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1. Schuljahr - Elternforum

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Geschrieben von Foreignmother am 18.03.2009, 16:24 Uhr

@ die Lehrerinnen: Mengenlehre - Logische Bloecke

Hallo,

gibt es eigentlich heute noch diese Mengenlehre-Uebungen, die wir frueher zu meiner Schulzeit mit Logischen Bloecken (vier Formen in drei Farben und zwei Groessen und Dicken) gemacht haben, um Teilmengen, Schnittmengen, etc. zu lernen?

Bei meinem Sohn scheint das gar nicht unterrichtet zu werden und ich finde das eigentlich sehr schade.

Vielen Dank im voraus!

FM

 
26 Antworten:

Re: @ die Lehrerinnen: Mengenlehre - Logische Bloecke

Antwort von Miolilo am 18.03.2009, 17:33 Uhr

Mengenlehre in dem Sinn gibt es nicht mehr.

Zum Glück wie ich finde, denn ob nun das kleine rote Quadrat in der Schnittmenge von allen roten und allen Quadraten ist, bringt einen nicht so wirklich weiter.

Geometrie auf unterschiedlichen Wegen hingegen wird recht ausführlich (immer mal wieder in kleineren "Häppchen") gemacht.

Mio

Re: @Foreignmother

Antwort von montpelle am 18.03.2009, 18:30 Uhr

"Bei meinem Sohn scheint das gar nicht unterrichtet zu werden und ich finde das eigentlich sehr schade."

Warum findest du es schade ?

Es ist nicht zum Spaß aus den Lehrplänen verbannt .... schon lange !

Re: @Foreignmother

Antwort von Foreignmother am 18.03.2009, 19:29 Uhr

Ich finde es schade, weil es mir immer Spass gemacht hat und weil ich denke, dass es mir beim logischen Denken hilft. (Geschmaecker sind halt verschieden.

Begründung?

Antwort von MM am 18.03.2009, 22:22 Uhr

"Es ist nicht zum Spass aus den Lehrplänen verbannt" - OK, aber was konkret sind die Gründe? Ich habe das gar nicht mitbekommen, die Schule ist bei mir schon recht lang her ;-) und unser Grosser geht erst 2010...
Danke für "Aufklärung" :-)!
M.

Re: @ die Lehrerinnen: Mengenlehre - Logische Bloecke

Antwort von Annas Truppe am 19.03.2009, 0:33 Uhr

Hallo,

keine Lehrerin, aber ein ebenfalls damaliges Mengenlehre-Versuchskaninchen; Grundschulzeit in den 70ern.
Ich erinner mich sehr gut, dass ich damals Mengenlehre phantastisch fand (Mutter nicht, Hilfe konnte es daher nicht geben ;-). Ob es auf die Mengenlehre zurückzuführen ist, dass mir bis heute Logik größtes Vergnügen bereitet - beruflich und privat -, kann man nicht sicher sagen.

Sicher ist aber, dass meine mathematisch nicht unbegabten Kinder von jahrelangen, weitgehend monotonen Rechenübungen nach dem Muster Einstern so gelangweilt sind, dass es mühsam ist, sie für die Allgegenwart der Mathematik im Alltag und insbesondere logische Betrachtungen zu begeistern.

Meine 4 älteren Kinder konnten vor Schulbeginn mühelos bis 10 und mit ein wenig Nachdenken bis 20 Plus- und Minusrechnen (halte ich für durchschnittlich). Im Laufe des ersten Schuljahres haben sie diese Rechenfertigkeit erst verlernt, um sie dann bis zum Ende des Schuljahres langsam und mühsam wieder zu erlernen. Da hätte es kaum geschadet und wäre die eine oder andere Lücke gewesen, sich zwischendurch mal zu überlegen, wie sich ein kleines, dünnes, rotes Dreieck zur gesuchten Schnittmenge aller roten, kleinen Teile verhält.

