Heißer Tee und Kind im Arm - Vorsicht vor Verbrühung!

Heißer Tee und Kind im Arm - Vorsicht vor Verbrühung!

© fotolia, Pilipipa

Wenn es draußen knackig kalt ist, wärmt eine heiße Tasse Tee wohltuend. Doch bitte seien Sie vorsichtig, wenn kleine Kinder in unmittelbarer Nähe sind.

Heiße Flüssigkeiten können für Babys und Kleinkinder zur großen Gefahr werden. Dazu müssen Wasser, Tee oder Kaffee gar nicht so heiß sein: Schon Flüssigkeiten ab 52 Grad können die Haut der Kleinen schlimm schädigen. Die Haut von Kindern ist um einiges dünner als die Haut von Erwachsenen. Nur wenige Sekunden Einwirkzeit reichen bei den Kleinen aus, um erhebliche Brandverletzungen zu verursachen. Eine Tasse mit heißer Flüssigkeit kann bis zu 30 % der Körperoberfläche eines Säuglings oder Kleinkindes verbrühen.

Leider sind sich manche Eltern darüber nicht bewusst. Der bundesweite und gemeinnützige Verein Paulinchen - Initiative für brandverletzte Kinder e.V. hat sich Aufklärung auf die Fahnen geschrieben. Seit 15 Jahren können sich hier Familien nach Verbrennungs- und Verbrühungsunfällen ihrer Kinder beraten lassen.

Die Mehrzahl der Verbrühungen passieren in Küche oder Bad. Halten Sie sich einfach an ein paar Sicherheitshinweise - Ihrem Kind zuliebe: Tassen oder Kannen mit heißen Getränken werden nicht direkt an die Tischkante gestellt, auf herunterhängende Tischdecken sollte besser verzichtet werden. Auch sollten Sie nichts Heißes essen oder trinken, wenn ein Kind auf Ihrem Schoß sitzt oder Sie es auf dem Arm haben. Denn die lieben Kleinen versuchen blitzschnell Tasse oder Glas zu greifen, um zu sehen, was darin ist. Wasserkocher sollten für Kinder tabu sein und vor allem nicht mit herabhängendem Kabel zum Herunterziehen verführen!

Der Herd und die Mikrowelle - hier kann es sehr heiß werden

Kochen Sie besser auf den hinteren Herdplatten und lassen Sie Töpfe und Pfannen nicht mit dem Griff nach vorn stehen. Manche Speisen, welche Sie in der Mikrowelle erwärmt haben, fühlen sich gar nicht so heiß an, doch der Inhalt ist kochend heiß: Darum probieren Sie bitte immer erst selbst, bevor Sie Ihr Kind damit füttern.

Im Badezimmer: Lassen Sie nicht nur heißes Wasser in die Wanne laufen, kontrollieren Sie die Wassertemperatur. Der Wasserhahn sollte auch nicht auf "heiß" stehen bleiben, sondern gewöhnen Sie sich an, ihn in den kühleren Bereich zurück zu regeln.

Vielleicht sichern Sie die Wasserhähne auch mit einem Thermostat, welches die Temperatur auf maximal 50° Celsius begrenzt. Auch beim Befüllen und Verschließen von Wärmflaschen ist Vorsicht geboten. Zur Sicherheit füllen Sie besser einfach nur 50 Grad heißes Wasser ein.

Im Ernstfall: Kühlen, kühlen, kühlen!

Sollte es dennoch zu einem Unfall gekommen sein, müssen Eltern: sofort die Wunde mit handwarmem Wasser kühlen - und das mindestens 10 Minuten!

Wenn sich trotz der raschen 1. Hilfe Blasen bilden, dann sollten Sie die Wunde besser beim Kinderarzt oder in der Klinik versorgen lassen. Gute Erstversorgung erspart Schmerzen und sorgt für gute Heilung.

Ist die Verbrennung oder Verbrühung ausgedehnter als 10% der Körperoberfläche - das sind 10 mal die Handinnenfläche des betroffenen Kindes - dann ist der Kreislauf in Gefahr und Sie sollten sofort auch den Notarzt rufen.

So genannte Hausmittel, Zahnpaste, Mehl etc. bitte nie auf eine Verbrennungswunde, sie sind schädlich. Zum Transport nur lose mit einem Verbandspäckchen oder mit einem frischen Leinentaschentuch abdecken.

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