Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Tee oder Wasser geben

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Frage:

Hallo

darf ich meinem Kleinen Tee geben wenn er Durst hast ?? er ist jetzt 12 Wochen alt und ich stille voll


jetzt wo es so warm ist kommt er fast jede Stunde und will mal kurz an die Brust...

was mache ich denn wenn ich meinen Kleinen zur Oma gebe?? ich kann
ihr ja nicht 20 Mahlzeiten mit je nur 10 ml mitgeben... falls er Durst hat...

ich würd ihr drei Mahlzeiten je 150 ml mitgeben und wenn er Durst hat kann er doch Tee oder Wasser bekommen oder ???

hab auch wenn er bei mir ist nicht immer Zeit ihn jede Stunde anzulegen... ist es dann ok Tee oder Wasser zu geben und wenn ja welchen ???

vielen Dank schonmal Sarah .. ..

von Krümel310111 am 27.04.2011, 22:42 Uhr

 

Antwort auf:

Tee oder Wasser geben

Liebe Sarah,

der Alltag mit einem Baby kann manchmal sehr anstrengend sein und wohl jede Mutter kennt das Gefühl, dass alles zuviel ist und sie am liebsten weglaufen würde.

Ein gesundes, voll gestilltes Kind braucht keinen Tee (und wenn es welchen bekommt, dann ist es nicht mehr voll gestillt). Tee ist ein Arzneimittel und ein gesundes Kind braucht keine Medikamente. Tee kann nicht nur unerwartete Nebenwirkungen mit sich bringen (da Tees nun einmal eine Arzneiwirkung haben, haben sie auch Nebenwirkungen), sondern auch zu Problemen wie Gedeihstörungen (das Baby erhält eine kalorienarme oder kalorienfreie Flüssigkeit, die den Magen füllt und so verhindern kann, dass es oft genug an der Brust trinkt) oder auch Saugverwirrung (wenn der Tee mit der Flasche gegeben wird) führen und sogar das Abstillen einleiten. Alle Flüssigkeit, die ein voll gestilltes Baby braucht, bekommt es an der Brust (auch bei heißem Wetter, Beduinenfrauen geben auch weder Tee noch Wasser). Eine Studie in den Tropen ergab sogar, dass vollgestillte Kinder mehr Flüssigkeit aufnahmen als die Kinder, die zusätzliche Flüssigkeit bekamen (Sachdev, Krishna, Puri et al., 1991).

Zur eingehenderen Information hänge ich Ihnen den Artikel einer Kollegin an.

Nur Mut, Babys bleiben nicht immer so klein und anstrengend, es wird mit zunehmendem Alter immer leichter und auch Sie bekommen mehr Routine im Alltag mit Kind.
Wenn Sie Ihr Baby zur Oma geben, kann es dort auch kleine Portionen abgepumpte Muttermilch bekommen.

LLLiebe Grüße
Biggi Welter




Ist zusätzliche Flüssigkeit für gesunde, voll gestillte Babys notwendig?

Von Denise Both, IBCLC

Immer wieder wird stillenden Müttern gesagt, dass Muttermilch alleine für ihr Kind nicht ausreichend sei und sie unbedingt Tee oder Wasser zugeben müssten. Die für diese Empfehlung angeführten Gründe sind vielfältig, stehen jedoch im Widerspruch zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen und den Empfehlungen zur Stillförderung, die UNICEF und WHO im Rahmen ihrer Initiative „Stillfreundliches Krankenhaus" veröffentlicht haben.

Zusätzliche Gaben von Tee, Glukoselösung oder Wasser sind bei einem voll ausgetragenen, gesunden Baby, das ausschliesslich mit Muttermilch ernährt wird, nicht notwendig und können den Stillerfolg erheblich gefährden. Auch wenn unter unseren westlichen Verhältnissen nicht zu erwarten ist, dass das Kind durch verunreinigtes Wasser Schaden nimmt, so können sich zusätzliche Flüssigkeitsgaben bei einen Neugeborenen auf andere Weise auswirken.