Anders nochmals : Meine Kinder müssen sich - jedenfalls Klasse 1 und 2 - fast ununterbrochen mit nackten Zahlen befassen und ein und dieselbe Rechnung x-Mal wiederholen. Dabei bleibt jeder Ansatz von Faszination für Zahlen auf der Strecke.
9 - 6 = 3 ist simpel und weiß nach der 2. Wiederholung jeder. Wo aber bleibt die Erklärung des eigentlichen Witzes der Rechnung ? Dass dann eben auch 9 - 3 = 6 und 3 + 6 = 9 ist/sein muss, hat meines Wissens noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern nahe- und beizubringen. Lieber 2 Seiten aus dem spaßverderbenden Einsternheft ....

Die wissenschaftliche Untersuchung zum Misserfolg der Mengenlehre würde auch mich brennend interessieren ! Wer sie kennt - wenn's sie denn gibt - bitte Link. Schlimmer als mit dem heutigen nackten Zahlenmaterial kann es kaum gewesen sein.

Ob/Was das jetzt mit Mengenlehre zu tun hat ...
Meinen andauernden Frust über diese Unterrichtsmethode in Mathematik konnte ich aber einmal loswerden...

Gruß Anna

Re: @Annas Truppe

Antwort von montpelle am 19.03.2009, 7:02 Uhr

"Dass dann eben auch 9 - 3 = 6 und 3 + 6 = 9 ist/sein muss, hat meines Wissens noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern nahe- und beizubringen."

Das glaube ich dir nicht !


"9 - 6 = 3 ist simpel und weiß nach der 2. Wiederholung jeder."

Das stimmt leider nicht !


"Meine Kinder müssen sich - jedenfalls Klasse 1 und 2 - fast ununterbrochen mit nackten Zahlen befassen und ein und dieselbe Rechnung x-Mal wiederholen. Dabei bleibt jeder Ansatz von Faszination für Zahlen auf der Strecke."

Auch die Lehrerin deiner Kinder wird sich an den Lehrplan halten müssen.

Wenn du diese negative Einstellung zu Schule und Mathematikunterricht an deine Kinder weitergibst, dann wundert mich einiges nicht mehr !

Re: @montpelle

Antwort von 3wildehühner am 19.03.2009, 7:28 Uhr

ich habe auch noch mit mengenlehre gelernt (1984). gebracht hat es mir nichts! in der ersten klasse, wo es noch so gemacht wurde, war ich ein mathematischer vollversager. wobei ich mengenlehre super verstanden habe.
dann sind wir umgezogen und haben mit nackten zahlen gearbeitet-da wurde ich doch schlagartig richtig gut in mathe! natürlich ´hatte das auch sicher etwas mit dem leherwechsel zu tun.
dennoch kann ich mir vorstellen, dass es mit der mengenlehre so ist, wie mit sämtlichen methoden: was für das eine kind gut ist (hier annastruppe) ist es für das nächste kind (mich) noch lange nicht.
aber das ist ja auch mit dem lesen und schreiben durch die fibel oder "lesen durch schreiben) so.
deshalb würde mich auch ein link zu dieser sache interessieren.
was genau wurde denn wissenschaftlich untersucht, warum mengenlehre sinnlos sein soll?
die gründe würden mich als pädagogin einfach sehr interessieren.

schult fähigkeit für überblick und gemeinsamkeiten, und @montpelle

Antwort von mama.frosch am 19.03.2009, 8:29 Uhr

was nun mengenlehre abgesehen von der logik mit mathe zu tun hat weiß ich nicht, aber mir hat sie großen spaß gemacht und ganz vorrangig sehe ich den vorteil darin, dass es ja darauf ankommt, in einer bestimmten ansammlung an "informationen" gemeinsamkeiten herauszufinden und wichtiges von unwichtigem zu trennen. das finde ich wichtige fähigkeiten.

@montpelle:
bin auch an einem link interessiert, wieso mengenlehre aus dem plan genommen wurde.
btw, nicht alles, was man früher gemacht hat und was rausgenommen wurde ist schlecht. es ist doch oft so, dass alte sachen neu entdeckt werden und dann wieder hip sind - möglicherweise in einer fernen zukunft sogar die mengenlehre.

Re: @Foreignmother

Antwort von bea+Michelle am 19.03.2009, 9:13 Uhr

Hallo,

das gibt es schon lange nicht mehr.

ich kam damit nie so gut klar und bin froh das es das nicht mehr gibt

lg bea

Butter bei die Fische?

