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Geschrieben von Priscilla am 25.05.2003, 22:38 Uhr

1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Hallo, liebe Leute,
zwangsweise war ich eine Zeit lang pC abstinent (wg. Renovierung).
Nun freue ich mich aufs Surfen, habe aber auch ein nicht so angenehmes Anliegen.
Unser gerade 7 gewordener Sohn soll lt. letztem Gespräch mit der Klassenlehrerin die 1. kLasse wiederholen.
Wir haben ihm erst mal Aufholzeit gegeben wg. der neuen Brille. Aber er kann noch immer nicht lesen und rechnen geht nur "vorwärts" also das Addieren klappt sogar bis 20 aber mit zählbaren Hilfsmitteln. Zerlegungen über den 10er-Schritt und andere eher abstrakte Matheaufgaben schafft er nicht. Er ist erzlangsam. In den Kontrollen hat er Ergebnisse, die einer 5 oder gar 6 entsprechen würden.
Am Sehen liegt es nicht, das wissen wir.
Wir haben hier daheim alles mögliche probiert, um ihm das Zusammenziehen von Buchstaben zu Silben und dann ganzen Wörtern nahezubringen. Er kann einzelne Buchstaben lesen, aber er muß sich jedes Wort stets komplett neu erschließen, es bildet sich kein visueller Abdruck davon. Z.B. "male" kommt ständig vor. Jedes Mal habe ich den Eindruck, daß er es für ein komplett neues Wort hält.
Reli und Sachunterricht mag er, Musik auch. Aber auch in diesen Fächern merkt er sich nicht wirklich alles, er kann die Inhalte der Stunden nicht wiedergeben.
Bei Sport zieht er sich ewig an und um. Also wie vor einiger Zeit schon gepostet, "habe" ich ihn erst seit er drei ist. Kann es sein, daß er geistig etwas benachteiligt ist?
Das Binden von Schleifen haut nicht hin, naja es gibt ja KLettverschlüsse.
Motorisch hat er im Groben und Feinen Probleme. Er wirkt sehr sehnig und sportlich, aber er ist total steif.
Er hat Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten und sich auf einzelne Körperteile zu konzentrieren.
Das Kinderturnen mit einer sehr kundigen Teamleiterein brachte ihm etwas bessere Koordination, aber sämtlich anderen Probleme verschwinden nicht.
In der Klasse fühlt sich unser JUnge nicht wohl unter den Kindern, die Lehrerein mag er aber.
Sein Selbstbewußtsein war noch nie das stärkste, aber mit dem Halt, den wir ihm geben, konnte vieles verbessert werden, dennoch hat er bei Kritik der Lehrerin sofort Wasser in den Augen .
Vom Alter her fände ich es nicht schlimm, wenn er nochmals die Klasse durchmachen würde.
Nur was, wenn er doch nichts dazulernt oder vertieft bzw. festigt?
Was wird dann mit ihm?
Wir haben noch kleiner KInder, eines davon 4 1/2 und es ist inzwischen sehr augenscheinlich, daß sie ihm in vielem ebenbürtig ist, bzw. ihn sogar noch überrundet . Z.B. sprachlich oder motorisch und auch gedanklich, sie "erzieht" ihn manchmal ganz unbewußt und trägt es mit Fassung, daß er etwas langsamer ist. Aber sie weiß natürlich nichts von seinen Problemen, wir sind ja keine "Petzer" :-), Fairness muß sein.
Er vergißt, wo seine Schreibsachen sind, verliert ständig Stifte und Radiergummis, alle Blätter und Ordner sind total verknüllt.
Irgendwie nimmt er das Leben ganz anders wahr als wir.
Über seine ersten drei Jahre weiß ich leider zu wenig. Seine leibl. Mutter hat ihn nicht geschlagen, aber wohl nicht angenommen, er wurde ins Bett gestopft und Schnulli drauf, er sollte nur ruhig sein. Ich weiß nur, daß er per Kaiserschnitt geboren wurde, er normal war, die Mutter allerdings während der SSchaft geraucht hat. Das gelbe Heft ist angeblich bahanden gekommen, bei welchen Ärzten er vielleicht war, konnte niemand in Erfahrung bringen.Bei uns erlernte er dann das Sprechen. Im Kindergarten fiel er nicht auf. Mit dem Sprechen hapert es auch ein wenig, allerdings wurde er von Kindergarten, Schule und Gesundheitsamt als schulreif anerkannt.
Mit sozialen KOntakten hat er Probleme, er hat keine Schulfreundschaft. In einen Verein außer ins Kleinkinderturnen mag er nicht und er geht auch nirgends alleine hin, nur wenn die Kleineren auch oder eines davon auch dabei ist.
Ich mache mir solche Sorgen, unsere Welt ist doch so schnell und er so langsam.
Was soll ich untersuchen lassen?
Soll man Tests machen und welche?
In der Schule wird das alles auf die leichte Schulter genommen, da kennt sich niemnad aus, der Kinderarzt ist auch nicht der rechte Ansprechpartner.
Wie kann man ihn noch fördern?
Mein Gefühl sagt mir, daß eine kleine Klasse bestimmt gut für ihn wäre. Nur, wo gibt es das? Und eine Privatschule ist nichts für unser Budget.
Oder spinne ich und er ist halt einfach ein Spätentwickler?
Prissi
heute mit hängendem Kopf