Zusätzlich gegebene Flüssigkeit füllt den Magen des Babys und verringert so sein Interesse am Gestilltwerden. Ein Baby, dessen Magen mit Tee gefüllt ist, erhält nicht genügend Kalorien. Tee und Glukoselösungen wirken sich störend auf das Stillen aus. Babys, die derartige Flüssigkeiten erhalten, neigen dazu, mehr an Gewicht zu verlieren als Babys, die ausschliesslich gestillt werden.
Zusätzlich verabreichter Tee (oder Glukoselösung) trägt zur physiologischen Neugeborenengelbsucht bei. Untersuchungen haben ergeben, dass die Bilirubinwerte eines Babys um so höher liegen, je mehr Tee es in den ersten Lebenstagen erhalten hat. Das Mekonium (erster Stuhlgang) ist sehr bilirubinreich. Kolostrum hat eine abführende Wirkung und hilft dem Baby bei einer beschleunigten Ausscheidung des Mekoniums. Dadurch wird der Bilirubinwert niedrig gehalten. Zusätzlich gegebener Tee hingegen regt nicht zu Darmbewegungen an, verursacht eine Rückabsorption des Bilirubins in den Körper des Babys und trägt somit zur physiologischen Neugeborenengelbsucht bei. Auch während einer Phototherapie bei verstärkter Neugeborenengelbsucht sollte das Kind bevorzugt häufig Muttermilch statt Tee erhalten
Wird Flüssigkeit mit einer Flasche gegeben, kann dies zu Stillproblemen, einer Schwächung der Saugfähigkeit oder Ablehnung der Brust führen. Ein Neugeborenes kann auf den Wechsel zwischen Brust und Flasche während der ersten Lebenswochen mit Verwirrung reagieren. Eine Saugverwirrung kann zu gravierenden Stillproblemen führen.

Auch bei heissem Wetter ist es nicht notwendig zusätzliche Flüssigkeit zu geben. Muttermilch genügt auch in dieser Situation als vollwertiges Nahrungsmittel und enthält genau das richtige Verhältnis von Flüssigkeit und Nahrung, um Hunger und Durst des Babys zu befriedigen. Wichtig ist jedoch, dass die Mutter das Baby nach Bedarf stillt, was bei heissem Wetter häufiger der Fall sein kann.

Quellen:

Mohrbacher und Stock: The Breastfeeding Answer Book, 1997
Lauwers und Shinskie: Counseling the Nursing Mother, 1999
Goldberg und Adams: Studie veröffentl. im Arch. Dis. Child, 1983
Sachdev, Krishna, Puri et al.: Zusätzliche Flüssigkeit für voll gestillte Kinder im Sommer in den Tropen, Lancet 1991

von Biggi Welter, Stillberaterin am 28.04.2011

Antwort auf:

Tee oder Wasser geben

Wenn Mama nicht da ist, wirken oft auch rumtragen und Wagerl fahren sowie spielen und andere Kinder Wunder. Das Kind "vergisst" dann Hunger und Durst bis Mama wieder da ist. So braucht man, wenn es sich nur um ein paar Stunden handelt, auch garnix dalassen. Nur Vertrauen in die Oma haben. Und wie gesagt, das wird monatlich leichter. Deutlich!

von Morgen am 28.04.2011

Antwort auf:

Tee oder Wasser geben

mein Kleiner ist mittlerweile 12 Wochen alt und bekommt regelmässig Muttermilch über die Flasche vom Papa also kann es schonmal nicht zu einer Saugverwirrung kommen !!!

ich wollte ja nur wissen ob es schädlich ist, wenn ich ihm Volvic oder Evian zu trinken gebe wenn er grad vor einer Stunde Muttermilch getrunken hat aber quängelt oder trockene Lippen hat... er würde dann ja auch nicht 150 ml bekommen sondern nur ein bisschen um seinen Durst zu löschen....

ich denke das schadet nicht oder ???

Tee als Medikation sehe ich ein und würde auch zu Wasser tendieren !!

liebe Grüße Sarah

von Krümel310111 am 29.04.2011

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