder 4 Uhr nachmittags brauchst du heute nicht versuchen noch Vereinssport für Kinder anzubieten. Da sind bei uns jetzt die Schulen oder die Senioren in der Halle. Und die Schulen nicht deshalb weil es mehr Sportunterricht gäbe, sondern weil die Schulen größer geworden sind und damit die Kapazitäten vormittags nicht mehr ausreichen.

LG Inge

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von IngeA am 30.11.2018, 10:15 Uhr

Es geht vieles. In den beiden Kindergärten die meine Kinder besucht haben wäre aber auch keine Kindergärtnerin auf die Idee gekommen mit den Kindern Babysprache zu sprechen. Wobei bei den Gruppen mit Kindern unter 3 Jahren die Versuchung natürlich sicher größer ist. U3-Gruppen waren bei uns noch eher unüblich als meine im Kiga waren.

Allerdings kannst du einen Kiga der sich die Rosinen rauspicken kann nicht vergleichen mit einer ganz normalen städtischen Kita, wo alle Kinder aus allen Schichten und Kulturen mit allen möglichen oder unmöglichen Sprachvorkenntnissen reinkommen.

Der Kiga meiner beiden jüngeren war eine ganz normale städtische Kita mit schwierigem Einzugsbereich: gutsituiertes Bildungbürgertum, Kinder aus dem "Arbeiterviertel", sehr viele Kinder mit Migrationshintergrund (die teilweise hervorragend und teilweise gar kein Deutsch sprachen) und sehr viele Flüchtlinge.

Diese Mischung ist doch wesentlich schwieriger zu betreuen als die Kinder im Montessori-Kiga meiner älteren Tochter. Trotzdem war der Kiga wirklich super, hat das hervorragend gemeistert und das, obwohl er nur den ganz normalen Betreuungsschlüssel hatte: 25 Kinder, eine Erzieherin, eine Kinderpflegerin pro Gruppe. Wenn denn niemand krank war.
Aber für Sprach- und Matheprogramme war da kein Raum und war auch nicht notwendig. Weil die Kinder in der Schule trotzdem ohne Probleme Lesen, Schreiben und rechnen gelernt haben.

LG Inge

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Shanalou am 30.11.2018, 10:27 Uhr

Ok. Da hab ich nicht bedacht, dass die meisten Kinder hier nicht in eine Ganztagesbetreuung oder Schule gehen. Die Realität ist in anderen Gegenden wohl eine andere.

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von Shanalou am 30.11.2018, 10:41 Uhr

Also, entweder du hast wirklich das Glück und einen "guten" Jahrgang erwischt oder du hast eine rosarote Brille auf. Meine Kinder gingen auch in einen kirchlichen Kindergarten, der ein sehr gutes Programm hat und wir wohnen in einer heilen Welt Gegend. Aber deshalb gab und gibt es trotzdem sozial auffällige Kinder und motorische Defizite sind weit verbreitet. Ich weiß auch nicht, was ihr für einen Betreuungsschüssel habt, aber der dürfte sich auch in einem katholischen Kindergarten, nach den Richtlinien des Bundeslandes richten. Und ganz ehrlich, ich kann nicht glauben, dass ausgerechnet bei euch, kein Kind tagsüber fernsieht oder ähnliches.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von imwesten am 30.11.2018, 11:30 Uhr

Ganztagbetreuung ist hier die absolute Ausnahme.

Der Kindergarten hat zwar regulär bis 16:00 Uhr auf, Freitags nur bis 14:00 Uhr - aber es gibt nur 2 Kinder, die solange da sind. Und auch diese Kinder sind es nur an 1 - 2 Tagen die Woche.

Alle anderen werden spätestens um 15 Uhr abgeholt. Wir sind 71 Kinder. Die Häfte geht bereits um 12 Uhr. Uns bis auf sehr wenige sind alle bereits um 14 Uhr zuhause.

Da bleibt genug Zeit für Sport, Freunde treffen, Musik o.ä.