Antwort von oeli_bene am 19.03.2009, 10:04 Uhr

Hi.

Würde mich jetzt auch interessieren, warum es die Mengenlehre nicht mehr gibt. Oder gibt es sie vielleicht in anderer Form?

Unsere (in Frankreich) machen im letzten Jahr Vorschule (und auch noch später) viel mit Mengen, ohne jetzt die Begrifflichkeiten zu kennen. Da müssen eben alle Elemente, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen umkreist werden, und die die beide erfüllen müssen rot ausgemalt werden und so etwas. Ist ja im Grunde nichts anderes als was ich in den späten 70ern gemacht habe, nur dass kein pädagogisches Brimborium darum gemacht wird.

Finde ich mit meinem Laienverstand recht sinnvoll. Aber so etwas muss es doch auch in Deutschland geben (also Mengenlehre ohne das man's so nennt). Es kann doch nicht sein, dass ewig und drei Tage seitenweise Rechnungen gemacht werden müssen (am besten mit Stoppuhr). Letzteres muss unser Grosser (2. Klasse) übrigens nicht machen, allerdings sind dann die Rechnungen wie 9-5 nicht vollständig automatisch, er muss immer ein bisschen nachdenken. Finde ich auch nicht so praktisch. Wie immer ist wohl ein Mittelding das richtige. Meinem würde es nicht schaden, wenn er mal eine Seite einfache Aufgaben rechnen müsste.

LG,
oeli_bene

p.s. Mengenlehre hat wahrscheinlich mehr mit Mathematik zu tun, als 9-6. Für letzteres habe ich einen Taschenrechner oder zur Not meine Finger.

Vielen Dank an alle, aber...

Antwort von Foreignmother am 19.03.2009, 10:35 Uhr

... so richtig schlauer bin ich jetzt auch nicht.

Gibt's jetzt keine Mengenlehre mehr (wie auch immer unterrichtet) und wenn ja, warum?

Ich finde es jedenfalls beruhigend zu wissen, dass ich nicht die einzige "Komische" bin, der Mengenlehre Spass gemacht hat
Da mein Sohn logische Sachen liebt, haette ich eben gerne den Spass mit ihm geteilt. Aber da wird uns wohl auch was anderes einfallen.

Jedenfalls bin auch ich interessiert zu wissen, warum Mengenlehre abgeschafft wurde, da ich auch der Meinung bin, Mengen abschaetzen und mit Maechtigkeiten jonglieren zu koennen ist wichtig.

Einen schoenen Tag jedenfalls noch,

FM

@Montpelle, ich hätte schon gedacht...(+ auch an alle)

Antwort von MM am 19.03.2009, 11:50 Uhr

... dass Du da mit ein paar mehr Informationen aufwarten kannst - nach Deinem ersten Posting ("ist nicht zum Spass aus den Lehrplänen verbannt") setzte ich voraus, dass Du weisst, warum denn dann (wenn nicht "zum Spass"). Darauf antwortest Du leider nicht, schade!

Auch finde ich Deine Unterstellung, "AnnasTruppe" habe eine negative Einstellung zu Mathematik, etwas daneben - sie schrieb doch nur, dass die Methode, wie Mathe konkret bei ihnen gelehrt wird ("nackte Zahlen"), ihr nicht gefällt und ihre Kinder nicht besonders anspricht - nix weiter!

Ich persönlich fand Mengenlehre damals ganz OK, habe mich aber später nicht wirklich damit auseinandergesetzt, kann also nicht wirklich beurteilen, ob es sinnvoll war oder nicht.

Aber auf keinen Fall kann man davon ausgehen, dass etwas was abgeschafft wurde, automatisch schlecht gewesen sein muss! Das kann doch soooo viele andere Gründe haben...

(BTW: Die Förderstufe/Orientierungsstufe wurde ja anscheinend in Dtl. auch (fast?) flächendeckend abgeschafft - und da würde ich sagen, es ist ein Schritt zurück, denn welchen wirklichen Vorteil bringt die "Selektion" der Schüler nach dem 4. Schuljahr??? M.E. keinen!)

