Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von platschi am 23.03.2006, 16:00 Uhr

Zweisprachigkeit aufgeben - Was meint ihr dazu?

Ich spreche mit meinem Sohn (knapp 16 Monate alt) seit seiner Geburt ausschließlich Englisch, obwohl ich kein Muttersprachler bin. Dass das irgendwann zu blöden Kommentaren und gutgemeinten Ratschlägen führen wird, war mir von Anfang an klar, aber ich bin gewillt es durchzuziehen.
Nun war ich auf Anraten unserer KiÄ gestern mit ihm wegen Schlafproblemen bei einer Physiotherapeutin. Diese hat sich unsere Geschichte angehört (Risikoschwangerschaft, langwierige Geburt die mit einem KS endete) und meinte darin lägen die Schwierigkeiten begründet und deshalb sei unsere Bindung aneinander noch stärker als es so bei Mutter und Kind schon sei. So weit so gut, aber sie meinte eben auch, dass ich diese Bindung durch die Tatsache das ich allein mit ihm Englisch sprechen würde noch mehr verstärken würde. Mein Sohn würde das so auffasssen: Mama und ich haben unsere eigene Sprache also bin ich was ganz Besonderes für sie und sie für mich. Sie hat deshalb vorgeschlagen, dies seinzulassen oder aber meinen Mann stärker einzubeziehen, sprich von OPOL zu Familiensprache-Umgebungssprache zu wechseln. Mein Mann spricht zwar auch gut Englisch, schließlich waren wir zusammen im Ausland, hat aber von Anfang an gesagt er würde sich das nicht zutrauen. Und nur mal ab und an mit dem Kleinen englisch zu sprechen ist ja auch nicht das Wahre.
Klar bin ich momentan die Einzige, die mit ihm Englisch spricht, aber wir haben unseren Platz in einer bilingualen Kita quasi schon sicher, dann ändert sich das also.
Ist das nun wieder mal nur jemand, der ohne Hintergrundkenntnisse zum Thema Zweisprachigkeit alle Probleme darauf schiebt oder wie seht ihr das?

Liebe Grüße,
Eine auf eure Meinungen gespannte
platschi

 
3 Antworten:

Re: Zweisprachigkeit aufgeben - Was meint ihr dazu?

Antwort von Becky75 am 23.03.2006, 17:51 Uhr

Hallo - also ich bin kein Fachmann und kann Dir nur aus dem Bauch heraus antworten aber ich finde das ist Quatsch.

Aber erstmal muß ich fragen: wieso maßt sich eine Physiotherapeutin an, über so eine SAche zu urteilen? Oder meintest Du Psychotherapeutin?

Ich kann nicht beurteilen warum Dein Kind Schlafprobleme hat und ob das daher rührt dass ihr sehr eng verbunden seid. Das mag ja alles sein...

Aber das was Du beschreibst, nämlich dass die Mutter den Teil des anderssprachigen Elternteils übernimmt ist ja nicht selten. Und da ist es meistens so, dass es da nun mal nicht oft die Möglichkeit gibt auch andere Leute hinzuzuziehen.
Bei uns z.B. gibt es auch nicht die Möglichkeit einer fremdsprachlichen Krabbelgruppe oder ähnlichem. Meine Kinder haben also überwiegend auch nur mich der mit ihnen Spanisch spricht.

Und natürlich ist das auch unsere "Geheimsprache" aber das muß man nicht negativ sehen, das kann sogar sehr positiv sein und ein Anreiz damit das Kind weiter Interesse an der Sprache behält.

Und ich Anbetracht der Tatsache dass Euer Sohn auch noch in einen bilingualen Kiga kommen wird fände ich es sehr schade jetzt damit aufzuhören.

Was meinen die anderen?
lg, rebeca

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Re: Zweisprachigkeit aufgeben - Was meint ihr dazu?

Antwort von platschi am 23.03.2006, 20:30 Uhr

Ich meinte wirklich Physiotherapeutin - die hat wohl viel Erfahrung mit Schlafproblemen und Kindern die so hibbelig sind wie mein Kleiner.

LG platschi

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Re: Zweisprachigkeit aufgeben - Was meint ihr dazu?

Antwort von DK-Ursel am 23.03.2006, 22:16 Uhr

Hej!
Zugegeben, ich bin meistens (nicht immer) skeptisch gegnüber mehrspachiger Erziehung ohne muttersprachlichen Bezug, aber wieso die Sprache hier mal wieder für ein zunächst mal nicht-sprachliches Problem herangezogen wird, verstehe ich auch nicht.
Wieviel Ahnung hat die Frau von Sprachentwicklung, von Mehrsprachigkeit?
Wie würde sie ei nkind mit ähnlichensymptomen behandeln, das einsprachig erzogen wird - oder gibt es das nicht??? (Dann wäre es ja wirklich ein Problem, das wg. Eurer Sprachkonstellation auftritt).

es schadet sicher nicht, Deinen Mann mehr einzubeziehen, Familiensprache englisch würde sicher rein sprachlich viel helfen, auch wenn dein Mann weniger Englisch kann als Du.
Dann kann er ja weiterhin Deutsch mit Eurem Kind sprechen und nur zusammen kommuniziert Ihr alle auf Englisch.

Aber ichsehe auch kein problem darin, daß Ihr eine enge Mutter-Kind-Bindung habt, das kann in dem Alter kaum shcädlich sein.
Obwojhl- jhier wurde mir das auch oft als sehr negativ für die Entwicklung meiner Töchter hingestellt, nicht wegen der Sprache, sondern wegen der sozialen Fähigkeiten (daKinder hier meistens ab 6 Monate außer haus betreut werden).
Also --- ich halte Rebeccas Argumente für sehr schlagend: Ich bin auchdie einzige Deutsche hier gewesen und habe außer in Feriensituationen keine großartige Sprachhilfe hier gehabt; so ist das nun mal bei mehrsprachigen Familien!

Hol eine zweite Meinung ein, ohne die erste zu erwähnen - laß Dir andere Lösungen für Euer Problem anbieten und macht nicht die Mehrsparchigkeit für so vieles andere verantwortlich (was Du ja auch nicht tust!).

Gruß Ursel ,DK

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