Wir wohnen direkt am Wald mit einen großen Spielplatz dabei. Wenn es nicht regnet, trifft man dort so ab 14:30 Uhr immer jede Menge Kinder an. Und die bleiben dann bis der Sport anfängt (hier so ca. 16:30 Uhr) oder sie so gegen 17:00 Uhr heim gehen. Im Sommer verlagert sich das ganze mehr an den See oder das Freibad.

Die Schulbetreuung wird genauso genutzt. So um 14 Uhr gehen die meisten heim. Und kaum ein Kind ist jeden Tag in der Beteuung. Die meisten nur 3 - 4 Tage die Woche. Freitags ist kaum ein Kind da.

Der Betreuungsschlüssel entspricht im Kiga den Landesvorgaben. Pro Gruppe aber zusätzlich immer 1 Jahrespraktikantin im Freiwilligen Sozialen Jahr und dann noch 1 Azubi. Pro Gruppe mit 20 Kindern (mehr sind wir nicht, da in jeder Gruppe ein Intergrationskind ist) sind es 2 feste Erzieherinnen, ein Azubi und eine FSJ - Kraft sowie für das "I - Kind" noch die Intergrationshilfe. Bei den Kleinen bis 3 Jahre sind es nur 12 Kinder in der Gruppe - also quasi ein 1:2 Schlüssel.

ABER: Wir haben noch eine Menge freiwillige Helfer aus der Gemeinde. Da kommt die Leseoma, eine Kustpädagogin in Rente zum Malen und Basteln, eine Sporttrainerin für den Extrasport im letzten Kigajahr, eine Sprach - Heil - Pädagogin zur Unterstützung des Würzburger Modells. Und ein paar früherer Erzieherinnen in Rente (die Mal im Kiga gearbeitet haben), die 1 - 2 Mal die Woche reinkommen und mit den Kindern Extrasachen machen (z.B. spezielles Basteln o.ä.).

Und - auch wenn es hart klingt - wenn es Auffäligkeiten bei einem Kind gibt, werden die Eltern sofort und sehr stark ins Boot geholt. Dann wird sehr schnell das volle Hilfprogramm angefahren (z.B. Es wird z.B. vom Kinderarzt eine Therapie verordnet. Dann arbeitet die Ergotherapeutin, Logopädin. Heilpädagogin mit den Kinder im Kiga - damit die Therapien auch stattfinden und nicht wegen Zeitmangel an Nachmittag ausfallen). Es wird erwartet, dass die Eltern zusammen mit dem Kiga und den Kinderärzten da voll mitmachen und die Angebote wahrnehmen. Und das funktioniert sehr gut.

Ja, vermutlich leben wir hier sehr geschützt. Familien, in denen beide Vollzeit arbeiten, kenne ich nicht. Zumindest ist weder in der Klasse meines Sohnes noch in der Kindergartengruppe meiner Tochter eine solche Familie.

Aber wisst ihr was - ich bin heilfroh, dass wir es hier so gut haben und genieße meine "Heile - Welt - Vorstadt" sehr.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von cube am 30.11.2018, 18:07 Uhr

Das man sein Kind um 12, 13 Uhr oder 15 Uhr abholen kann, muss man sich aber auch leisten können. Ich arbeite nur halbstags, um mein Kind nicht bis 16 Uhr oder länger betreuen lassen zu müssen - aber um 13 Uhr oder gar früher abholen - da könnte ich gar nicht arbeiten - es sei denn, ich würde sehr früh morgens anfangen.
Ja, ich finde die Entwicklung der Ganztagsbetreuung schade, werde sie aber leider nicht mehr umkehren können. Und ich habe das Gefühl, das ist vom Staat auch gar nicht gewollt. Aber eben auch von vielen Eltern selbst nicht. Frau/Mann möchte nicht mehr beruflich kürzer treten oder zurückstecken und dazu kommt gerade für Frauen ja oft der Gedanke "was, wenn wir uns mal trennen" - da kann man dann eben nicht nur ein paar Stunden arbeiten, weil man sonst hinterher eventuell mit nichts da steht.