Ansonsten zur Mengenlehre kenne ich es hier (Tschechien) ähnlich wie oeli-bene aus Frankreich - dass es quasi, ohne explizit so genannt zu werden - Teil des Vorschulprogramms im KiGa (Arbeitsblätter usw.) ist, und das finde ich auch sinnvoll. Ich meine, eine der wichtigsten Fähigkeiten, die man heutzutage lernn muss, ist doch z.B. die, aus einem Wust scheinbar chaotischer Informationen die wesentlichen herauszufiltern, in das Ganze Struktur reinzubringen, damit es für einen brauchbar wird (z.B. wenn man Infos im Internet sucht... etc.). Und das erfüllen diese Arbeitsmaterialien meiner Meinung nach, ob man sie nun der Mengenlehre zuordnet oder nicht.

Re: Vielen Dank an alle, aber...

Antwort von anja1166 am 19.03.2009, 12:27 Uhr

Mit Links zur Abschaffung der Mengenlehre kann ich auch nicht dienen, aber ich kann erahnen, warum sie abgeschafft wurde:
Mengenlehre gehört natürlich zum Kernbereich der Mathematik! Lustig fand ich eine Aussage, was denn "Mengenlehre außer der Logik mit Mathe zu tun habe". Mengenlehre IST Mathematik und überspitzt formuliert kann man eher sagen, dass die Zahlen und das Rechnen nichts mit Mathe zu tun haben.
Eingeführt wurde sie meines Wissens in den 60er/70ern im Rahmen einer allgemeinen Tendenz, so genannte "Wissenschaftspropädeutik" zu machen, also in der Tat auf wissenschaftliche Kernelemente vorzubereiten.
Das ist aber meines Wissens an der Umsetzung gescheitert: Die Kids haben ewig lange Mengenlehre gemacht und natürlich nicht auch noch gleichzeitig mal schnell das Rechnen gelernt. Das widerum widerspricht natürlich allen Erwartungen, sowohl der Schüler als auch der Eltern! Dazu kam natürlich, dass die Eltern die HA ihrer Kids nicht konnten .-)
Und Menenlehre als Logik ist auch (von den ersten Simpelübungen abgesehen) wirklich schwer, weil abstrakt. Viele Kinder waren eben noch nicht in der Lage, in dem jungen Alter die abstrakten Operationen durchzuführen (dazu wiederum gibt es in der Tat viele Untersuchungen, z.B. auch von Piaget).

Und in der Tat ist es sicher auch nicht wünschenswert, wenn die Kids nach dem ersten Schuljahr noch nicht 5+7 rechnen können. Beides gleichzeitig ist aber wohl kaum zu schaffen. Also wurde sie recht schnell wieder abgeschafft.
Als Mathelehrerin am Gym bedauer ich das schon etwas, denn die Logik würde meinen Schülern oftmals helfen. So kommen sie bis zum Abi nicht in Kontakt mit der Mengenlehre. (Die wenigen, die dann Mathe studieren wollen, wird im Studium da natürlich der Schock treffen, aber mit mathematischer Begabung kann die Mengenlogik natürlich auch im Studium schnell nachgearbeitet werden).

Insgesamt gibt es also absolut plausible Gründe für die Abschaffung (auch wenn bei mir ein leicht weinendes Auge bleibt). I
ch bin mir übrigens auch nicht sicher, ob meine Tochter (die meine mathematische Begabung wohl eher NICHT geerbt hat) damit klar käme ... vielleicht probier ichs zu Hause mal aus. Der Logikbereich kann aber sicher auch ohne Mengenlehre geschult werden, es gibt doch gerade in Mathe viele Übungsheft/Blöcke mit Logikaufgaben.

Nicht nachvollziehen kann ich übrigens die Aussagen einiger, dass nur stumpf 6+3=9 gerechnet wird und nicht die entsprechenden Analogieaufgaben mit behandelt werden. Bei meiner Tochter im ersten Schuljahr machen sie gerade das ausführlich. Sie bekommen außer dem Einstern auch noch andere ABs, aber auch im Einstern ist das doch enthalten!
LG Anja (die natürlich auch selbst in der Schule die Mengenlehre genossen hat)

Re: @MM

Antwort von montpelle am 19.03.2009, 13:16 Uhr

Wenn Anna behauptet, dass ihre Kinder in der Grundschule keine Umkehraufgaben gelernt haben, halte ich das für absolut falsch !

