Kristina Wrede

Kristina Wrede

Stillberaterin

Kristina Wrede absolvierte ihre Ausbildung zur Stillberaterin bei der La Leche Liga Deutschland e.V., einer Organisation in 78 Ländern in offizieller Beziehung zur Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Schwangeren und stillenden Mütter in Fragen rund um das Stillen Beratung anbietet. Danach leitete Kristina Wrede viele Jahre lang eigene Stillgruppen mit intensiver Betreuung. 2008 übernahm sie neben Biggi Welter zudem die Online-Stillberatung von Rund-ums-Baby.de. Von August 2018 bis April 2019 besuchte sie Fortbildungen in Bindungsbasierter Beratung und Therapie (BBT) bei Prof. Dr. Karl-Heinz Brisch zur Anwendung von bindungsbasierter Beratung in der peri- und postnatalen Zeit, bei Säuglingen, Kindern und Jugendlichen.

Kristina Wrede

Darf man RF 80 beim stillen benutzen?

Antwort von Kristina Wrede, Stillberaterin

Frage:

Hallo,
ich stille seit jetzt fast 11 Monaten und natürlich macht sich das bei den Haaren langsam bemerkbar( wobei ich finde es ist schon wieder besser geworden). Nun hat mir eine Freundin dieses RF 80 empfohlen. Das sind 12 Ampullen die man einmal die Woche auf der Kopfhaut verteilt.
Hauptsächlich sind Öle und Pflanzenextrakte drin, aber auch etwas Alkohol.
Nun frage ich mich ob ich das während der Stillzeit anwenden darf. Es steht zwar drauf in der Schwangerschaft, aber von der Stillzeit wird nichts erwähnt.
Danke vorab schonmal für die Antwort
Myri

von Myri30 am 09.11.2012, 09:04 Uhr

 

Antwort auf:

Darf man RF 80 beim stillen benutzen?

Liebe Myri,

ich kann und darf nichts zu einem bestimmten Präparat sagen.

Allerdings dir diese Info geben.
Haarausfall nach der Geburt ist normal und bei stillenden Frauen dauert es unter Umständen länger bis es dazu kommt oder je nachdem wie lange gestillt wurde kommt es erst nach dem Abstillen zu diesem Haarausfall. Normalerweise verliert ein Mensch etwa 100 Haare pro Tag. Einige Zeit nach der Schwangerschaft sind es durch die Hormonumstellung deutlich mehr.

Während der Schwangerschaft verlängert sich bei fast allen Frauen der Lebenszyklus der Haar, das heißt es fallen weniger Haare aus als im nicht schwangeren Zustand. Durch die Hormonumstellung nach der Geburt kommt es wieder zu einer „Normalisierung" des Wachstumszyklus der Haare, die Haare, die durch die Schwangerschaft einen verlängerten Zyklus erfahren haben fallen aus und zusätzlich auch noch die Haare, die im normalen Zyklus ausfallen. Dadurch kommt es zu dem Eindruck eines verstärkten Haarausfall.

Bei stillenden Frauen verläuft die Hormonumstellung manchmal langsamer und der Haarausfall setzt später ein als bei nicht stillenden Frauen. Dies führt dann häufig zu der Annahme, das Stillen sei schuld am Haarausfall. Wie die obige Erklärung zeigt, ist dem jedoch nicht so.

Es lässt sich daher auch nichts gegen diese Form des Haarausfalls unternehmen. Dennoch ist es sicher ratsam, dass eine Frau möglichst ausgewogen und gesund ernährt, um zu verhindern, dass es irgendwann zu Mangelerscheinungen bei der Mutter kommen könnte. Beim Kind sind selbst bei einer nicht optimalen Ernährung der Mutter normalerweise keine Mangelerscheinungen zu erwarten, im Gegenteil, die Muttermilch ist weltweit bei allen Frauen etwa gleich zusammengesetzt, egal wie sie sich ernähren.

Auch in „Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit" Spielmann, Schaefer, 7. Auflage 2006 wird darauf hingewiesen, dass der Haarausfall nach der Schwangerschaft „therapieresistent" ist:

„der nicht selten beklagte und manchmal über Monate beobachtete Haarausfall nach der Geburt ist physiologisch und bessert sich fast immer spontan. Ein Nutzen von Mineralstoffpräparaten ist ebensowenig erwiesen wie die lokale Anwendung von Estrogenen".

Wenn du dennoch die Ampullenkur probieren möchtest: Der lokal angewendete Alkohol sollte sich nicht negativ auswirken aufs Stillen, und die pflanzlichen Wirkstoffe auch nicht, da sie ja nur lokal "wirken".

Lieben Gruß,
Kristina

von Kristina Wrede, Stillberaterin am 09.11.2012

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