Mehrsprachig aufwachsen

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Geschrieben von Bonnie am 09.04.2018, 8:52 Uhr

Zweisprachiges Baby - wie macht man's am besten?

Ich arbeite beruflich mit Kindern mit „Migrationshintergrund“, daher auch mein Senf dazu:

In Deinem Posting gibt es ja mehrere Punkte, die man nicht vermischen sollte. Zum Beispiel darf man sich keine Illusionen darüber machen, dass Kinder diejenige Sprache am besten können, die ihr gesamtes Umfeld (also Kiga, Schule, Verwandte, Freunde, Nachbarn, Menschen im Alltag) spricht. Da bist Du als deutschsprachige Mutter also etwas benachteiligt. Dein Kind wird sicher Deutsch lernen, aber es nie so gut sprechen wie Französisch. Dafür reicht eine deutschsprachige Mutter allein nicht aus. Du kannst ihm die Sprache aber trotzdem so nahebringen, dass es auch Lust hat, sie zu sprechen: ihm deutsche Lieder beibringen, deutsche Kinderfilme zeigen, deutsche Märchen vorlesen und erzählen.

Zur Vermittlung der Sprachen: Es wird meist geraten, die Sprachen zu trennen. Dass also zum Beispiel ein Elternteil nur die eine, das andere Elternteil nur die andere Sprache mit dem Kind spricht. So kann es leichter und früher erkennen, dass es hier um zwei verschiedene Sprachen geht. Das vermeidet Mischformen (ständig eingestreute Wörter der anderen Sprache), die in der Umgebung auf Befremden stoßen und in der Schule Probleme bereiten. Und es beschleunigt auch den Spracherwerb beim Kleinkind.

Der dritte Punkt sind die Sprech- oder Grammatikfehler Deines Mannes. Die würde ich völlig vernachlässigen. Dein Kind wird durch andere Menschen (vor allem Erzieher und Lehrer) irgendwann die korrekte Form lernen und ihrem Papa nachsehen, dass er kleine Fehler macht. Auf keinen Fall würde ich ihn altklug korrigieren, schon gar nicht vor Eurem Kind. Das würde Eure Beziehung mit der Zeit sehr belasten.

Noch ein Hinweis zur Beruhigung: Der Spracherwerb dauert bei zweisprachigen Kindern oft länger. Also nicht zu sehr auf irgendwelche Entwicklungstabellen schielen, falls Dein Kind etwas später spricht als Gleichaltrige, oder zunächst einen geringeren Wortschatz hat, das ist normal.

LG

 
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