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Geschrieben von crisgon am 19.12.2008, 14:07 Uhr

Hochbegabt? Überperftionistisch?

Hallo!
Wir haben ein Problem mit unserem Sohn. Er ist jetzt in November 6 geworden und geht in die 1. Klasse (wurde als Kann-Kind eingeschult, wir leben in NRW). Er ist sehr intelligent, kann fließend lesen, schreiben (Druck- und Schreibschrift), rechnet ohne Probleme im 100er Bereich. Er hat eine sehr nette Lehrerin erwischt, die ihn sehr fördert und ihn Zusatzaufgaben anbietet. Das Problem - er fängt an im Unterricht zu stören. Eigentlich sollte er keine Langeweile haben, denn er bekommt ja Zusatzaufgaben. Aber er ist so extrem perfektionistisch, dass er diese Zusatzaufgaben nicht machen möchte, weil er sie ja nicht so beherrscht wie das normale 1-Klasse Zeug. Er ist extrem ehrgeizig, und steht sich damit selber im Weg. Auch sozial hat er seine Problemchen, kann nicht verlieren, reagiert manchmal aggressiv wenn die Sachen nicht so laufen wie er sich die vorstellt. Wir haben ihn nie testen lassen, weiß auch nicht ob wir das überhaupt machen sollen.
Wie können wir diesem Kind helfen? Er steckt jetzt in eine Blockade, ist unzufrieden weil das eine langweilig ist, das andere kann er noch nicht so perfekt.
Hat jemand Erfahrungen damit?
LG
cristina

 
6 Antworten:

Re: Hochbegabt? Überperftionistisch?

Antwort von SCF am 19.12.2008, 14:36 Uhr

Wieso habt ihr ihn dann überhaupt in die Schule gegeben, wenn er emotional noch nicht so weit ist.....?
Sorry, ich bin da keine Hilfe.
Wir haben unseren Sohn als Kann-Kind bewußt später eingeschult und fahren damit super.

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Re: Hochbegabt? Überperftionistisch?

Antwort von GabiK am 19.12.2008, 21:22 Uhr

Deine Aussage finde ich ziemlich vermessen: emotional noch nicht so weit!

Ich glaube ganz und gar nicht, dass er emotional noch nicht so weit ist. Die ganze für ihn unbefriedigende Situation in der Schule - langweilig und ZUSATZ-Aufgaben (warum soll er mehr als andere machen?) lassen ihn so unausgeglichen werden!

Christina, ihr solltet unbedingt das Gespräch mit der Lehrerin suchen. Zusatzaufgaben allein für ihn sind völlig falsch. Die Lehrerin muss ihren gesamten Unterricht anders aufbauen und auch andere leistungsstarke Kinder gemeinsam mit deinem Sohn fördern. Das ist mit etwas Aufwand für die Lehrerin verbunden, aber hilft!

Warum ich das weiß? Weil ich zuhause ganz genau so ein Exemplar an Schulkind habe und seitdem er eine neue Lehrerin hat, die ihn nicht mehr besonders behandelt, sondern für alle Kinder den Unterricht differenzierter gestaltet, hat sich die Lage ungemein entspannt! Mein Sohn bemerkt manchmal gar nicht, dass er mehr als andere macht (weil eben andere schnelle Kinder ebenso Zusatz- oder schwierige Aufgaben bekommen).

Bei dem Problem Perfektionismus hilft nur immer gut zureden, dass es überhaupt nichts schlechtes ist, eine Sache üben zu müssen.

Vielleicht war es bei uns der Klavierunterricht oder vielleicht auch nur die Zeit ("bis zur Hochzeit haben es alle gelernt"), dass es langsam besser wird und er auch mal den Ergeiz entwickelt, etwas Schwieriges anzugehen und dafür zu üben. Aber Wutanfälle sind immer noch dabei. :-(

Gabi

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Re: Hochbegabt? Überperftionistisch?

Antwort von eva+kids am 20.12.2008, 23:41 Uhr

hi,
wir haben so einen ähnlichen hier (bis auf die Aggression, bei ihm ist es Blödsinn machen und kein Maß finden).

Wir haben hier halt so Baustellen wie:
ordentlich sitzen, nicht schwätzen, zuhören auch wenn langweilig, mehr in der Masse schwimmen....
ich versuche schulangepaßtes Verhalten zu belohnen, bei schulunangepassten Verhalten gibt es Sanktionen.
Er hat Kärtchen mit erwünschtem Verhalten dabei;
wenn er was gut gemacht hat, gibt ihm die Lehrerin am Ende des Tages ein Sternchen, die werden am Wochenende gesammelt und es gibt eine kleine Belohnung (Chipstüte, Was-Was-Vorlesen etc..).

Mein Sohn merkt bei seinen Höhenflügen oft nämlcih gar nicht, dass er sich selbst komplett in`s Aus schießt...
ihm muß beigebracht werden, wie er sich in der Scule zu verhalten hat.....

Das wichtigste ist ja nicht, dass er den Erstklass-Stoff lernt zu beherrschen, denn das kann er ja schon (also Deiner und meiner) - es geht darum zu lernen das Wissen in schulgeeignete Form zu bringen UND dass nicht immer alles nach ihrem Kopf geht UND dass andere Kinder auch ein Recht auf ihr Tempo haben.
Zusatzaufgaben alleine sind es nicht.

eva

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Re: Hochbegabt? Überperftionistisch?

