Trotzphase - wenn die süßen Kleinen plötzlich toben

Trotzphase - wenn die süßen Kleinen plötzlich toben

© fotolia, cromary

Eine typische Szene im Supermarkt: Antonia (2 Jahre) schmeißt sich auf den Boden und fängt lautstark an zu brüllen und um sich zu treten.

Der Grund: ihre Mama möchte ihr keine Schokolade kaufen. Die anderen Kunden schütteln verständnislos den Kopf. Die Mutter möchte am liebsten im Boden versinken. Das kommt Ihnen bekannt vor? Dann gehören Sie vermutlich auch zu den geplagten Eltern, die ein Kleinkind mitten in der Trotzphase zuhause haben.

Vom Engelchen zum Bengelchen

Wie aus heiterem Himmel wird aus einem sanften kleinen Engelchen rund um den zweiten Geburtstag herum plötzlich ein tobendes Bengelchen. Scheinbar nichtige Anlässe und Kleinigkeiten führen auf einmal zu schrecklichen Wutanfällen und Zornesausbrüchen. Schreien, weinen, toben, schlagen oder treten ist dann an der Tagesordnung. Und die verzweifelten Eltern fragen sich: Was haben wir bloß falsch gemacht?

Trotzen ist wichtig für die Entwicklung

Hier hilft es, sich bewusst zu machen, dass Trotzanfälle bei Kindern im Alter von etwa anderthalb bis drei Jahren nicht nur völlig normal, sondern sogar ein wichtiger Schritt in der Entwicklung sind. Zum ersten Mal erkennt das Kind ganz deutlich seine eigenen Bedürfnisse und möchte sie verwirklichen. Gleichzeitig setzen die Eltern die ersten Grenzen, da es nun alt genug ist, ein paar Grundregeln zu verstehen. Die Interessen des Kindes kollidieren also gerade ganz gewaltig mit den guten Absichten der Eltern. Beim Kind löst das verständlicherweise Frustration und Zorn aus. Nachdem es aber noch nicht in der Lage ist, seine Gefühle zu kontrollieren, wird die geballte Wut und Verzweiflung ungefiltert in die Welt hinaus gebrüllt.

9 von 10 Kindern machen die Trotzphase durch - manche mehr, manche weniger heftig. Ab dem dritten Geburtstag wird es dann meist wieder besser, wenn der kleine Trotzkopf gelernt hat, seine Bedürfnisse auch mal eine gewisse Zeit aufzuschieben, und seine Gefühle besser regulieren kann.

Wie man mit Trotzanfällen richtig umgeht

Auch wenn’s noch so schwer fällt, versuchen Sie ruhig zu bleiben. Wenn Sie selber anfangen zu schreien, eskaliert die Situation nur. Halten Sie aber trotzdem konsequent an den Regeln fest, die Sie aufgestellt haben. Ansonsten lernt Ihr kleiner Trotzkopf, dass er mit genügend Gebrüll seinen Willen irgendwann doch noch durchsetzt. Überlegen Sie aber auch, ob wirklich alle Regeln notwendig sind. Einen Tobsuchtsanfall muss man nicht unbedingt provozieren, nur weil Ihr Kind andere Vorstellungen davon hat, welcher Pulli zu welcher Hose passt.

Auslöser vermeiden

Wenn Sie einmal erkannt haben, welche Situationen typische Auslöser von Wutanfällen sind, können Sie auch versuchen, diese geschickt zu umschiffen. Viele Kinder reagieren besonders heftig, wenn sie müde oder hungrig sind. Verschieben Sie dann den großen Einkauf auf eine andere Uhrzeit oder haben Sie für den Fall der Fälle immer einen Keks oder eine Banane dabei. Beschäftigen Sie Ihr Kind und geben Sie ihm eine kleine Aufgabe (z.B. das Obst wiegen), so ist es abgelenkt.

Gewaltsame Attacken wie schlagen, treten oder beißen sollten Sie natürlich trotzdem nicht widerspruchslos hinzunehmen. Zeigen Sie ihm stattdessen eine andere Ausdrucksmöglichkeit, z.B. in ein Kissen zu hauen oder mit dem Fuß aufzustampfen.

Wichtig: hinterher wieder "gut sein"

Hinter dem Trotzanfall steckt keine böse Absicht. Ihr Kind fühlt sich danach erschöpft, verwirrt und von seinen Gefühlen überwältigt. Jetzt braucht es ganz besonders Mamas oder Papas Trost. Auf keinen Fall sollten Sie es jetzt bestrafen. Nehmen Sie es stattdessen in den Arm und bestätigen Sie ihm, dass Sie es trotz allem ganz fest lieb haben.

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