Re: @ die Lehrerinnen: Mengenlehre - Logische Bloecke

Antwort von Miolilo am 19.03.2009, 13:53 Uhr

"9 - 6 = 3 ist simpel und weiß nach der 2. Wiederholung jeder."

Wen meinst du mit jeder?

Du als Erwachsene? Ja, klar!

Erstklässler? - Mit nichten!
Und das weiß ich 100% aus mehrjähriger Erfahrung mit vielen Kindern in vielen 1. Klassen.

"Wo aber bleibt die Erklärung des eigentlichen Witzes der Rechnung ? Dass dann eben auch 9 - 3 = 6 und 3 + 6 = 9 ist/sein muss, hat meines Wissens noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern nahe- und beizubringen."

Dann hast du die Stelle mit den Umkehraufgaben eben nicht mitbekommen.
Frag mal deine Kinder danach!

In jeder Zahlenmauer etc MUSS dies zwingend angewandt werden.

Mio


Wo aber bleibt die Erklärung des eigentlichen Witzes der Rechnung ? Dass dann eben auch 9 - 3 = 6 und 3 + 6 = 9 ist/sein muss, hat meines Wissens noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern nahe- und beizubringen.

Re: Vielen Dank an alle, aber...

Antwort von IngeA am 19.03.2009, 18:55 Uhr

Hallo,

so ganz nachvollziehen kann ich das jetzt nicht. Ich hatte auch Mengenlehre, trotzdem haben wir in der 1. Klasse bis 20 +/- gerechnet. Wir hatten in der 2. das 1x1, in der 3. teilen und multiplizieren großer Zahlen und in der 4. Teilen großer Zahlen.
Wenn ich mir jetzt ansehe, was zumindest an unserer Schule gelehrt wird, deckt sich das ziemlich, wenn man davon absieht, daß es offensichtlich niemand mehr nötig hält, daß die Kinder das ganze 1x1 auswendig können, sondern nur einige Reihen um dann weiter zu rechnen mit verdoppeln etc. Das wiederum halte ich alledings für eine absolute Grundlage (1x1 auswendig in spätestens der 3. Klasse).

LG Inge

Re: @montpelle

Antwort von Annas Truppe am 19.03.2009, 19:40 Uhr

Hallo,

du unterstellst mir aber nicht, hier bewusst die Unwahrheit zu schreiben ? Da bin ich empfindlich und - eigentlich überflüssig zu sagen - ich bin durchaus informiert, was meine Kinder in der Schule machen. Letzte Unsicherheit durch die Einschränkung "meines Wissens".

Doch, meines Wissens hat noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern die Zahlenzusammenhänge etwa am Beispiel 3+6=9 beizubringen/nahezubringen. Hier oder da mal eine entsprechende Aufgabe ersetzt nicht eine nachhaltige Erklärung. Genau das kritisiere ich doch : Es werden endlos Aufgaben gerechnet, aber keine Erklärungen dazu geliefert. Kinder sind durchaus fähig, teilweise sogar begierig, logischen Gedankengänge zu folgen und sie zu verinnerlichen. Da werden die lieben Kleinen häufig unterschätzt.

OK, dass nach der 2. Wiederholung jeder weiß, dass 9-6=3 ist, war vielleicht übertrieben. Aber, s.o. : Mit der entsprechenden logischen Erklärung kann das eine Kind sich die Aufgabe über 10-7 leichter erarbeiten, das andere wieder anders. Im anfänglichen 10er-Bereich geht es, wenn ich es recht verstanden habe, gerade nicht ums Auswendiglernen wie z.B. beim 1 x 1, sondern um das Verstehen. Das kommt zu kurz.

Übrigens müssen sich die Lehrer meiner Kinder nicht an Lehrpläne halten, weil es die hier nicht gibt. Hier heißt es mit Bedacht Bildungsplan und er sagt an keiner Stelle, dass die Kinder ununterbrochen nackte Rechenaufgaben zu lösen haben und keine sinnvollen Erklärungen erfolgen dürfen. Nachdem ich eben nachgelesen habe, bin ich etwas ratlos : Der aktuelle Bildungsplan (BW) hat mit dem Unterricht wenig zu tun.