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von tida am 01.12.2018, 14:27 Uhr

Ich finde was du da schreibst...

Meinen Töchtern wurde nicht permanent vorgelesen,sie konnten garnicht lesen als sie in die Schule gekommen sind und Ausländer sind sie auch noch...und wir Eltern haben auch nicht studiert...und waren nicht von klein auf in hunderten von Kursen...

Trotzdem sind beide in ihren Klassen die besten Leser....

Ich finde dein Schubladendenken....

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Maxikid am 03.12.2018, 10:21 Uhr

Bei uns sind eingentlich fast alle Kinder ab 1 in einer Ganztagsbetreuung, beide Eltern arbeiten. Schulen sind hier auch alle umgewandelt worden in eine Ganztagsform, offen und gebunden. Kurze, Sport finden erst spät am Nachmittag statt....Spielplätze sind hier selten vor 16 Uhr besucht...Die Kinder sind hier aber trotzdem auf einem sehr, sehr hohen schullischem Level, die Kinder müssen abliefern.

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von Maxikid am 03.12.2018, 10:23 Uhr

Unsere kath. Schulen und Kindergärten bringen immer die ganz "netten Früchtchen" hervor....so richtig gemeine Kinder.

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Felica am 03.12.2018, 19:13 Uhr

Genau, alles zu seiner Zeit.

Im Kindergarten sollten die Werte vermittelt werden die in der Schule nicht gelernt werden können. Dafür dann in der Schule das wofür es diese auch gibt, also Mathe, Deutsch, Fremdsprachen usw. Dafür bleiben dort eben oft Dinge wie Sozialverhalten, Bewegung, Beschäftigen, Spielen auf der Strecke.

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von Felica am 03.12.2018, 19:20 Uhr

Man kann aber nicht alles machen. Oder haben bei euch die Kindergartentage 10 Stunden und mehr. Das was für euer spielerisches Lesen lernen an Zeit drauf geht, fehlt woanders.

Kinderturnen, Schwimmen usw schön und gut. bei Eltern die das leisten können, finanziell und zeitlich. bei uns hieße es das ich daheim bleibe und wir auf Staatskosten leben müssten, denn nach Arbeit und KiGa finden hier keine Kinderkurse mehr statt. Vielleicht noch gerade eben am Samstag, dann bleibt aber noch mehr Familienzeit auf der Strecke. Statt also lesen zu lernen sollten die KiGa sowas anbieten wie Kinderturnen, musikalische Früherziehung usw. Damit würden sie dann die perfekten Voraussetzungen für die Schulzeit bieten wo sich die Kinder dann weiter differenzieren können nach eigenen Interessen. Würden dann alle Kinder von profitieren und nicht nur ein paar.

Unser Kind war auch auf so einen Sprachkindergarten, mit halboffenem Konzept. Das nächste wird dort nicht mehr hingehen. Den die Lücken zeigen sich jetzt deutlich in der Schule. Ja, Kind ist sozial super kompetent, hoch intelligent, wurde super gefördert. Konnte aber dank halboffenem Konzept mehr zeit mit spielen wie mit basten und malen verbringen. Rächt sich in der Feinmotorik.

Re: Kein Entweder - Oder ...

Antwort von Felica am 03.12.2018, 19:21 Uhr

Glaube ich auch nicht.

Bewegung nur im Sportverein???

