Übertritt: Welche Schule ist geeignet?

Illustration Richtungspfeile und Strichmännchen

© fotolia, Trueffelpix

In der vierten Klasse steht für alle Eltern die schwierige Entscheidung der Schulwahl an. Wenn es aufgrund der Noten beim eigenen Kind nicht eindeutig ist, fällt die richtige Entscheidung oft schwer.

Was man bei der Wahl bedenken sollte und worauf man achten muss.

Notenschnitt zum Übertritt

In den meisten Bundesländern entscheidet in punkto Übertritt der Elternwille, in fünf anderen Bundesländern der Notendurchschnitt. In Bayern, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist der Zugang aufs Gymnasium und auf die Realschule über die Empfehlung der Lehrer und über den Notendurchschnitt geregelt. Note 2,33 ist die magische Zahl, die jeder bayerische Grundschüler braucht, damit er ohne Probeunterricht ins Gymnasium gehen darf. 2,66 ist der Schnitt, den man für den Besuch der Realschule benötigt.

Der Notendurchschnitt wird aus den Zeugnisnoten der Hauptfächer Mathematik, Deutsch, Heimat- und Sachunterricht ermittelt. Über 20 schriftliche Arbeiten müssen die Viertklässler schreiben, bis sie im Mai ihr Übertrittszeugnis mit der Gymnasialempfehlung oder der Empfehlung für die Realschule in den Händen halten. Wer den Schnitt von 2,66 nicht schafft, bekommt die Empfehlung für die Hauptschule/Mittelschule. Schüler, die sich nicht über ihren Notenschnitt qualifizieren konnten, haben die Gelegenheit, an einem dreitägigen Probeunterricht teilzunehmen. Wer den Test besteht, bekommt seine Chance und darf ins Gymnasium oder in die Realschule.

Gymnasium: Ja oder nein?

Es gibt einen Spruch der lautet: "Aufs Gymnasium gehören nur die geeigneten Kinder und die eigenen Kinder." Doch wann ist ein Kind für das Gymnasium geeignet? Grundsätzlich verlangt das Gymnasium auf allen Ebenen mehr als Real- und Hauptschule: Mehr Stoff in kürzerer Zeit, mehr Eigeninitiative, mehr Selbstständigkeit und auch mehr Lust und Fleiß, sich durch knifflige Aufgaben zu arbeiten.

Kinder, die dieses Pensum bewältigen können und auch bereit sind, sich am Nachmittag länger den Büchern zu widmen, sind auf dem Gymnasium richtig. Außerdem kommt in der sechsten Klasse noch eine zweite Fremdsprache dazu, was die Sache nicht leichter macht. Ebenso wichtig wie die Noten ist auch die Einstellung des Kindes, denn mit Fleiß und gutem Willen ist das zu schaffen - schließlich machen 40 Prozent aller Schüler in Deutschland Abitur.

Schule soll fördern, nicht überfordern

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder - und wenn möglich auch den besten Schulabschluss. Viele Eltern haben auch die Vorstellung, dass der jetzt eingeschlagene Schulweg für das gesamte spätere Leben des Kindes entscheidend ist. Das stimmt aber nur zum Teil.

Sicherlich prägt jede Schule ihre Schüler. Aber auch Misserfolg, Frustration und Überforderung am Gymnasium prägen Schüler - Schulfrust und Lernverweigerung können die Folge sein. Wer jedoch mit seinen Fähigkeiten in der Realschule oder Hauptschule gefördert und gefordert wird, erlebt sich als kompetenten Schüler, der gute Leistungen bringen kann. Außerdem ist das Schulsystem viel durchlässiger geworden: Von der Hauptschule aus einen Realschulabschluss zu machen, ist mit einem zusätzlichen zehnten Schuljahr möglich. Nach der Realschule auf die Fachoberschule gehen und von dort mit dem Fachabitur auf die Uni ist heute meistens kein Problem mehr.

Offenes Gespräch zum Übertritt

Fragen Sie Ihr Kind, welche Schule es gerne besuchen möchte und warum es dort hin möchte. Wahrscheinlich bekommen Sie die Antwort: "Weil meine Freunde dort auch hingehen." Auch wenn Kinder die Konsequenzen der Entscheidung nicht überblicken können, sollten man trotzdem ein offenes Gespräch zu dem Thema führen, ihnen die einzelnen Schularten erklären und sie in die Entscheidung mit einbinden. Besuchen Sie auch am Tag der offenen Tür die mögliche neue Schule, damit Ihr Kind einen ersten Eindruck bekommt. Die endgültige Entscheidung sollte jedoch bei den Eltern liegen. Sie kennen das Kind und können es einschätzen. Hören Sie auf Ihr Gefühl und schauen Sie noch mal genau hin: Wie schnell kann sich das Kind Schulstoff aneignen? Was fällt ihm in der Schule leicht und womit hat es Schwierigkeiten?

Ehrliche Schulwahl

Ganz wichtig bei der Schulwahl ist: Seien Sie als Eltern ehrlich zu sich selbst und fragen Sie sich, warum Ihnen diese oder jene Schulform so wichtig ist. Soll das Kind trotz mäßiger Noten aufs Gymnasium, weil fast jeder in der Familie Abitur hat? Oder soll es trotz glänzender Noten lieber die Realschule besuchen, weil man selbst die Mittlere Reife gemacht hat? Sprechen Sie auch offen mit der Lehrkraft über den Übertritt und die geeignete Schulform, die zu Ihrem Kind und seinen Begabungen passt. Die meisten Lehrer können ihre Schützlinge sehr gut einschätzen und beraten Eltern kompetent. Und achten Sie bitte darauf, dass der Übertritt ohne Stress und Leistungsdruck vonstattengeht.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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