 
7 Antworten:

Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von Erdbärin am 25.05.2003, 23:13 Uhr

Hallo, Priscilla. Ich weiß nicht, ob es eine solche Fördermöglichkeit bei euch gibt, aber ich habe vor einiger Zeit einen Beitrag an like geschrieben, aus dem ich hier mal etwas her kopiere:

'Ich bin von der Kiga-Leitung auf eine 'sozialpädagogische Förderung im gemeinsamen Unterricht' aufmerksam gemacht worden. Eine zusätzliche Lehrerin kam 2 x pro Woche in den Unterricht. Ab Februar wird diese Förderung für uns eingestellt, da sich alles bei uns normalisiert hat.

Beantragt werden mußte das Ganze spätestens Mitte Februar beim Schulamt. Ich weiß nicht, ob es diese Art der Förderung auch in anderen Bundesländern gibt, komme selbst aus NRW. Bevor das alles genehmigt wird, werden einige Tests (auch IQ-Test) und Beobachtungen durchgeführt, ebenso ein Elterngespräch im privaten Bereich.'

Vielleicht kannst Du über das Schulamt/Schule für Erziehungshilfe (hört sich schlimm an, aber von der Schule f. E. wurde diese Pädagogin für die jeweiligen Stunden praktisch in den Außendienst geschickt).

Ich glaube im übrigen nicht, daß Du Dir das Ganze einbildest.

Liebe Grüße,
die Erdbärin

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von Oda am 26.05.2003, 0:03 Uhr

Hallo, Priscilla

ich weiß ja nicht, aus welchem Ort ihr kommt, aber in den meisten großen Städten gibt es ein sozialpädiatrisches Zentrum - in Hamburg z.B. sogar mehrere, unter anderem das Zentrum bzw. Institut für Kindesentwicklung - das auf die Begutachtung kindlicher Entwicklungszustände spezialisiert ist und gegebenenfalls auch Therapien anbietet oder zumindest vermittelt. Erkundige dich doch mal, ob es ein solches Zentrum auch bei Euch oder in der nächstgelegenen Großstadt gibt. Das würde euch bestimmt weiterhelfen.
Hast du deine Frage schon mal im Expertenforum bei Dr.Posth gestellt? Vielleicht kann er dir sogar sagen, ob bzw. wo ein solches Zentrum bei euch in der Nähe ist.

Alles Gute und liebe Grüße

Oda

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von monika 77 am 26.05.2003, 12:44 Uhr

Hallo,
was mir so durch den Kopf ging ist: Meinst du oder die Lehrerin ob eine Wiederholung was bringt? So schlimm ist es vielleicht doch nicht, er wurde ja als "schulreif" eingestuft.
Wegen den kleinen Klassen: In Sonderschulen gibt es doch kleine Klassen. Der Sohn ( 9) einer Freundin ist in einer Sonderschule, weil er auch langsamer ist. Sie sind dort bis zu 10 Kinder und es kann dort besser auf ihn eingegangen werden. Sie ist sich aber auch sicher, das er nie mit den anderen mithalten kann und auch auf der Sonderschule bleiben wird.
Wahrscheinlich ist es doch am sinnvollsten, ihn erstmal wiederholen zu lassen und Beratungsstellen aufzusuchen.

lg monika

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von like am 26.05.2003, 13:31 Uhr