Noch ein Übrigens : Tochter hat in der 5. Klasse am Gymnasium einen sensationellen Mathe-Lehrer. Der verkündet den Kindern mit glänzenden Augen : "Die ganze Welt besteht aus Mathematik !" und bringt genau das ihnen auch nahe. Es ist eine wahre Freude, die erblühte Mathebegeisterung - an der Begabung und den Noten hat es nie gemangelt - im Alltag mitzuerleben.

Dein Absatz :

" Wenn du diese negative Einstellung zu Schule und Mathematikunterricht an deine Kinder weitergibst, dann wundert mich einiges nicht mehr !"

soll bitte was heißen ?

Weder habe ich eine negative Einstellung zur Schule noch zum Mathematikunterricht an sich. Das kann man weder aus dem zitierten Beitrag noch aus einem anderen herauslesen. Frei erfunden und mal so als vermeintliche Tatsache ins Forum gesetzt. Das ist erschreckend schlechter Stil. Ich verkneife mir die Überlegung, ob bei deiner negativen Einstellung zu Eltern und gar ihrer Weitergabe an deine Kinder mich einiges nicht mehr wundern solle. Und das Ausrufezeichen verkneife ich mir ebenfalls.

Mäßige doch einfach mal deinen Ton; dann klappt es im Forum - und womöglich auch anderswo - besser.

Gruß Anna

@Annas Truppe

Antwort von wickiemama am 19.03.2009, 21:31 Uhr

das war heute bei uns HA...
Zahlenfamilien nannte sich das.

Bsp: 3+6=9
6+3=9
9-3=6
9-6=3

Re: @montpelle

Antwort von Miolilo am 20.03.2009, 7:02 Uhr

"Doch, meines Wissens hat noch kein Lehrer versucht, meinen Kindern die Zahlenzusammenhänge etwa am Beispiel 3+6=9 beizubringen/nahezubringen. "

Also ehrlich, bei solchen Aussagen, rollen sich bei mir die Nägel.
Sorry, aber wie oft bist du im Unterricht dabei?
Sowas macht der Lehrer IM Unterricht. Und sag jetzt nicht, ich sehe an den HA genau, was im Unterricht läuft. Das ist einfach nicht möglich.

"Genau das kritisiere ich doch : Es werden endlos Aufgaben gerechnet, aber keine Erklärungen dazu geliefert."

Ne, ist klar.
Man klatscht den Kinder die Aufgaben hin und sagt "Mach mal" und schiebt ne ruhige Kugel...


"Der aktuelle Bildungsplan (BW) hat mit dem Unterricht wenig zu tun."

Das was du meinst und suchst nennt sich Didaktik und steht weder im Bildungsplan oder im Lehrplan (was im Grunde das gleiche ist). Zumindest nicht so, wie du es erwartest.


Mio

PS:

"Ich verkneife mir die Überlegung, ob bei deiner negativen Einstellung zu Eltern und gar ihrer Weitergabe an deine Kinder mich einiges nicht mehr wundern solle."

Wo verkneifst du es dir denn?

"Mäßige doch einfach mal deinen Ton; "
Ich finde ihren Ton jetzt nicht ausfallend und sehe auch kein Grund zur Mäßigung.
Aber jetzt kommt dann sicher der Spruch mit der Krähe und deshalb verkneife ich mir auch einen Kommentar

1*1 - aus gegebenem Anlass - Mathelehrerinnen?

Antwort von oeli_bene am 20.03.2009, 11:08 Uhr

Hi,

Unser Grosser (2. Kl.) macht gerade das kleine 1*1. Ich bin für die Mathe-HA zuständig. Als Hausaufgabe gibt es jetzt z.B. "3-er Reihe auswendig" bzw. 2, 5, 10, 100.

Mir widerstrebt es, ihn auswendig lernen zu lassen. Jedenfalls bei Sachen, die man verstehen kann, Gedichte sind was anderes. Bei der Dreier-Reihe z.B. sagte ich ihm, er solle 3*7 auswendig wissen und den Rest kann man schnell rechnen. Ich habe dann jedesmal den Rechenweg nachgefragt.