Antwort von Graupapagei3 am 22.12.2008, 6:29 Uhr

Ich bin der Meinung, dass ein Kind Frustrationstoleranz am besten im Freizeitbereich lernt z.B. beim Sport. Instrumentalunterricht kann helfen übertriebenen Perfektionismus abzubauen.

Zusatzaufgaben machen ein Kind schnell zum Außenseiter. Bei meinem Großen führte das Versorgen mit Zusatzaufgaben auf direktem Weg zum Sprung.

Besser ist es , wenn ein Lehrer seinen ganzen Unterricht differenziert aufbaut und alle leistungsstärkeren Kinder einbezieht. Dann hat auch Dein Sohn nicht mehr das Gefühl , er mache Zusatzaufgaben, sondern die anderen Aufgaben sind eben das normale Pensum für bestimmte Schüler.

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Re: Vielleicht...

Antwort von Bonnie am 22.12.2008, 20:46 Uhr

Hallo,

Dein Sohn ist sicher sehr klug. Ob er auch hochbegabt ist, würde ein Test ergeben. Wichtiger scheint es mir aber zu sein, ihm SOFORT zu helfen.
Perfektionismus, also ein zu hoher Selbstanspruch, wird ja oft von uns Eltern ausgelöst. Weil wir unabsichtlich das Leistungsdenken beim Kind fördern, indem wir es vor allem dafür loben, was es alles schon kann. Nicht aber für Dinge, die nichts mit Leistung zu tun haben (also z.B. für Teilen-Können, für das Trösten eines anderen Kindes, für eine ungern gemachte Entschuldigung bei jemand anderem, für eine tolle Spiel-Idee, für eine Lösung zu einem kleinen organisatorischen Problem in der Familie etc.). Für ein perfektionistisch veranlagtes Kind ist es aber sehr wichtig, dass es fühlt: "Ich werde von meinen Eltern geliebt, einfach, weil ich da bin. Nicht, weil ich schon Vieles kann." Leistung und Liebe sollten für ein Kind nicht zusammengehören.

Ich fände es außerdem wichtig, dass Euer Kleiner außerhalb der Schule ein Hobby hat, wo er Teamgeist, Fairness, Verlieren-Können lernt, und zugleich Anerkennung für nicht-intellektuelle Fähigkeiten bekommt. Hier gibt's nix Idealeres als einen Sportverein. Heute werden dort neben Fußball wirklich tolle Sachen angeboten (Taekwon-Do, Modern Dance, Trampolin-Springen etc.). Fragt doch mal nach und geht mit Eurem Kleinen schnuppern, falls er noch nichts Derartiges macht. Auch kann er sich dort körperlich ausagieren, für ungeduldige Schulneulinge, die leicht aggressiv werden, ganz wichtig!

Wegen seiner Unzufriedenheit im Unterricht und des Störens: Ich glaube nicht, dass er sich langweilt. Ich denke eher, er ist zwar intellektuell schon sehr weit, aber nicht emotional. Für ihn ist es noch eine große Herausforderung, sich in die Klassengemeinschaft einzufinden, sich zu konzentrieren, still zu sitzen, die Regeln, die Unterricht erst ermöglichen, schon zu befolgen etc. Er ist halt noch sehr jung.

Frag' ihn doch mal selbst, was er in solchen Situationen fühlt (nicht, warum er das macht!). Bei meinen Kindern hilft es, abends als Einschlafritual nochmal über das schönste und das blödeste Ereignis des Tages zu sprechen. Erst erzähle ich mein schönstes und unangenehmstes Erlebnis, und dann die Kinder. Ich staune oft sehr, was da so zutage kommt. Es kann einige Zeit dauern, bevor etwas Greifbares kommt, weil ein Kind erst lernen muss, Gefühle zu benennen. Aber es wird etwas kommen, ganz sicher. Und dann gilt es zuzuhören und keine fertigen Vorschläge aufzustülpen. Sondern zu fragen: Hm, was könntest Du denn in so einer Situation machen, lass uns mal überlegen, was meinst Du?

Langer Rede kurzer Sinn - mein Rat wären drei Dinge:

- betont und bewusst täglich Dinge loben, die nix mit Leistung zu tun haben (mach' ich auch bei den Kindern, sehr wichtig!)

- Integration in eine Mannschaftsportart (o.a. einen Chor)

- Abendritual, bei dem über das schönste und blödeste Ereignis des Tages gesprochen wird, und wie sich das angefühlt hat

Grüßle,

B.

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Re: Hochbegabt? Überperftionistisch?

Antwort von joy-for-good am 30.12.2008, 13:46 Uhr

Ich finde die bereits gemachten Vorschlägt gut und ihr solltest versuchen sie umzusetzen, in Zusammenarbeit mit der Lehrkraft.

wenn nichts hilft, dann nehmt die Hilfe eines Psychologen in Anspruch.

Was ich aber ganz enorm wichtig finde, ist zudem, dass dein Kind lernt zu lernen. Dies macht er ja erst, wenn er sich mit schwierigen Aufgaben auseinandersetzt und keine Angst vor Misserfogen hat. Ansonsten könnte er Gefahr laufen, dass er auf weiterführenden Schulen nicht zurecht zu kommen, da er dort lernen muss, denn nicht alles ist immer logisch.

Lg und viel Glück weiterhin.
Ein begabtes Kind ist nicht immer ein Segen, denn es bedeutet Arbeit.

Ps: ich denke, er ist Hochbegabt, er zeigt alle Anzeichen. Ob ihr ihn testen lassen wollt, müsst ihr entscheiden.

Lg

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