Antwort von Jomol am 05.12.2018, 11:21 Uhr

Dann schon aber auch Kindergarten und Hort. Das soll doch wohl beides nicht nur Aufbewahrung sein bis Mama, die natürlich zu Hause ist und die Bude aufgeräumt hat oder maximal 3-4h am Tag arbeitet und dann die Kinder zur Kinderturngruppe, musikalischen Früherziehung und so weiter kutschiert. Kinderturngruppen gehen hier nahezu alle gegen 2 oder 3 Uhr los. Spätestens halb vier. Wir haben keine Oma hier, die das übernehmen könnte. Ich schaffe es nicht, wenn ich bis um vier arbeiten und dann noch eine Stunde bis nach Hause fahren muß.
Zum Glück haben wir einen tollen städtischen Kindergarten. Die Kinder sind täglich draußen, meist zweimal, gehen ca. alle zwei Wochen in den Wald etc. In der Schule sieht das schon anders aus. Die Schule ist auch gut, aber selbst im Sommer waren die Kinder eher wenig draußen am Nachmittag. Unser Kind fährt da mit dem Fahrrad bzw. jetzt mit der Straßenbahn allein hin, so hat sie zumindest außer im Winter ein bißchen Bewegung an der frischen Luft.
Selbstverständlich bleibt der Fernseher bei uns zu Hause meist aus, die Kinder gucken Sandmann und eine Sachgeschichte aus der Maus pro Tag. Damit sind wir unter der empfohlenen halben Stunde. Wir gehen raus mit den beiden, in die Schwimmhalle, einmal im Jahr ein paar Wochen zum Wassergewöhnungskurs. Aber wenn die den ganzen Tag rumsitzen würden, könnten wir das nicht rausholen.
Wenn man eine Ganztags- Kinderbetreuung anbietet, muß man schon auch darauf achten, daß es eben nicht nur Aufbewahrung ist und die Eltern für eine einigermaßen normale körperliche Entwicklung Klimmzüge machen lassen. Mit einer Stunde Kinderturnen in der Woche ist es nämlich nicht getan.
Grüße,
Jomol

Re: Wann lesen

Antwort von Brummelmama am 06.12.2018, 15:56 Uhr

Einschulung Dezember und zu Weihnachten konnte er leichte Bücher/Sätze lesen. Die Anfangsbücher waren mit Lücken - da war es einfacher. Dann haben wir seine Lieblingsvorlesebücher genommen (klar konnte er diese zum Teil auswendig). Dann habe ich 3 Wörter gelesen und dann er 3 usw. Lesen ist wirklich eine Übungssache. Ich bin eigenlich recht ungeduldig aber beim Lesen war dies anders.....ich kann mich noch an meine erste Geschichte erinner: Der dicke fette Pfannkuchen.....also ja, wir haben regelmäßig geübt und dann hat es irgendwann Klick gemacht. Der Hotzenplotz war übrigens eins seiner Lieblingsbücher und wurde bereits zur 2. Klasse gelesen. Einfach am Ball bleiben und regelmäßig dann klappt das schneller als man glaubt.

Re: Wann lesen

Antwort von Brummelmama am 06.12.2018, 16:00 Uhr

übrigens....hier war es eher der gemütliche Teil, der das Lesen einleitete.....Teller mit Plätzchen oder Kuchen und eine Decke und einkuscheln.....so haben wir das gehandhabt. Ich habe auch einfach mal die Hälfte des Buchs gelesen - wo ist das Problem ? Wichtig ist doch nur, dass die Kids merken, Lesen macht Spaß und ist nicht nur reine Pflichtübung und wenn man jeden Tag 15 Minuten wie bei der Gute Nacht Geschichte liest, dann ist das wirklich nicht schlimm.....

Re: Warum gehen denn alle von Druck aus???

Antwort von Brummelmama am 06.12.2018, 16:09 Uhr

ich finds eigentlich ganz gut, wenn der Kindergarten nicht nur auf basteln seinen Schwerpunkt legt.....meiner musste im letzten Kindergartenjahr 10 x Kronen basteln....und hatte dementsprechend keine Lust mehr....der andere Kindergarten einer Freunding hat auf den Treppenstufen das ABC gehabt....da sind die Kinder dann laut die Stufen rauf und runter gerannt und dort kam extra eine Musiklehrerin die den Kindern spielerisch die Noten beibrachte...alles besser als sinnloses basteln...hier ist man von der freien Platzwahl eines Kindergartens abhängig gewesen und konnte froh sein, wenn man einen Platz bekam - nicht ganz unwichtig für die arbeitendene Bevölkerung.

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