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Wenn ich mein Kind ignoriere

Wenn ich mein Kind ignoriere

Wie geht man damit um, wenn das Kind plötzlich mit Schimpfworten oder schmuddelige Begriffe in den Mund nimmt?

Sollte man das besser ignorieren?, fragen sich Eltern, wenn ihre Kindergarten-Kinder plötzlich mit schlimmen Schimpfwörtern um sich werfen. Ja, in einem solchen Fall ist Ignorieren tatsächlich ein geeignetes Mittel. Indem man die Bemerkung einfach nicht kommentiert, läuft sie ins Leere und bewirkt nicht die vom Kind erwartete Reaktion. Meistens verstehen die Kinder ja noch gar nicht, was ein Schimpf- oder Schmuddelwort tatsächlich bedeutet. Sie bekommen im Kindergarten mit, dass die Älteren die Wörter als eine Art Waffe einsetzen und wollen ihre Wirkung auch daheim ausprobieren.

Ignorieren funktioniert nicht immer

Ignorieren kann Verhalten entschärfen - muss es aber nicht. Es kann genauso sein, dass das Kind munter weiter vor sich hin "schimpft". Und auf Dauer ignorieren können Eltern das provozierende Gerede nicht. Besser ist es dann, in einer ruhigen Situation dem Kind zu erklären, dass diese Wörter verletzend sind und man nicht möchte, dass es sie gebraucht. Manchmal hilft auch die paradoxe Intervention: Man fordert das Kind auf, das Schmuddelwort noch einmal zu sagen. So oft, bis der Effekt verpufft ist.

Ignorieren kann auch Gleichgültigkeit signalisieren

Wenn ein Kind dem Kindergarten-Alter entwachsen ist und dann (noch) Schimpfwörter und Beleidigungen den Eltern gegenüber einsetzt, ist Ignoranz der falsche Weg. Denn das ist dann kein harmloses Spiel mehr. Jetzt testen Kinder mit persönlichen Beleidigungen, wie weit sie gehen können. Wenn Eltern diesen Angriff überhören oder ignorieren, wird das vom Kind als Gleichgültigkeit interpretiert, durch die es quasi aufgefordert wird, weiter zu machen. Dann ist es ganz wichtig, dass Grenzen aufgezeigt werden, denn ansonsten belasten diese verbalen Aggressionen die Erziehungsbeziehung nachhaltig.

Signale nicht ignorieren

In vielen anderen Situationen setzen Eltern das Ignorieren unbewusst ein und senden damit oftmals die falschen Signale. Wenn Lotta, 20 Monate alt, beim Essen anfängt, den Reis auf dem Boden zu verstreuen, heißt das höchstwahrscheinlich, dass sie satt ist. Ihre Mutter ignoriert aber das Zeichen und bittet sie im ruhigen Ton, noch ein Löffelchen zu essen. Lottas Mutter handelt in dem guten Glauben, dass das Ignorieren besser sei, als wegen der Reiskörner auf dem Boden zu schimpfen. Dabei wäre die richtige Reaktion, das Essen zu beenden, indem sie ruhig zu Lotta sagt "du bist also satt" und dann den Teller wegstellt.

Ignorieren kann die Selbstständigkeit fördern

Ignorieren im Sinne von "nicht auf Etwas eingehen" sollten Eltern hingegen etwa, wenn Kinder versuchen, sie etwas machen zu lassen, das sie selber können. Der Psychotherapeut Rudolf Dreikurs beschreibt in seinem Bestseller "Kinder fordern uns heraus" ein passendes Beispiel: Ein Vierjähriger, der seine Schuhe immer verkehrt herum anzieht und sie dann von der verärgerten Mutter richtig herum angezogen bekommt. Dreikurs dazu: "Wenn sie sich nicht mehr einmischt, wird Gustav erleben, wie unangenehm es ist, die Schuhe an den falschen Fuß anzuziehen." Die Mutter lässt ihn damit die natürliche Folge seines Tuns spüren. Wenn er sie dann richtig anzieht, kann sie sich zufrieden darüber äußern.

Nicht immer dem Wunsch des Kindes nachgeben

Und wie verhält es sich in Situationen, in denen das Kind etwas tut, um Aufmerksamkeit zu erhalten? Beachtet zu werden, dabei zu sein, ist für Kinder sehr wichtig. Sie ziehen aus der Aufmerksamkeit eine große Befriedigung. Wichtig ist es aber, ihnen beizubringen, dass sie auch ohne ständige Beachtung stark sein können. Daher kann es auch richtig sein, in bestimmten Situationen einmal ruhig und deutlich zu sagen "Ich habe jetzt keine Zeit für dich" und danach auf weiteres Rufen nicht mehr zu reagieren.

von Eva Becker

Zuletzt überarbeitet: März 2017

   

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