Biggi Welter

Biggi Welter

Stillberaterin

Biggi Welter absolvierte ab 1996 ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Biggi Welter viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. Ab 1999 übernahm sie zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de, die sie heute noch leitet. Ihre Beratungen bei Rund-ums-Baby.de werden jeden Monat hunderttausendfach weltweit von stillenden Müttern gelesen. Ein achtsamer und wertschätzender Umgang mit Kindern liegt ihr am Herzen.

Biggi Welter

Gibt es Umstände, unte denen man besser abstillt?

Antwort von Biggi Welter, Stillberaterin

Liebe ZweifelistderTeufel,

lass Dich erst einmal virtuell fest in den Arm nehmen, es tut mir so leid, dass Du solche Schuldgefühle hast.
Die brauchst Du aber nicht haben, denn Dein Baby hat immer 150 Gramm zugenommen und das reicht wirklich. Dass es so gelb war, dafür kannst Du ganz sicher nichts und auch jetzt geht es Deinem Baby ja gut!

Nein, ich würde nicht abstillen, denn Dein Baby muss noch keine große „Action“ haben, es erkundet seine Welt auf Deinem Arm und lernt, dass es bei Dir geborgen ist.
Es wird von ganz alleine wacher werden und auch mobiler, im Moment hat es alles, was es braucht!

Wenn Dich die Schuldgefühle allerdings so sehr plagen, wäre es vielleicht sinnvoll, wenn Du einmal mit einem Therapeuten sprechen würdest.
Dieser kann Dir helfen, mit Dir selbst ins Reine zu kommen und vor allem zu erkennen, dass Du eine gute Mutter bist.

Bei einem Münchener Psychologen und Arzt, S.K.D. Sulz fand ich in einem Buch einen sehr heilsamen Abschnitt:

"Wir Eltern sollten den Mut haben, uns Versäumnisse einzugestehen. Ja, wir haben gravierende Entwicklungshemmungen unserer Kinder verursacht. Das ist nicht zu leugnen. Aber Verursachung ist nicht gleichbedeutend mit Schuld. Wir sind nicht schuld an den Grenzen unserer eigenen Persönlichkeitsentwicklung. Wir sind nicht schuld an einer eventuellen finanziellen Not, an eigener Arbeitslosigkeit, an der Not des Alleinerziehens nach einer Scheidung, an sonstigen gesellschaftlich oder politisch bedingten Stressoren, denen wir so ausgeliefert sind, dass zu wenig für unsere Kinder übrigbleibt. Wir sind zwar Mitverursacher, aber wir sind nicht schuld an Vergangenem. Und wir tragen Verantwortung für die Gegenwart und die Zukunft." (aus "Als Sisyphus seinen Stein losließ. Oder: Verlieben ist verrückt!", S.K.D. Sulz, CIP Medien 1999)


Nur Mut, Babys sind Gott sei Dank mit einer gewissen Robustheit ausgestattet und verzeihen
und vergessen schnell.

Genieße die Zeit mit Deinem Baby jetzt umso mehr und mach Dir nicht das Leben unnötig schwer!

Herzlichen Gruß
Biggi

von Biggi Welter, Stillberaterin am 15.04.2021

 
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