Entwicklung von Sechsjährigen:
Gestaltwandel im Kinderzimmer

Kinder mit Schulranzen

© fotolia, photophonie

Ausgerüstet mit Schulranzen und Schultüte machen sich Sechsjährige auf den Weg in einen neuen, wichtigen Entwicklungsabschnitt. Sie sind jetzt schon sehr selbstständig, dabei aber auch sehr labil und auch schnell beleidigt, wenn sie sich missverstanden fühlen.

Kinder, die gerade dem Kindergarten entwachsen, erkennt man daran, dass sie ihre Kindergartenfreunde auf einmal "Babys" nennen. Auch gerne mit dem Zusatz "Kindergarten-Babys". Weist man dann daraufhin, dass zwar der Schulranzen schon gekauft und die Schultüte fertig gebastelt ist, sie aber durchaus auch noch ein paar Wochen den Kindergarten besuchen werden - sie also auch zu den "Kindergarten-Babys" gehören - erntet man als Eltern bitterböse Blicke und wird für die nächste halbe Stunde von seinem Sechsjährigen beleidigt ignoriert.

Allüren und Langeweile

Alles völlig normal, alles ganz typisch für Sechsjährige, sagen Entwicklungspsychologen. Sechsjährige befinden sich in einer Phase der körperlichen und seelischen Veränderungen. Sechsjährige sind labil, launisch, explodieren schon mal wegen Kleinigkeiten, können sich nicht entscheiden und sind selten zugänglich für vernünftige Argumente. Eltern wundern sich über die Allüren und fragen sich, ob vielleicht eine sehr junge Operndiva im Kinderzimmer eingezogen ist oder ein Hollywoodstar, der auf ein Meter zwanzig geschrumpft wurde.

Konnten sich die Kleinen vor kurzem noch ausdauernd mit der Holzbahn beschäftigen oder in der Puppenecke sich im Rollenspiel versenken, ist das jetzt alles "langweilig". Den Stellenwert der alten Spielsachen haben neue Spiele noch nicht erreicht. Mit Ausnahme von Computerspielen, die jetzt neu entdeckt werden. Meistens nehmen hier die Eltern aber die Rolle der "Spielverderber" ein, weil sie den Gebrauch von Smartphones, Spielekonsolen und Co. zu recht extrem einschränken oder sogar ganz unterbinden.

Sechsjährige: Alleskönner mit Wackelzahn

Die Welt von Sechsjährigen wird plötzlich wacklig und dazu gehören auch die Zähne: Ein Wackelzahn nach dem anderen macht den bleibenden Zähnen platz. Die restlichen Milchzähne wirken jetzt winzig im Gesicht der Kinder. Das kommt daher, dass die mittlere und untere Gesichtpartie gewachsen ist, wodurch die Stirn jetzt kleiner erscheint. "Gestaltwandel" nennen Entwicklungspsychologen diese Phase der kindlichen Entwicklung und es stimmte: Das Kleinkindschema verwächst sich und plötzlich steht ein sechsjähriges Schulkind vor einem, mit großen Zahnlücken, gestrecktem Rumpf, langen Armen und Beinen und einem süßen Trotzkopf auf den etwas breiteren Schultern.

Kleinere Geschwister bekommen diesen "Gestaltwandel" ebenfalls zu spüren. Der Ton wird rauer, die großen wollen bestimmen wo es langgeht und tyrannisieren dabei schon mal ihre kleineren Geschwister. Wenn es gar keine Alternative gibt, ist es noch okay mit dem jüngeren Geschwisterchen zu spielen. Viel besser ist es jedoch am Nachmittag mit gleichaltrigen Kindern aus der Klasse etwas auszumachen.

Sechsjährige orientieren sich mehr und mehr an neuen Freunden und Bezugspersonen außerhalb der Familie und lösen sich damit auch in ersten, vorsichtigen Schritten von der Familie ein bisschen ab. Den Satz "Ich kann das selber" hören Eltern jetzt regelmäßig. Helfen lassen sich die Alleskönner höchsten, wenn niemand zusieht. Ansonsten gilt es als "peinlich" wenn Klassenkameraden sehen, wie Mama den Reißverschluss der Jacke zumacht. Bei all dem hin und her raten Entwicklungspsychologen den Eltern übrigens ruhig, gelassen und verständnisvoll zu bleiben, schließlich ist es ja nur eine "Phase". Eltern können also ganz entspannt sein, denn niemand hat so viel Erfahrung mit "Phasen" wie sie.

Zuletzt überarbeitet: April 2019

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