Anscheinend wird das bei euch auch unterschiedlich gehandhabt. Was ist besser? (ich kann es selbst nicht vollständig auswendig und muss manchmal nachrechnen)
LG
oeli-bene

sorry, bin im falschen Forum

Antwort von oeli_bene am 20.03.2009, 11:09 Uhr

.

@ oeli_bene

Antwort von Foreignmother am 20.03.2009, 14:09 Uhr

Hallo oeli_bene,
bin zwar keine Mathelehrerin, aber ich denke, das eine schliesst das andere nicht aus. Wenn Dein Kind gelernt (im Sinne von "sich erarbeitet") hat, was 7x3 ist (oder was auch immer), finde ich nichts schlecht daran, das dann auswendig zu lernen, damit es schneller geht.
Allein das Wissen, dass man die Aufgabe erarbeitet und verstanden hat, sorgt meiner Meinung dafuer, dass auch das auswendig Gerlernte besser sitzt.
Gruss
FM

Matheantwort

Antwort von Miolilo am 20.03.2009, 14:24 Uhr

Der LP von Bayern sieht vor, dass im Zusammenhang mit dem 1x1 die Kernaufgaben auswendig gelerne werden müssen.
Das sind die Reihen 2, 5, 10 und die Quartzahlaufgaben.
Diese Aufaben helfen dann, alle anderen zu berechnen.
Sei es über die Tauschaufgaben, Nachbaraufgaben oder eben über "zusammengesetzte" Malaufgaben (2x4 + 4x4 = 6x4).

Malreihen in dem Sinne werden nicht mehr gelernt.

ABER: ich lasse sie trotzdem auswendig lernen. Genauso verfahren meine Kolleginnen.

Wenn es später um die schriftl. Multiplikation geht, kann ich nicht lange über Nachbaraufgaben oder sonstwas nachdenken.
Da müssen die Malreihen auswendig "verfügbar" sein.
Alles andere hält zu sehr auf und ist zudem fehlerträchtig.

Als Hintergrundwissen, wie ich mir unbekannte Malaufgaben herleiten kann (zb. auch aus dem großen 1x1) ist das Wissen um die Kernaufgaben gut und wichtig.
Aber NUR das, ist zu wenig!

Mio

Re: Matheantwort

Antwort von IngeA am 20.03.2009, 14:54 Uhr

Hallo,

eben, das meinte ich dami auch: Natürlich sollen die Kinder erst mal verstehen, was die Malaufgaben sind und wie man diese errechnen kann. Für später aber müssen die meiner Meinung nach auswendig sitzen, sie sind die Grundlage für schnelles rechnen. Was ich an solchen "Banalitäten" spare habe ich mehr Zeit um anderes zu überlegen.
Ist ja später auch so: Formeln werden natürlich hergeleitet, damit die Schüler auch verstehen was da passiert, wo es herkommt. Ist das erst mal klar, sollte man sie auswendig können (bzw. nachsehen, irgendwann wirds ja doch recht viel).

LG Inge

ins Grundschulforum gestellt

Antwort von oeli_bene am 20.03.2009, 15:03 Uhr

ist ja zweite Klasse.

Re: Matheantwort

Antwort von Luni2701 am 20.03.2009, 16:58 Uhr

ALso ich hab keinen blassen Schimmer was Mengenlehre ist. Ich bin geboren 82 und 88 zur Schule gekommen, da scheints das nicht mehr gegeben zu haben. Irgendwie hört es sich aber nach euren aussagen spannend an wie ich finde. Trotzdem bin ich gut in Mathe und kann auch logisch denken. Aber wsa ich jetzt so rausgehört habe gibts die "mengenlehre" bzw. das logische denken heute trotzdem noch, aber halt nicht wie früher unterrichtet sondern in ner anderen Form und evtl. auch nicht mehr so ausführlich sondern eher so nebenbei. Niklas zumindest rechnet nicht stur 9-6=3 und er weiß auch das 9-3=6 und 6+3=9 ist den sinn hat er schon verstanden. Hat wahrscheinlich eher das mathematische verständnis seiner Mutter geerbt *schulterklopf* Mein Mann ist in Mathe nämlich ne Niete.

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