Masern-Impfpflicht: Kita- und Schulkinder brauchen den Nachweis

Seit 1. August gilt eine uneingeschr√§nkte Masern-Impflicht: Kinder und Besch√§ftigte in Schulen und Kitas m√ľssen einen Impfnachweis vorlegen, andernfalls drohen Strafen. Dar√ľber hinaus ist der Impfschutz auch in Fl√ľchtlingsunterk√ľnften, Arztpraxen und Krankenh√§usern vorgeschrieben. Haben Kinder oder Besch√§ftigte keinen Nachweis √ľber eine Masernimpfung, k√∂nnen sie vom Besuch der Kita ausgeschlossen werden. Die Leitung der Einrichtung muss das Gesundheitsamt benachrichtigen, dieses entscheidet √ľber T√§tigkeits- oder Betretungsverbote. Da in Deutschland eine Schulpflicht besteht, kann hier kein Verbot verh√§ngt werden, aber Bu√ügelder bis zu 2.500 Euro sind m√∂glich.

Die Masern-Impfpflicht wurde 2019 vom Bundestag beschlossen. Seit 1.03.2020 ist bei der Neuaufnahme eines Kindes ab dem Alter von einem Jahr in eine Kita oder bei √§lteren Kindern bei Neuaufnahme in eine Schule der Impfausweis oder das gelbe Untersuchungsheft oder ein √§rztliches Attest √ľber eine bereits erfolgte Masern-Erkrankung vorzulegen. Eine √úbergangsfrist galt bis Ende Juli f√ľr Kinder und Besch√§ftigte, die bereits in der Einrichtung waren, sie m√ľssen jetzt aber ebenfalls einen Nachweis vorlegen. Die Impfpflicht gilt auch f√ľr Besch√§ftigte, die nach 1970 geboren wurden. Bei √§lteren Besch√§ftigten geht man davon aus, dass die meisten als Kind die Masern hatten. Eine durchlebte Infektion bietet einen lebenslangen Schutz.

Die St√§ndige Impfkommission (STIKO) empfiehlt gegen Masern eine erste Impfung als Masern-Mumps-R√∂teln-Kombinationsimpfung (MMR) bei Kindern im Alter von 11 bis 14 Monaten und eine zweite Impfung im Alter von 15 bis 23 Monaten. F√ľr Erwachsene, die nach 1970 geboren wurden und noch nie oder nur einmal gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, empfiehlt die STIKO die Masern-Impfung genauso. Derzeit sind weniger als 95 Prozent der Bev√∂lkerung gegen Masern geimpft, weshalb es immer wieder zu Ausbr√ľchen kommt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist der Ansicht, die Masern k√∂nnen sich nicht ausbreiten, wenn mehr als 95 Prozent der B√ľrger durch eine Impfung oder durch eine durchgemachte Erkrankung einen Immunschutz gegen Masern haben. Masern sind auch keine harmlose Erkrankung, Komplikationen im Zusammenhang mit einer Maserninfektion sind nicht selten. Komplikationen betr√§fen h√§ufig die Lunge, aber auch das Gehirn, etwa k√∂nnten Entz√ľndungen die Folge einer Masernerkrankung sein, erkl√§rt Bernd Salzberger, Infektiologe am Universit√§tsklinikum Regensburg. Erblindungen und andere bleibende Behinderungen k√∂nnten aus einer Infektion resultieren. Im schlimmsten Fall k√∂nnten Kinder oder Erwachsene sterben.

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