Oh je, ich kann dich so gut verstehen - es tut einem so weh, wenn das eigene Kind sich so schwer tut und man nöchte so gerne helfen, fördern...
Ich kann Dir nicht sehr viele Tips geben, nur soviel: Vielleicht probierst du es mal mit Psychomotorik wegen der motorischen und Gleichgewichtsprobleme - und daheim viel üben in der Richtung. Ganz isteressante Übungen hab ich in diesem Buch gefunden: http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3332013041/qid%3D1053948549/302-4024535-2135212
Und dann solltest Du austesten lassen, an was es evtl. am meisten hapert und daran ansetzen - logisches Denken, optische Behaltensfähigkeit etc. Wo man das machen kann, weiß ich auch nicht so genau. Übungsprogramme und ganz interessante Info´s hab ich hier schon gefunden - gibt es aber auch andere Web-Seiten, die hilfreiche Tips geben: http://www.sindelar.at/tls-cd/index.html
Vom geistigen her: gibt ihm das Wiederholungsjahr - es ist einfacher für ihn, Kontakte in einer 1. Klasse zu knüpfen, die sich alle noch nicht kennen, als in einer späteren Klasse zu wiederholen - da sind die Gruppen schon so festgefahren, dass er nicht mehr so gut reinkommt. Vielleicht findet er unter den neuen 1.-Klässlern einen Freund, der ihn evtl. auch leistungsmäßig etwas mitziehen kann.
Na ja, und dann noch ein paar Gedanken: mit einem Elternhaus, das Schwächen und auch mal Versagen auffängt, wird dein Sohn irgendwie seinen Platz in der Gesellschaft finden, auch ohne höheren Schulabschluss. Das ist nicht alles, um zu einem frohen, lebensbejahenden Menschen zu werden, der sein Leben in die eigenen Hände nimmt. Leider ist unsere Gesellschaft so sehr auf Leistung eingestellt, da fällt es schwer, nicht mithalten zu können, aber es gibt auch hier immer einen Weg.

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von Angie+Jarno am 28.05.2003, 17:27 Uhr

Ich bin schon der Ansicht, daß ein Kinderarzt ein geeigneter Ansprechpartner ist (mein Kiärztin wäre es jedenfalls). Aber sicherlich könnte Dir der Kinderarzt eine Adresse geben an die Du Dich wenden könntest zwecks einer eingehenden Untersuchung oder Beobachtung Deines Sohnes.
Andererseits finde ich es schon merkwürdig, daß die Lehrkraft Dich nicht angesprochen hat resp. das diese "Störungen" im Kindergarten nicht schon aufgefallen sind.

Das Gesundheitsamt in Deiner Stadt wird Dir sicherlich auch eine Stelle nennen können, die hilfreich ist.

Alles Gute - Angie

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von lucy&timon am 29.05.2003, 21:20 Uhr

Hallo!
Du hast alles sehr differenziert dargestellt und daher glaube ich sagen zu können, daß es mit einer reinen Wiederholung nicht getan sein wird. Diese würde ich aber trotzdem für einen ersten Schritt halten. Ich begreife nicht, warum er im Kindergarten nicht aufgefallen ist. Es hätten viel früher Fördermaßnahmen stattfinden können. Aber es ist nie zu spät.

Natürlich spilet seine Lebensgeschichte eine wesentliche Rolle, schdae daß Du nicht mehr weißt. Aber FAkt ist, daß in den ersten drei Lebensjahren die Fundamente für später gelegt werden. Der Großteil der Nervenbahnen bahnt sich an, die einzelnen Wahrnehmungsbereiche bilden sich aus und vernetzem sich. Es ist also ein Warnhinweis, wenn ein Kind in dem Alter keine Schleife binden kann. Die Hand-Auge Koordination ist gestört. Ich vermute bei ihm, daß aber die basalen Wahrnehmungsbereiche gestört sind (taktil also Hautsinn, Vestibulär also Gleichgewicht). Aber nur wenn diese Sinne gut ausgebildet sind können sich die andern gut ausbilden. Ein Kind mit Problemen im taktilen Bereich wird zwangsläufig Probleme im Sehen haben! Das Kind gehört in therapeutische Hilfe, welche ist eine andere Frage (Krankengymnastik zur Anbahnung von Nervenbahnen, Ergotherapie zum NAchhpolen verpasster Entwicklungsstufen, mal sehr platt ausgedrückt). Und Ansprechpartner sollte der Kinderarzt sein! Aber so viele Ärzte sagen: Das wächst sich aus! Und das ist FALSCH! Wenn die Entwicklungen der Basalwahrnehmungsbereiche das Fundament bilden, dann andert sich das nicht, die Probleme verlagern sich höchstens. Ein Haus mit wacklicken Fundament steht auch nicht besser wenn das Dach drauf ist! Suche Dir einen anderen Arzt!
Dein Kind hat wahrscheinlich einen zu hohen Muskeltonus. Auch das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Du kannst das so differenziert und gut beschreiben ich bin sicher Du findest Mitstreiter (Mediziner). Aber so viele Ärzte verschließen die Augen davor. Ich weiß wovon ich rede...

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Re: 1. Klasse wiederholen, geistige und motorische Probleme

Antwort von suermel am 03.06.2003, 20:55 Uhr

wurden bei JHm schon mal die Ohren
kontrolliert? könnte auch sein das er schelcht hört!
Lg silvia

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