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Schulranzen & Co - alles für den Schulstart
1. Schuljahr - Elternforum 1. Schuljahr - Elternforum
Geschrieben von Bonnie am 31.10.2005, 18:03 Uhr zurück

Re: Mein Kind soll zum Psychiater

Hallo Kerstin,

Eure Schulärztin überzeugt mich nicht. Vielleicht wollte sie auch nur ihrer Assistentin (die noch lernen soll) mal vormachen, was man so alles diagnostizieren kann und sich damit ein bissel hervortun.

Ein Freund von uns ist Arzt, und er sagt immer, es gebe leider viel, viel mehr schlechte Ärzte als gute. Und auch meine Erfahrung zeigt, dass man nicht immer automatisch jede Diagnostik auch wirklich mitnehmen muss, die ein Arzt vorschlägt. Der gesunde Menschenverstand ist die letzte und wichtigste Instanz. Und wenn Euch Euer Gefühl sagt, dass mit Eurer Kleinen alles in Ordnung ist, dann erspart ihr den Psychiater. Wenn der nur lange genug bohrt, findet er sicher bei jedem Kind irgendwas, was ihm auffällt und was theoretisch förderungswürdig wäre. Diese Verunsicherung würde ich mir und dem Kind ersparen.

Ihr als Eltern könnt wesentlich besser beurteilen, ob Eure Tochter im Alltag irgendwie auffällt, also z.B. tatsächlich (über das normale Maß hinausgehende) Konzentrationsstörungen hat. Die Schulärztin bekommt nur ein kurzes Schlaglicht auf ein Kind. Bei sehr vielen Kindern in unserem Bekanntenkreis lag der Schularzt in seiner Einschätzung total daneben. So wurde ein introvertierter, ruhiger und zurückhaltender Junge als lauter "Zappelphilipp" eingestuft, weil er bei der Untersuchung aufgeregt war. Umgekehrt wurden viele Kinder, die WIRKLICH dysgrammatisch waren, problemlos für schulreif erklärt (Nachbarjunge von uns sagte mit sechs Jahren z.B.: Ich gebe die Mutter das Bild).

Ein Kompromiss, mit dem Ihr gut leben könntet, wäre vielleicht eine Untersuchung zu einem späteren Zeitpunkt, z.B. wenn Eure Tochter sechseinhalb ist. In diesem Alter verändern sich Schulreife und Konzentrationsfähigkeit oft inh. von Monaten.

Ich habe bei meinen Kindern auch nicht immer jede empfohlene Diagnostik bis zum bitteren Ende mitgemacht. Mein Mann und ich wir haben immer erst gemeinsam überlegt, ob das wirklich sein muss. Und wir hatten, wenn wir uns dagegen entschieden hatten, im Nachhinein immer Recht (z.B. bestätigt durch zweite Meinung eines anderen Arztes, der unsere Ansicht teilte).

Liebe Grüße und lasst Euch in Eurer persönlichen Einschätzung nicht verunsichern, huh?

Bonnie

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